Dauertest: Mazda3 (2017) Skyactiv-D 150

Der Artikel wird chronologisch erweitert. Neueste Einträge stehen hierbei jeweils oben!

KM-Stand 22.471 – 29. November 2017

„Kraft-Stoff“

Niedrigverdichtet, dafür aber von zwei Turboladern aufgeladen und auf volle Füllung gebracht. Der Skyactiv-D 150 in unserem Dauertester ist wirkliche in feines Stück Motor. Aber manchmal ist die Theorie reichlich grau.

Etwa, wenn es wirklich eilt. Denn wenn die Autobahn wirklich frei ist, was sie glücklicherweise noch oft genug vorkommt, dann läuft der rote 3er richtig gut. Im sechsten Gang, der wunderbar passend übersetzt ist – nicht zu lang, um am Berg zu verhungern und nicht zu kurz, um die Drehmomentwoge zu verschenken – stellen sich schnell 200 km/h Reisegeschwindigkeit ein. Bis zur 215er Anzeige auf dem Head-Up-Display dauert es dann zwar einen Augenblick, hier bleibt er dann aber mit großer Freude.

Egal ob für einen kurzen Sprint, oder aber auch mal für eine halbe Stunde am Stück: Das Notizbuch im Handschuhfach notiert in der Tat eine solche Fahrt, vormittags, Richtung Eisenach, vollkommen frei, 128 km ohne zu lupfen. Der Mazda macht großen Spaß, nicht zuletzt, weil er auch bei hohem Tempo immer noch mehr als kompaktklassigen Komfort bietet. An der Tankstelle hat das aber seinen Preis: er will dann eben auch mal 8.3 Liter/100km.

Natürlich ist das absolut gesehen nicht viel, die Konkurrenz mit 2.0 TDI, 20d und 220 CDI macht das nicht besser. Selten sind wir in letzter Zeit wirklich deutlich in den 6,x Liter Bereich gekommen. Meist steht die Sieben im Notizbuch vorne.

Vielleicht liegt das aber auch an unserem Reisetempo in letzter Zeit. 🙂

KM-Stand 19.200 – 13. September 2017

Herrliche Ruhe

Wo viele Konkurrenten, auch aus weit teureren Fahrzeugkategorien, heute nach dem Anlassen immer noch nageln und scheppern wie der alte Transporter von Heizungsmonteur Schulz hier im Dorf, herrscht im Mazda 3 einfach: Ruhe.

Zwar überraschend die Kaltstartanhebung am Anfang, weil gut 2000 Umdrehungen im Leerlauf sind für einen Diesel eher untypisch, aber so ist das ganze Skyactiv-D-Triebwerk ja auch etwas untypisch. Im Fahrbetrieb tritt es nämlich komplett in den Hintergrund. Flüsterdiesel – es würde hier wirklich als Attribut passen, wenn es nicht schon ein anderer Hersteller benutzt hätte.

Die Ruhe hat auch einen anderen positiven Nebeneffekt: Musik hören und entspannen.

Die Sitze sind bequem, das Aufpreisleder sehr angenehm und haptisch wirklich toll, wie im Übrigen auch das Lenkrad, was sich wirklich sehr hochwertig anfasst, es macht wirklich Spaß im roten Dauertester zu versinken. Dazu dann noch eine schöne Playlist aus dem Bose-Sounsystem und der Feierabend ist da, auch wenn er noch 500km entfernt ist.

Kleine Randnotiz: das Infotainment spielt nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Sowohl grafisch, gerade aber auch in der Bedienstruktur. CarPlay, Android Auto oder andere Link-Protokolle unterstützt der Mazda 3 ebenfalls nicht. Andererseits funktioniert die Steuerung der Smartphone-Musiksammlung hervorragend über das Multifunktionslenkrad, wenn sich das iPhone per Kabel mit dem Auto verbindet.

KM-Stand 18.701 – 08. September 2017

Gleitphase

Seine Körperbeherrschung ist wirklich exzellent, schön stabil, wenig Wankerei. Auch wenn Du wie ein Esel mit Bremse oder Gaspedal im Kurvenscheitel herumhantierst. Ob das jetzt, wie Habby dauernd bedeutungsschwanger erzählt, an der G-Vectoring Control liegt: mhmm? Oder eher an einer soliden Fahrwerksabstimmung!

Dass da gleich Motorschleppmoment reguliert werden muss und eine radselektive Zubremsung der kurveninneren Räder anpacken muss, das glauben wir in den von uns täglich gefahrenen Tempobereichen wirklich nicht. Wir sind zwar zügig unterwegs mit unserem Mazda 3, doch nicht immer auf der letzten Physikrille.

Was sich nach einem guten halbe Jahr wirklich auffällig herauskristallisiert hat: das Gewicht. Nicht das des Autos und schon gar nicht das der Fahrer, sondern vielmehr von Lenkung und Schaltung. Es ist wirklich fein und akkurat ausgewogen. Nichts versinkt im Elektrounterstützungsnebel, nichts bleibt undeutlich. Das Lenkrad dreht mit großer Präzision ohne Unschärfe, der Schalthebel schnickt locker in die Gasse, ist weder zu kurz, noch zu lang. Gleiches für die Bremse: der große Zeh kann keine Vollbremsungen auslösen, noch musst du wie ein Ochse auf dem Pedal stehen.

Es ist alles wirklich sehr befriedigend. In einer Art und Weise, die dich vor Freude zwar nicht überschnappen lässt, wenn du die Schlüssel vom 3er nimmst, aber du bist immer irgendwie zufrieden. Man kann es genießen. Es ist einfach gut.

Der Mazda 3 ist kein extremes Auto, in keiner Dimension. Aber er ist ein sehr gutes Auto für den, der die Feinheit des Fahrens zu schätzen weiss.

KM-Stand: 14.500 – 1. August 2017

Wie war das früher mal in der Werbung? Und er läuft, und läuft, und läuft, und läuft …

Genau das macht auch unser Dauertest-Kandidat von Mazda. Der 150 PS Diesel zaubert täglich ein neues Lächeln in das Gesicht der Testfahrer. Drehfreude und Laufkultur sind, gerade im Vergleich mit den Mitbewerbern, extrem positiv. In der 150 PS-Klasse dürfte es aktuell keinen Turbodiesel geben, der mehr Drehfreude mit derart guter Laufkultur und Kraft verbindet.

Mit einem gemischten Verbrauch von aktuell 6.8 Litern steht unser Mazda3 zudem als besonders effizientes Reisefahrzeug da. Die üblichen Geschwindigkeiten auf langen Strecken liegen deutlich über 130 km/h. Dass sich gerade ein Kompakter somit als ideales Langstreckenfahrzeug herausstellt, wer hätte das vor dem Test gedacht?

Probleme: Bis heute – absolut keine.


Jede Woche testen wir auf mein-auto-blog neue Autos. Jede Woche fahren wir neue Modelle. Als gelernter Mechaniker und Kaufmann ist Habby, der mein-auto-blog Gründer, dabei immer auf der Suche nach den Vor- und den Nachteilen der gefahrenen Fahrzeuge. Aber: Wir – also Habby – wissen, nicht immer ist man fair zu einem Auto. Denn oft ist der Zeitraum, in dem man das Auto testen kann, schlicht zu kurz. Die Einblicke, die man als Autokäufer bekommt, wenn man ein Auto länger fährt, das „sich an komische Dinge“ gewöhnen, fehlt bei uns oft. So richtig genial sind daher die Dauertests für uns. Für über 30 Monate hat mein-auto-blog einen Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander gefahren, entstanden sind dutzende Themen zu diesem innovativen Fahrzeug. Jetzt hat uns der „erste PHEV-SUV der Welt“ verlassen und ein neuer Kandidat bereichert den Alltag. Ein klassischer Diesel. Warum? Und warum kein SUV? Und warum kein Volkswagen Golf, und warum, wieso und weshalb. Diese Themen und noch viel mehr, jetzt im Dauertest-Blog zum MAZDA3 Skyactiv-D 150 – hier, in diesem Artikel!

Im Dauertest: Mazda3

Im Alltag getestet

Start des Dauertest: 18. April 2017 – Kilometerstand: 4.732

Unser Dauertestfahrzeug im Detail

Für die Diesel-Variante des Mazda3 haben wir uns ganz bewusst entschieden. Denn um eine geplante Laufleistung von rund 60.000 Kilometern in nur 12 Monaten zu erreichen, muss der Mazda3 viel unterwegs sein. Und für Vielfahrer ist der Diesel, bei allen Diskussionen, noch immer die richtige Wahl.

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Testwagen-Preis

Der Mazda3 kommt mit dem 2.2 Liter 150 PS Dieselmotor zum Test. Die mechanische Sechsgang-Handschaltung verspricht knackige Schaltvorgänge und lässt uns in der Kontrolle über das Drehzahlniveau und damit die Oberhand beim Thema Verbrauch. Unser Dauertester kam als extrem gut ausgestatteter „Sports-Line“ zu uns. Die einzigen wählbaren Ausstattungsoptionen wurden zudem von Mazda für uns gewählt. Dazu gehören das Mazda-SD Navigationssystem, das Technik-Paket mit Voll-LED Licht, zusätzliche Assistenzsysteme und eine weiße Lederausstattung.

Die einzig richtige Farbe? 🙂 Natürlich das „Rubinrot Metallic“. Unser Dauertester steht zudem auf den 18-Zoll Felgen, die mit Dunlop-Reifen in der Größe 215/45-18 bezogen sind. Für unsere Konfiguration stehen am Ende 32.880 € auf der Preisliste – wobei Mazda einen 2.500 € Bonus bei Neuwagen direkt abzieht und damit wären 30.380 € der richtige „Listenpreis“ für unseren Dauertester.

Erster Eindruck

Der Mazda3 reagiert feinnervig auf grobe Wickel und pariert auch kleine Frostaufbrüche besonders engagiert. Er baut dabei dieses Gefühl von Solidität und Komfort auf, das man oft auch mit „spießiger Langeweile“ verwechselt. Dabei versprühen die neuen Dämpfer und ein adaptierter Stabilisator an der Vorderachse nur so die Harmonie, nach der man in diesem Segment sucht. Wie gesagt, er bleibt trotz Komfort ein williger Kamerad für die nächste Kurve. G-Vectoring Control nennt sich zudem ein Dynamik-Assistent, dessen größter Vorteil es ist, nicht bemerkt zu werden. Dieses System sorgt per Motormomenten-Steuerung für eine gesteigerte Agilität und dennoch mehr Komfort beim Fahren. Gezielte Eingriffe in die Motorsteuerung sorgen für eine Adaption beim Eigenlenkverhalten des Mazda3. Weniger Gerüttel am Lenkrad beim geradeaus Fahren, mehr Spaß und Willigkeit beim Einlenken in die Kurven. Wie gesagt, von der Arbeit des GVC spürt der Fahrer nichts, das Ergebnis ist ein aktives und komfortables Fahrverhalten. Der Mazda3 liegt satt auf der Straße. Lässt sich willig einlenken, federt sanft und bestimmt und führt sich auch sonst ganz wie ein Musterschüler auf der Lehrerkonferenz auf.

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Die ersten 8.000 Kilometer

Zwischen 4.7 und 8.5 Litern ist alles machbar. Der Mazda3 hat sich bereits in den ersten Tagen an die Langstrecke bei uns gewöhnt und ist ein überraschend erwachsenes Auto. Sein Skyactiv-Diesel mit zwei Ladern und 150 PS ist dabei ein echter Leisetreter und sehr laufruhig, trotz seines kräftigen Antritts. Dass ausgerechnet ein kompakter Japaner auf der langen Strecke so glänzen kann. Wir hätten es nicht erwartet!

Test: Infiniti Q30

Um die Spreu vom Weizen zu trennen, gründete der japanische Autobauer Nissan 1989 seine „Luxusmarke“ INFINITI. Ab 2008 dann der Verkaufsstart in Europa. Anfänglich wirkten die Versuche Fahrzeuge zu vermarkten eher abwartend. „Erstmal nur anwesend sein“. Mit der Q-Serie allerdings möchte man das Blatt drehen. Zunächst in der Oberklasse mit den Modellen Q50, Q60 und Q70 präsent, runden die Japaner ihr Portfolio, vertreten durch den Q30, nach „unten“ in die Kompaktklasse ab. Seit Januar 2016 geht der auf der Mercedes Benz A-Klasse basierende Kompakte auf Europatour und mit dem Q30 Sport sowie dem Crossover QX30 ist das Paket nun komplett. Die Ambitionen der japanischen Luxusingenieure sind selbstbewußt und mutig. Laufen sie doch mit nur jeweils zwei Benzin- und Dieselmotorisierungen und zwei Getrieben auf. Der von uns getestete Q30 2.0t AWD Sport startet in den Autohäusern mit einem Preis von 40.290 Euro.

Testbericht: Infiniti Q30 2.0t DCT AWD

Japanischer Stern in der A-Klasse
Fahrzeug mit starkem Auftritt.

In bislang 10 fertiggestellten Infiniti-Zentren in Deutschland vermarktet der japanische Hersteller sein überschaubares Angebot. Aus diesem Grund möchte der in der Schweiz ansässige Mutterkonzern bis April 2018 drastische Änderungen durchführen. Es sollen insgesamt bis dann 25 Zentren im Bundesgebiet installiert sein. Im C-Segment startet seit Beginn letzten Jahres der kompakte Q30 mit seinem dynamisch progressiven Design. Unübersehbar wirkt dabei der Doppelbogengrill, der den Kompakten mit seiner Frontansicht massiv und breit auf der Straßen stehen lässt. Die markant geschwungene Sicke, die den Frontbau und das Heck verbindet, plus eine geringere Bodenfreiheit gegenüber den Basismodellen verpassen dem Q30t 2.0 DCT AWD zudem seine sportliche Note.

Ambiente im Luxusbereich.

Hohe Dynamik

Der turboaufgeladene 2.0 Liter Benziner mit seinen 155 kW (211 PS) und dem sehr elastischen Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und Start-Stopp-Automatik verbraucht im Normtest sparsame 6,7 Liter Super Benzin, was einer Kohlendioxidemission von 156 Gramm pro Kilometer entspricht. Dabei wirkt das Aggregat im Test nie überfordert und bringt zwischen 1.200 bis 4.000 Touren kraftvolle 350 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine überzeugende Souveränität einträgt. Im Test steckt der Q30 zudem Schlaglöcher und Unebenheiten souverän weg, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten. Dennoch liegt er auf der Liste der effizienten Fahrzeuge mit den angegebenen Werten eher im guten Durchschnitt. Im alltäglichen Verkehrsfluss lässt sich der angegebene Verbrauchswert, auch dem Fahrspaß geschuldet, nicht ganz halten. Wir benötigen im Gesamt-Testverlauf (Nutzung von Stadt-, Land- und Autobahnverkehr) von 14 Tagen im Schnitt rund 7,4 Liter auf 100 Kilometer.

2.0 Liter Turbo Benziner.

Angenehmes Ambiente mit viel Platz 

Dank seiner kompakten Abmessungen und seinem Radstand von 2,7 Metern kommt man mit dem Q30 im dichten Stadtverkehr gut zurecht. Bei der Innenraumgestaltung fällt die gute Verarbeitung der Sitze auf, die u.a. wirkungsvollen Seitenhalt bieten. Auch der Rest des Interieurs wirkt hochwertig verarbeitet. Das erwartete Hartplastik bei japanischen Fahrzeugen ist längst weichgeschäumten Kunststoff- und Wildlederoberflächen mit filigranen Nähten gewichen, die wiederum zur Prüfung der Haptik einladen. Das Cockpit ist zudem übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Dabei dient das in der Mitte des Armaturenbrett sitzende Display zur Darstellung der Navigationskarte, Rück- Front- und Overviewkamera, sowie Telefoneinstellung und Mirrorlink für Applikationen. Bei genauer Einstellung der Bestuhlung gewährleistet dies eine ordentliche Rundumsicht. Dabei wirkt nicht nur das Ambiente stimmig, es gibt auch großzügigen Platz für Arme, Beine und Kopf, und das auf den Vordersitzen wie auch im Fond. Der Ein- und Ausstieg ist zudem bequem dank recht großer Türausschnitte. In seinem Kofferraum können ohne Umbau bis zu 430 Liter verstaut werden. Die breite Heckklappenöffnung gewährleistet das Unterbringen von zwei großen Koffern. Die im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbaren Rücksitze schaffen zusätzlichen Platz für größeres Ladegut. Entgegen dem derzeitigen Trend muß die Kofferraumklappe noch manuell betätigt werden.

Lange Serienausstattungsliste.

