Fahrbericht Corvette Cabrio C6

Ich hatte heute (wir schreiben das Jahr 2006), das Vergnügen eine Corvette C6 über 300km zu bewegen.

[Ich entschuldige mich vorab,
300km sind eigentlich nicht fair
gegenüber einem Außenseiter,
aber mehr war damals nicht möglich.]

Zum Fahrzeug:
Corvette C6 Cabrio, Automatik,  2005er Modell.
6l V8 – 404PS und eine Menge Gadgets on Board.

Nun das Schlimmste vorneweg:  Dieses Automatikgetriebe. Eine US – amerikanische Katastrophe. Im Normalmodus vermutlich Gewerkschaftsmitglied und im Sportmodus komplett auf LSD.

Ich hoffe, es liegt nur daran, dass es noch das alte Modell ist.
Die 2006er Modelle  werden jetzt mit einer 6-Gang Automatik ausgeliefert, das von mir gefahrene Modell hatte jedoch eine völlig unbrauchbare 4-Gang Automatik.

Und das, obwohl ich wirklich ein Fan von Automatikgetrieben bin. Was aber diese 4-Gang Box praktiziert hatte, war einfach gruselig. Die Schaltvorgänge unter Last  viel zu hart und zu nervös. Ist man einigermaßen flott unterwegs ist, verdarb die Box durch ständiges Hoch- und Runterschalten auch in unpassenden Augenblicken den Charakter des ganzen Autos.

Innenraum:
Noch mehr Kritik: Was man hier an billigem Plastik geboten bekommt, muss echt erwähnt werden. (Wurde eigentlich Lada von Chevrolet gekauft?) Und dann auch noch schlecht verarbeitet. (Oder sind die Daewoo-Mechaniker im Austausch am US-Fließband?)
Links in der Tür klappert das Lautsprechergitter, in der Mitte die Mittelkonsole und rechts das Handschuhfach.

Verarbeitung allgemein:
Spaltmaß-Fetischisten sollten sich ein anderes Spielzeug suchen.
(Manche Spaltmaße sind so groß, dass man U-Boote darin versenken kann !)

Spielzeug ist dann auch das Thema:
Der Motor. Geil.
Super Elastizität. Drehfreude. Drehmoment. Schöner satter Klang.
Perfekt.

Die Faszination Corvette geht eindeutig vom Motor aus.
6l auf 8 Zylinder verteilt  sind defintiv eine feine Sache.

Dieser wunderbare simple Motor versöhnt mit allem, was man sonst an der Vette aussetzen könnte.  Die ersten Kilometer freut man sich auf jede Stop-and-Go Phase, nur damit das Brabbeln des Motors ungestört die Gehörgänge verwöhnen kann.

Super nervig:
*Piep* Egal was man im Bordcomputer oder in der Mittelkonsole drückt, jeder Schalter wird mit einem *piep* bestätigt.
(Es könnte natürlich sein, dass die Bedienelemente ständig fluchen, weil sie in so übles Plastik gezwängt wurden. Und da Amerika zwar ein freies Land tapferer Männer ist, aber nicht öffentlich geflucht werden darf – daher das Piepen?)

Mehr spielen:
Staus können nicht nur wegen dem schönen sonoren Leerlaufklang des Achtzylinders Spaß machen, nein auch der Spieltrieb wird perfekt befriedigt. Egal, ob HUD einstellen, Reifendruck abrufen  oder das Verdeck auf- und zu machen. Es gibt eine Menge Knöpfe und viel zu entdecken.

Fahrverhalten:
Für Starrachse und Blattfedern:  Beeindruckend!
Die Corvette baut sehr viel Vertrauen auf und bleibt stets klar in ihren Reaktionen. Sie steht natürlich auch nicht auf Mofa-Reifen, sondern hat die Gummis von der Breite eines wohlgenährten Elefantenhintern. Damit ist die rote Vette naturgemäß auf holperigen Straßen nervös, aber dafür umso ruhiger und stabiler, je glatter die Teerbahn ist.
Die Bremsen sind absolut ausreichend, nur ein leichtes Quieken ist zeitweise zu vernehmen. Ob das davon kam, dass die Vette länger stand oder ich zu zimperlich war, das kann ich so heute nicht feststellen.

