Facelift für Ford Mondeo: Neue Optik, neue Antriebsoptionen

Ford hat den Mondeo überarbeitet. Neben optischen Neuerungen hat sich vor allem bei den Antrieben einiges getan.

Ford hat die Optik des Mondeo überarbeitet. Künftig sind sowohl Limousine als auch Kombi mit Hybridantrieb zu haben

Ford stellt auf dem Brüsseler Autosalon (18. bis 27. Januar) sein Mittelklassemodell Mondeo mit einigen Neuerungen vor. Die Facelift-Maßnahmen bescheren Limousine und Kombi einige Designänderungen außen und innen. Darüber hinaus sind neue Antriebsoptionen und Assistenzsysteme verfügbar.

An der Front fällt der umgestaltete obere Kühlergrill ins Auge, der abhängig vom Ausstattungsniveau in verschiedenen Varianten angeboten wird. Modifizierungen an Stoßfänger und Spoilerlippe verleihen dem Vorderwagen eine leicht sportlichere Optik. Nebelscheinwerfer und LED-Tagfahrlichter wurden ebenfalls überarbeitet. Neue Heckleuchten, Felgengestaltungen und Farben sorgen zusätzlich für etwas Frische.

Für den Innenraum verspricht Ford eine optimierte Verarbeitungsqualität und eine entsprechend edlere Anmutung. Zudem gibt es andere Stoffe für die Sitzbezüge und neue Türgriffblenden. In den höherwertigen Versionen kommen zudem geänderte Dekor-Elemente zum Einsatz. Dank der Schaltkulisse einer neuen Achtgang-Automatik präsentiert sich die Mittelkonsole aufgeräumter als bisher.

Für die viertürige Limousine ebenso wie für die Kombiversion Turnier gibt es künftig einen Hybridantrieb, bei dem ein Zweiliter-Atkinsonmotor im Zusammenspiel mit E-Motor und stufenlosem CVT-Getriebe 138 kW/187 PS mobilisiert. Dank Rekuperation und einer 1,4-kWh-Batterie kann Bremsenergie für den Vortrieb genutzt werden, was laut Hersteller einen Verbrauch von knapp über vier Liter auf 100 Kilometer ermöglichen soll.

Ford hat zudem die Dieselmotorenfamilie überarbeitet, die künftig EcoBlue statt Duratorq heißt. Es stehen drei Leistungsstufen mit 88 kW/120 PS, 110 kW/150 PS sowie 139 kW/190 PS zur Wahl. Alternativ zum Sechsgang-Handschaltgetriebe bietet Ford für die stärkeren Varianten optional eine Achtgang-Automatik an. Der 190-PS-Diesel kann zudem mit Allrad kombiniert werden. Alle Dieselmotoren sind fit für die Abgasnorm Euro 6d-temp.

Dank Automatikgetriebe bietet der Mondeo im Zusammenspiel mit dem optionalen Abstandstempomat künftig einen Stau-Assistenten mit Stop-&-Go-Funktion. Außerdem ist ein Speed-Limiter in Kombination mit dem Infotainmentsystem Sync 3 an Bord, der die Geschwindigkeit des Fahrzeugs automatisch an jeweilige Tempolimits anpassen kann. 
Bislang wurde nur der Preis von 39.850 Euro für die Hybridversion genannt. Noch im Januar will Ford die komplette Preisliste veröffentlichen, was zugleich den Bestellstart markiert.

Nur gucken, nicht anfassen? Nicht mit Mazda

Mazda setzt neuerdings auf einen flexiblen Pop-Up-Stand, der an beliebten, stark frequentierten Standorten zum Einsatz kommen soll. Warum? Die Japaner wollen eine beeindruckende Präsentation der Markenwerte – also Design, Technologie und Fahrspaß – in einer neuen Strategie an den Mann und die Frau bringen. Teil diese Ausrichtung ist auch eine neue Messestrategie, die ihren Fokus auf Veranstaltungen ohne Auto-Ausrichtung legt. Das wollen wir uns doch einmal genauer ansehen.

Einfach mal über den Tellerrand blicken

Mazda startet mit dem neuen Konzept aber nicht einfach auf blauen Dunst (der bei den heutigen Abgasnormen eh nicht aus den Endrohren kommt – aber das nur am Rande), sondern baut auf Erfahrungen. 2017 installierte der Autobauer bereits zwei temporäre Pop-Up-Lounges in Düsseldorf und Berlin, mitten in den Innenstädten. Nun wolle man den „nächsten Schritt“ gehen und direkt auf potentielle Kunden zugehen. „Überraschend anders“ ist eine weitere diese Formulierungen, die man im Zusammenhang damit in den Augen der Mazda-Marketingexperten aufblitzen sieht.

Das neue Präsentationskonzept stellt einen flexiblen Pop-Up-Stand an lebendigen Orten mit hoher Publikumsfrequenz in den Fokus. Damit streben die Japaner einen etwas anderen Auftritt an, der nicht nur neugierig macht, sondern auch passend auf den neuen Mazda 3 ausgerichtet ist. Zudem wird die brandneue, zukunftweisende Skyactiv-X-Technologie vorgestellt. Nicht zu vergessen natürlich: Das 30-jähriges Jubiläum des Kult-Roadsters Mazda MX-5.

Der Mazda Pop-Up-Stand

Auf Kundenfang möchte man mit einem Stand aus mehreren Elementen gehen, der auf verschiedenen Events genetzt wird. Natürlich will man so ein Millionenpublikum erreichen. Und wenn man sich die Frankfurter Fußgängerzone an einem sonnigen Frühsommertag vorstellt, dann ist diese Vorstellung nicht weit weg von der Realität.