Ausstattungsvarianten mit viel Serienausstattung

Der Infiniti Q30 besitzt bereits ab Werk eine reichhaltige Ausstattung. Die erste Ausstattungsvariante „Basis“ verfügt über sieben Airbags, Touchscreen – Infotainmentsystem, Bordcomputer, LED-Tagfahrlicht, adaptiven Bremsassistenten, Berganfahrhilfe, elektronische Feststellbremse, Außenspiegel mit LED-Blinkeranzeige und Umfeldbeleuchtung am Außenspiegel. In den Ausstattungsvarianten „Premium“ und „Premium Tech“ kommen Komfortfeatures wie 18-Zoll-Aluminiumfelgen, Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Zweizonen Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System), Smart Beam (automatische Umschaltung Fern-/Abblendlicht) und LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung hinzu. Leider betreiben die Japaner generell eine harte Aufpreispolitik. So sind das Update vom „Basis“ zur „Premium“-Variante für 2.890 Euro und der weitere Sprung zur „Premium Tech“-Ausstattung für 4.570 Euro zu haben. Der Q30 2.0t AWD Sport dient über allem als Topmodell. Er rundet das Gesamtpaket Q30 ab mit 19-Zoll-Aluminiumfelgen, Sportbremsanlage und Sportfahrwerk und einem Gesamtsportdesignpaket. Infiniti ruft für diese Variante 40.290 Euro auf. Weitere Optionspakete wie das „Technikpaket“ (€ 1.170 – Automatischer Parkassistent mit Rundumsicht-Monitor und Bewegtobjekterkennung) und das „Sicherheitspaket“ (€ 2.050 – Toter-Winkel-Assistent und adaptive Geschwindigkeitsregelanlage) sind zusätzlich erhältlich.

Fazit: Der Q30 macht das Bild der Infiniti Familie richtig rund. Der japanische Automobilhersteller bietet mit dem Kompakten in der Sportvariante eine hohe Individualisierung. Dabei steht nicht nur das Fahrzeug selbst für das Prädikat „Premium“.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Infiniti

Q30

Motor R4, Benzin
Hubraum 1.991 ccm³
Leistung 211 PS @ 5.500 U/min
Kraft 350  Nm @ 1.200 – 4.000 U/min
Getriebe Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.425, 1.805, 1.490   mm
Radstand 2.700 mm
Leergewicht 1.545 kg
Wendekreis 11,4 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,3 sec
Normverbrauch 6.7 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 7.2 l / 100 km
Öko-Experte 6.6 l / 100 km
Außendienst-Modus 7.5 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (INFINITI CENTER EUROPE) – Beitragsbild: Hersteller (INFINITI CENTER EUROPE)[/notification]

[/toggle]

Test: Fiat Tipo 5-Türer

Knapp zehn Jahre hat es gedauert, bis der italienische Autobauer aus Turin die große Bühne des C-Segments neu betreten hat. Ende 2015 war Marktstart für die viertürige Stufenheck Variante des kompakten Tipo. Mehr als 35.000 Einheiten setzte Fiat bereits im Vermarktungsgebiet Europa, Mittlerer Osten und Asien ab. Mit der von uns getesteten Fünf-Türer Variante wollen die Italiener ein Stück vom großen Kuchen des C-Segments für sich beanspruchen. Dabei setzen die Turiner Ingenieure auf einen funktionellen Innenraum und hohen Nutzwert. Darüber hinaus darf die Familientauglichkeit nicht zu kurz kommen. Mit jeweils zwei Benziner und Diesel sowie drei Ausstattungslinien geht der Tipo nun seit diesem Jahr auf Kundenfang sowohl in den eigenen Reihen als auch bei Kunden anderer Marken. Den Einstieg findet der Tipo mit seinem 1.4 Liter 90 PS Benziner bei 14.990 Euro.

Fiat Tipo 1.6 Multijet 5-Türer, Lounge

Golf Räuber aus Italien ?
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Chicer Auftritt, auch in der Herbstsonne.

Im Produktionszeitraum von 1988 – 1995 erblickte der Tipo erstmals das Licht der Welt. Damals löste er den bis dahin von Fiat produzierten Ritmo ab. 1995 verabschiedeten sich die Turiner vom C-Segment und schickten den Bravo an seiner statt ins Rennen. Mit Abschluss der Kompletteinführung aller 500 Modelle konzentriert sich Fiat nun auf das viel umkämpfte C-Segment, das mit dem deutschen Platzhirsch eine doch sehr starke Konkurrenzsituation geschaffen hat. Die Front der fünftürigen Schrägheckversion des Tipo prägen zwei schwungvoll zu den Seiten leicht hochgezogene Schürzen. Prominent sitzt das Markenlogo auf dem fast schon aggressiv wirkenden Waben-Kühlergrill. Die seitliche Rundung der Frontscheinwerfer setzt sich in einer geraden Sicke über die gesamte Fahrzeuglänge fort, bevor sie geradlinig an den Heckleuchten endet. Am Heck sorgen die Scheinwerfer für einen starken und selbstbewussten Auftritt. Zur verbesserten Aerodynamik trägt die Heckschürze am Dach bei. Der Wagen ist zudem mit knapp 4,37 Meter Länge ganze 16 cm kürzer als die viertürige Variante. Die optimierte Windschlüpfrigkeit lassen den Tipo gerade beim Kraftstoffverbrauch (3,7 Liter im Normtest) und der Abgasemission (98 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer) auf der Liste der effizienten Fahrzeuge im oberen Drittel liegen.

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Strukturiert und aufgeräumt mit den nötigen Informationen.

Angenehmer Innenraum

Schon beim ersten Einsteigen scheint es, dass das Cockpit sich selbst erklärt und dem Fahrer ergonomisch zuwendet. Alle Instrumente, die das Fahrzeug betreffen sowie das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende sieben Zoll Entertainment Display bieten nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Information. Der Bildschirm lässt sich, wie beim Smartphone oder Tablet, mit einem einfachen Wischen oder Antippen steuern. Die strukturierte Front mit dem Instrumententräger auf einer Ebene ist Blickfang und Schaltzentrale zugleich und sorgt zudem für ein großzügiges Raumgefühl. Die benutzerfreundlich zugeschnittenen Vordersitze wirken nicht nur durchgestylt, sondern geben Halt zu jeder Fahrsituation. In Sachen Flexibilität liegt der Tipo Fünftürer deutlich im Trend seiner Mitbewerber. Das Kofferraumvolumen des Kompakten aus Italien lässt sich leider nur mit voller Bestuhlung beziffern. Bei Besetzung von fünf Personen, die im Fahrgastraum bequem Platz nehmen können, fasst der Kofferraum immerhin noch gute 440 Liter. Hierzu haben sich die Ingenieure aus Turin einen flexibel zu nutzenden Gepäckraum einfallen lassen, denn der Laderaumboden ist entweder vollständig absenkbar oder im 40-Grad-Winkel zu fixieren.

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MultiJet Diesel der 2. Generation.

Quirliger Diesel

Eine satte Portion Fahrvergnügen vermittelt der von uns getestete 120-PS-Diesel. Denn mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern bei 1.750 Umdrehungen kann das Aggregat jederzeit noch einmal merklich nachlegen bzw. ist beim Spurt an der Ampel immer in der ersten Reihe. Kombiniert mit dem kurz abgestuften Sechs-Gang-Schaltgetriebe lässt sich der Fiat Tipo sehr effizient durch den Stadt- und urbanen Verkehr, aber auch spurtstark über die Autobahn steuern. Die Lenkung ist betont Spur sicher ausgelegt, so dass in der Stadt gerade in Verbindung mit seinem Wendekreis von 10,93 m ein sehr entspanntes Fahren bzw. Einparken (mit installierter Rückfahrkamera) möglich ist.

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Fahrerassistenzsysteme on board – check !

Fahrerassistenzsysteme nicht überladen

Die Fahrerassistenzsysteme, die wir bereits aus dem viertürigen Tipo kennen, finden wir auch in seiner Fünf-Türer Variante wieder. So installierten die Entwickler aus Turin nicht nur ein stark verbessertes ESC (Elektronische Fahrstabilitätskontrolle). Integriert in das System sind auch eine Berganfahrhilfe (das Fahrzeug hält den Bremsdruck beim Anfahren an Steigungen noch für zwei Sekunden), eine Traktionskontrolle (TCS) und ein Bremsassistent (PBA – erhöht die Notbremsung automatisch und unabhängig vom Verhalten des Fahrers). Weitere Features der Assistenzsysteme sind je nach Ausstattung eine Geschwindigkeitsregelanlage, sowohl konventionell als auch adaptiv, Parksensoren, Regen- und Lichtsensor sowie ein selbsttätig abblendender Innenspiegel. Unser Testwagen verfügt zusätzlich über ein City-Notbremssystem, das ab einer Geschwindigkeit von mehr als 6 km/h zu arbeiten beginnt.

Lifestylig macht er immer eine gute Figur
Italiener mit betont guter Figur.

Moderate Aufpreispolitik

Ab einem Preis von 20.190 Euro ist der Kompakte mit fünf Türen aus Italien mit dem stärksten Diesel-Aggregat zu haben. Dafür bietet Fiat einen 1.6-Liter MultiJet mit 120 PS und einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Der Preisunterschied zwischen den beiden Ausstattungslinien Easy und Lounge (nur beim 1.6 Liter Diesel) liegt mit 1.000 Euro im moderaten Bereich. Zur Aufpreisliste unseres Testwagens kommen außer der Metallic-Lackierung (€ 550) die Sitzheizung (€ 250), das Lounge Tech Paket (€ 990 – Parksensoren hinten, Uconnect® Navi und Rückfahrkamera), das Lounge Komfort Paket (€ 300 – Mittelarmlehne vorn und hinten, Lordosenstütze elektrisch für den Fahrersitz, Beifahrersitz höhenverstellbar), das Lounge Style Paket   (€ 650 – 17-Zoll Leichtmetallfelgen, Chromleisten an Front und Seitenfenstern, Fensterscheiben hinten getönt) und das Reserverad (€ 180) hinzu.

Fazit:

Seine Kombination aus Nutzwert und Fahrspaß lassen den „Golf Räuber“ aus Italien mit seiner Fünf-Türer-Variante ein akzeptables Kopfnicken nach oben und unten bewirken. Im Vergleich zum deutschen Platzhirsch ist der Fiat Tipo eine gelungene Alternative, die unbedingt eine Überlegung beim Autokauf wert ist.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Fiat

Tipo 1.6 MultiJet

Motor R4, Diesel
Hubraum 1.598 ccm³
Leistung 120 PS @ 3.750 U/min
Kraft 320  Nm @ 1.750 U/min
Getriebe Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.368, 1.792, 1.595   mm
Radstand 2.638 mm
Leergewicht 1.370 kg
Wendekreis 10,93 m
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 9,8 sec
Normverbrauch 3.7 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 4.9 l / 100 km
Öko-Experte 4.3 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.2 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller – Beitragsbild: Hersteller (FCA Germany AG)[/notification]

[/toggle]

Test: Mazda3 (2017) – Facelift für Experten

Ein Facelift ist, wenn die Nase stupsiger wird, die Augenlider gestrafft werden und das Doppelkinn verschwindet. Oder eben nicht. Nach gut drei Jahren gönnt Mazda seinem kompakten Modell 3 eine Frischekur, ohne deswegen die Optik anzupacken. Was ein gutes Licht auf das Grunddesign des Modells wirft. Das passt einfach. Mazdas Kodo-Design ist derzeit ganz sicher die geschmackvollste Designlinie eines japanischen Herstellers. Da fasst man nicht viel an. Was auch nur Kosten aufwerfen würde, die eben unnötig sind. So ein Mazda3 wirkt auch nach 3 Jahren nicht altbacken.

Erster Test: Mazda3 – Modelljahr 2017

Kernwerte

Weil die Optik so gut ist, wie sie ist, hat Mazda nur an den bekannten Stellschrauben gedreht. Mehr Ausstattungsdetails und ein paar Assistenzsysteme. Business as usual würde man da sagen. Ganz nebenbei mausert sich der Mazda3 zudem zu einem veritablen Golf-Gegner. Das klassische Segment im Blick, jedoch nicht als Kombi erhältlich, spielt der Dreier von Mazda einen soliden Part. mein-auto-blog hat den neuen Mazda3 in Barcelona gefahren. Nur als 5-Türer, wobei die viertürige Limousine glatt als Gegner für den Mercedes CLA durchgehen könnte. Nur eben mit einem besseren Design gesegnet. Zurück zum Thema. Facelift für den Mazda3.

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Ganz exclusiv

Ein nun auch beheizbares Lenkrad, ein wenig verändert im Design, fällt nicht auf. Eine elektrische Handbremse anstelle des Hebels – nicht beim Basismodell – dafür zwei Cup-Holder, fällt erst einmal nicht auf. Ein neuer Farbton, Matrixgrau Metallic, fällt eigentlich auch nicht auf. Was auffällt, ist das neue Head-Up Display. Jetzt in Farbe, nicht mehr so pixelig und die Tempo-Hinweise werden auch eingeblendet. Allerdings sollte man zuvor den Haken bei der neuen Exclusive-Line gemacht haben, denn nur dann und nur in Verbindung mit dem Navigationssystem bekommt man den stillen, aber optisch feiner ausgeführten Helfer. Dabei überzeugt auch das per Touchscreen (7-Zoll groß) zu bedienende MZD Connect-System.

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Safety first

Ein neues Kamerasystem in der Frontscheibe erkennt nun die Verkehrsschilder und sorgt für einen Notbrems-Assistenten, der auch auf Fußgänger reagiert. Zudem bekam der Mazda3 einen Totwinkel-Warner und einen aktiven Spurhalte-Assistenten.

G-Punkt gefunden

G-Vectoring Control nennt sich ein Dynamik-Assistent, dessen größter Vorteil es ist, nicht bemerkt zu werden. Vor kurzen im Mazda6 eingeführt, sorgt dieser Assistent per Motormomenten-Steuerung für eine gesteigerte Agilität und dennoch mehr Komfort beim Fahren. Gezielte Eingriffe in die Motorsteuerung sorgen für eine Adaption beim Eigenlenkverhalten des Mazda3. Weniger Gerüttel am Lenkrad beim Geradeausfahren, mehr Spaß und Willigkeit beim Einlenken in die Kurven. Wie gesagt, von der Arbeit des GVC spürt der Fahrer nichts, das Ergebnis ist ein aktives und komfortables Fahrverhalten. Der Mazda3 liegt satt auf der Straße. Lässt sich willig einlenken, federt sanft und bestimmt und führt sich auch sonst ganz wie ein Musterschüler auf der Lehrerkonferenz auf.

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Komfortabel, fast ein wenig spießig

Dass der Mazda3 bislang eher ein wenig hölzern federte, ist in der Erinnerung kaum noch vorhanden. Das milde Facelift bietet auch hier eine frohe Kunde. Der Mazda3 reagiert feinnervig auf grobe Wickel und pariert auch kleine Frostaufbrüche besonders engagiert. Er baut dabei dieses Gefühl von Solidität und Komfort auf, das man oft auch mit „spießiger Langeweile“ verwechselt. Dabei versprühen die neuen Dämpfer und ein adaptierter Stabilisator an der Vorderachse nur die Harmonie, nach der man in diesem Segment sucht. Wie gesagt, er bleibt trotz Komfort ein williger Kamerad für die nächste Kurve.

Zum Komfortanspruch passen auch die Motoren. Hybride oder gar Plug-in Hybride lassen bei Mazda noch immer auf sich warten. Klassisches Handwerk. Ein Diesel, ein Benziner und dieser sogar ganz ohne Aufladung. Ein hoch verdichteter Benziner (14,0:1) sorgt auf die klassische Art für Vortrieb. Die stärkste Variante ist der Skyactiv G1-65 mit 165 PS aus einem 2.0 Liter Vierzylinder-Vierventiler mit variablen Steuerzeiten. Dass beim Sauger nur 210 Nm Drehmoment anliegen, es ist nicht zu verleugnen. Lebendig, aber nicht überschwenglich geht es voran. Neben dem 165 PS Benziner gibt es noch einen 100 PS starken 1.5 Liter und einen 120 PS starken 2.0 Liter – der im übrigen genauso viele Newtonmeter mitbringt wie der G-165. Die deutlich harmonischere Variante ist, und das könnte noch zu Problemen führen, der Diesel im Mazda3.

Allen voran der neue 105 PS starke Diesel. Ein extrem niedrig verdichteter Diesel (14.8:1) mit 1.5 Liter Hubraum und 270 Nm zwischen 1.600 und 2.500 Umdrehungen. Darüber rangiert der bekannte 2.2 Liter Diesel mit 150 PS und 380 Nm. Ein feiner Geselle und eine tolle Motorisierung, trotz Diesel, für den Mazda3.