Kommen wir zu den wichtigsten Alltagstest’s für ein US-Car:
Die Durchfahrt im McDrive gelingt auf Anhieb, die Corvette ist breit, aber übersichtlich. Die Lenkung im Stand auch für 16-jährige zu bedienen.
Negativ: Die Cupholder fassen maximal „eine große Cola“ – keine Supersize-Becher. Aber eventuell gibt es in Amiland andere Cupholder.
Stellt man das Fahrwerk anschließend auf Komfort, sollte man jedoch keine Burger während der Fahrt essen. Das Geschaukel treibt auch den letzten Ketchup-Rest auf die Hose.
(Die verstellbaren Dämpfer kann man sich also getrost sparen!) Auch als Cabrio ist und bleibt die Corvette eher ein Cruiser – übertriebene Sänfte erwartet deswegen trotzdem niemand.

Die BOSE-Soundanlage überzeugt mit fetten Bässen und kräftigen Höhen, auch Lieder, die nicht von Elvis Presley oder den FatBoys stammen, werden anstandslos vom CD-Player abgespielt.

Kofferaum:
Angeblich vorhanden. Ich hab nur eine Ablage für Jacken gefunden.

Mein Fazit:
Geiler Motor.
Gruselige Verarbeitung.
Übles 4-Gang Getriebe.
70.000€ – nicht wert … leider…

Angefahren: Der neue Škoda Octavia

Eine Klasse für mich.

Der neue Škoda Octavia im ersten Fahrbericht

Die große Show überlässt man beim Tschechischen Automobil-Hersteller lieber den anderen, man selbst will einfach nur als „clever“ verstanden werden. Simply clever. Der Slogan der Volkswagen-Tochter beschreibt prägnant die Tugenden der aktuellen Modellpalette.

Fast schon zu groß für die Kompaktwagenklasse

Basierend auf dem MQB des Volkswagen-Konzerns, kann man im neuen Octavia den Tschechischen Zwillings-Bruder des VW Golf sehen – nur in diesem Fall ist der Zwilling auf Anhieb größer, kommt mit einem praktischen Fließheck und wirkt aus jedem Blickwinkel der Kompaktwagenklasse entwachsen.

Wird er den Erfolg der Vorgänger fortführen können?

Mit 3.7 Millionen verkauften Modellen ist der Octavia das Herz der Marke. In 2012 entfielen unglaubliche 44 Prozent auf das Kompaktwagen-Modell mit Mittelklasse-Innenraum. Mit diesen Zahlen wächst aber auch der Druck auf den Nachfolger, erwartet man doch auch hier eine weitere Erfolgsgeschichte.

skoda 014 octavia fahrbericht

 

Pragmatischer Spießbürger oder provokanter Rebell?

Das Design des Octavia ist ganz klar den sachlichen Linien verpflichtet. Sinnlose Schnörkel oder aufdringliche Modegags sucht man an ihm vergeblich. Mit spitzer Feder und kühlem Schick wurde die Silhouette des Octavia gezeichnet – fast erkennt man ein wenig Audi A6 in seinem Gesicht und auch von hinten wirkt der wichtige Kompakte im Sortiment des Tschechischen Automobil-Herstellers edel und elegant. Es gibt viele Autos die wunderschön sind,  dafür aber wenig praktisch im Alltag. Auf der anderen Seite gibt es die Automobile die wirklich praktisch, aber weder elegant noch begehrenswert sind.   Welchen Weg wird die dritte Octavia-Generation gehen?

skoda 015 octavia fahrbericht

 

Mein erster Eindruck

Ja, es gibt einen Grund, weshalb Škoda die Importmarke Nummer 1 in Deutschland ist – das war mein erster Gedanke als ich die dritte Generation Octavia zum ersten Mal auf Fotos sah. Live merkt man dann erst einmal wie groß der Octavia ist. Beinahe unverschämt lang sein Radstand und dank der MQB-Plattform ist der vordere Überhang (-4 cm!) kürzer geworden und der Raum für die Insassen noch einmal gewachsen. Die Octavia-Limousine mag auf den ersten Blick bieder wirken, aber in Wahrheit steht mit dem 5-Türigen Octavia die Limousine vor einem, die man fahren will, wenn man eigentlich einen Kombi braucht, aber so gar nicht auf Kombis steht. Die große Heckklappe und das riesen Raumangebot für die zweite Reihe machen aus dem ehedem kompakten Octavia eine solide Mittelklasse-Limousine – zu einem Preis, unterhalb der Kompaktwagenklasse von Volkswagen.