Der Mazda MX-5 feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum

Darüber hinaus will Mazda auf Sport- und Musikveranstaltungen aktiv werden und nicht nur Einkaufsstraßen belagern. Auch Stadtfeste seien in Planung. Und genau hier stellt sich die Frage: Kennt man diesen Ansatz nicht schon? Der verkaufsoffene Sonntag mit Autoschau in der nächsten Kleinstadt? Klingelt es da? Mazda geht diesen Weg, erweitert ihn aber um den hochwertigen Stand, der genauso wie der Innenraum eines Mazdas wirken soll – hochwertig. So kommen die Japaner zu ihrer Zielgruppe und nicht umgekehrt.

IAA in Frankfurt, Autosalon in Paris? Leider nein!

Neben diesen Standorten möchte Mazda auch auf Messen angreifen – nur eben nicht auf Automessen. Seit 2014 sind die Japaner bereits auf der photokina in Köln sowie auf der IFA in Berlin vertreten und sammeln hier gute Erfahrungen. Besonders attraktiv wird hier das Publikum wahrgenommen: Jung, technikaffin und modebewusst.

So soll der Pop-Up-Stand von Mazda aussehen. Als Skizze schon mal nicht schlecht.

Einen eher klassischen Ansatz verfolgt Mazda mit der Unterstützung von Mazda-Händlern bei regionalen Aktivitäten. Auch hier soll ein intensiverer Austausch mit lokalen Interessenten fokussiert werden und die Marke vor Ort verankern. Dabei soll eine kleinere Variante des Mazda Pop-Up-Standes genutzt werden.

Die großen Automessen lässt Mazda in der aktuellen Strategie hingegen aus und konzentriert sich auf nur noch eine wichtige Messe je Kontinent. Entsprechend wird man Mazda auf der IAA 2019 vergeblich suchen. Die Japaner werden, was Europa anbelangt, nur auf dem Genfer Automobilsalon von 7. bis 17. März zu sehen sein. Dort wolle man aber mit einer Weltpremiere glänzen. Man darf gespannt sein.

Panorama: Mit dem Mercedes Vision Urbanetic durch Las Vegas

Wenn der Strip zum Zeitstrahl wird

Der Eifelturm schöner als das Original, die Pyramiden nur einen Steinwurf entfernt vom Markusplatz in Venedig und dazwischen die Wolkenkratzer von New York: In Las Vegas in nichts, wie es scheint. Das gilt auch für den öffentlichen Nahverkehr, für eine Nacht. Denn da hat sich während der CES der visionäre Mercedes Urbanetic auf den legendären Strip verirrt.

Es ist weit nach Mitternacht und selbst auf dem Las-Vegas-Strip wird es langsam ruhig. Die letzten Nachtschwärmer torkeln aus den Casinos und die Spätschicht der Amüsierdamen schleicht müde nach Hause. Nur vor dem Planet Hollywood ist noch die Hölle los, jeder bleibt stehen, starrt auf die Straße und zückt sein Fotohandy. Denn dort steht ein Auto, wie man es selbst in Las Vegas noch nie gesehen hat: Der Mercedes Vision Urbanetic gibt sich die Ehre und startet vier Monate nach seiner Premiere auf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover zur Jungfernfahrt auf dem Las Vegas Boulevard.

Mercedes-Benz Vision URBANETIC auf dem Las Vegas Strip.//Mercedes-Benz Vision URBANETIC on the Las Vegas Strip.

Der elektrisch angetriebene und autonom gesteuerte Robo-Van passt perfekt in die Neon-Nacht von Nevada – und zwar gleich aus zwei Gründen. Zum einen, weil es in der schillernden Zockermetropole immer und überall darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen und alle Blicke auf sich zu ziehen. Und das gelingt dem Zäpfchen auf Rädern mit seiner rundgelutschten Form und der schillernden Beleuchtung der silbern schimmernden Karosse besser als all den Stretch-Limousinen und Supersportwagen, die man hier zu Dutzenden an jeder Ecke sieht. Und zum anderen ist der Urbanetic das ideale Transportmittel für die vielen Party-People, die den Strip Abend für Abend auf und ab spazieren und keine Lust auf ein ebenso überteuertes wie schäbiges Taxi haben.

Mercedes-Benz Vision URBANETIC auf dem Las Vegas Strip.//Mercedes-Benz Vision URBANETIC on the Las Vegas Strip.

Stattdessen greifen sie in der Vision der Mercedes-Designer künftig einfach zum Smartphone, geben ihr Ziel ein und nur ein paar Minuten später surrt der Urbanetic heran und öffnet seine große Schiebetür. Dann geht es in eine ebenso helle wie geräumige Kabine, je nach Fahrtdauer nutzt man einen der fünf bequemen Loungeplätze auf rotem Leder oder die etwas weniger bequemen, grau gehaltenen Plätze im Bug, für die dort eine Bank montiert wurde, wo früher mal das Cockpit war. Oder man bleibt einfach in der Mitte stehen und wartet darauf, dass sich die Tür wieder schließt und sich der Sprinter für übermorgen wie von Geisterhand wieder in Bewegung setzt.

Das fühlt sich zwar ein bisschen gespenstisch an, weil man so gar keinen Einfluss mehr nehmen kann auf die Fahrt. Doch erstens ist das im Stadtbus ja ganz genauso. Und zweitens ist der Van so leise und fährt so ruhig und gleichmäßig, dass man sich mit jedem Meter weiter entspannt, durch das Panoramadach staunend auf die Skyline schaut und sich zunehmend auf die umlaufenden Anzeigen konzentriert, die über Sehenswürdigkeiten oder den nächsten Stopp auf der dynamisch ermittelten Route informieren. Dass vorn eben niemand mehr sitzt und die Fuhre fährt oder zumindest den Autopiloten korrigiert, das hat man da schon längst wieder vergessen.

Mercedes-Benz Vision URBANETIC auf dem Las Vegas Strip.//Mercedes-Benz Vision URBANETIC on the Las Vegas Strip.