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Was noch erwähnt werden muss

Der Mazda3 gehört zu den wertbeständigsten Modellen in seinem Segment. Da muss sich selbst ein Golf umschauen. Dass Mazda noch am Diesel festhält – nun, es war vor dem Herbst 2015 nun einmal nicht alles schlecht. Und auch wenn es einen neuen Farbton gibt, einen Mazda kauft man im leckeren Rubinrot-Metallic. Das Basismodell kostet im übrigen 17.990 € – dient aber nur als Appetit-Häppchen. Spannend wird es bei der 105 PS starken Exclusiv-Line ab 25.390 €, und natürlich beim Top-Modell, dem 150 PS Diesel in der Sports-Line Ausstattung, der dann 28.490 € kostet.

 

Erste Fahrten: Die neue Audi A3 / S3 Familie

Das Erfolgsmodell der Ingolstädter geht bereits mit seiner 4. Generation ins 20 jährige Dienstjubiläum und verkaufte sich bis 2015 ganze eine Millionen Mal. Nicht nur die Verkaufszahlen machen ihn zum Bestseller der Marke. Sein Portfolio an Karosserie-, Motoren- und Antriebsangeboten machten ihn bislang für seine Kundschaft so attraktiv. Nun will Audi, wie auch schon einige andere Mitbewerber, die Messlatte im C-Segment mit Features aus der Oberklasse erweitern. Den zukünftigen Audi-Fahrer erwartet außer neuen Fahrerassistenzsystemen und Motoren, das bei Audi bereits bekannte Virtual Cockpit und Scheinwerfer mit Matrix LED Technik. Der A3 und S3 stellen sich dem Markt darüber hinaus mit einem neuen Design und das mit einem Einstandspreis von € 23.300.

Die neuen A3 und S3 im ersten Fahrbericht

Aufrüsten, um neu Maßstäbe zu setzen

Rein von seinen Abmessungen im C-Segment beheimatet, macht die 4. Generation des A3 mittlerweile große Schritte Richtung Mittelklasse in puncto Ausstattung, Komfort und Fahrspaß. Alle Neuerungen sind im Dreitürer, Sportback, Limousine und Cabriolet verfügbar und ziehen sich sowohl über alle Benzin- und Dieselmotorisierungen, als auch über den elektrisch fahrenden A3 Sportback e-tron und den Gas-Angetrieben A3 Sportback g-tron. Die Veränderungen am Design sollen den A3 eindeutig aus dem Einheitsbrei des C-Segments abheben. Lufteinlässe und Kühlergrill wurden größer und lassen den Wagen sehr breit und betont kräftig auf der Straße stehen. Die schmaleren Scheinwerfer enden in einer Sicke, die sich über das gesamte Fahrzeug hinzieht. Die Karosserie trägt mehr Aluminium, um Gewichtsersparnisse vorzunehmen, was sich ganz klar auf die Verbrauchswerte auswirken soll. Die gesamte Palette der A3 Familie stand im Schnelldurchlauf am letzten Freitag vor den Toren Münchens zum Test parat.

Audi A3 2.0 TFSI - Durchzug mit 190 PS
Audi A3 2.0 TFSI – Durchzug mit 190 PS

Virtual Cockpit für Alle

Einmal eingestiegen sticht uns das große Display (12,3 Zoll), des bereits ab dem Basismodell erhältliche virtual Cockpit in der Mitte des Armaturenbretts ins Auge. Für einen kurzen Moment kommt uns nach dem Umschalten des Bordcomputers eine Informationsflut entgegen, die sich aber generell individuell einteilen lässt. Nach ersten Modifikationen, die wir nach unseren Bedürfnissen eingestellt haben, wirkt das Arbeitsfeld im A3 dennoch nie überladen. Die Vernetzung hält auch im neuen A3 Einzug. Dies gewährleistet eine fest installierte SIM Karte, die für 3 Monate bzw. 3 Jahre freigeschaltet werden kann. Nach der jeweiligen Laufzeit steht eine weitere Freischaltung für 3 Jahre für einen Optionspreis von € 350 zu buchen. Passagiere auf den Vordersitzen, als auch im Fond genießen Sitzkomfort mit ordentlicher Beinfreiheit. Selbst ein Reisen mit ausreichend Gepäck ist im A3 gewährleistet. Dies unterstreicht  das Kofferraumvolumen des Dreitürers mit 365 Liter bei voller Bestuhlung.

Starke Motoren-Auswahl

Der A3 präsentiert sich mit jeweils drei Benziner- und Diesel Motorisierungen. Dabei folgt der oberbayrische Autobauer weiter seiner Rightsizing-Philosophie – Aufladung ersetzt Hubraum. Kombiniert werden der TFSI 1.0 Liter Dreizylinder (85 kW/115 PS) 1.4 TFSI (110 kW / 150 PS) und 2.0 TFSI (140 kW / 190 PS) sowohl mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe (vollsynchronisiert), als auch einem „s tronic“ 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe. Mit dem 1.0 Liter Benziner kommt erstmals eine Drei-Zylinder-Maschine im A3 zum Einsatz. Bei den Dieselaggregaten (1.6 TDI 81 kW / 110 PS – 2.0 TDI 110 kW / 150 PS – 2.0 TDI 135 kW / 184 PS) ziehen Audi die Kombination von 6-Gang-Schalt- und 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe vor. Für die beiden 2.0 Liter TFSI- und TDI Motoren stehen außerdem jeweils eine Variante mit der bekannten „quattro“ Allradtechnologie bereit. Gerade die Antriebe mit Doppelkupplungsgetriebe, die wir ausschließlich testen durften, machen sich bei den ersten Fahrten positiv bemerkbar. Direkt ansprechend und sportlich agil führen sie uns quer durch das Münchner Umland. Das 1.0 Liter Aggregat überrascht durch seinen sehr guten Anzug mit knorrigen Sound. Das Aggregat des S3 steht dabei Konkurrenzlos außen vor, denn mit den 228 kW-(310 PS) geleisteten Pferdestärken und „s tronic“ Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe treibt es uns ein fortwährendes Lächeln ins Gesicht und bereitet Motorsportfeeling pur. Das sportlich abgestimmte Fahrwerk des A3 verbunden mit der elektromechanischen Servolenkung gibt uns ein permanent positives Gefühl, auch bei schnelleren Kurvenfahrten nicht auszubrechen. Die uns präsentierten Tiefst-Verbrauchswerte von 4,5 Liter beim A3 und dem 1.0 TFSI Motor (85 kW/115 PS) sind an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen.

Fahrerassistenzsysteme aus Oberklasse 

Beim Thema Sicherheit liegen die Ingolstädter Autobauer voll im Trend. Kunden, die den Down-Size Trend mit gestalten, möchten die Ingenieure aus Bayern nutzen. Die in den Oberklassen bekannten Fahrerassistenzsysteme werden nun auch im neuen A3 / S3 angeboten. Als absolute Neuheit im Segment beansprucht Audi seinen Stauassistenten, der mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit Start&Go-Funktion zusammenarbeitet. Kombiniert mit dem Antrieb „s tronic“ fährt das Fahrzeug nach kurzem Stilstand im Stau automatisiert wieder an. Darüber hinaus soll es sogar Lenkarbeiten im zäh fließenden Verkehr bis 65 km/h übernehmen. Der optional verfügbare Notfallassistent bremst den A3 bis zum Stillstand ein, sollte nach erfolgter Warnung keine Lenkaktivität des Fahrers stattfinden.

Der A3 erstmals mit Dreizylinder Aggregat und Fahrerassistenzsystemen
Der A3 erstmals mit Dreizylinder Aggregat und Fahrerassistenzsystemen

Ausstattung und Preise

Drei Ausstattungslinien beim A3 erwarten seine Käufer ab Juli diesen Jahres. Audi bietet hier außer langen Ausstattungslisten auch Platz für Zusatzpakete. Startet die A3 Limousine mit dem Basispaket, dem Benziner 1.4 TFSI (110 kW/150 PS) bei € 26.800 und endet mit dem Topmodell Diesel A3 „design“ (2.0 TDI quattro, 110 kW/150 PS) bei € 33.950, gelten für das Cabriolet ganz andere Dimensionen. Für die Basis des Fahrzeuges mit elektrisch ein- und auszufahrendem Stoffdach (1.4 TFSI, 110 kW/150 PS) muss der Audi Kunde € 32.700 auf den Tisch legen. Das Topmodell 2.0 TDI „quattro design“(110 kW/150 PS) ist für einen Endpreis von € 39.850 zu haben. Möchte man sich das Motorsportgefühl – immerhinn 228 kW / 310 PS nicht entgehen lassen, so liegen die Grundpreise des S3 bei € 41.000, S3 Sportback bei € 41.900, S3 Limousine bei € 42.800 und die offene Variante S3 Cabriolet bei € 50.700.

Fazit: Auch im 20. Jahr mit neuen Standards ! 

Der A3 / S3 mit all` seinen Karosserie- und Antriebsvarianten bietet auch im 20. Jahr seines Lebenszyklus` jede Menge Fahrkomfort und Fahrvergnügen. Die Messlatte setzt er ein weiteres Mal nach oben mit seinen sonst in der Oberklasse angebotenen Fahrerassistenzsystemen.

Karosserie- und Technologie Auswahl großgeschrieben
Karosserie- und Technologie Auswahl großgeschrieben

Bei der Karosserie- und Technologie-Auswahl kann jeder seinen A3 oder S3 beim Neuwagenkauf finden.  

Text und Bild: Stefan Beckmann

Erste Fahrten: Die neuen Renault Mégane und Talisman

Während der Talisman nach seiner Premiere auf der IAA 2015 seit Januar diesen Jahres zum ersten Mal auf Kundenfang in Deutschland geht, versucht der Mégane bereits in der vierten Generation, etwas vom Ganzen im hart umkämpften C-Segment – immerhin 56% aller verkauften Einheiten in Deutschland – ab zubekommen. Der Talisman soll gerade mit seiner mitlenkenden Hinterachse vom Fahrkomfort in der Mittelklasse überzeugen. Was der Mégane, wie schon einige Mitbewerber, mit den Features aus dem D-Segment attraktiver gestalten soll. Beide stellen sich dem Markt im typischen Renault Marken Design und das mit einem Einstiegspreis von € 16.790 für den „Kleinen“ und € 29.450 für den „Großen“.

Die neuen Renault Mégane und Talisman im ersten Fahrbericht

Zwei starke Typen aus Frankreich

Bereits mit dem R30, Safrane und Vel Satis unternahm der französische Autobauer Abstecher in die deutsch umkämpfte Mittelklasse, die mehr oder minder nicht den Verkaufswünschen der Vertriebsabteilung Rechnung zollen konnten. Der Talisman, der den viel versprechenden CMF Baukasten mit dem Espace teilt, soll dies grundlegend ändern. Hinzu kommen bereit gestellte Sicherheit und Komfort-Features, die im D-Segment mittlerweile als Standard gelten. Mit dem bereits in der vierten Generation angebotenen C-Segment Fahrzeug Mégane wächst das Angebot der Franzosen mit seinen Aufgaben. Das konkurrierende C-Segment stellt Aufgaben und Lösungen mit jedem neu erscheinenden Modell. Dessen waren sich die französischen Ingenieure bewusst und haben die „Messlatte“ nach oben korrigiert. Beide Fahrzeuge sind ab Anfang diesen Jahres im Handel erhältlich und versperren sich keiner Zielgruppe, wie uns Sprecher aus dem Hause Renault bestätigt haben.

Der Renault Mégane in der vierten Generation
Der Renault Mégane in der vierten Generation

Kein Mainstream Design

Sowohl der Mégane als auch der „Mittelständler“ Talisman reihen sich wie alle anderen Modelle (Clio, Kadjar, Espace) des französischen Autobauers in das Markenbild der Renault Familie nahtlos ein. Der sehr prominente Rhombus ziert beide Fronten und prägt schon von weitem das Firmen Design. Unterstützt werden sowohl Mégane als auch Talisman von den a-symetrisch angeordneten Scheinwerfern in Form eines „C“. Führen die Scheinwerfer des Mégane in der imaginären Linie sehr sportlich ans Heck, betonen die Sicken am Talisman eine sehr massiv ökonomische Haltung, ehe sie am gefälligen Heck enden. Die Heckleuchten beider Fahrzeuge unterstreichen wiederum die sehr souveräne, aber durchaus „understatement“-Wirkung der Franzosen.

Gut aufgehoben, wie zu Hause wohlfühlen

Beim Einsteigen in beide Fahrzeuge sticht uns das sehr große Display (8,7 Zoll) in der Mitte des Instrumentenhalters ins Auge. Vermittelt es in erster Linie die Möglichkeit, alle Fahrzeugparameter zu verändern, beherrscht es den gesamten Innenraum und gibt ihm eine gewisse Großräumlichkeit. Dennoch wirkt die Front beider Fahrzeuge nie überladen, eher ständig mit allen wichtigen Informationen bestätigt. Veränderbar sind gemäß dem in beiden Modellen installierten Online-Multimediasystems R-Link 2 Antrieb, Lenk- und Schaltkomfort, Ambientebeleuchtung sowie Sitzkomfort. Müssen vergleichsweise im Mégane Passagiere im Fond zu dritt noch ein wenig zusammenrücken, genießen Fondmitfahrer im Talisman Beinfreiheit-Luxus pur. Einem Reisen mit ausreichend Gepäck steht sowohl im C-Segment Mégane als auch im Mittelständler Talisman nichts im Wege. Raum ist genug geboten.

Übersichtliche Motorisierung nur beim Talisman

Der Mégane präsentiert sich mit jeweils drei Benziner- und Diesel Motorisierungen. Dabei zieht sich die ENERGY-Technology wie ein Leitfaden sowohl durch alle Leistungsstufen als auch Antriebsarten. Kombiniert werden der TCe 100 (74 kW/101 PS, TCe 130 (97 kW / 132 PS) und TCe 205 (151 kW / 205 PS) sowohl mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe als auch 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe. Bei den Dieselaggregaten (dCi 90 66 kW / 90 PS – dCi 110 81 kW / 110 PS – dCi 130 96 kW / 131 PS) ziehen die Franzosen die Kombination von 6-Gang-Schalt- und 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe vor. Übersichtlicher bleibt dabei der Talisman, der mit drei Diesel (dCi 100 81 kW / 110 PS, dCi 130 96 kW – 130 PS, dCi 160 118 kW / 160 PS) und zwei Benzinern (TCe 150 110 kW / 150 PS, Tee 200 147 kW / 200 PS) mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe und 6-Stufen- bzw. 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe gepaart wird. Gerade die Antriebe mit Doppelkupplungsgetriebe machen sich bei den ersten Testfahrten positiv bemerkbar. Direkt ansprechend und sportlich agil führen sie uns mit beiden Fahrzeugen quer durch die Eifel, rund um den Nürburgring. Die uns präsentierten Tiefst-Verbrauchswerte von 3,3 Liter beim  Mégane und 3,6 Liter beim Talisman sind an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen.

Hinterachse lenkt mit

Das Thema Sicherheit ist bei jedem neuen Fahrzeug ein absolutes MUSS und so stehen auch die Ingenieure von Renault dem nicht hinten an. Erwartet man im D-Segment Talisman die Systeme wie Spurhalte-Warner, Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistent, Toter-Winkel Warner, Kollisionswarner, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und Notbremsassistent, so setzt auch der französische Autobauer im C-Segment Mégane auf diese Systeme. Keine unüberwindbare Hürde, sondern Kaufkriterium für Kunden, die den Down-Size Trend der letzten Jahre mit gestalten. Hinzu kommt die für den Talisman konzeptionierte dynamische Allradlenkung „4CONTROL“. Eine mitlenkende Hinterachse, die bei langsamen Geschwindigkeiten gegen- und schnelleren Fahrten mitlenkt gegenüber der Vorderachse. Bietet Renault diese Lenkung im Moment noch ausschließlich für den Talisman und Mégane GT an, sieht sich dieses Konzept in der gesamte Mégane Palette spätestens nächstes Jahr wieder.

Talisman mit mitlenkender Hinterachse
Talisman mit mitlenkender Hinterachs.

Ausstattung und Preise

Sechs Ausstattungslinien beim Mégane und drei Varianten beim Talisman erwarten die Käufer in Europa bzw. Deutschland. Renault bietet hier außer üppigen Ausstattungslisten auch Platz zur Individualisierung. Startet der Mégane mit dem Basispaket, dem Benziner TCe 100 (74 kW/101 PS) bei € 16.790 und endet mit dem Topmodell Diesel (dCi 130, 96 kW/131 PS) bei €  27.290, gelten für den Talisman andere Dimensionen. Für die Basis des D-Segment Fahrzeugs (TCe 150, 110 kW/150 PS) muss der Renaultkunde € 29.450 auf den Tisch legen. Das Topmodell dCi 160 (118 kW/160 PS) ist für einen Endpreis von € 41.000 zu haben. Die zum späteren Zeitpunkt erhältliche Kombi-Version lassen sich die Franzosen mit einem Aufpreis von € 1.000 vergüten. Ausnahme für den vorangegangenen Mégane ist das Modell GT, das starke Anleihen an Renaults Motorsport Abteilung genommen hat. Hier liegt der Komplettpreis bei € 29.090.