Die Verarbeitung im Innenraum mag den letzten Schliff des Norddeutschen-Premium-Zwillings vermissen lassen, einen wirklichen Grund zum mäkeln finde ich indes nicht. Alles wirkt wie aus einem Guss, solide, wertig und mit vielen cleveren Details versehen. „Mann, mann, mann. Da wird sich der Golf noch warm anziehen müssen. „

 

Was der Hersteller gesagt hat:

Ein Auto für Kopf und Herz zugleich!

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: 

Das optionale 8-Zoll große Navigations- und Multimediasystem ist in der Verbindung mit den Canton-Lautsprechern (auch optional) eine Wucht. Besonderen Spaß macht die intuitive und flüssige Bedienung des gesamten Systems.

Besonders clever und genial umgesetzt: Die Adaption der Assistenzsysteme. Mit dem optionalen „Spurhalte-Assistenten“ zieht eine Extraportion Sicherheit in den neuen Octavia ein. Diese geschmeidige Regelung und aktive Unterstützung beim korrekten Spur halten habe ich bislang in keinem anderen Fahrzeug so optimal umgesetzt erlebt. Das erste Mal, dass ich mich von einem Assistenzsystem nicht bevormundet vorkam.

In seiner Regelarbeit ebenso elegant und zuvorkommend, der neue adaptive Tempomat und Abstandswarner. Großes Kino.

Die Federung in der von mir gefahrenen 180 PS Turbo-Benziner-Variante und dem 150 PS-Diesel ist ausgewogen und eher komfortabel abgestimmt, umso überraschender empfand ich die freudig direkt agierenden Servolenkung. Das Zusammenspiel zwischen Fahrer und den automobilen Schnittstellen Lenkrad und Gaspedal lässt sich zudem über einen „Fahrprofil-Schalter“ anpassen.

Octavia skoda kofferraum

Was kann er besser als seine Mitbewerber?

Kein anderer Hersteller bietet im Segment der Kompaktwagen mehr Freiraum, kombiniert mit einem derart attraktiven Preis- /Wert-Verhältnis.  Der Octavia nervt seine Fahrer zudem nicht durch Bevormundung, auch wenn er alle notwendigen Sicherheits- und Assistenzsysteme an Board hat. Es zieht sich wirklich wie ein roter Faden durch das gesamte Fahrzeug, die Tschechen meinen es ernst mit „simply clever“.

skoda 016 octavia fahrbericht

Worin sind die Mitbewerber besser?

Es gibt anderswo mehr Premium und mehr „bling-bling“ – aber, Hand auf das Herz: Wird das Auto, das Fahrerlebnis oder der Alltag dadurch wirklich besser? Vermutlich nein.

Was mir gefehlt hat, sind adaptive Stoßdämpfer bereits zur Markteinführung um die Möglichkeit zur „Fahrprofil-Wahl“ noch ein wenig schlüssiger werden zu lassen. Und sonst?

Die Tschechen machen es einem schwer, den Octavia zu kritisieren – da habe ich andere Hersteller erlebt, die mir das leichter gemacht haben!

 

Faktenlage:

  • Den neuen Octavia gibt es bereits ab 15.990 €. Es gibt nur aktuelle Turbo-Direkteinspritzmotoren im Octavia. Die Leistung reicht bei den Benzinern von 86 PS bis hin zu 180 PS. Bei den Dieselmotoren wird der Bereich von 105 PS bis 150 PS abgedeckt. Škoda bietet sowohl manuelle Getriebeversionen an, als auch moderne Direktschaltgetriebe. Kritikpunkt hier: Der „kleine“ 1.2 TSI mit 86 PS und der kleine 105 PS TDI bekamen nur ein 5-Gang Getriebe.
  • Angeboten werden erneut drei Ausstattungslinien: Active, Ambition und Elegance.
  • Minimal-Verbrauch im Octavia 1.6 TDI GreenLine beträgt 3.4 Liter Diesel auf 100 Kilometer.
  • Clevere Detaillösungen. (Darüber später mehr!)

Fazit – Škoda Octavia – Der Neue!

