Subaru setzt auch in Zukunft auf Boxermotoren. Die werden aber elektrisch unterstützt. Eine Steckdose brauchen die Fahrzeuge nicht.

SP-X/Wien. Der japanische Geländewagenspezialist Subaru setzt seine beiden Bestseller unter Strom, wenn auch sehr behutsam. Der neue Forester, der Anfang nächsten Jahres auf den deutschen Markt kommt, bekommt ebenso wie sein kleinerer Bruder XV einen sogenannten „milden Hybrid“. Dabei arbeitet ein Zweiliter-Turbobenziner (110 kW/150 PS) mit einem 12,3 kW/16,7 PS Elektromotor zusammen. Rein elektrisches Fahren ist nur für gut 1,5 Kilometer möglich.

Im Vergleich zu den Giganten der Autowelt ist Subaru eher klein, hat aber im letzten Jahr erstmals die Marke von weltweit einer Millionen Verkäufe geknackt und setzt seit jeher beständig auf zwei besondere Eigenheiten: Immer Allrad, immer einen Boxermotor. Jetzt haben die japanischen Geländewagen-Profis ein Ticket für den größer werdenden Hybrid-Klub gelöst. Der Traditionsboxer, ein Zweiliter-Benziner, arbeitet künftig mit einem kleinen, Elektromotor zusammen. Die Folge: Gut zehn Prozent weniger Verbrauch, bessere Beschleunigung und schnellere Reaktion des Antriebs im Gelände.

Eingebaut wird das „Mild Hybrid System“ natürlich in den beiden SUV-Modellen, die innerhalb der Subaru-Familie gut 70 Prozent der Verkäufe ausmachen. Der völlig neue Forester wird ab März nächsten Jahres nur noch mit dem Motoren-Duo zu haben sein. Beim kleineren Fünftürer XV bleibt der 1,6-Liter-Benziner neben dem „e-Boxer“ getauften Spitzenmodell im Programm. Die puren Leistungsdaten der ungleichen Zwillinge sind identisch. Der Zweiliter-Turbo herkömmlicher Bauart versorgt den Allradantrieb mit 110 kW/150 PS. Unterstützt wird er von einem recht kleinen Elektromotor, der bescheidene 12,3 kW/16,7 PS beisteuert. Kleine Leistung, überraschende Wirkung. Beim Beschleunigen kommt der Hybrid schneller aus den Hufen als der stromlose Vorgänger zum Beispiel des Forester. Die Kraft aus dem Akku befeuert auch die Durchzugskraft (194 Nm), weil der Stromer schon bei leichtem Gasgeben die volle Arbeit aufnimmt. Vorteile auch im Gelände, wo dank der Unterstützung beim Kriechen weniger Druck aufs rechte Pedal nötig ist.

Subaru setzt auch in Zukunft auf Boxer-Hybride

Beim Thema „Aufladen“ folgen die beiden Subaru dem bekannten Vorbild Toyota Prius mit vergleichbarer Technik. Geladen wird durch Rückgewinnung der Energie beim Bremsen oder beim Lupfen des Gaspedals. Erzeugt der Benziner mehr Leistung als in der aktuellen Fahrsituation gerade nötig, fließt ebenfalls Strom in die Batterie. Insofern lädt sich das zweite Herz recht schnell wieder auf, ohne dass dazu wie bei einem „großen“ Hybrid eine Steckdose gesucht werden muss. Das offenbart aber auch den Nachteil der „milden“ Technik. Die Batterie reicht für gerade mal 1,7 Kilometer rein elektrisches Fortkommen. Künftige abgasfreie Zonen in unseren Städten sind Sperrgebiete für beide Subaru-Modelle. Die Plug-In-Hybride, die gut 50 Kilometer weit kommen, sind hier im Vorteil, dürfen auch ein „E“ im Kennzeichen tragen. Subaru hat aber auch solche Stromer in Vorbereitung. Ein reines Elektroauto soll 2022 vorgestellt werden.

Während der kompakte XV zum Start der neuen Motoren-Kombi äußerlich fast unverändert bleibt, ist der Forester rundum völlig neu, baut auch auf einer eigenständigen Plattform auf. Obwohl die Außenmaße nahezu unverändert sind, wirkt der nächstes Jahr erscheinende Nachfolger rundum wuchtiger. Er hat eine neue Frontpartie mit silbern umrandeten seitlichen Lufteinlässen, schmaleren Scheinwerfern und höhergezogenem Kühlergrill und eine neue Linienführung an den Flanken, dazu weiter öffnende Türen mit integriertem innerem Trittbrett zum Erreichen eines Dachgepäckträgers. Sahnestück ist das Heck mit seinen weiter in die Klappe gezogenen Rückleuchten.

Preise und genaue technische Daten liegen noch nicht vor. Der heutige Forester startet bei knapp 32.000 Euro, der vergleichbare XV bei 28.000 Euro. Bei beiden Modellen ist mit einem leichten Preisaufschlag zu rechnen.

Peter Maahn/SP-X