Fazit: Einheitsbrei war gestern !

Mit dem neuen Mégane und dem im D-Segment erstmals vertretenen Talisman schließt der französische Autobauer Renault eine Lücke zur restlichen Fahrzeugpalette. Beide Fahrzeuge machen hier einen stimmigen Eindruck was Technologie, Ausstattung und Preis anbetrifft.

Mégane und Talisman - Einheitsbrei war gestern !
Mégane und Talisman – Einheitsbrei war gestern !

Sowohl der Mégane als auch der Talisman sind keine Langeweiler und somit eine gute Wahl beim Neuwagenkauf. 

Text und Bild: Stefan Beckmann

Erste Fahrt: Der neue FIAT Tipo

Den Namen (Tipo) kennen wir und die Strategie, den Markt von der sensiblen Preisseite her aufzurollen, kennen wir auch. Doch dieses Mal könnten die Dinge anders liegen, auch wenn die ersten FIAT-Händler bereits der lange konditionierten Taktik des „Wir sind die Rabattkönige“ unterliegen und bereits vor offiziellem Marktstart mit echten „Billig-Attitüden auffallen“. Dem Hersteller dürfte das nicht gefallen, der Kunde könnte sich jedoch freuen. Denn dieser Italiener ist anders. 

Der neue FIAT TIPO im ersten Fahrbericht

Der Preis ist heiß 

10.798 € für einen FIAT Tipo mit Tageszulassung und 10 km auf der Uhr. Quasi ein Neuwagen. Und ein Auto aus dem C-Segment, der klassischen Golf-Klasse. 1.4 Liter Hubraum, 95 PS und die Grundausstattung „Pop“ mit Klimaanlage und Radio sowie die mittlerweile üblichen Goodies a la ZV mit Fernbedienung und elektrischen Fensterhebern (vorne). Das sind 3.192 € weniger als FIAT in die Preisliste schreibt. Oder anders: 22 % Rabatt. 

Man kennt die Sache mit den Tageszulassungen auch bei anderen Herstellern. Fiat bedient die Rabatt-Gelüste aber gleich noch mit einem anderen Mittel. Man reduziert den Listenpreis für die Limousine zum Start (begrenzter Zeitraum) gleich selbst um 2.000 €. Aus den 13.990 € werden somit 11.990 €. Eine 2.000 € Eintauschprämie setzt FIAT auf den eigenen Listenpreis.

Fiat Tipo 2016 001 Erster Test und Fahrbericht
Drei Varianten. Dreimal Fiat Tipo.

Drei Karosserie-Varianten, 4 Motoren und drei Ausstattungslevel

Dass die Limousine den günstigsten Einstieg bietet, liegt am Kunden-Interesse. Im Tipo-Segment (wir Deutschen nennen es die „Golf-Klasse“) fährt die 5-türige Steilheckvariante in den Stückzahlen ganz klar vorneweg, darauf folgt die Kombi-Version, die aber wiederum eigentlich nur wir Deutschen wirklich lieben.

FIAT bietet die jüngste Tipo-Generation gleich in diesen 3 Varianten an. Dem Spießer-Stufenheck, dem klassischen Steilheck und der Pampersbomber-Variante namens Kombi. Unter der Haube stecken Motoren mit einer Leistung von 95 bis 120 PS. Diese Spannbreite teilen sich, für den dt. Markt, zwei Benziner und zwei Dieselmotoren. Für eine erste Testfahrt rund um das FIAT-Herz Turin standen uns der „Steilheck“ und der Kombi zur Verfügung. Dummerweise wird der Kombi erst im 3. Quartal in Deutschland eingeführt, eine offizielle Preisliste ist noch nicht erhältlich. (Stand: 10. Mai 2016)

Die Ausstattungslevel sind „Pop“ für die Basis, darüber rangiert „Easy“ und darüber die Lounge-Variante. Dem in der Türkei gefertigten FIAT Tipo fehlt es in der Preis sensiblen Grundausstattung eigentlich schon an nichts. Billig? Sicher 15″-Stahlfelgen mit Radzierblenden sind auf Neuwagen eher ungewöhnlich geworden, aber hey, es funktioniert auch mit Stahlfelgen. 6 Airbags sind immer mit an Bord, die Außenspiegel sind elektrisch verstellbar und selbst das Lenkrad lässt sich in zwei Dimensionen einstellen. Dazu die Klimaanlage mit Pollenfilter. Ernsthaft, eine ärmliche Ausstattung sieht anders aus. Dazu kommt das gelungene Innenraum-Design. War die eigene Erwartungshaltung vor dem Kontakt mit dem FIAT Tipo noch eher in Richtung: „Ah, der Italiener macht jetzt auf Dacia“, muss man sich danach eher fragen: Warum kann man bei FIAT ein vollständiges Auto zu einem so attraktiven Preis anbieten?

Der Verzicht auf „Premium“ und die Produktion in der Türkei sind wohl ein Teil der Antwort.

Fiat Tipo 2016 003 Erster Test und Fahrbericht
Der 4-Türer mit dem großen Kofferraum. Die Tipo Limousine.

Nicht „Premium“, aber komfortabel! 

Schwarzes Plastik, schwarze Stoffsitze – ja, so wirkt das alles ein wenig trist. Doch ab der „Easy-Ausstattung“ zieht auch ein 5-Zoll Touchscreen-System mit dem „Uconnect-Multimediasystem“ des FCA-Konzerns ein und im Instrumenten-Panel findet sich dann auch ein TFT-Display wieder. Das wirkt dann alles weder ärmlich, noch billig. Und darüber rangiert dann noch die Lounge-Ausstattung. Wobei der Einzug von 16-Zoll Leichtmetallrädern, Chromzierleisten und Tempomat dann auch mit dem Basispreis von 15.990 (5-Türer) erkauft wird. Weit entfernt von teuer. Aber auch nicht mehr dem „Billig-Segment“ und der magischen 10.000 €-Grenze zuzuordnen.

Fiat Tipo 2016 010 Erster Test und Fahrbericht
Der 5-Türer, der wichtigste Tipo.

So fahren sich die MultiJet-Dieseltriebwerke

Theoretisch bietet Fiat drei Benziner und zwei Dieseltriebwerke an. Der eine Benziner ist der in Italien sehr beliebte Motor für Autogas, den hat man sich für Deutschland erst einmal gespart. Bleiben der 1.4 Liter Vierzylinder Benziner mit 95 PS und der T-Jet mit 1.4 Litern, Turboaufladung und 120 PS. Das ganz klar modernere Triebwerk. Zusätzlich steht für die Automatikvariante noch ein 1.6 Liter Vierzylinder-Benziner mit 110 PS zur Verfügung. Den gibt es derzeit leider nur für die Stufenheck-Variante.

Während der Fahrveranstaltung rund um Turin waren die Benzinmotoren eher rar gesät, so dass wir die ersten Meter im neuen Tipo in den beiden Dieselvarianten gefahren sind. Wer sich für den Benziner-Tipo interessiert, wird sich bei Kollegen der anderen Medien umschauen müssen. Leider.

Die beiden Diesel-Triebwerke passen jedoch perfekt zum Tipo. Die Benziner können den guten ersten Eindruck eigentlich nur trüben. Sowohl der kleine 1.3 MultiJet mit 95 PS als auch der 1.6 MultiJet mit 120 PS nageln deutlich hörbar vor sich hin. Erinnert man sich an den Preis, empfindet man das alles jedoch sofort wieder als „sehr relativ“. Dem 1.6 Diesel mit seinen 320 Nm geht, anders als dem 200 Nm starken „kleinen“ Diesel, natürlich alles ein wenig leichter von der Hand. FIAT gönnt dem stärkeren Diesel zudem ein 6-Gang Getriebe, der 95 PS 1.3 MultiJet muss mit deren 5 auskommen.

Wir sind sowohl die Steilheck als auch die Kombi-Variante gefahren und auch wenn beide Fahrzeuge mit einer sehr simplen Fahrwerks-Architektur aufwarten – vorne McPherson, hinten eine Verbundlenker-Achse – so überzeugen beide mit einem extrem ausgewogenen Fahrverhalten. Sehr komfortabel abgestimmt, deutliche Seitenneigung, aber dafür unanfällig für derbe Fahrbahnen und Landstraßen mit groben Flicken. Das Augenmerk lag ganz klar auf dem Bereich: Fahrkomfort. Die Lenkung lässt sich für den Stadtverkehr noch weiter „unterstützen“, der City-Mode hat es auch in den Tipo geschafft. Man braucht diese Unterstützung eigentlich so wenig, wie große Leichtmetallräder mit dünnen, aber breiten Reifen. Der Tipo fährt sich ein wenig wie eine mobile Zeitreise. In eine Zeit, in der Autos vor allem praktisch und komfortabel sein mussten. Als man nicht mit Pseudo-Sportlichkeit punkten wollte.  Das tut gut. Das erdet.

Fiat Tipo 2016 014 Erster Test und Fahrbericht
Der Kombi, Tipo sw, ganz sicher der praktischste Tipo.

Günstig: ja, komfortabel: ja – aber auch innovativ?

Noch stecken Apple CarPlay und Android Auto nicht im Uconnect System, aber FIAT spricht von einer „nahen Zukunft“, in der beide Systeme integriert werden sollen. Prima. Vor allem, wenn man bedenkt, Uconnect ist bereits ab der „Easy“ Ausstattung inklusive.

City-Notbremsassistent und die üblichen 6 Airbags sind auch an Bord, dazu gesellt sich, wer das jeweilige Tech-Paket ordert, dann auch gerne noch das Parkpiepser-Set. Wie gesagt: Einfach nur Dacia kopieren kam zum Glück, trotz der Preisansage, nicht in Frage.

Der 5-Türer, wie ein Golf – nur billiger

Wer sich für den neuen Tipo als Steilheck entscheidet, den großen Diesel und die Lounge-Ausstattung genehmigt, der hat 20.190 € auf dem Wunschzettel stehen. Dafür gibt es dann den 4.37 Meter langen Golf-Gegner mit seinem großen Kofferraum. 440 Liter lassen sich dort im 5-Türer verpacken. Ein VW-Golf mit 1.6 Liter TDI und 110 PS (5-Gang manuell) liegt da mal eben gute 20% darüber. Und da hat man beim freundlichen FIAT-Händler nicht einmal die Preiskeule ausgepackt.

Ernsthaft. Natürlich ist der FIAT Tipo als „Golf-Gegner“ nur schwer zu verschlagworten, zu offensichtlich versucht man es nicht über die Argumentationskette der Talente und Fähigkeiten in Turin, sondern rein über die Preisschiene. Ist es deshalb schlecht? Nein.

Fazit: Anders, weil billig UND gut! 

Ja, er ist billig. Gerade die in Deutschland nicht angesagte Limousinen-Variante ist zu einem fast schon erschreckend niedrigen Kurs erhältlich. Dabei ist der Tipo gut gelungen. Ein gutes Auto. Sicher nichts, was uns schlaflose Nächte einbrockt, aber ein bequemes Auto mit solider Verarbeitung (erster Eindruck), guter Ausstattung (zweiter Eindruck) und problemlosem Fahrverhalten. Manch einer will ja gar nicht mehr von seinem Auto … 

Fiat Tipo 2016 002 Erster Test und Fahrbericht

Günstig soll er sein? Neu? Und FIAT klingt gut? Dann ist der TIPO in seinen drei Modellvarianten die richtige Neuwagenwahl. 

 

Test: Hyundai i30 Turbo – Der „Nicht-GTI“

Erinnern Sie sich an das Baumarkt-Tuning vor 20 Jahren? Oder sind es schon 30? Da gab es diese Turbo-Schriftzüge – nicht nur im Baumarkt – aber vor allem dort. Flugs diese Plastik-Klebebuchstaben gekauft, auf die Heckklappe damit und vor der „Disco“ wurde dann der Parkplatz zur Promenade. Alleine der Schriftzug, 30 PS Plus und von der Ampel weg, nur mit quietschenden Reifen, wegen der vielen Leistung und so.

Test: Hyundai i30 Turbo

Ist das kein GTI?

Bei Hyundai geht man einen völlig gegensätzlichen Weg. Die Sache mit dem Turbo, die macht man nicht für die Show, die macht man, weil es gut ist. Moderne Turbomotoren sind schon lange keine Tuning-Aggregate mit Dampf bis zum Abwinken und ebenso viel Durst. Der Turbo gehört zum Benziner wie Wasserstoff-Peroxyde zum Discoabend auf dem Land. Bei Hyundai hat man nun einen Turbo, der geht, sich aber im Respektabstand zur GTI-Fraktion aufhält. Denn beim i30 Turbo geht es nicht um die Antwort auf die GTI-Frage, sondern mehr um den klassischen GT.

Test Fahrbericht 073 Hyundai i30 Turbo schriftzug

Es scheppert noch immer nicht

Es war der inzwischen nicht mehr im Amt tätige Martin Winterkorn und Ex-Oberste-VW-Lenker Winterkorn, der dem Hyundai i30 eine besondere Solidität bescheinigte! „Do scheppert nix“ sprach es, als er den Hyundai 2011 auf der IAA unter die Lupe nahm. Er bezog es auf die Verstellung der Lenksäule und deren mechanische Fixierung. Es wurde zum Synonym der Qualität bei Hyundai. Und auch wenn der Turbomotor sich nicht an den GTI-Pfunden von VW orientiert, die Qualität und Haptik tut es. Bei geschlossenen Augen wähnt man sich schon lange nicht mehr in einem „billigen Koreaner“.

Der Hyundai i30 ist ein Paradebeispiel für die „sieben Meilenstiefel“, mit denen sich Hyundai auf den Weg gemacht hat, dem „Deutschen Alleskönner“ und „Immer-Gewinner“ das Leben schwer zu machen.

Im Hyundai i30 Turbo kommt zur soliden Verarbeitung noch ein wenig Make-Up. Rote Wangen an den Sportsitzen, ein Schaltknauf mit rotem Inlay, ein rot eloxierter Ring rund um den Startknopf. Ein paar Alupedale und rote Nähte. Nein, ein GTI will er nicht sein. Kann er gar nicht mit seinem 1.6 Liter Turbomotor.

Test Fahrbericht 071 Hyundai i30 Turbo front schräg vorne

Turbo-Druck? Nicht ganz.

186 PS waren mal beeindruckend. Damals. Als man Turbo-Schriftzüge im Baumarkt kaufte. Heute ist es eine minder beeindruckende Leistungsangabe. Hyundai hat den neuen 1.6 Liter Turbomotor sicher nicht „ausgewürgt“. Es geht um vernünftige Leistung, solides Drehmoment und das Ganze soll im Alltag nicht den Durst eines russischen Seemanns toppen. Mit den NEFZ-Wert von 7.3 Litern würde man das auch beweisen.

Wir haben den Hyundai i30 nicht an die Grenzen gebracht. In einer von uns üblicherweise gefahrenen Normrunde haben wir das Drehmoment von 265 Nm genutzt und sind den i30 Turbo eher schaltfaul und gelassen gefahren. Dass man so unter die 8.0 Marke rutscht, hat uns der i30 bewiesen.

Auf den kurvigen Straßen des Spessarts haben die direkt abgestimmte Lenkung, die präzise Abstimmung der Vorderachse und das sehr ausgewogene Verhalten der Dämpfer-Federelemente überzeugt. Man kann den i30 Turbo zügig bewegen, wenngleich der Turbomotor ab 4.000 u/min zugeschnürt wirkt. Aber da ist eben wieder die Einschränkung: Der i30 Turbo ist kein GTI.

Er ist aber auch kein Blender mit einem Turbo-Schriftzug aus dem Baumarkt. Der 1.6 er Turbomotor sorgt für souveräne Fahrleistungen in der Golf-Klasse. Mehr muss ein guter GT nicht drauf haben!

Der 1.6 Liter Turbomotor - ein GT, kein GTI!
Der 1.6 Liter Turbomotor – ein GT, kein GTI!

Und er hat noch etwas anderes gezeigt

Turbo muss nicht bedeuten, den „dicken Max“ raushängen lassen zu wollen. Turbo ist heute ein Synonym für „Effizienz“. Der I30 Turbo besticht durch eine GT-Abstimmung des Fahrwerks, eine solide Verarbeitung, der Erfüllung von Wolfsburger-Qualitätsstandards und dem Spaß an ein wenig „Show“.

Dass sich das Keyless-Go System in der Nacht zu erkennen gibt, die Spiegel klappen aus, die kleinen Umfeldbeleuchtungen gehen an, wenn man mit dem Schlüssel in der Tasche in die Nähe kommt – es wirkt nach Premium. Und es wirkt mehr als nur sympathisch.