„Meer“ gutes Auto bekommt man nirgendwo für sein Geld – nicht im Augenblick und nicht dass ich davon etwas wüsste. Der Octavia wirkt erwachsen und bieder auf den ersten Blick – aber er bleibt erwachsen nach der ersten Fahrt, von biederem Spießbürgertum am Ende jedoch keine Rede mehr. Clevere Ideen, viel Platz und faire Preise machen aus dem Octavia viel mehr als einen „Achtungs-Erfolg“.

 

P.S.: „Meer“ und „Achtungs-Erfolg“? Folgt doch einfach den dahinterstehenden Links und ihr versteht das jeweilige Wortspiel.

 

MBRT13 – Designcenter Mercedes-Benz Carlsbad

In einem unscheinbares Gebäude in einem beliebigen Industriegebiet innerhalb der kleinen US-Stadt Carlsbad, pflegt man „a feel for design“ und arbeitet unter anderem an der Design-Zukunft der Marke Mercedes-Benz. Für uns stellte es zugleich den Startpunkt des „Guarding the E-Class“ Roadtrips dar.

Mercedes-Benz Advanced Design Center Carlsbad

Bereits seit 1990 existiert das Advanced Design Studio in Kalifornien und ist mittlerweile eines von fünf Studios in denen Designer der Marke Mercedes-Benz die Trends und den Geschmack der Zukunft finden und treffen wollen.

Noch bevor wir unsere Fahrzeuge für den „mbrt13-Roadtrip“ in Empfang nehmen konnten, durften wir in die heiligsten Hallen des Design-Studio eintreten und trafen auf die Automobile-Welt von morgen, oder übermorgen?

Auf diesem Bild versteckt, die neue E-Klasse. Und Idee für die Zukunft mit Stern.

Man muss sich vorstellen, in diesen heiligen Hallen entstehen Prototypen die erst viel später – wenn überhaupt – das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden und wir konnten frei durch diese Räume wandern. Neben den L.A. Autoshow Design Award Teilnehmer dem ENER-G-FORCE gab es vom Leiter des Studios einige aufschlussreiche Worte zu den Fragen, wie man „Automobil-Design“ eigentlich entwickelt. Welcher Kreativ-Prozess hinter den neuen Ideen steckt und weshalb man auch völlig abgedrehte Studien braucht, auch wenn diese niemals produziert werden.

Ich fragte mich, ob es nicht manchmal frustrierend sei, wenn mann als Designer mit den abgefahrenen Studien um die Ecke kommt und wenn man dann sieht, was danach in der Serien-Fertigung übrig bleibt und stellte diese Frage auch später im Verlauf an den Design-Chef von Mercedes-Benz, Gordon Wagoner. Am schmunzeln im Gesicht konnte ich durchaus ablesen – auch einem Designer fallen die Kompromisse während dem Entwicklungsprozess von neuen Autos nicht wirklich leicht.

Besonders interessant: Die Lichtgestaltung, sowohl im G-Wagon Concept als auch bei der unter einem Seidentuch versteckten E-Klasse
Besonders interessant: Die Lichtgestaltung, sowohl im G-Wagon Concept als auch bei der unter einem Seidentuch versteckten E-Klasse

Was ich für mich aus diesem Besuch mit genommen habe, ist nicht nur der Schlüssel für einen E550 Convertible mit dem ich am folgenden Tag zusammen mit Heike zum RoadTrip gestartet bin, nein – es war diese Kreative-Lust die man im gesamten Gebäude gespürt hat.

Es herrschte dort so etwas wie eine Aura der Kreativität. 

 

 

Aston Martin Rapide S

Ich finde für viele Adjektive der deutschen Sprache ganz leicht das automobile Gegenstück.  So ist das automobile Gegenstück für „langweilig“ zum Beispiel ganz klar eine dunkelblaue Business-Limousine vom Schlage eines BMW 520i. Für das Adjektiv „grauenvoll“ gibt es ganz klar das automobile Gegenstück aus dem Hause Fiat, den Multipla.

Geht es um Wörter wie „geil“ dann gibt es wenige Marken, deren gesamte Modellpalette diesen Anspruch erfüllen – ganz sicher aber im Wortsinne „geil“ sind die Fahrzeuge aus dem Stall von Aston Martin. Die Steigerung von geil erfolgt durch den Komperativ: „geiler“ und dem Superlativ:  „geilsten“.