Schon das ist unheimlich genug. Doch so richtig neu ist diese Idee freilich nicht mehr, Schließlich stehen auf der Elektronik-Messe CES bestimmt ein halbes Dutzend solcher autonomer Shuttle in allen Formen und Formaten und auf den ersten Firmen- und Unigeländen sind sie sogar schon im Einsatz. Doch Mercedes denkt den Gedanken vom Robo-Van noch eine Runde weiter und liebäugelt als erster Hersteller mit einem Wechselaufbau. Binnen weniger Minuten wird so aus einem führerlosen Shuttlebus für bis zu 12 Passagiere ein Amazon-Lieferwagen mit Autopilot. So wollen die Schwaben Effizienz der Flotten steigern, den Stillstand der teuren Fahrzeuge vermeiden und zugleich drastisch die Zahl der Vans und Busse reduzieren, die in den Megacities von morgen die Straßen verstopfen.

Basis dafür ist eine Art Skateboard, das die elektrisch angetriebenen Achsen mit einer in der Bodenplatte integrierten Batterie verbindet und die Technik fürs autonome Fahren samt zweier Sensoren birgt, die sich wie Insektenaugen aus der Karosserie schieben. Darauf kann man wahlweise eine Art riesigen Rimowa-Koffer schnallen, der ein Ladevolumen von zehn Kubikmetern bietet, Platz für zehn Europaletten hat und mit einem automatischen Fördersystem und einer von außen zugänglichen Klappe auch eine mobile Paketausgabe ermöglicht. Oder man bestückt das Skateboard mit einem Bus-Baustein: Gezeichnet wie ein silbernes Fabergé-Ei mit diamantenen Tropfen fürs Fenster, bietet diese Kabine acht für jede Fahrtdauer unterschiedlich bequeme Sitz- und vier Stehplätze sowie ein neues Infotainment-Konzept, das auch das Smartphone der Nutzer einbezieht: Denn wer die passend App geladen hat, dem spielt der Urbanetic mit Augmented-Reality-Technik in Echtzeit personalisierte Infos aufs Display, sobald man das Handy auf einen bestimmten Punkt im Wagen oder draußen vor dem Fenster richtet.

Mercedes-Benz Vision URBANETIC auf dem Las Vegas Strip.//Mercedes-Benz Vision URBANETIC on the Las Vegas Strip.

Welcher Aufbau gerade zum Einsatz kommt und wann und wo die Fahrzeuge unterwegs sind, das ermittelt und plant eine selbstlernende IT-Infrastruktur, die Angebot und Nachfrage in Echtzeit erfasst und die Ressourcen optimal an den Bedarf anpasst. So sollen zugunsten des Verkehrsflusses Leerfahrten und zugunsten der Bilanz des Flottenbetreibers Stillstand vermieden werden. Abgesehen von der Ladezeit und den paar Minuten zum weitgehend automatisierten Wechsel zwischen Kofferaufbau und Robo-Shuttle ist der Urbanetic in der Mercedes-Vision deshalb 24 Stunden im Einsatz.

Das würde auch in Las Vegas perfekt funktionieren. Denn so viel dort am Tag und bis spät in die Nacht los ist, so ruhig wird es dafür in den sehr frühen Morgenstunden. Und dass der Cargo-Aufbau entfernt aussieht wie ein Panzerschrank oder ein Geldkoffer auf Rädern passt auch ziemlich gut. Irgendwie und irgendwann muss das Geld aus den Casinos ja eingesammelt werden.

Benjamin Bessinger/SP-X

Neuer VW Passat für die USA

In Europa hat er kräftig Gegenwind. Doch in den USA wäre das Geschäft für VW ohne den Passat kaum denkbar. Deshalb geht die Limousine dort jetzt in die nächste Generation.

Der amerikanische VW-Chef Scott Keogh hat gut lachen. Denn trotz der Nachwehen des Dieselskandals, geht es für die Niedersachsen in den USA wieder deutlich bergauf. Und vieles spricht dafür, dass Keogh auch 2019 die Stirn nicht in Falten legen muss. Nicht umsonst beginnt er das Jahr in Detroit mit einer wichtigen Premiere und lässt einen neuen Passat vom Stapel.

LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent und Totwinkel-Kontrolle sind jetzt Standard

Die Limousine ist für VW in Amerika besonders wichtig. Erstens, weil sie das erste Auto aus dem neuen Werk in Chattanooga war. Und zweitens, weil der Passat zum ersten Mal konsequent für die amerikanischen Bedürfnisse entwickelt wurde. So war er vielleicht nicht ganz so ausgefuchst wie die deutsche Variante, nicht so vornehm und nicht so ambitioniert, dafür aber bot er deutlich mehr Auto für deutlich weniger Geld.

Gebaut wird die Limousine vor Ort in Tennessee

Diesen Weg gehen die Niedersachsen bei der zweiten Generation des US-Modells konsequent weiter. Obwohl jedes Blechteil neu ist, wechseln sie nicht auf den Modularen Querbaukasten, sondern bleiben bei der alten und deshalb günstigeren Plattform. Und sie verzichten auf ebenso teure wie verspielte Extras wie die digitalen Instrumente. Stattdessen gibt es innen neben einem frischen Stil mit etwas mehr Finesse einen neuen, größeren Touchscreen hinter Glas und außen ein Design, das mit dem riesigen Kühlergrill des Atlas von einem neuen Selbstbewusstsein zeugt.

Außerdem hat VW die Ausstattung auf Vordermann gebracht und eine Reihe von Assistenzsystemen nachgerüstet: LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent und Totwinkel-Kontrolle sind jetzt Standard und eine automatische Abstandsregelung oder eine aktive Spurführung zumindest gegen Aufpreis erhältlich. Genau wie die beheizten Rücksitze oder die intelligenten Scheinwerfer.

Einen Preis für das neue US-Modell hat VW zwar noch nicht genannt. Doch egal wie viel die Niedersachsen aufschlagen, werden den Europäern die Tränen kommen. Denn wo der Passat bei uns mit rund 32 000 Euro startet, wird es den USA bei kaum mehr als 25 000 Dollar losgehen.