Zwei Endrohre am Heck, ein roter Zierstreifen und der Turbo-Schriftzug. Es ist schlicht nicht seine Welt. Er ist viel mehr ein solider Kompakter, gut ausgestattet, mit einem guten Navigationssystem und viel Komfort- dazu ein moderner Motor. Die „Turbo-Show“ führt zu einer Erwartungshaltung, die der i30 nicht erfüllen kann. Das ist schade. Macht den i30 Turbo in der Summe seiner Eigenschaften aber nicht zu einem schlechten Auto!

Hyundai i30 Turbo fahrbericht test

Fazit zum Hyundai i30 Turbo

Bequeme Sitze, ein gut abgestuftes Sechsgang-Getriebe, eine solide Vorstellung beim Thema „Turbomotor“ und ein Fahrwerk mit geglückter Balance. Was will man eigentlich mehr? Wer mehr GTI will, der muss den GTI wählen. Das Original oder alternativ einen Honda Type-R? Der Hyundai i30 erinnert mich in bester Manier an den „alten Golf GT“. Nur mit einer umfangreichen Ausstattung und einer Serien-Ausstattung ,die kaum noch Wünsche offen lässt. Der Basis i30-Turbo kostet 23.850 € – dafür gibt es bei VW nur einen Polo GTI – alternativ einen VW Golf mit 1.4 Liter TSI-Motor und 125 PS.

Soviel auch zu der Frage, wie viel „GTI“ muss der i30 denn eigentlich sein?

Wer zum Basis i30 Turbo noch das Radio-Navisystem mit Rückfahrkamera ordert und das „Smart-Key-Paket“, der bekommt viel Qualität, eine gute Ausstattung und „GT-Feeling“ für 25.900 € – nach Liste!

 

Technische Daten:
Hersteller: Hyundai
Typ: i30 Turbo
Karosserie: Kompaktwagen
Motor: Vierzylinder-Turbo-Benzin-Direkeinspritzer
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.591 ccm
Leistung: 186 PS (137 kW)
Drehmoment: 265 Nm
0 auf 100: 8,0 s
Vmax.: 219 km/h
Verbrauch – NEFZ: 7,3 Liter
CO2-Ausstoß – NEFZ: 169 g/km
Kofferraumvolumen von: 378 Liter
bis: 1.316 Liter
Gewicht: 1.367 kg
Maße: 4.300 / 1.780 / 1.470 mm
Preis: 23.850 EUR

Erste Fahrt: Der neue Opel Astra – der Kompakte aus der Oberklasse

Opel punktet beim neuen Astra mit Innovationen aus der Premiumklasse

Astra 2016: Erste Testfahrten

Junges frisches Design. Der neue Astra für jede Zielgruppe
Junges frisches Design. Der neue Astra für jede Zielgruppe

Insgesamt 29 neue Modelle und 17 neue Motoren wird der Autobauer aus Rüsselsheim bis 2022 auf den Markt bringen und so seinen Weg nach oben weiter unterstreichen. Den Anfang machten die Kleinen, die Einstiegsmodelle. Der nächste Schritt wird vom Astra bestritten. Das mittlerweile in die 5. Generation gehende Fahrzeug wartet mit Innovationen aus der Oberklasse auf und will so neue Standards in der Kompaktklasse setzen. Kombiniert mit einem 6-Stufen-Automatikgetriebe, einer5 Stufen Easytronic 3.0 und einem 5- und 6-Gang-Schaltgetriebe sowie einer Start&Stopp Technologie werden Spitzenverbrauchswerte erwartet. Mit vier Motorisierungen unter der Haube startet der Astra  5-Türer bei einem Grundpreis von 17.260 Euro.

Mit mehr als 24 Millionen Fahrzeugen der Kadett und Astra Modelle (6 Generationen Kadett / 4 Generationen Astra) ist der Astra bereits in der fünften Generation Zugpferd für den Rüsselsheimer Autobauer. Mit seinem abgerundetem sportlichen Design ist der neue Kompakte nicht nur leichter und effizienter als seine Vorgänger. Opel möchte mit der jüngsten Generation seines C-Segment-Fahrzeuges Standards setzen, die bislang nur in Oberklasse-Fahrzeugen zu finden sind. Hierzu gehören sowohl Fahrerassistenz-Systeme als auch Komfortsysteme und Services wie das Opel OnStar, das bereits zur Fahrzeugsicherheit und Vernetzung beiträgt. Hierbei bleibt Opel seiner Philosophie treu. „Über alle Kadett- und Astra-Generationen hinweg hat Opel immer wieder innovative Technologien aus höheren Fahrzeugklassen ins erschwingliche Kompaktsegment geholt“, so Opel Group-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann.

Stefan Beckmann Opel Astra 22-09-2015 (03)_01
Dynamischer Fünf-Türer

Wie schon beim Vorgänger steht der Astra erst in der 5-Türer Karosserievariante zur Verfügung. Beim Hatchback kommen drei Benziner mit mehreren Leistungsstufen und Getrieben sowie einem Diesel mit mehreren Leistungsstufen und zwei Getrieben zum Einsatz. Im Test zwischen Wien und Bratislava konnten wir alle Aggregate mit Schaltgetriebe erfahren. Hierzu gehörten der 1.0 ECOTEC® Direct Injection Turbo ecoFLEX Motor mit der Leistungsstufe 77 kW (105 PS) Start/Stop und einem 5-Gang-Getriebe, der 1.4 ECOTEC® Direct Injektion Turbo ecoFLEX Motor mit der Leistungsstufe 110 kW (150 PS) Start/Stop und einem 6-Gang-Schaltgetriebe, der 1.6 ECOTEC® Direct Injection Turbo Motor mit der Leistungsstufe 147 kW (200 PS) und einem 6-Gang-Schaltgetriebe als auch das Dieselaggregat 1.6 CDTI ecoFLEX mit der Leistungsstufe 100 kW (136 PS) Start/Stop und einem 6-Gang-Schaltgetriebe. Alle Motorisierungen in Verbindung mit ihrem Antrieb überzeugten mit einer souveränen und ausgeglichenen Laufruhe. Fahrgeräusche waren im Innenraum kaum auszumachen. Gerade Straßenunebenheiten und Schlaglöcher wurden vom neu konstruierten Fahrwerk gut gemeistert. Die vorgegebenen 4,3 Liter beim 5-Türer beim 1.0 Liter Motor gemäß Hersteller sind nicht unvorstellbar. So kamen wir mit knapp 0,8 Liter mehr beruhigt ans Ziel.

1.0 ECOTEC® Direct Injection Turbo ecoFLEX Motor mit der Leistungsstufe 77 kW (105 PS) Start/Stop
1.0 ECOTEC® Direct Injection Turbo ecoFLEX Motor mit der Leistungsstufe 77 kW (105 PS) Start/Stop

Beim Platz nehmen scheint sich das ganze Cockpit optisch dem Fahrer zuzuwenden. Alle Instrumente sowie das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende Navigationsgerät bieten nicht zu viel, aber auch nicht zuwenig Information. Die klar gestaltete Front mit langgezogenen horizontalen Linien und dem Instrumententräger als Blickfang und Schaltzentrale sorgt zudem für ein großzügiges Raumgefühl. Dann wirken auch die extrem gut zugeschnittenen Vordersitze nicht nur ergonomisch durchgestylt, sondern geben Halt zu jeder Fahrsituation. Optional im neuen Astra können sie darüber hinaus aktiv kühlen und wärmen und dies sowohl auf den Vordersitzen als auch auf den äußeren Fondplätzen. Darüber hinaus wird per Knopfdruck auch eine Massage angeboten. Reichlich Platz bietet der 5-Türer für bis zu fünf Personen. Das Platzangebot reicht beim Hatchback von 370 Liter bei voller Bestuhlung bis 1210 Liter bei umgeklappten Sitzen. Da geht auch beim Besuch im Baumarkt nichts schief.

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Zentral sitzendes Navigationsgerät – Bedienelemente werden minimiert

Mit dem zentralen Element der Frontkamera, die im neuen Astra in die nächste Generation geht, verbinden die Ingenieure aus Rüsselsheim mehrere Systeme. Eine hohe Bildverarbeitung sowie eine hohe Erkennungsrate lassen die Kamera mehr Informationen aus unterschiedlichen Quellen verarbeiten. In Verbindung mit dem Infotainment-System Navi 900 IntelliLink liefert das Fahrzeug unter anderem exaktere Strecken-Informationen oder nicht ausgeschilderte Geschwindigkeitsbeschränkungen wie zum Beispiel im Stadtverkehr. Im Umkehrschluss registriert das System beim Verlassen des Stadtgebietes die landesspezifischen Tempolimits und zeigt diese im Display an. Ihre weitere Funktion zeigt uns die Front-Kamera in Kombination mit dem im Astra neuen Spurassistenten mit aktiver Lenkkorrektur (das System arbeitet bei einer Geschwindigkeit von 60 bis 180 km/h) und dem Frontkollisionswarner mit situationsabhängig abgestuften Gefahrenbremsungs-Modi. Wir konnten am Lenkrad drei Empfindlichkeitsstufen einstellen, an denen sich der Frontkollisionswarner orientiert – nah, mittel und weit.

Weitere Highlights aus der Oberklasse, die Opel auch den Kunden der Kompaktklasse zur Verfügung stellen möchte, sind das OnStar Service und das neue Matrix-Licht. Mit dem IntelliLux LED® Matrix Licht fuhren wir ununterbrochen mit Fernlicht, ohne entgegenkommende Fahrzeuge zu blenden. Es werden 16 individuelle LED-Elemente angesteuert. Bei entgegenkommenden Fahrzeugen werden dann nur einzelne LEDs ab- und zugeschaltet. Es entsteht nicht nur ein längerer und breiterer Lichtkegel, sondern darüberhinaus sind ein blendfreies Fernlicht und optimale Beleuchtung garantiert. Mit diesem Feature will Opel einen weiteren Schritt für ein sicheres und entspanntes unfallfreies Fahren gehen.

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Der Opel Astra, von Anfang an mit dem OnStar Komfortsystem.

Beim OnStar Service will Opel fortführen, was bereits seit einigen Jahren auf den Märkten in den USA, Mexiko, Kanada und China erfolgreich eingesetzt wird. Bereits ab Marktstart diesen Jahres ist der Service im Astra erhältlich. Mit einem 4G- bzw. LTE-Netz wird das Fahrzeug zum WLAN-Hotspot, der in das Elektroniksystem integriert ist. Eine spezielle Außenantenne sorgt für maximale Reichweite. Es werden umfangreiche Services, Notfall-und Pannenhilfe angeboten. Mit einem Call-Center im englischen Luton verbunden, das erfreulicherweise nicht mit Sprachcomputern besetzt ist, wird dem Fahrer die angefragt Route zu einem bestimmten Restaurant oder die nächste Tankstelle auf das Navigationssystem geladen. Aber auch eine Fahrzeugdiagnose ist möglich.

Einstieg beim neuen Astra bildet die Ausstattungslinie „Selection“ mit einem Grundpreis von € 17.260 beim 5-Türer. Dem Kunden erwartet bereits hier eine üppige Grundausstattung, die so schnell keine Wünsche offen lässt. Über die Ausstattungslinien „Edition“ und „Dynamic“ kann die Topausstattung „Innovation“ alle Kundenwünsche erfüllen, sodass nur wenig Platz für Zusatzausstattung bleibt. Während der 5-Türer ab dem 10. Oktober beim Händler steht, ist der Sports Tourer erst im Frühjahr 2016 verfügbar.

Fazit:

Mit einem Einstiegspreis von € 17.260 setzt der neue Opel Astra ein klares Zeichen, dass Fahrzeuge der Kompaktklasse mit Innovationen der Oberklasse zu moderaten Preisen erhältlich sind.

 

Mit dem 1.6 Diesel zurück nach Wien
Mit dem 1.6 Diesel zurück nach Wien

 

Opel Astra 1.0 ECOTEC® Direct Injection Turbo ecoFLEX.

Verkaufsstart:  10. Oktober 2015
Basispreis:  Ab 17.260 €
Motorleistung:  77 kW (105 PS Benziner)
Antrieb und Getriebe:  5-Gang-Schaltgetriebe
Beschleunigung:  11,2 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  4,4 Liter / 100 km Benzin
Höchstgeschwindigkeit:  200 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.370, 1.871, 1.485, 2.662 mm
Fotos im Artikel: Stefan Beckmann Titelbild: Stefan Beckmann

Vorstellung: Der neue Opel Astra

Die Astra Matrix

Als 1999 der Film „The Matrix“ in die Kinos kam, löste er einen Hype aus. Neue Technologien und Effekte, dazu ein cooler und lässiger Keanu Reeves, den zumindest die Frauen damals begehrten. Mit dem neuen Opel Astra, intern Astra K genannt, dem Modell-ABC folgend, das 1965 in der Kompaktklasse mit dem Kadett A begann, möchte man eben solche Begehrlichkeiten wecken, um wieder näher an den Konkurrenten VW Golf ranzukommen.
Wobei, über 24 Millionen verkaufte Opel Kadett und Astra sind eine mehr als starke Leistung im Kompaktwagensegment, mit der man sich nicht verstecken muss. Die Marke Opel stand seit jeher für die Mobilität vieler sozialer Schichten und hat neueste Technologien, auch die der Oberklasse, für viele Neuwagenkäufer „normaler Fahrzeugklassen“ erschwinglich gemacht.
Wenn im Herbst auf der Frankfurter IAA (17. bis 27. September 2015) der neue Opel Astra seine Weltpremiere feiert, werden viele auch erstmals im Schein des neuen Opel IntelliLux LED Matrix Lichtes stehen können. Diese Technik gilt als Novum in dieser Klasse und ist für 1.150 Euro bestellbar. Mehr Licht und somit mehr Sicherheit sind bestimmt wichtiger, als das Kreuzchen bei 19 Zoll Alufelgen zu setzen, die Opel beim neuen Astra auch nicht mehr anbietet.

Aber was ist das IntelliLux LED Matrix-Licht genau?
Bei der exklusiven Vorab-Präsentation des neuen Opel Astra im Werksgebäude K48 der Opelwerke in Rüsselsheim erklärt es uns Opel Lichtingenieur Frank Langkabel explizit.
„Das aus 16 Elementen – acht auf jeder Fahrzeugseite – bestehende neue Voll-LED-Matrix-System passt die Länge des Lichtstrahls und die Verteilung des Lichtkegels automatisch und kontinuierlich jeder Verkehrssituation an. Dafür arbeitet es im Zusammenspiel mit der Opel-Frontkamera „Opel-Eye“. Sobald das Fahrzeug die Stadt verlässt, schaltet sich standardmäßig und dauerhaft das Fernlicht ein, ein entscheidendes Plus für die Sicherheit, wie eine Untersuchung der Technischen Universität Darmstadt und der europäischen LightSightSafety-Initiative zeigt. Das Ergebnis: Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h nimmt der Fahrer Objekte am Fahrbahnrand 30 bis 40 Meter früher wahr als mit konventionellem Halogen- oder Xenon-Abblendlicht. Damit hat er rund 1,5 Sekunden mehr Zeit, um entsprechend – etwa auf über die Fahrbahn wechselndes Wild – zu reagieren“.
In einer abgedunkelten Nebenhalle können wir uns selbst davon überzeugen, wie blendfrei und dennoch heller als herkömmliche LED-Systeme das neue Matrix-Licht IntelliLux LED leuchtet. Dabei sogar noch effizienter und langlebiger als bisherige Lichtsysteme.

Premiere neuer opel astra bernd schweickard mein auto blog (5)

Connection please!
Eine weitere Premiere im Kompaktwagensegment wartet im Innenraum auf uns. Die nächste Generation des IntelliLink-Infotainment-Systems bietet mit „Android Auto“ und „Apple CarPlay“ beste „Mensch zu Auto-Vernetzung“ am Puls der Zeit. Gesteuert wird dies über ein  je nach Ausstattung sieben oder acht Zoll großes Touchscreen-Display, das mittig auf der Instrumentkonsole thront. Optisch ähnlich einem Tablet, erreichen Fahrer und Beifahrer beide gleich gut das intuitiv steuerbare Modul. Toll, dass die Opel-Ingenieure kleine Tücken des Alltags aufnehmen und umsetzen, wie bei der kleinen „Halte-Leiste“ unterhalb des Displays. Eigentlich nur eine Zierleiste, doch im Bereich unterhalb des Displays so ausgeformt, dass man die Hand mit dem kleinen Finger dort abstützen kann, während man mit dem Zeigefinger den Touchscreen bedient. Damit ist das Problem gelöst, dass man während der Fahrt bei unebener Strecke trotz gutem Fahrwerks oftmals leicht beim Bedienen verrutscht.