Das Automobile Superlativ im Bereich der Viertürigen-Limousinen im Bezug auf das Adjektiv „geil“ ist somit der neue :

Aston Martin Rapide S

Aston Martin verweist stolz auf die 17 Prozent Mehrleistung, die zu „geilen“ 558 PS führt und dem aggressiven neuen Look Rechenschaft leistet.  Ausgewogen und wunderschön soll er sein, die überarbeitete Variante des Viertürigen Rapide. Den neuen und nun noch markanteren Kühlergrill nennen die Aston Martin Verantwortlichen einen „Full Kühlergrill“ und in der Tat, die Frontansicht wird maximal vom großen Grill mit seinen acht verchromten Spangen geprägt.

Der elegant auslaufende Heckdeckel wird nun durch eine noch prägnanteren Abrisskante geprägt und mit diesem neuen Flip wird nicht nur die stilistische Sprache der Performance-Gewalt verstärkt, sondern auch der Auftrieb bei hohen Geschwindigkeiten minimiert.

Eine Atemberaubende viertürige Luxus-Sportlimousine mit dem Anspruch an sportliche Höchstleistungen. Das Leistungsplus von 81 PS pusht den Antrieb auf ein Maximum von 558 PS bei 6.750 Umdrehungen. Das Drehmoment liegt nun bei 620 Nm und wurde im gesamten Drehzahlbereich fülliger.

Mit der neuen motorischen Potenz fällt die Beschleunigung des Rapide S nun im Standarsprint auf 100, unter die magische 5-Sekunden Marke. Die Höchstgeschwindigkeit steigt dafür auf über 306 km/h an.

Im Radio - DRadio Wissen

Mein erstes Mal: Im Radio

Es war für mich überraschend, aber nicht minder erfreulich. Die eMail von Konstantin Zurawski vor 10 Tagen in der ich gefragt wurde, ob ich generell Interesse hätte, eine Stunde im Radio zu einem „Online-Talk“ zur Verfügung zu stehen.

Rampensau goes Radio

DRadio Wissen war mir, ich muss es gestehen – nicht wirklich geläufig. Höre ich doch wenn ich Radio höre, zumeist SWR3 und wenn ich im Auto unterwegs bin, eher meine Playlist oder ein Hörbuch.  Also musste ich mich über die Homepage von DRadio erst einmal über das Programm kundig machen.

DRadio Wissen

Es stellte sich heraus, hier geht es nicht wirklich um ein populär typisches Radioprogramm „on the air“ sprich im UKW-Bereich, sondern um einen Digital-Radio Kanal, der über DAB ausgestrahlt wird und vor allem dadurch glänzt, dass man die Inhalte nicht nur live am PC hören kann, sondern auch später als MP3-Stream oder als Podcast abrufen kann.

Da zerbrachen meine Träume von der plötzlichen Radio-Karriere, dachte ich doch zuerst an das Millionen-Publikum einer Live-Sendung im öffentlich rechtlichen Rundfunk –  aber,  egal :).  Der Moderator Konstantin machte bereits per Telefongespräch vorab, einen freundlichen und interessierten Eindruck und konnte dann im persönlichen Kontakt vor Ort auch durch seine sympathische Art überzeugen. Zusammen mit dem nicht weniger interessiert wirkenden Kollegen Sebastian Sonntag hatte ich dann gestern eine extrem kurzweilige Stunde zwischen 11 und 12 Uhr im Studio vor Ort in Köln. Selten kamen mir 60 Minuten derart verkürzt vor und auch wenn ich um 11.01 Uhr noch ein wenig nervös war, die beiden Moderatoren gingen erfreulich locker mit mir und meinem Thema um. Am Ende – 11:59 Uhr fühlte ich mich gerade einmal warm gelaufen, aber da war die Sendung dann leider bereits wieder vorbei.

Bitte Ruhe - Sendung Radio

Wie war es im Radio?

Wie immer fühlt man sich vor allem ein wenig „ge-Bauch pinselt“ wenn sich Dritte für das eigene Thema interessieren – am Ende war es ein super lockerer Plausch, bei dem man fast vergaß, dass alles auch live im DAB-Radio zu hören war. Mensch – wenn meine Oma das noch mitbekommen hätte. Ihr Enkel live im Radio.