Benjamin Bessinger/SP-X

Firmenwagen-Vorteil – Mitsubishi Outlander PHEV lockt mit Steuervorteil

Ein Großer – bei den Kosten ganz klein

Sollte das Ziel nicht eigentlich sein, größer zu werden? „Höher, schneller und weiter“: Das ist nicht nur ein 90er-Jahre Hip-Hop-Song, sondern auch das Motto vieler. Beim Mitsubishi Outlander PHEV verhält es sich etwas anders, zumindest was die Kosten anbelangt. Dank der Neuregelung der Dienstwagen-Besteuerung von einem auf ein halbes Prozent liegt das SUV auf dem Niveau eines typischen Klein- oder Kompaktwagens. Denn diese werden auch weiterhin nach der 1-Prozent-Regel besteuert.

Bei Hybriden greift die Regelung nur, wenn sie mindestens 40 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können – so wie eben der Mitsubishi Outlander PHEV. Weiteres Kriterium: Ein Schadstoffausstoß, der bei weniger als 50g Gramm CO2/Km liegt. Und auch das schafft der Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid. Natürlich wird hierfür der neue, realitätsnahe Messzyklus „WLTP“ berücksichtigt.

Das Schönste am Morgen? Ruhe!

Weißer Riese: Der Mitsubishi Outlander PHEV gibt sich stattlich

Das weiß nicht zuletzt Jason Statham im Film „The Transporter“ zu schätzen, sondern auch jeder, der morgens in der Rushhour unterwegs ist. Genau hier zeigt der Mitsubishi Outlander PHEV seine Vorteile: Geräuschloses und lokal emissionsfreies Fahren. 54 Kilometer soll das SUV bei voller Ladung zurücklegen können. Das entspricht der durchschnittlichen Pendelstrecke in Deutschland. Für lange Strecken greift der Japaner auf einen 2,4 Liter großen Vierzylinder-Benziner zurück. Im Teil- oder Niedriglastbereichen arbeitet das Aggregat im besonders sparsamen Atkinson-Zyklus, im Hochlast-Bereich schließlich nach dem Otto-Prinzip. So stehen Leistung und Effizienz im optimalen Verhältnis. Dann erlebt man allerdings nicht die entspannende Ruhe, die der E-Antrieb mit sich bringt. Schon mal ausprobiert?

Vom besseren, noch mehr! Der 2019er Plug-in Hybrid Outlander.

Der japanische Automobil-Hersteller Mitsubishi hat bereits vielmals die eigene Innovationsfreudigkeit unter Beweis gestellt. Benzin-Direkteinspritzung zum Beispiel, schon früh im damaligen Carisma in Serie gebracht. Und auch das erste rein elektrische Serienfahrzeug, der Mitsubishi EV (i-MiEV), früher als alle anderen am Markt. Belohnt wird der Mut zur Innovation nicht immer – es sei denn, man kombiniert die beliebte Karosserieform „SUV“ mit modernster Plug-in Hybrid Technik – wie beim Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander. Dem meistverkauften PHEV-SUV der Welt. Jetzt hat Mitsubishi die dritte Generation des Bestsellers präsentiert

Bereits 2014 kam der Mitsubishi Outlander in einer Plug-in Hybrid Variante auf den Markt und hat schnell eine große Fan-Gemeinde erobern können. Die Gründe sind simpel: Eine beliebte Karosserieform, der SUV-Markt ist am Ende ja doch nur eine Mischung aus pragmatischer Kombi-Version, mit ein wenig mehr Bodenfreiheit und besserer Rundumsicht, (echte Geländewagen sind auch SUVs nun einmal nicht), dazu eine moderne Antriebstechnik, die zahlreiche Vorteile mit sich bringt und die sprichwörtliche Zuverlässigkeit der japanischen Automobil-Hersteller.

Damit der Vorsprung vor den Mitbewerbern gehalten werden kann, tummeln sich doch mittlerweile einige Hersteller im Feld der Plug-in Hybrid-SUV – wenn gleich auch niemand so konsequent in der technischen Umsetzung wie Mitsubishi – musste sich der Outlander einem Update-Programm unterziehen.

Der 2.0 Liter Benzinmotor musste einer Version mit 2.4 Liter Hubraum und Atkinson-Cycle Verfahren weichen und legte zudem sowohl bei der Leistung (+14 PS), als auch beim Drehmoment (+21 Nm) zu. Während der vordere Elektromotor bei seiner Leistung von 82 PS blieb, wuchs die Leistung des E-Motors an der Hinterachse auf 95 PS an. Wer sich bislang noch nie mit der Antriebstechnik des Plug-In Hybrid SUV beschäftigt hat, für den sind die folgenden Zeilen besonders wichtig:

Der „geilste Antriebsstrang ever“ – oder wie Mitsubishi Motors zwei Welten zu einer perfekten Harmonie vereint: 

Drei Motoren sorgen für Vortrieb und das tun sie in harmonischer Zusammenarbeit, oder je nach Bedarf, ganz für sich alleine. Mitsubishi hat dem Plug-in Hybrid Outlander einen elektrischen Allradantrieb verpasst. An beiden Achsen übernehmen E-Motoren den Antrieb. Der Vorteil der E-Motoren ist bekannt; Sofortige Leistungsabgabe und feinfühlige Regelung der Momentenabgabe. Der Benzinmotor, jetzt 2.4 Liter groß und auf den sparsamen Atkinson-Cycle optimiert, übernimmt zwei Funktionen. Zum einen arbeitet er, unter 64 km/h, als reiner Strom-Erzeuger. Dazu wurde ein 95 kW starker Generator angekoppelt, oder, und hier erfolgt der großartige Kniff im Technik-Layout des Plug-In Hybrid Outlanders, er wirkt, ab 64 km/h, direkt auf die Vorderachse. Das Ergebnis ist ein Benzinmotor-Antrieb der immer im höchsten Gang arbeitet. Die Übersetzung des Benzinmotors auf die Vorderachse ist vergleichbar mit einem 5. oder 6. Gang und damit kann der Benzinmotor im maximal effizienten Bereich arbeiten.