Mit den Sternen
Der neue persönliche Online- und Service-Assistent Opel OnStar wird mit dem neuen Opel Astra auch in Deutschland eingeführt. Opel OnStar bietet den Kunden ein breites Angebot an Sicherheits- und Komfortdiensten. Fahrer und Passagiere können Opel OnStar rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichen. Ob für den Pannenservice oder andere Dienstleistungen, ein Mitarbeiter ist immer persönlich zur Stelle. Zusätzlich wird der neue Astra dank Opel OnStar zum mobilen und leistungsstarken 4G/LTE WLAN-Hotspot. Bis zu sieben Endgeräte vom Smartphone bis zum Tablet lassen sich an das System koppeln.

Mit dem neuen Opel Astra kommt die völlige Vernetzung nun endgültig auch in die Kompaktklasse und sorgt für den nötigen Entertainment-Lifestyle.

Verbindung 1.0
Aber hat ein modernes Auto so gar nichts mehr mit früheren Autos zu tun? Wir gehen auf Spurensuche und entdecken unter der Motorhaube eine Verbindung vom neuen Astra K zum Ur-Vorfahren Kadett A. Neben zahlreichen neuen Motoren, die von 95 PS bis 200 PS lieferbar sind, ist der neue Astra auch mit dem vor kurzer Zeit vorgestellten 1.0 Ecotec Turbo-Motor zu haben, der den Astra laut Opel zum saubersten und sparsamsten benzingetriebenen Modell der umkämpften Kompaktklasse macht. Damit gibt es nach dem 1.0 Liter Motor im Kadett A nun wieder einen 1.0 Liter Motor in einem kompakten Opel. Allerdings bringt er mit 105 PS mehr als doppelt so viel Leistung an die Antriebsräder wie vor 50 Jahren.
Nach dem heutigen Ersteindruck könnte die „Opel-Astra-Matrix“ aus Preis, Technik und Qualität ab Herbst 2015 wieder aufgehen.

Premiere neuer opel astra bernd schweickard mein auto blog (14)

Infos zum Urahn Kadett A:

1962-1965: Opel Kadett A – Fürs Wirtschaftswunder
Großer Kofferraum und viel Platz für vier Personen: neuer, drehfreudiger Motor und geringe Unterhaltskosten sind das Erfolgsrezept des Kadett A. Fast 650.000 Autos baut Opel von 1962 bis 1965. Die Linienführung des zweitürigen Stufenheck-Modells ist sachlich-modern: Die Gürtellinie liegt tief, die großen Glasflächen sorgen für gute Übersichtlichkeit. Eine über die gesamte Seitenlinie laufende Zierleiste betont die gestreckte Form. Die vorderen Kotflügel laufen in die Scheinwerfer aus und die hinteren Enden sind als „Peilecken“ ausgebildet. Die Platzverhältnisse im Innenraum verblüffen bisherige Kleinwagen-Fahrer. Der Kofferraum ist ein richtiges Gepäckabteil und – der Tankverschluss liegt außen! „Opel Kadett kurz gesagt: O.K.“, loben die Werbetexter, die sich auch einen Seitenhieb auf den Hauptkonkurrenten aus Wolfsburg nicht verkneifen können. „Nie haben Sie Benzingeruch im Kofferraum“, heißt es mit einem Augenzwinkern. Mit seinem modernen wassergekühlten Frontmotor bietet der Kadett einen weiteren konstruktiven Vorteil gegenüber dem Käfer: 40 PS leistet der 993 cm3 große Vierzylinder und treibt ab März 1963 auch den neuen Kadett Caravan an.

 

 

 

 

 

Text: Bernd Schweickard  © Foto: Opel, Torsten Weigl, Bernd Schweickard

Premiere: Der neue Opel Astra

Aus die Maus, die Krisen sind vorbei. Zumindest in Rüsselsheim. Bei Opel dampft man mit Vollgas voraus, es geht wieder vorwärts – Kopf hoch! Das Ergebnis der guten Stimmung in Rüsselsheim ist ein Opel Astra, der in seiner jüngsten Generation näher am Segments-König dran ist als je zuvor  – oder ist der neue ASTRA gar der bessere Wagen für das Volk?

Schlägt Rüsselsheim jetzt endlich Wolfsburg?

Der neue Astra, der beste Golf aller Zeiten?

Die fünfte Opel Astra Generation, der fünfte Anlauf, den Volkswagen Golf vom Sockel zu stoßen. Aber nicht, wenn es nach Opel selbst geht, da will man sich nur auf dem Podium der „3 besten Kompakten“ wiederfinden. Wir haben uns den neuen Astra genauer angeschaut und haben Talente und Fähigkeiten gefunden, die für eine Zeitenwende sprechen. Der neue Astra könnte der beste Golf aller Zeiten werden.

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Das Design – den kürzeren gezogen?

Design kann man schön schreiben und man kann es schlecht reden. Fakt ist, der neue Astra läutet auch einen Philosophie-Wechsel ein. Er ist kleiner als sein Vorgänger, in der Länge fehlen fünf Zentimeter, in der Höhe fehlen zwei Zentimeter und im ganzen wirkt er deutlich straffer. Fast würde man dem Designer das Wort „sehnig“ nachplappern.

Dass der neue Astra nicht mehr die Plattform für ein Cabrio (Cascada) und auch nicht für einen Van (Zafira) spielen muss, lässt sich auf der Waage ablesen – nicht nur beim „empfundenen Design“.

Von vorne wirken die optional erhältlichen Matrix-Led Scheinwerfer extrem edel und wertig, die Chromspange des Kühlergrills verbindet beide Leuchten und lässt die Front drahtig wirken. Beim Dach wollten die Designer in Rüsselsheim die neue Leuchtigkeit des Fahrzeuges darstellen. Eine flüchtig verlaufende Chromleiste lässt das Dach oben schweben und sorgt für eine neue Dynamik. An der C-Säule verleiht eine schwarze Blende den Eindruck eines fliegendes Dachs. Der neue Astra wirkt geduckt, er wirkt sportlich. Dynamisch. Ziel erreicht.

Dass dabei ein wenig Hyundai, ein wenig Kia, ein wenig BMW, ein wenig „irgendwas“ mitschwingt, geschenkt!

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Platz genommen

Der erste Eindruck zählt und der ist gut. Bei der Gestaltung des Innenraums ist den Opel-Mannen ein großer Sprung gelungen. Klar und aufgeräumt, gar richtig funktional wirkt das Cockpit. Vorbei das Knöpfchen-Massaker rund um Radio und Mittelkonsole und auch die Königsfuge wirkt nun wie aus einem Guss. Königsfuge? Nie gehört? Es beschreibt den Bereich zwischen Armaturenträger und Türverkleidung. Der Vorgänger konnte sich in diesem Bereich nicht entscheiden, was er sein wollte, Sägezahn-Tiger oder Riesen-Schlucht. Das ist nun Geschichte. Gut gemacht, Opel.

Das Cockpit bekam eine schicke Blende über die gesamte Breite verpasst, ein gern genutztes Instrument im Bereich Innenraum-Design, um die Breite zu betonen und den Raum luftiger wirken zu lassen. Im Falle des neuen Opel Astra kommt noch eine zierliche, leicht geschwungene Chromleiste hinzu. Das sieht nicht nur gut aus, es wirkt auch gut!

Das moderne Multimedia-Display verbindet sich dank Apple Car Play und Android Auto fast nahtlos mit dem eigenen Smartphone und die hohe Platzierung im Cockpit sorgt für wenig Ablenkung beim Blick darauf.

Schalter haben die Rüsselsheimer nur noch fein dosiert über das Cockpit verteilt und dabei clever sortiert. So lässt es sich auf den optionalen „AGR-Sitzen“ (Sitze entwickelt, um den Rücken ideal zu stützen) aushalten. Nichts verwirrt. Alles fühlt sich eine Klasse besser als bisher an! Selbst das noch immer verwendete Hartplastik wirkt weniger billig. Muss man auch erst einmal hinbekommen.

Die Ladeluke hinten ist breit, die Ladekante jedoch ein wenig zu hoch – gefühlt – und auch der Laderaumboden zu tief. Da dürften Wasserkästen im Auto liegen bleiben – vermutlich fehlte beim ersten Presse-Fahrzeug jedoch ein Einlegeboden, am Rande der Verkleidung sah es so aus, als wäre dort Platz für eine „Zwischenebene“ gewesen. (Bei den sommerlichen Temperaturen während der Präsentation haben wir das vergessen zu klären!)

Moderne Zeiten – Moderne Technik

Der Opel Astra wird der erste Opel sein, der in Serie mit dem neuen Assistenzsystem „Opel OnStar“ ausgeliefert wird. Er wird zudem der erste Kompakte sein, der mit einem hochmodernen Matrix-LED Licht erhältlich ist. Mit dieser Lichttechnik spielt Opel im Segment der Kompakten eine Führungsrolle. Zum ersten Mal gibt es überhaupt ein Matrix-LED-Licht für diese Fahrzeugklasse.

Und dazu gesellen sich moderne Motoren unter der Haube. Vom Flüsterdiesel bis zum Turbo-Benziner, mal mit drei, mal mit vier Zylindern. Insgesamt sieben Leistungsstufen stehen vom Start weg im Angebot.

Bei den alternativen Antrieben, Hybrid, Plug-In oder gar Elektro schweigt Opel im Augenblick noch, hier bleibt aber zu erwarten, dass erst einmal nichts passiert. Dazu sind die Rüsselsheimer zu sehr auf Kosten und Nutzen getrimmt.

Effizienz ist ein gutes Stichwort für den neuen Astra. Mit einem sehr guten cW-Wert von 0.27 lässt sich der neue Astra auch auf der Langstrecke sparsam durch den Wind schieben, die sparsamste Variante belässt es bei 90 Gramm CO² je Kilometer.

Fehlt uns:

Das adaptive Fahrwerk steht derzeit nicht in den Aufpreislisten, bleibt abzuwarten, ob diese Dämpfertechnik später nachgereicht wird. Auch ein Hybrid wäre eine zusätzliche Botschaft in Richtung Zukunft und dass man bei Opel einem Wandlerautomaten in dieser Klasse den Vorzug gibt, verwundert. Aber hier wird eine erste Testfahrt nach der IAA für Klarheit sorgen!  Dann fehlen die „Aha-Momente“ im Motorenbereich. Ja, aktuelle Triebwerke, aber wo bleiben die Emotionen? Denkt noch jemand an GSI und OPC?

Opel OnStar - Nur echt mit "german angst button" ...
Opel OnStar – Nur echt mit „german angst button“ …
Fazit:

Der neue Astra wirkt „solide“ und „deutsch“. Pragmatisch und sinnvoll, im Innenraum überzeugt er durch Sachlichkeit und Konzentration auf das Wesentliche. Das sind typische Golf-Werte. Erstmalig wirkt der neue Astra bei der Präsentation auf der „Höhe“ der Golfzeit – allerdings wird man in Rüsselsheim schnell nachlegen müssen, mit nur einem Überaschungs-Treffer wird man nicht die ganze Schlacht entscheiden!

 

Der Nissan Pulsar 1.2 DIG-T im Test

Eigentlich hatte Nissan den Kampf um Marktanteile im Segment der kompakten Steilhecklimousinen schon aufgegeben und positionierte sich Mitte der Nuller-Jahre lieber knapp neben der Mainstream-Spur. Mittlerweile ist der japanische Hersteller aber wieder so weit etabliert, dass auch wieder Zeit und Energie für einen Angriff in der klassischen Kompaktklasse vorhanden ist. Der neue Pulsar trifft in dieser Klasse auf zementierte Machtverhältnisse, die es nun zu knacken gilt. Und mit dem 1.2 Turbo-Vierzylinder bietet Nissan einen interessanten Motor im Pulsar an. Ein Blick unter die Haube wird notwendig!

So viel Platz muss sein!

Test- und Fahrbericht: Nissan Pulsar 1.2T im Test

Optisch wirkt der Pulsar im Vergleich zu den neuen Segments-Schönlingen Mazda 3 oder Seat Leon zwar etwas füllig, dafür bietet die hochbauende und langgezogene Karosserie deutlich mehr Platz als bei den Konkurrenten. Vor allem hinten, wo selbst zwei große Erwachsene ausreichend Raum für Knie und Kopf vorfinden. Nissan spricht sogar von der größten Beinfreiheit im Segment (692 Millimeter). Das glaubt man auch, ohne direkt in den nächsten Mitbewerber einzusteigen. 385 Liter Kofferraumvolumen sind zudem ein guter Wert. Störend ist hier nur die Kante, die sich bildet, sobald man die Rücksitzbank umlegt. Der Pulsar verlässt sich hier zu sehr auf die großen Zahlen nach VDA-Norm, statt in Variabilität zu investieren. So würden nicht nur chronische Alleinfahrer eine in Längsrichtung verschiebbare Rückbank begrüßen. Damit würde man bei Bedarf das Gepäckabteil vergrößern und den Knieraum verkleinern. Dann könnte man sich eventuell auch eine Lösung für den tiefen Laderaum einfallen lassen. Denn die Ladekante ist relativ hoch.

Sitz, Platz, Raum

Praktisch hingegen ist das Cockpit eingerichtet. Schalter und Taster sind sinnvoll geordnet und gut erreichbar, was auch für den Motor-Start-Knopf in der Mittelkonsole gilt, der sich nicht wie sonst üblich, im toten Winkel des Lenkrads versteckt. Auch Materialauswahl und Verarbeitung wissen zu gefallen. Hier hat Nissan einen großen Schritt gemacht. Unterm Strich ein unaufgeregter Innenraum, ja durchaus eher praktisch als schön, damit mehr nüchterner Arbeitsplatz als verspielter Pilotensessel, aber die Zielgruppe dürfte genau das nicht weiter stören.

Wie man bereits bei der ersten Sitzprobe merkt, will der Pulsar kein Dynamiker sein. Stattdessen möchte er den kommoden Gleiter geben, was ihm nicht zuletzt dank seines langen Radstands gut gelingt. Engagierterem Fahren steht die um die Mittellage gefühllose Lenkung entgegen und im Stadtverkehr nervt die fehlende Bereitschaft, nach der Kurvenausfahrt einigermaßen zackig in die Mittellage zurückzukehren. Dafür sind die Sitze erste Klasse. Langen Fahrten nehmen die zusammen mit Experten der NASA entwickelten Vordersitze den Schrecken. Angst vor Rückenschmerzen muss hier niemand haben.

Nissan Pulsar 1.2 DIG-T 15 Test Fahrbericht Herstellerfotos

Brumm, pfeif, zisch

Passend zum entspannten Charakter säuselt der kultivierte 1,2-Liter-Benziner im normalen Alltag einfach leise vor sich hin. Im Innenraum vernimmt man nur ab und an das Pfeifen des Turbos. 85 kW/115 PS und 190 Nm Drehmoment packt der Vierzylinder bei Bedarf aus, allerdings nur, wenn man fleißig im manuellen Getriebe rührt. Der kleine Motor ist in dem großen Auto kein Temperamentsbolzen und kann sich in den Gängen vier bis sechs kaum noch aus der Umklammerung der langen Übersetzung befreien. Das wird dann allerdings mit einem guten Ergebnis an der Tankstelle belohnt.

Effizienz:

[tabgroup]
[tab title=“Alltagsfahrer“]Der Pulsar macht das „Sparen“ leicht. Im Alltag sind 5.3 Liter eher die Norm denn die Ausnahme.[/tab]
[tab title=“Öko-Experte“]Wer sich richtig ran hält, der drückt den Verbrauch auf 4.8 Liter je 100 km.[/tab]
[tab title=“Ohne Rücksicht“]Vollgas-Attacken auf der Autobahn pariert der 1.2 Turbo mit erträglichen 7.8 Litern.[/tab]
[/tabgroup]

Der Alltag

Auf der Haben-Seite stehen ganz klar die Platzverhältnisse und die gelungene Haptik im Innenraum. Der Pulsar spielt den unaufgeregten Mobilitätspartner und sein kleiner Turbo-Benziner passt gut zu diesem Charakter. Das leichte Turbofauchen gefällt, die lange Getriebeübersetzung ist jedoch hinderlich beim täglichen Sprint.

Beim Multimedia-Display könnte man ein bis zwei Zoll oben drauf legen, dafür gefällt dann wiederum das Multifunktions-Display im Cockpit. Zudem passen die Ausstattungsmöglichkeiten. Hier bietet der Pulsar ein breites Angebot an Sicherheits- und Assistenzsystemen. Dazu gehört auch der City-Notbremsassistent.

Wer sich mit dem Pulsar, animiert vom tollen Sitzplatz hinter dem Lenkrad, in die Kurven-Action wirft, der wird jedoch vom eher weichen Fahrwerk früh eingebremst. Wie gesagt, hier bevorzugt man eben die weniger hektische Nummer.