Mir hat es viel Spaß gemacht und wer wissen will, was ich im Radio zu erzählen hatte, der kann sich den Podcast von der Webseite herunterladen:

  • DRadio Wissen Podcast: „Über Autos schreiben“
  • DRadio Wissen Livestream: „Über Autos schreiben“

Happy Birthday – Dirty Harry

31.Mai  – Der Geburtstag von Clint Eastwood!

Happy Birthday – Clint Eastwood

Clint Eastwood - 82 Jahre alt - Bildquelle: dpa

Der ehemalige Bürgermeister einer Kleinstadt, ist einer meiner größten Hollywood-Helden. Filme wie „Ein Fremder ohne Namen“, „Flucht von Alcatraz“, „Honkytonk Man“, „Perfect World“, aber auch „Space Cowboys“ – haben ihnen bereits zu Lebzeiten zu einer Schauspieler-Legende werden lassen. Nicht jedem ist bewusst, Clint Eastwood ist nicht nur Schauspieler, Ex-Bürgermeister und Schwimmlehrer, sondern in vielen Fällen auch der Regisseur der Filme in denen er mitspielt.

So hat er unter anderem den Kino-Hit vom letzten Jahr „J.Edgar“ als Regisseur zu verantworten und als Komponist – und als Produzent. Clint Eastwood ist ein Mann der Taten, ein Leinwand-Held und ein Schauspieler, der mir in allen seinen Rollen wirklich gut gefallen hat.

1930 in San Francisco geboren, wird Dirty Harry heute 82 Jahre alt – und hoffe inständig für ihn, das erst die Erste Halbzeit vorüber ist.

 

Für alle, die wie ich, nie genug von seinen Filmen und Sprüchen bekommen können – hier der ultimative Clint Eastwood Sprüche-Zusammenschnitt:

 

Herzlichen Glückwunsch   –

und nun zur Frage, um die es auf diesem Blog natürlich auch gehen muss, welches Auto passt zu einem Mann wie Clint Eastwood?  Nicht zuletzt dank der grandiosen SuperBowl-Werbung, denken wir natürlich sofort an einen Chrysler. Aber das kann nur ein Chrysler aus der goldenen Zeit der US-Autobauer sein – ganz sicher kein aktueller Chrysler.

Ein Gran Torino? 

Sein charismatischer Mitspieler aus dem Film mit dem gleichen Namen? Nein. Viel zu groß, zu schwer. Es müsste eine Auto  sein, zäh, sportlich, drahtig – zuverlässig und zugleich mit einer harten äußeren Schale, aber herzlichen inneren Werten.

Gibt es so etwas? Habt Ihr eine Idee für mich?

Ich VOLT mehr! – Fahrbericht HONDA CR-Z

“Ich Volt mehr!”

Erinnern Sie sich noch daran, was Sie 1987 für ein Auto gefahren sind?
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1987 brachte der japanische Hersteller HONDA die bereits 2.te Generation seines CRX (ED9) auf den deutschen Markt. Es war eines dieser Autos die einem Hersteller in meiner Erinnerung ein Bild gaben. Der CRX war klein, handlich, leicht und dank seines mindestens 80kW starken 1.6l Motors flott unterwegs.
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Persönlich erinnere ich mich gerne an einen Kollegen beim Bund – das war 1995 – dieser hatte einen CRX (EE8) mit VTEC Technik, dessen  Motor leistete beeindruckende 150PS bei kurz unter 8.000 Umdrehungen.  Ein drehzahlgeiler kompakter Zweitürer  mit einem nicht besonders großzügigen Grenzbereich.  Davon konnte ich mich damals selbst überzeugen, als ich auf flotter Ausfahrt plötzlich rückwärts in einer Hofausfahrt stand. Aber es ist alles gut gegangen.
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Meine Erinnerungen an HONDA sind daher neben dem Kultsportler NSX, vor allem positive an den kleinen CRX mit seinem wütend drehenden Motor.
Das ist 15 Jahre her, neben Ölpreis-Schocks, Verteilungskriegen und Umweltschutz hat sich auch im Automobil-Bau viel getan.
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Elektromobile zur Schonung unserer Öl-Ressourcen blinzeln bereits am Horizont mit ihren LED-Tagfahrlichtern.
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Hybride Automobile avancieren von einer Mode-Erscheinung zu einer stabil wachsenden Größe in den Zulassungszahlen.
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Nach dem primär in den USA erfolgreichen Prius, verkauft nun nicht mehr nur Toyota (Lexus) das grüne Autofahrergewissen in Form einen “hybriden” Automobils.
Bisher waren Hybrid-Automobile primär ein grünes Feigenblatt auf der Seele des automobilen Lasters.
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Nun kommt HONDA und stellt uns den legitimen Nachfolger des Kompaktsportlers HONDA CRX auf den Hof.
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Vorhang auf:

Der HONDA CR-Z.