Dem neuen Modelljahr wurde zudem eine Batterie mit leicht gesteigerter Kapazität zur Seite gestellt. Nun werden bis zu 13.8 kWh geladen – mit dieser Kapazität erreicht der Plug-In Hybrid nach neuer WLTP-Norm bis zu 57 Kilometer an rein elektrischer Reichweite. Der Akku kann an ChaDeMo-Schnell-Ladestation binnen 25 Minuten geladen werden, an einer Haushaltssteckdose dauert es rund 5,5 Stunden. Mitsubishi gewährt auf die Lithium-Ionen-Batterie im übrigen eine beruhigende Garantie von acht Jahren (oder bis 160.000 Kilometer). So empfiehlt sich der Plug-in Hybrid SUV gerade zu als Auto für Kurzstrecken-Pendler oder als Familien-SUV, deren tägliche Fahrstrecke üblicherweise unter 45 Kilometer bleibt. Ein „Vollwert-Elektro-SUV“, ohne Reichweiten-Angst!

Alle diese technischen Feinheiten müssen den Fahrer aber nicht interessieren, denn eine überzeugende und dennoch beruhigende Leistungsabgabe erfolgt völlig automatisch und der Logik des Plug-In Hybrid folgend. Dank der technisch bislang einzigartigen Umsetzung mit zwei E-Motoren an den Achsen, spurtet der Plug-In Hybrid ansatzlos nach vorne. Nein, ein Sportwagen ist er nicht – aber gefühlt bleibt er ein SUV der durch Leichtigkeit beim Antritt überzeugt. Dabei blendet die akustische Ruhe die Umgebung aus, erst bei gesteigerter Last-Anforderung schaltet sich der Benzinmotor ruckfrei hinzu und ändert dann auch das Klangbild des geräumigen SUVs. Bei rein elektrischer Fortbewegung sind 135 km/h die Obergrenze, arbeitet der Verbrenner mit, sind maximal 170 km/h drin.

Im Alltag gilt es die vielen Möglichkeiten zu entdecken, die der Outlander bietet. So sind die Lenkrad-Paddles nicht etwa zum Schalten da, sondern zum Wählen der Rekuperationsleistung. In der Einstellung „0“ wird praktisch gar kein Bremsmoment aufgebaut, während in „5“ maximale Energierückgewinnung mit entsprechender Verzögerung angesagt ist. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit dem Verbrenner die Batterie wieder aufzuladen, wenn man etwa trotz leeren Akkus am Ende der Fahrt die letzten Kilometer im Wohngebiet elektrisch zurücklegen will.

Wirklich überraschend ist, dass Mitsubishi das aufwendige System und den günstigen Preis nicht über eine bescheidene Ausstattung erkauft. Tatsächlich ist die „Basis“ genannte Ausführung mit Klimaautomatik, 18-Zoll-LM´s, DAB-Empfang, Licht und Regensensor, Rückfahrkamera und einigem mehr ausgestattet. Über „Plus“ (Bi-LED´s, beheizbares Lenkrad, Einparkhilfe vorn und hinten, diverse Assistenten) geht es zum Spitzenmodell „Top“ mit elektrischem Fahrersitz, Leder, Glasschiebedach und weiteren Assistenzsystemen. Beim Navi setzt Mitsubishi auf das Smartphone der Besitzer, nur in der höchsten Stufe kann man ein festes System für 600 Euro dazu buchen.

Zum feinen Innenraum des Outlander PHV passt das moderat überarbeite Äußere des Fahrzeuges extrem gut. Dank einer dezenten Weiterentwicklung mit retuschierten Stoßfängern, einem vollwertigen LED-Licht an der Front und der klassen-typischen SUV-Form bleiben optisch keine Fragen offen. Der Wagen wirkt insgesamt wie aus einem Guss und vermittelt dennoch genau die Form von Vorsprung durch Technik und Modernität, die auf der technischen Seite des Fahrzeuges erreicht wird.

Der Plug-in Hybrid Outlander hat im neuen Modelljahr 2019 eine große Aufgabe: Er soll und muss den Erfolg seines Vorgänger fortführen, dass im dies gelingt, daran zweifelt der Autor dieses Textes jedoch nicht im geringsten. Denn ein Fortschrittlicheres SUV in dieser Klasse, gibt es bislang nicht.

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid – Technische Daten:

  • Fünftüriges, fünfsitziges Mittelklasse-SUV, Länge: 4,70 Meter, Breite: 1,80 Meter (mit Außenspiegeln: 2,12 Meter), Höhe: 1,71 Meter, Radstand: 2,67 Meter, Kofferraumvolumen: 463 bis 1.602 Liter
  • 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner, 99 kW/135 PS, maximales Drehmoment: 211 Nm bei 4.500 U/min, eine Übersetzungsstufe, zwei Elektromotoren, vorn: 60 kW/82 PS/137 Nm, hinten: 70 kW/95 PS/195 Nm,
  • 0-100 km/h: 10,5 s, Vmax: 170 km/h (im elektrischen Betrieb: 135 km/h), Durchschnittsverbrauch: 1,8 Liter/100 Kilometer + 14,8 kWh/100 Kilometer, elektrische Reichweite: 54 km (WLTP: 57 km), CO2-Ausstoß: 40 g/km, Abgasnorm: Euro 6-d-temp, Effizienzklasse: A+

Preis: ab 37.990 Euro – Preis nach Abzug von Mitsubishi-Elektromobilitätbonus (6.500 Euro) + Umweltbonus (1.500 Euro) ab 29.990 Euro

Fahrbericht: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid 2019

Der Outlander ist in der Plug-in-Version ein echter Erfolg, über 130.000 Einheiten hat Mitsubishi weltweit schon verkauft. Für das neue Modelljahr haben die Japaner das SUV technisch gründlich überarbeitet und innen deutlich verfeinert. Die eigentliche Sensation ist aber der Preis.