Fazit:

Viel Raum – auch für ein paar Verbesserungen

Wer auf ein luftiges Raumgefühl steht, findet viele Argumente für den Kauf des neuen Pulsar. Ansonsten bietet der kompakte Nissan eher pragmatischen Durchschnitt – ausgerechnet in einer Klasse mit derart starker Konkurrenz. Trotzdem hat er seine Berechtigung, zumindest als strategisches Modell für die Händler der Marke. Der Pulsar wird die Kunden anlocken, die der modische SUV erst einmal nicht anspricht.

Und am Ende zieht es den Kunden dann vermutlich doch zum Nissan Qashqai.

 

 

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Nissan Pulsar

1.2 DIG-T 6-Gang manuell

Bauart 4-Zyl Reihenmotor, Turbo, Direkteinspritzer
Hubraum 1.197 ccm³
Leistung 115 PS / 4.500 U/min
Kraft 190 Nm / 2.000 U/min
Getriebe 6-Gang manuell
Antriebsachse Vorderachse

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.387 / 1.768/ 1.522
Radstand 2.700
Leergewicht 1.290
 Wendekreis 11.3 m
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 10,7 sec
Normverbrauch 5.0 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Kosten“]

Basispreis 20.580€
Testwagenpreis
Versicherung
KFZ-Steuer  –
Rabatt-Chance hoch
Wiederverkaufswert mittel

KFZ-Versicherungsrechner

[/toggle]

 

[notification type=“notification_info“ ] Die Fotos sind Nissan Presse-Bilder.[/notification]

Fahrzeugklassen – Die Erklärung

Kleinstwagen

Im Fahrzeugsegment unterscheidet man die einzelnen Automodelle nach einzelnen Klassen. Die erste und kleinste Klasse wird dabei nach dem Kraftfahrzeugbundesamt Kleinstwagen, von der Europäischen Kommision Segment A, genannt.

Was zeichnet die Kleinstwagen aus?

Zum einem haben diese Kleinstwagen, die übrigens eine hohe Beliebtheit aufweisen, im Neufahrzeugsektor einen erschwinglichen Neupreis. Im Gegenzug besitzen sie nur eine geringe Ausstattung. Ebenfalls eine Einschränkung gibt es im Bereich des Platzangebotes, denn ein Kleinstwagen ist um vieles schmaler und kleiner als ein Fahrzeug der Mittelklasse.

Die meisten Kleinstwagen besitzen 4 Sitzplätze, wodurch das Kofferraumvolumen sehr eingeschränkt ist. Die Motorleistung der Kleinstwagen hat sich in den vergangenen Jahren stark gebessert, ist jedoch noch immer recht gering. Nach heutigen Preissegmenten kostet ein Kleinstwagen zwischen 9.000 und 14.000 Euro.

Die Kooperation mit Partnern im Kleinstwagensektor

Um den geringen Anschaffungspreis aufrecht halten zu können, dem Kunden aber trotzdem ausreichend Komfort zu bieten, schließen sich viele Hersteller bei der Entwicklung der Kleinstwagen zusammen. Das dazugehörige Konzept nennt man Badge-Engineering oder auch Plattform-Strategie.

Fahrzeuge, die mit der Badge-Engineering Strategie hergestellt und entwickelt wurden, haben häufig ein sogenanntes „Zwillings“ Fahrzeug, welches lediglich etwas an der Karosserie verändert wurde.

Beispiele hierfür sind:

  • Aston Martin Cygnet und Toyota iQ
  • Seat Arosa und VW Lupo
  • Suzuki Alto, Maruti A-Star, Mazda Carol und Nissan Pixo

Fahrzeuge, die mit der Plattform-Strategie entwickelt wurden, besitzen die gleiche maschinelle Grundform und einen anderen Karosserietyp.

Beispiele hierfür sind:

 

Kleinwagen

Als Kleinwagen bezeichnet man alle die Fahrzeuge, die sich zwischen den Kleinstwagen und der Kompaktklasse befinden. Im Fahrzeugsegment der europäischen Kommission bildet diese Klasse das B-Segment. Beliebt sind diese Fahrzeuge, ähnlich wie die Kleinstwagen, wegen ihrem erschwinglichen Neupreis, der sich zurzeit zwischen bei 12.000-18.000 Euro bewegt. Trotz dieses geringen Preises handelt es sich um Fahrzeuge, die einen relativ hohen Komfort bieten.

Was zeichnet die Kleinwagen aus?

Der geringe Neupreis schlägt sich auf die Ausstattung und das Platzangebot nieder. Die meisten Kleinwagen sind so konstruiert, dass vier Personen genügend Platz besitzen und trotzdem ein ausreichendes Kofferraumvolumen zur Verfügung steht. Wenige Vertreter bieten auch fünf Personen Platz (beispielsweise Suzuki Swift).

Die Kleinwagen gibt es als Drei- oder als Fünftürer. Die Motorleistung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Die Bauform der Fahrzeuge ist praktisch angelehnt und wurde in den vielen Jahren der Entwicklung mehrfach geändert.

Die Marktsituation der Kleinwagen

Kleinwagen bieten einige Aspekte, die für die Anschaffung sprechen. Ein Aspekt bezieht sich auf die Parkplatzsuche in Ballungsräumen. Der Kraftstoffverbrauch und die Insassensicherheit sind bei einem solchen Fahrzeug recht akzeptabel.

Aktuelle Modelle in diesem Fahrzeugsegment sind:

Die Anschaffung eines Kleinwagens kann durchaus vorteilhaft sein. Annehmbare Preise, eine hohe Sicherheit und eine geringe Größe machen diese Fahrzeuge mit zu den beliebtesten Fahrzeugen am Markt. Die Anzahl der Neuzulassungen ist dabei in den vergangenen Jahren essenziell angestiegen.

 

Die Kompaktklasse

Fahrzeuge in der Kompaktklasse sind zwischen der Kleinwagensparte und der unteren Mittelklasse angesiedelt. Die Kompaktklasse ist bei vielen Fahrzeugkennern auch als untere Mittelklasse bekannt. Im Fahrzeugbereich der Europäischen Kommission bezeichnet man die Kompaktklasse als C-Segment.

Die letzten Statistiken haben gezeigt, dass die meisten Neuzulassungen in diesem Fahrzeugsegment auf die gewerbliche Nutzung zurückzuführen sind, obwohl der Neupreis eines Kompaktfahrzeuges bei 17.000 bis 24.000 Euro noch erschwinglich erscheint. Hierbei zählen der Toyota Corolla und der Ford Focus zu den am meisten verkauften Fahrzeugen.

Die Merkmale der Kompaktklasse

Die Kompaktklasse zeichnet sich durch das markante Heck aus. Dieses wird von den Herstellern als Schrägheck angelegt. Zusätzliches Merkmal der Kompaktklasse ist die Beladung des Innenraums durch die Heckklappe hindurch und eine höhere Motorleistung im Verhältnis zum Gewicht des Fahrzeuges.

Fahrzeuge dieser Segmentbereiche sind durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gekennzeichnet, bieten eine gute Motorleistung und gewährleisten ausreichend Platz im Innen- und Kofferraum.

Die Fahrzeuglänge hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert und beträgt heute zwischen 4,15 und 4,50 Meter. Die Fahrzeuge werden im Regelfall bis zu 30.000 Euro gehandelt.

 

Die Abgrenzung zur Mittelklasse

Laut Kraftfahrzeugbundesamt sind Fahrzeuge mit einem Stufenheck nicht unbedingt der Mittelklasse zuzuordnen, auch wenn sie fälschlicherweise immer wieder als solche bezeichnet werden. Fahrzeuge mit Stufenheck können auch der Kompaktklasse zugeordnet werden, ausschlaggebend sind Länge und Leistung des Fahrzeuges.

Beliebte Modelle der Kompaktklasse sind:

 

Die Mittelklasse

Die Mittelklassefahrzeuge sind zwischen den Kompaktklassefahrzeugen und den Fahrzeugen in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Im Segment der Europäischen Kommission nennt man diese Klasse auch D-Segment. Sie werden hauptsächlich von Unternehmen gekauft. Der Anteil an Privatpersonen, die sich einen Mittelklassewagen zulegt, ist eher gering.

Die Preise der Mittelklassefahrzeuge decken ein breites Spektrum ab und pendeln sich zwischen 20.000 Euro und 40.000 Euro ein. Von der Mittelklasse spalten sich geschichtlich gesehen die Kompaktklasse, oft auch als untere Mittelklasse bezeichnet, und die obere Mittelklasse ab.

Die Merkmale der Mittelklasse

Die meisten Mittelklassefahrzeuge werden als Fünftürer Limousine mit einem Stufenheck angeboten. Es gibt jedoch auch Hersteller, die diese Fahrzeuge als Kombi Variante anbieten. Als Basis Motorisierung dient auch heute noch häufig der Vierzylindermotor. Es gibt jedoch gegen Aufpreis auch andere Motorstärken, die PS Zahlen liegen im Durchschnitt zwischen 102 und 122 und sind eher für lange Strecken ausgelegt.

Bei vielen Herstellern endet die Produktpalette bei der Mittelklasse. Grund dafür sind steigende Benzinpreise und das steigende Desinteresse der Kunden an zu großen Fahrzeugen. Die Mittelklassefahrzeuge zeichnen sich zusätzlich durch viel Platz im Innenraum und einen gewissen Luxus aus.

Beliebte Fahrzeuge in Deutschland sind:

 

Die obere Mittelklasse

Die obere Mittelklasse ist laut Kraftfahrzeugbundesamt die zweithöchste Fahrzeugklasse. Sie liegt zwischen der Mittelklasse und der Oberklasse. Im europäischen Segment ist die obere Mittelklasse im E-Segment angesiedelt. Erstmalig tauchte die Bezeichnung obere Mittelklasse in den 1980er Jahren auf und sollte dazu dienen Fahrzeuge, die höherwertiger waren als die reine Mittelklasse, zu klassifizieren.

Der Verkauf dieser Fahrzeuge ist laut neuesten Statistiken im Bereich der Unternehmen am stärksten. Privatpersonen fühlen sich nur noch wenig von der Klasse angezogen, es sei denn, die obere Mittelklasse soll als Familienfahrzeug dienen.

Das zeichnet die obere Mittelklasse aus

Die obere Mittelklasse hebt sich von der Mittelklasse und der Oberklasse ab, denn sie besitzt mehr Komfort als die Mittelklasse, aber immer noch nicht ausreichend, um in die Oberklasse eingeteilt zu werden.

Die Neupreise der oberen Mittelklasse liegen zwischen 30.000 Euro und 95.000 Euro. Die obere Mittelklasse wird fast immer als Fünftürer verkauft. Zudem besitzen die Fahrzeuge häufig ein Stufenheck, sie sind aber auch als Kombi erhältlich. Der Innenraum und der Kofferraum sind im Regelfall großzügig geschnitten und bieten Platz für die komplette Familie.

Zu den beliebtesten Fahrzeugen der oberen Mittelklasse in Deutschland gehören:

 

Die Oberklasse

Die Oberklasse ist unter der Bezeichnung des Kraftfahrzeugbundesamtes die höchste Fahrzeugklasse und wird in der Europäischen Kommission als Luxusklasse oder F-Segment bezeichnet. In der Oberklasse werden nur bestimmte Fahrzeuge geführt, die höchsten Ansprüchen genügen müssen.

Die preisliche Einteilung liegt bei 80.000 Euro bis weit über 1000.000 Euro.  Die Neuzulassungen im Bereich der Oberklasse gehen laut Statistiken zurück. Hier gibt es jedoch zu den anderen Fahrzeugklassen einen Unterschied, denn Unternehmen sind in diesem Segment nicht so stark vertreten.

Die Merkmale der Oberklasse

Die meisten Oberklassen werden auch heute noch mit einem Heckantrieb ausgestattet. Das ist die erste Eigenschaft, an der man ein Oberklassefahrzeug erkennen kann. Des Weiteren ist der Innenraum sehr groß und luxuriös eingerichtet. Dabei  besitzen diese Fahrzeuge die neusten Sicherheitsmerkmale. Zusätzlich ist die Klasse durch leistungsstarke Motoren gekennzeichnet und Innovationen werden in den Automobilkonzernen zuerst bei diesen Fahrzeugen eingeführt.

Der Marktabsatz der Oberklassefahrzeuge gestaltet sich als zunehmend schwieriger und immer mehr Händler und auch Hersteller verzichten ganz auf dieses Segment.

 

Die Marksituation der Oberklasse

Oberklassefahrzeuge sind dafür bekannt, einen hohen Neupreis zu besitzen. Durch die leistungsstarken verbauten Motoren und den hohen Anschaffungspreis werden diese Fahrzeuge für den Großteil der Bevölkerung uninteressanter, da für den Verbraucher die Anschaffungs- und Spritkosten sehr hoch sind.

Zu den beliebtesten Fahrzeugen dieser Klasse gehören:

 

[notification type=“notification_info“ ]Im zweiten Teil geht es um die Fahrzeugklassen: Mini-Van, Großraum-Van, Geländewagen, Kompakt-Van und Pick-Up ..[/notification]

 

Erste Fahrt: Mercedes-Benz CLA Shooting Brake

Frankfurt am Main – Erster Test

Ein Shooting Brake ist ja eigentlich ein Coupé mit einem Steilheck. Und ein Coupé ist ja eigentlich nicht viertürig. Bis Mercedes-Benz kam und aus der E-Klasse einen CLS formte. Seitdem setzt sich diese elegante und dabei gerade noch praktische Karosserieform durch. Kombiniert man beides, das Steilheck-Coupé mit dem viertürigen Coupé, erhält man die Mercedes-Benz Variante des „Shooting-Brake“. Die „irgendwie“ Kombi-Version eines viertürigen Coupés. Klingt kompliziert und sinnlos. Sieht aber in der Realität richtig gut aus und ist nicht einmal so unpraktisch, wie man denken könnte.

Schön. Kompakt! Praktisch?

Erste Testfahrt im neuen CLA Shooting Brake

erster fahrbericht 07 mercedes-benz cla shooting brake

Zwischen Spessart und Taunus dem CLA Shooting Brake unter die Heckklappe geschaut 

Nachdem man bei Mercedes mit dem letzten Modellwechsel die A-Klasse vom Rentnerstuhl zum schnittigen Golf-Gegner zurecht geschliffen hatte, gab es Stimmen, die sich über das Platzangebot mokierten. Zu Recht. Gerade in Reihe zwei mangelt es an Kopffreiheit und auch das Hineinkrabbeln war dem Premium-Status eher unwürdig. Mit dem CLA, der ein klassischer kompakter Stufenheck-Vertreter geworden wäre, hätte man ihm nicht so viele CLS-Gene mitgegeben, wurde das auch nicht besser. Jetzt hatte man zwar einen ordentlichen Kofferraum, aber die Sache mit der Kopffreiheit, nun, die blieb überschaubar.

Jetzt also der Shooting-Brake. Nach A, B, GLA und CLA die fünfte Baureihe auf der Daimlerischen Frontantriebs-Plattform. War der CLA bereits eher dem wertigen Lifestyle-Segment zuzuordnen, muss man sich auch bei angedachter, fliehender Kombikarosse nicht auf einen Nutzwertriesen einstellen. Der Shooting Brake CLA ist vielmehr die praktischste A-Klasse von allen. Noch immer kompakt. Noch immer stylisch gelungen – aber nun mit einem Alibi-Kofferraum, in dem mehr als nur die Prada-Handtasche unterkommt. Und der dank dem nicht so steil auslaufenden Dach sogar mit mehr Kopffreiheit gesegnet als der Cross-Hatch GLA.

Wobei gerade für einen „irgendwie-so-Kombi-look-a-like“ der Kofferraum ein wenig unzugänglich gestaltet wurde. Die flott geschwungene Heckklappe presst sich zwischen die beiden breiten Rückleuchten und erlaubt nur durch eine schmale Luke Zugang zum Koffer-Departement. Einen Sechserträger packt man da lässig rein, eine Kiste Dom Perignon wird schon schwieriger. Dahinter wartet eine weit nach unten gezogene Ladefläche, so richtig lustig dürfte die Beladung aus den letzten Shopping-Siegeszügen nur sein, wenn es sich um Tütchen handelt und nicht um ganze Möbel.

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Das volle Programm bei den Motoren

Es hat natürlich echte Vorteile, wenn man die letzte Karosserie-Variante einer Plattform ist. So bekam der CLA Shooting-Brake vom Start weg das volle Programm an Motoren und Getrieben verpasst. Da ist für jeden etwas dabei. Bei den Benzinern fängt man mit dem CLA 180 mit 122 PS an und packt sich so ein Aggregat unter die schnittige Haube, dessen Wurzeln in Frankreich bei Renault liegen. Muss man dazu sagen. Denn für „diesen Blog“ ist ein Mercedes nur ein Mercedes, wenn der Antrieb auch von den Mannen mit dem Stern auf der Brust kommt. Überspringt man mit dem CLA 250 dann die 1.595 ccm³ Hubraumgrenze und landet beim 2 Liter Turbo-Benziner, dann findet man das Stuttgarter-Vielzweck Aggregat unter der Haube. Eine mehr als ordentliche Motorisierung mit 211 PS und einem feinen Drehmomentangebot von 350 Nm zwischen 1.200 und 4.000 Umdrehungen. Diesen Vierzylinder-Turbo bekommt man dann auch mit dem Mercedes-Benz Allradantrieb 4matic geliefert.