Der erste MildHybrid mit 6-Gang Handschaltung.


Der HONDA CR-Z ist der erste Sport-Hybrid der nicht mit einem Automatik-Getriebe sondern mit der bei sportlichen Autofahrern noch immer beliebten Handschaltung ausgeliefert wird.
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Im Fall des CR-Z ist dies eine knackig zu schaltende, mit kurzen Schaltwegen Freude bereitende 6-Gang Box.
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HONDA Deutschland stellte uns einen Testwagen in der GT-Variante mit umfangreichem Ausstattungspaket zur Verfügung.
Xenon-Licht und LED Tagfahrlicht
Xenon-Licht und LED Tagfahrlicht
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In der getesteten Variante hatte der kleine Hybridsportler einen UVP von 29.270,–€.
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Zugegeben: Viel Geld für ein 4m langes, 2 sitziges  Coupe.
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Eigentlich und so steht es im Fahrzeugschein, ist der CR-Z ein sogenannter 2+2 Sitzer. Er ist zugelassen für den Transport von 4 Personen.
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Soweit die Theorie.
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In der Praxis konnten wir nicht einmal unseren Terrier dazu bewegen auf der Rücksitzbank Platz zu nehmen.
Die 2 Sitzkuhlen in der zweiten Reihe sind eher geeignet kleines Handgepäck zu transportieren als menschliche Zweibeiner. Mit Ausnahme von Kleinstkindern in montierbaren Kindersitzen.
Honda CR-Z Die Nase im Detail
Der Testwagen hatte zu seinem Basispreis von 24.990,–€  u.a. noch so angenehme Extras wie eine DVD-Navigation mit Touchscreen (2.200,–€), Ledersitze für die erste Sitzreihe (900,–€) und ein großes Panoramadach (700,–€) zu bieten.
Wie üblich bei den asiatischen Modellen war der Serienumfang mit solch feinen Zutaten wie u.a.:
  • 4 Airbags
  • Nebelscheinwerfer
  • LED Tagfahrlicht
  • Stabilisierungsprogramm (ähnlich ESP)
  • Einparkhilfe hinten
  • Ambientebeleuchtung
  • Tempomat
  • Klimaanlage
  • Lederlenkrad und Alu-Schaltknauf
  • Sitzheizung
  • Licht- und Regensensor
  • Xenon-Licht
ab Werk in der GT- Variante bereits großzügig ausgefallen.
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Leider auch “typisch” japanisch ist die Innenraumanmutung. Der spröde Charme der 80er in grober Hartplastikform hat sich mittlerweile verflüchtigt, aber weder Haptik noch Optik sind in der Klasse von Audi oder Volkswagen angesiedelt.
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Dafür sorgt HONDA mit einem sog. 3D-Tacho und vielen zusätzlichen digitalen Anzeigen für einen hohen Unterhaltungswert im Cockpit.
Gewöhnungsbedürftig ist die Anordnung der vielen Schalter und Knöpfchen.
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Insbesondere das Navigationssystem mit der Grafikleistung eines AMIGA 128 verwirrt mit vielen Tasten und nicht immer durchgängiger Logik.  Diametral zur Grafikleistung des Navigationssystemes, übereifert die Cockpitbeleuchtung mit wechselnden Farben in Abhängigkeit zum Fahrstil.
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Hat man sich jedoch einmal mit der Bedienung vertraut gemacht, stellt man fest, die Ergonomie im Cockpit ist dank der bequemen Stühle in der erste Reihe und des verstellbaren Lenkrades bestens geeignet für lange Strecken oder die sportliche Kurvenhatz.
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Und hat man sich daran gewöhnt, daß man nur “sparsam” unterwegs ist wenn die Cockpitbeleuchtung um den Tacho herum grün leuchtet, so empfindet man den Farbwechsel in das Blaue als leicht nutzbaren Hinweis auf den gerade angewandten Bleifuss.
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Die sportliche Kurvenhatz und entspannte Strecken Überland waren dann auch das primäre Testfeld des CR-Z während seines Aufenthaltes bei uns.