Ein echtes Mittelklasse-SUV als Plug-in-Hybrid (PHV) für unter 30.000 Euro? Das fragt Mitsubishi in seinem Outlander-Prospekt rein rhetorisch, denn die Antwort ist natürlich klar: Die Japaner bieten ihr großes SUV im neuen Modelljahr 2019 tatsächlich für 29.990 Euro an, nachdem vom eigentlichen Basispreis (37.990 Euro) 6.500 Euro Prämie von Mitsubishi und 1.500 Euro Umweltprämie abgezogen worden sind. Fahren wir jetzt also ein echtes Schnäppchen oder ist der PHV nur ein Blender?

Der Outlander ist in der Plug-in-Variante schon seit fünf Jahren im Handel und laut Mitsubishi sowohl europa- wie auch weltweit das meistverkaufte SUV mit einem solchen Antrieb. Zum neuen Modelljahr stand nun die erste große Überarbeitung an. Und hier haben sich die Ingenieure nicht lumpen lassen. Der Benzinmotor ist sogar völlig neu, der Hubraum beträgt nun 2,4 statt 2,0 Liter, Leistung (+14 PS) und Drehmoment (+21 Nm) wurden angehoben. Zusammen mit den beiden Elektromotoren vorn (60 kW/82 PS) und hinten (70 kW/95 PS, +13 PS) ergibt sich ein elektrischer Allradantrieb und eine Systemleistung von 161 kW/220 PS.

Das System ist ausgereift und sorgt für eine souveräne Fortbewegung des immerhin zwei Tonnen schweren Fahrzeugs. Überzeugend fällt auch die rein elektrische Reichweite aus, die nach NEFZ-Verbrauchszyklus 54 und nach der neuen WLTP-Messung 45 Kilometer beträgt. Die Batteriekapazität wurde auf für einen PHV üppige 13,8 kWh angehoben, sie ist an einer Schnell-Ladestation nach 25 Minuten geladen, an einer Haushaltssteckdose dauert es 5,5 Stunden. Mitsubishi gewährt auf die Lithium-Ionen-Batterie übrigens eine Garantie von acht Jahren (bis 160.000 Kilometer).

Über ein Getriebe verfügt der Outlander PHV nicht, der Benziner wird per Kupplung zugeschaltet und ist dann über eine große Übersetzung an die Räder gebunden. Bei geringen Geschwindigkeiten fährt der Japaner immer elektrisch. Das alles muss den Fahrer aber nicht interessieren, denn das große Fahrzeug beschleunigt SUV-typisch geschmeidig und bleibt natürlich bis zum Einschalten des Ottomotors auch leise. Richtig schnell kann man mit dem Fünfsitzer sowieso nicht fahren, bei rein elektrischer Fortbewegung ist bei 135 km/h Schluss, arbeitet der Verbrenner mit, sind maximale 170 km/h drin.

Aber hohes Tempo und lange Fahrten sind weder die Domäne des Mitsubishi, noch ist das für ein PHV sinnvoll. Denn ist die Batterie leer, steigt der Verbrauch des durch den Doppelantrieb vergleichsweise schweren Fahrzeugs schnell in zweistellige Dimensionen. Im Alltag gilt es vielmehr, die vielen Möglichkeiten zu entdecken, die der Outlander bietet. So sind die Lenkrad-Paddles nicht etwa zum Schalten da, sondern zum Wählen der Rekuperationsleistung. In der Einstellung „0“ wird praktisch gar kein Bremsmoment aufgebaut, während in „5“ maximale Energierückgewinnung mit entsprechender Verzögerung angesagt ist. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit dem Verbrenner die Batterie wieder aufzuladen, wenn man etwa trotz leeren Akkus am Ende der Fahrt die letzten Kilometer im Wohngebiet elektrisch zurücklegen will. Über zwei Steckdosen lässt sich zudem jederzeit komfortabel Strom entnehmen.

Wirklich überraschend ist, dass Mitsubishi das aufwendige System und den günstigen Preis nicht über eine bescheidene Ausstattung erkauft. Tatsächlich ist die „Basis“ genannte Ausführung mit Klimaautomatik, 18-Zoll-LM´s, DAB-Empfang, Licht und Regensensor, Rückfahrkamera und einigem mehr ausgestattet. Über „Plus“ (Bi-LED´s, beheizbares Lenkrad, Einparkhilfe vorn und hinten, diverse Assistenten) geht es zum Spitzenmodell „Top“ mit elektrischem Fahrersitz, Leder, Glasschiebedach und weiteren Assistenzsystemen. Beim Navi setzt Mitsubishi auf das Smartphone der Besitzer, nur in der höchsten Stufe kann man ein festes System für 600 Euro dazu buchen.

Zum feinen Innenraum des Outlander PHV passt allerdings das Außendesign weniger gut. Der Wagen wirkt insgesamt, vor allem von hinten und in der Seitenansicht, arg konservativ; vorne zeigt man mit dem typischen Markengesicht (Dynamic Shield) zwar mehr Flagge, richtig überzeugen kann die hier etwas zerklüftete Optik aber auch nicht.

Das ist dann aber auch eine der wenigen Schwächen des Fahrzeugs. Wer ein großes SUV mit Plug-in-Technik sucht und dazu einen günstigen Preis, kommt derzeit am Outlander kaum vorbei. Die für nächstes Jahr von Marketing-Chef Christian Andersen in Deutschland anvisierten 3.000 Einheiten, erscheinen daher als ein mindestens realistisch, vielleicht sogar als zu bescheiden formuliertes Ziel.