Besonders angenehm aufgefallen ist die völlig unspektakuläre und harmonische Zusammenarbeit des 1.5l Benzinmotors mit dem 14PS starken Elektromotor. Gemeinsam sorgen beide für ein Drehmoment von 174Nm bereits zwischen 1.000 und 1.500 Umdrehungen.
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So gerüstet lässt es sich entspannt in der Stadt im 5.Gang cruisen und Überland ist der 6.te Gang eine gute Wahl – so lange man nicht überholen will.
So entspannend das gemeinsame Drehmoment beider Antriebseinheiten im unteren Drehzahlbereich das Fahren gestaltet, so sehr enttäuscht der kleine 1.5l 4 Zylinder bei hohen Drehzahlen.
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Um den breit möglichsten Spagat zwischen Mr. Jekyll und Mr. Hyde zu schaffen, dem ergonomischen cruisen und der sportlichen Landstraßen-Hatz,
hat HONDA dem CR-Z Piloten Wahlmöglichkeiten geschaffen. “ECON -NORMAL – SPORT”. Links vom Lenkrad stehen die Tasten mit den entsprechenden Aufschriften zur Wahl.
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Gestartet wird üblicherweise im Normalmodus (was sich über den Bordcomputer jedoch programmieren lässt). Der ECON-Modus packt das Gaspedal in einen gefühlten Wattebausch und man muss deutlich energischer zudrücken.
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Die Fahrmodi-Auswahl beeinflusst nicht nur die Kennlinie von Lenkung und Gaspedal, sondern auch die Art- und Weise des Zusammenspiels zwischen Elektromotor und Benzinmotor.
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Der ECON-Modus ist eine Art “Ruhigstellung” des Fahrers.
Wohingegen der SPORT-Modus nicht nur die Cockpitbeleuchtung in grelles rot färbt, sondern mit aggressiverer Gaspedalkennlinie und geringerer Servo-Unterstützung eine deutlich sportlicher motivierte Fahrweise des Piloten fördert.
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Wir haben auf unserer Verbrauchsmessfahrt beide Modi ausprobiert.
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In wie fern, die Fahrmodi-Einstellungen den Benzinverbrauch tatsächlich beeinflussen, können wir nicht eindeutig nachvollziehen.
Die mit unterschiedlichen Fahrern zu wechselnden Zeiten gefahrenen Messrunden haben einen Unterschied von 0,7l/100km zu gunsten des ECON-Modus ergeben.
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Der Testschnitt betrug – über alle Fahrten – 6,11l auf 100km. Der Minimalverbrauch, ermittelt im ECON-Modus lag bei 4,82l auf 100km. Selbst im Sport-Modus und extremer Landstraßenhatz ist der Durchschnittsverbrauch nicht über die 8l Marke zu treiben.
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In Anbetracht der gebotenen Fahrleistungen empfinden wir die Verbrauchswerte des HONDA CR-Z als mindestens angemessen.
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Die Sparpotentiale der Technik in der von HONDA perfekt kombinierten Form, sind deutlich nachvollziehbar.
Im täglichen Umgang lässt sich der Verbrauch des kleinen Mild-Hybriden gut und leicht unter die 6l Marke für 100km bringen.
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Was vermissen wir nun am HONDA CR-Z?
Ganz klar, einen drehzahlgeilen Motor wie er z.Bsp. im S2000 verwendet wurde.
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Für wen ist der HONDA CR-Z eine Empfehlung?
Ganz klar für Menschen die Autofahren nicht als Last, sondern als Lust empfinden. Die sportliche
Straßenlage und Handling den Transport- und Wandlungsfähigkeiten eines Kombis vorziehen und dabei mit grünem Gewissen ressourcenschonend unterwegs sind.
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Würden “ich” den HONDA CR-Z kaufen?
Ganz klar: Ja.
Für meine Frau.
Für mich persönlich fehlen mind. 100 Benzin-PS und und vermutlich 40 weitere Elektro-PS.