Peter Eck/SP-X

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid – Technische Daten:

  1. Fünftüriges, fünfsitziges Mittelklasse-SUV, Länge: 4,70 Meter, Breite: 1,80 Meter (mit Außenspiegeln: 2,12 Meter), Höhe: 1,71 Meter, Radstand: 2,67 Meter, Kofferraumvolumen: 463 bis 1.602 Liter
  2. 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner, 99 kW/135 PS, maximales Drehmoment: 211 Nm bei 4.500 U/min, eine Übersetzungsstufe, zwei Elektromotoren, vorn: 60 kW/82 PS/137 Nm, hinten: 70 kW/95 PS/195 Nn, Systemleistung: 161 kW/220 PS, elektrischer Allradantrieb, 0-100 km/h: 10,5 s, Vmax: 170 km/h (im elektrischen Betrieb: 135 km/h), Durchschnittsverbrauch: 1,8 Liter/100 Kilometer + 14,8 kWh/100 Kilometer, elektrische Reichweite: 54 km (WLTP: 45 km), CO2-Ausstoß: 40 g/km, Abgasnorm: Euro 6-d-temp, Effizienzklasse: A+

Preis: ab 37.990 Euro

Preis nach Abzug von Mitsubishi-Elektromobilitätbonus (6.500 Euro) + Umweltbonus (1.500 Euro) ab 29.990 Euro

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid – Kurzcharakteristik:

  • Warum: für die außergewöhnliche Technik fairer Preis; gute elektrische Reichweite
  • Warum nicht: sehr konservative Optik; für Vielfahrer – wie alle PHV – wenig geeignet
  • Was sonst: einen PHV-SUV in dieser Klasse gibt es sonst nur bei Lexus (NX) und Volvo (XC60)
  • Wann kommt er: Anfang September

Fahrbericht: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

Rein äußerlich betrachtet, hat sich der Outlander PHEV zum Modelljahr 2019 nur moderat verändert. Unter dem Blech aber haben die Ingenieure unter anderem den Hubraum des Verbrenners erhöht.

SP-X/Marseille. Wenngleich die Optik des konservativ und unauffällig gezeichneten Mitsubishi Outlander etwas anderes suggeriert: Der Allrounder mit kombiniertem Elektro- und Benzin-Antrieb, der im September überarbeitet auf den Markt kommt, ist kein gewöhnlicher Hybrid. Das beginnt schon damit, dass der Hersteller für sein mutmaßlich knapp unter 40.000 Euro (genaue Preise gibt es noch nicht) rangierendes Mittelklasse-SUV keine Systemleistung angibt.

Die Power des Verbrenners, dessen Hubraum die Ingenieure zum neuen Modelljahr von 2 auf 2,4 Liter erhöht haben und der jetzt in der Teillast nach dem effizienten Atkinson-Prinzip arbeitet, ist mit 99 kW/135 PS angegeben. Doch der Benziner arbeitet bis etwa 70 km/h ausschließlich als Generator, während die beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit 60 kW/82 PS und 70 kW/95 PS Leistung (195 Nm Drehmoment) den Antrieb übernehmen. Demnach fährt der Outlander im unteren Geschwindigkeitslevel immer elektrisch, schließlich verfügt er über kein Getriebe. Der Benziner kann per Kupplung getrennt und zugeschaltet werden und ist dann quasi starr an die Räder gebunden, mit einem großen Übersetzungswert, der in etwa dem sechsten Gang eines konventionellen Getriebes entspricht.  Beschleunigt man auf Landstraßentempo oder schneller, wechselt der jetzt im Wirkungsgrad verbesserte Vierzylinder in den Antriebsmodus und hilft dabei, an Geschwindigkeit zuzulegen.

Äußerlich trägt der Outlander weiter sein eher unauffälliges Blechkleid

Zusätzlich kann die jetzt 13,8 kWh fassende, zellerneuerte Lithium-Ionen-Batterie von außen binnen vier Stunden (bei 230 V/16A) aufgeladen werden und reicht für 45 Kilometer Fahrt nach WLTP-Messung. Statt 125 sind jetzt bei elektrischer Fahrt maximal 135 km/h drin. Wer also stets kann, fährt äußerst benzinarm. Den kombinierten WLTP-Verbrauch beziffert Mitsubishi mit zwei Litern je 100 Kilometer.

Doch genug der Theorie, jetzt wird losgefahren. Dass der Japaner geschmeidig anzieht, liegt auf der Hand. Die E-Motoren starten lautlos, und wenn die Traktionsbatterie geladen ist, bleibt der Verbrenner zunächst angenehm stumm. Das ändert sich, wenn man die volle Leistung abruft und in höhere Geschwindigkeits-Sphären eindringt. Jetzt kann man schön an der Grafik im Zentraldisplay sehen, dass der Vierzylinder beim Antrieb hilft. Der klinkt sich ruckfrei in den Strang, tendiert aber zu hohen Drehzahlen, wenn man den Gasfuß nicht im Griff hat. Daran müssen sich die meisten europäischen Kunden erst gewöhnen.

Zusätzlich ist der Elektromotor an der Hinterachse um zehn Prozent leistungsstärker geworden

Klar wird rasch, dass Mitsubishi den Outlander Hybrid nicht unbedingt als Öko-Mobil, jedoch als komfortablen Gleiter verstanden wissen möchte. Mit seinen zehneinhalb Sekunden Standardsprint von null auf Tempo 100 fährt der 1,9-Tonner keineswegs phlegmatisch, aber auch nicht sportlich. Dafür wiegt das Fahrwerk seine Passagiere sanft, wenn der Straßenzustand nachlässt. Mit den Paddles am Lenkrad greift man nicht etwa in die Schaltstrategie ein (es gibt ja gar kein Getriebe), sondern wählt die Rekuperationsleistung in fünf Stufen. Bei „0“ wird nach Loslassen des Gaspedals so gut wie gar kein Bremsmoment aufgebaut, während die Stufe 5 dezentes Kopfnicken der übrigen Mitfahrer zur Folge haben kann. Verschiedene Betriebsmodi fördern den Erwachsenen-Spieltrieb. So kann man den Verbrenner per Knopfdruck dazu veranlassen, die Batterie wieder aufzuladen. Das macht zwar energetisch wenig Sinn, stellt aber die Möglichkeit in Aussicht, das letzte Stück vor der Ankunft lautlos zu fahren.

Von weitaus größerem praktischen Nutzen kann der Schnee-Modus sein, der die Kraftverteilung unter widrigen Fahrbahnverhältnissen mit der Zielrichtung größtmöglicher Traktion regelt. Unter dem Strich ist der Outlander mit den drei Herzen ein feiner Alleskönner. Er bietet zudem ein durchaus großzügiges Raumangebot für Mensch und Gepäck (453 bis 1.584 Liter) plus eine 35 Liter aufnehmende Unterflur-Cargobox. Allerdings ist der Hybrid-Strang nicht zwingend die richtige Wahl für jedes Fahrprofil. Vor dem Kauf sollte man ruhig noch einmal nachrechnen, ob sich Anschaffungs- und Betriebskosten angesichts der individuellen Jahresfahrleistung lohnen. Schließlich gibt es den Mitsubishi Outlander auch als effizienten Diesel.
(Patrick Broich/SP-X)

  • Mitsubishi Outlander Plugin-Hybrid – Technische Daten:Mittelklasse-SUV, Länge: 4,70 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,71 Meter, Radstand: 2,67 Meter, Kofferraumvolumen: 453 bis 1.584 Liter.2,4-Liter großer Vierzylinder-Benziner mit Atkinson-Betriebsmodus, 99 kW/135 PS, maximales Drehmoment: 211 Nm bei 4.500 U/min, eine Übersetzungsstufe, 2x Elektromotor mit 60 kW/82 PS respektive 70 kW/95 PS, 0-100 km/h: 10,5 s, Vmax: 170 km/h, Durchschnittsverbrauch: 2,0 l (WLTP), CO2-Ausstoß: 45 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+, Preis: noch nicht bekannt, voraussichtlich unter 40.000 Euro.

Mitsubishi Outlander Plugin-Hybrid – Kurzcharakteristik:

Warum: Weil der Outlander eine interessante Technik bietet und recht günstig zu haben ist
Warum nicht: Weil die Betriebskosten am Ende doch nicht in jedem Fall günstig sind, außerdem ist der Antriebsstrang gewöhnungsbedürftig
Was sonst: Hyundai Santa Fe, Nissan X-Trail oder Volkswagen Tiguan Allspace – Hybridantriebe findet man derzeit allerdings nur bei Lexus NX oder Volvo XC 60, die jedoch anspruchsvoller positioniert sind
Wann: September 2018

Ausblick auf Mitsubishi 2019?

Der Einstieg des Renault-Allianz Partners Nissan bei Mitsubishi zum Ende des vergangenen Jahres könnte der aktuellen Modell-Palette der „Diamanten-Marke“ einen positiven Schub verpassen. Während Carlos Ghosn bereits sehr früh verkündete, welche Rolle der Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander in der Zukunft spielt, blieb erst einmal offen, welche Fahrzeug-Konzepte aus dem aktuellen Nissan-Portfolio auch ideal zu Mitsubishi passen könnten. Da der Plug-in Hybrid Outlander als Pionier der PHEV-SUV gilt, darf er auch in der Zukunft Technik-Spender für PHEV-Modelle der Renault-Nissan Allianz sein.

Mitsubishi 2019 – Vier neue für die Marke mit den Diamanten?

mein-auto-blog hat sich derweil mal Gedanken gemacht, welche Modelle schnell und sinnvoll für die Marke mit den Drei Diamanten eine Rolle spielen könnten. Hier die Top 4 der zukünftigen Kooperations-Fahrzeuge.

„Der Mitsubishi Sapporo Z“

Der Sapporo Z wird ein klassischer Sportwagen. Unter seiner Haube ein 3.7 Liter V6 mit gut 330 PS, ein manuelles Sechsgang-Getriebe und Heckantrieb mit Sperrdifferential. Ein sportlicher Diamant für Sportfahrer und Menschen mit Spaß an kraftvollen Dynamikern. Dünne A-Säulen, eine schwungvolle Dachlinie und ein knackiger Hintern sorgen für die richtigen Proportionen

 

„Der Mitsubishi N300“

Ein praktischer Kleinbus mit der Option für den rein elektrischen Antrieb. Bis zu sieben Personen würde der Mitsubishi N300 Platz bieten. Und sowohl mit einem Dieselmotor als auch mit einem reinen E-Antrieb angeboten werden. Ein solider Bus für die große Familie oder den Handwerker. Aber auch ein Stadt-Lieferwagen mit der Möglichkeit zu „Null-Emissionen“ im lokalen Einsatz.

 

„Der Mitsubishi LEaV“

Ein Kompakter in der Golfklasse mit rein elektrischem Antrieb. So kann die Zukunft kommen. Ein Nachfolger für den i-MiEV, das erste in Großserie gefertigte Elektroauto. Genug Platz für 5 Insassen, locker 350 km rein elektrische Reichweite und modernstes Infotainment für die Insassen.

 

„Der Mitsubishi Lancer STH“

Mit der markanten Formensprache der aktuellen Mitsubishi-Modelle, eingeführt mit dem Eclipse Cross, überzeugt der Lancer 2018 in seiner Steilheck-Variante als kraftvoller sportlicher Kompakter. Neue 1.5 Liter Turbomotoren erreichen im Alltag 160 PS, eine Ralliart-Variante erhält einen neu konstruierten 2.0 Liter 16V-Turbo mit 280 PS, Frontantrieb und neu entwickelter Doppelkupplung. Der GTI-Killer erhält im Gegensatz zum gezeigten Modell eine kräftig verbreiterte Spur und eine Allradlenkung.

 

[notification type=“notification_info“ ]Wichtiger Hinweis: Nach dem Tippen des Artikels ist der Autor wieder aufgewacht. Diese von uns mit dem Mitsubishi-Logo verfeinerten Modelle sind weder angekündigt noch erscheint es unbedingt logisch, dass gerade die Modelle auch für Mitsubishi eine Rolle spielen werden![/notification]