Auch wenn die Dieselmotoren bei Daimler im Kompakt-Segment immer mit einem vernehmlichen Nageln an die Arbeit gehen, so ein CLA 220 d dürfte für viele Käufer zur Top-Motorisierung zählen. Mit 177 PS ist der 2.2 Liter Diesel ein potenter Begleiter für den Alltag und lässt auch bei Tempo 200 auf der Autobahn keine Souveränität vermissen. Seine 350 Nm sorgen für ordentlichen Durchzug und wer den Antrieb im Alltag genussvoll laufen lässt, der dürfte sich im kombinierten Verbrauch auf Werte unter 6 Liter freuen. Das ist weit weg vom NEFZ-Normverbrauch von 4.0-4.3 Litern, aber so ist das eben.

Mercedes Connect.me

Das mitten in den Raum gestellte Display – ohne Touch – kann man mögen. Muss man aber nicht. Mich stört es nicht. Ich finde die exponierte Lage gut, das lenkt nicht ab und lässt für die Zukunft weitere und noch größere Displays erwarten.

Wer sich im Zubehör-Programm bedient, der kann sich Mercedes connect.me in das Auto holen und dann viele Funktionen zum einen über das Smartphone bedienen und zum anderen über eine Ferndiagnose mit dem Servicebetrieb in Kontakt treten.

Bluetooth-Streaming und die Bedienung des Comand-Systems erfolgt über den Drehdrück-Steller in Reichweite der Mittelkonsole und die gesamte Bedienlogik lässt sich flink erlernen.

 

Wenn schön auch praktisch sein will

Natürlich ist das Plus an Kopffreiheit in Reihe zwei spürbar und auch die 495 Liter Kofferraum-Volumen sind vernünftig. Und die Heckklappe, trotz schmalen Schnitts, lässt eine praktische Beladung zu. Praktischer als CLA, A und GLA. Aber die Schönheit hat einen Preis. Der schlägt sich nicht nur im Innenraum nieder, auch im Geldbeutel. Der Shooting Brake kostet gegenüber dem CLA kaum mehr, wer sich jedoch für eine biedere B-Klasse entscheidet, der spart gleich richtig und kauft zudem ein wesentlich praktischer veranlagtes Auto.

Doch alleine für die Türen mit den rahmenfreien Seitenscheiben muss man den CLA Shooting Brake einfach mögen.

erster test 64 mercedes-benz cla shooting brake

Es geht auch zackiger!

Natürlich gibt es den Shooting Brake auch mit dem 360 PS starken Zweiliter-Turbobenziner. Noch immer der stärkste Benziner in seiner Klasse und auch im Alibi-Kombi an das 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe gebunden, vollführt er die 180° Wendung im CLA Shooting Brake. Aus dem Lifestyle-Lasterchen wird ein Brummkreisel mit Kofferraum. Während die derbe Lust zum Bolzen beim CLA und der A-Klasse noch an GTI-Killer denken lässt, wirkt die sportliche Lust im Blechkleid des Shooting Brake deplatziert. Irgendwie too much. Lieber wieder in den 177 PS Diesel gestiegen, die Ruhe und Souveränität des dieseltypischen Antriebes genossen und dann über das Heck sinniert. Doch genau dieses Nachdenken geht jetzt im Tiefflug durch den Spessart gerade nicht. Da muss man den CLA 45 AMG Shooting Brake knallhart am Traktionslimit der Vorderachse zirkeln … der Stress passt nicht zum Style-Kombi.

Fazit

Mercedes fächert die eigenen Baureihen erfolgreich auf. Für jeden Geschmack gibt es ein eigenes Modell und auch bei den Baureihen selbst wird noch einmal fleißig Hand angelegt. So präsentieren die Schwaben mit dem CLA Shooting Brake nicht nur eine völlig neue Fahrzeug-Gattung, sondern bringen vom stylischen Sondermodell „Orange Art“ mit peppiger Farbgestaltung bis hin zum sportlichen AMG-Modell eine breite Angebotspalette in die Showrooms.

Ganz. Schön. Praktisch.

[notification type=“notification_info“ ]Fakten zum neuen CLA Shooting Brake[/notification]

Hersteller: Mercedes
Typ: CLA 220 CDI Shooting Brake
Karosserie: Kombi
Motor: Vierzylinder-Commonrail-Diesel
Getriebe u. Antrieb: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, VA
Motorleistung: 177 PS / 350 Nm
Hubraum: 2.143 ccm
cW-Wert: ab 0.26
Von 0 auf 100: 8,3 s
Höchstgeschwindigkeit.: 228 km/h
Verbrauch (NEFZ): ab 4,0 Liter
CO2-Ausstoß: ab 105 g/km
Kofferraum min.: 495 Liter VDA
Kofferraum max.: 1.354 Liter VDA
Leergewicht: 1.555 kg
Länge, Breite, Höhe, Radstand: 4630, 1777, 1435,  in mm
Preis: 39.062 EUR
 Fotos: Mercedes-Benz / Bjoern Habegger

Fahrbericht: Citroën C4 Cactus

Vermutlich ist die Geburtsstunde des Cactus zu fortgeschrittener Zeit, nach der dritten Flasche Wein und irgendwo in einer netten Bar in Paris zu suchen. Vermutlich saßen da drei Franzosen, ewig lange schon bei Citroën in Baguette und Rotwein stehend, philosophierten über die Ente, die Göttin, über die Avantgarde und die völlig unkomplizierte Verwirklichung von einfachen Autos. Wie früher. Eventuell noch vor 1975, bevor man vom Mitbewerber Peugeot geschluckt wurde und in den neuen Konzern PSA integriert wurde. Fortan entwickelten Peugeot und Citroën gemeinsam ihre Autos. Und weil früher nicht alles schlecht war, wollte man wieder so etwas auf die Räder stellen. Wie damals. Bevor man alles gemeinsam entwickelte. Simpel. Sympathisch. Günstig. Anders. Eben so ein wenig wie die Ente damals.

Französische Wochen – Teil 2

Im Fahrbericht:

Citroën 4 Cactus BlueHDI 100

Weil einfach manchmal besser ist: Mit dem C4 Cactus hat Citroën bewiesen, wie gut einfach sein kann. Vermutlich ist die Idee zu sympathisch, als dass sie wahr ist, aber schön wäre der Gedanke: Drei Franzosen, einer aus dem Marketing, einer aus der Entwicklung und einer aus dem Vertrieb. Ein ruhiger Abend in einer Paris-Kneipe und nach ungezählten Flaschen Rotwein steht am Ende der Cactus als fixe Idee fest.

Mit dem Blick dieser drei Automobilisten will ich den Testwagen C4 Cactus betrachten. In knapp 14 Tagen hat er mir gezeigt, wie einfach ein gutes Auto sein kann.

Citroën C4 Cactus Fahrbericht 25 Test BlueHDI100

Der Cactus aus der Sicht des Marketings

Anders schaut er aus. Und er ist groß. Obwohl der C4 Cactus viele Baugruppen vom kleineren Citroen C3 / DS3 übernimmt, passt er als Crossover genau in das trendige Segment der kompakten SUVs. Wobei in seinem Fall der Begriff Crossover besser trifft. Dennoch, die Bodenfreiheit wirkt erstaunlich erhöht und eine der coolen Ideen des C4 Cactus, die Airbumps, würde auch gut zu echten Offroadern passen.

Mit einer Gesamtlänge von 4.16 m und einem Radstand von 2.60 m trifft der C4 Cactus genau in das Herz des C-Segments, der so genannten Golfklasse. Mit dem Motorenangebot von 75 PS bis 110 PS gehört er aber ganz klar zu den „Vernunftlösungen“.

Anders sein wird belohnt

Der C4 Cactus ist endlich wieder ein Citroën, der nicht nur Fremdmarken-Fahrer überrascht, sondern auch die, die bereits in den letzten Jahren Erfahrungen mit Citroën gesammelt haben. Der Innenraum ist für diese Fahrzeugklasse schon fast frivol freizügig. Die breiten Sitze lassen ein vergessenes Gefühl von Komfort und Freiheit aufkeimen. In Zeiten von pseudo-sportlichen Sitzhockern ist der C4 Cactus eine komfortable Wohltat.

Der Innenraum wurde wohlig minimiert. Ein simpler Digitaltacho und eine Multimedia-Einheit, die auf unnötige Taster verzichten kann. Das lenkt die Konzentration auf die kleinen liebenswürdigen Details im Innenraum. So wurde zum Beispiel der Beifahrer-Airbag in den Dachhimmel gepackt, damit entsteht für den Beifahrer ein großes Handschuhfach, dessen Öffnung nach oben  anstatt nach unten vollzogen wird. Liebevolle Dekors und der Eindruck, als würde das Handschuhfach von einem Ledergürtel verschlossen, runden das Wohlfühlgefühl ab. Der C4 Cactus hält im Innenraum, was sein avantgardistisches Äußere verspricht. Eine tolle Wiederentdeckung der Citroën-Ideen.

Wenngleich man sich über die Idee, die hinteren Seitenscheiben als „Ausstellfenster“ anstelle von normalen versenkbaren Scheiben einzubauen und über die nicht geteilt umklappbare Rücksitzbank erst einmal wundert. Aber irgendwie stört es nicht, nein es hilft sogar die Idee vom „cleveren“ Einfachauto zu verstehen. Was man nicht wirklich braucht, spart man sich. Oder man lässt es ganz weg.

Der Cactus aus der Sicht des Technikers

Dass der C4 Cactus rein technisch mehr mit dem C3 zu tun hat als mit dem C4 hilft auch, eine andere Tugend aus der vergangenen Zeit zu beleben. Das niedrige Leergewicht. Als Dreizylinder-Cactus liegt das Leergewicht nur knapp oberhalb von 1.000 Kilogramm und damit deutlich unterhalb des Durchschnitts in der Golf-Klasse. Die Airbumps an der Seite der Türen dürften nicht leichter sein als normale Türen, da die Polyurethane-Platten ja zusätzlich zum normalen Türblech montiert werden. Dafür sparen eine aus Aluminium gefertigte Motorhaube und moderne Fertigungsverfahren beim Schweißen der Karosse überflüssige Pfunde ein. Das niedrige Gewicht des Cactus hilft aktiv die Kosten zu senken und dann auch kleinere Motoren zu verwenden. Wobei der Testwagen mit dem sehr empfehlenswerten BlueHDI100 Dieselmotor ausgestattet war.

Diesel können die Franzosen einfach

Vier Zylinder, 1.6 Liter Hubraum, 99 PS und 254 Nm Kraft. Die Zahlen des BlueHDI lassen es zusammen mit dem niedrigen Leergewicht des Cactus erahnen: Hier muss niemand verzichten. Als Testwagen hat der Cactus bei uns knapp 1.100 km zurückgelegt und davon viele km auf der Autobahn verbracht. Mehr als 8 Liter (auf 100 km) konnten selbst bei extremen Touren nicht durch die Einspritzdüsen gedrückt werden. Im Normalfall sind es jedoch eher 5.3 Liter, die sich der Cactus genehmigt.

Dabei wirkt der Cactus auf der Autobahn gut motorisiert. Das Fünfganggetriebe ist für die Praxis abgestimmt und auch beim Federungskomfort kommen die französischen Gene durch.

Als typischer Fronttriebler spulte er sein Pensum sicher und milde untersteuernd ab. Das passt so, wie es ist. Der Cactus verzichtet auf Dynamik-Quatsch und verwöhnt mit den bequemen Sitzen, dem soliden Fahrwerk und dem starken Dieselmotor. Und trotz des hart nagelnden Diesels ist der Geräuschkomfort im Alltag überzeugend!

Citroën C4 Cactus Fahrbericht 06 Test BlueHDI100

Der Cactus aus der Sicht des Vertriebs

In Zeiten von Plattform-Techniken und markenübergreifenden Kooperationen wird es für Automobil-Hersteller immer schwieriger, dem eigenen Auto auch einen ganz eigenen Charakter zu verpassen. Mit dem Cactus macht Citroën das sehr clever. Neben dem Design mit gänzlich neuen Elementen.Die Idee, große Kunststoffpolster zum Schutz von Kratzern einzusetzen, klingt in Zeiten von voll lackierten Kunststoff-Stoßfängern ja schon fast nach Rebellion.  Dazu der Innenraum mit reduzierten Bedienelementen. Irgendeinem Controller war wohl sogar der Drehzahlmesser zuviel und er hat auch diesen, in einer Art von Übereifer, weggespart. Das alles wirkt, dank der liebevollen Details in Material und Verarbeitung, aber eher sympathisch, denn verdrossen sparsam. Wenngleich sich nie das Gefühl von „Verzicht“ einstellt. Als Fahrer empfindet man das „Weniger ist mehr“ des Cactus als Wohltat.

Weniger ist mehr

Doch auch in der Preisliste hat ein Umdenken stattgefunden. Weniger ist mehr, das gilt nur beim Basis-Cactus. Hier ist ein Basis-Preis von € 13.990 sympathisch bis revolutionär. Wir denken daran: Der Cactus hat schon fast Golf-Größe. Allerdings hat auch Citroën verstanden, wie das Spiel mit den Extras und den feinen Details funktioniert.

Der BlueHDI100 Testwagen kostet in der „Shine-Ausstattung“ 22.390 € und lässt sich mit Park-Assistent, Individual-Lackierung, Panorama-Glasdach, Sitzheizung und schicken Felgen auch auf über 25.000 € pushen. Damit ist der Charakter des „günstigen“ Cactus erst einmal verflogen. Übrig bleibt ein cooler Cactus.

Ein Auto, das durch seine Andersartigkeit und dem Weglassen von Gewohntem gewinnt.

Testverbrauch

[tabgroup]
[tab title=“Alltagsfahrer“]Im Normverbrauch gibt Citroën einen Mittelwert von 3.4 Litern je 100 Kilometern an. Im Zyklus für den Alltagsfahrer sind wir auf 5.5 Liter gekommen.[/tab]
[tab title=“Öko-Experte“]Im Öko-Test haben wir den Verbrauch unter die 5 Liter Marke gedrückt und 4.4 Liter erreicht.[/tab]
[tab title=“Ohne Rücksicht“]Und wenn man alles heraus presst, viel Autobahn fährt, dann kommen 8.1 Liter in der „Vertreter-Runde“ heraus.[/tab]
[/tabgroup]

Citroën C4 Cactus Fahrbericht 69 Test BlueHDI100

Kritikpunkt:

Mit allem könnte ich leben: Den Ausstellfenstern hinten, der nicht geteilten Rücksitzbank und den schrägen Airbumps. Aber ohne Drehzahlmesser fühlt man sich wie ein Fahranfänger.

Citroën C4 Cactus Fahrbericht 07 Test BlueHDI100

Fazit:

Der Cactus macht so vieles anders als die etablierten Mitbewerber. Das macht ihn so französisch, so „Citroën“. Und trotzdem hat man nie das Gefühl, etwas  zu verpassen. Das Platzangebot ist mehr als ausreichend, Omas Sessel in Reihe eins, eine Wohltat. Und der knackige Diesel passt auch an ein ältliches 5-Gang Getriebe.

Was für eine gelungene Vorstellung!

Vollständige Testwagen-Galerie? Hier!

Hier geht es zum Citroën-Konfigurator

Fahrzeugschein: Citroën C4 Cactus BlueHDI 100

Hersteller: Citroën
Typ: C4 Cactus
Klasse: Crossover C-Segment
Motor: R4
Getriebe: 5G manuell
Antrieb: Frontantrieb
Hubraum: 1.560 ccm
Leistung / Leistung (E-Motor): 99 PS b. 3.750 U/min | –
Drehmoment: / Drehmoment (E-Motor): 254 Nm b. 1.750 U/min | –
Gewicht Fahrfertig: 1.145 kg (EWG m. Fahrer)
Von 0 auf 100: 10,7 s
Höchstgeschw.: 184 km/h
Verbrauch Benzin (NEFZ): 3.4 Liter
CO2-Ausstoß (NEFZ): 89 g/km
Emissionsklasse: EU 6
Effizienzklasse: A+
cW-Wert:
Kommentar:
Fotos im Artikel: Bjoern Habegger  Titelbild: Bjoern Habegger

Kurz gefahren: Peugeot 308 SW mit neuer Automatik

Effizienter Franzose mit feinen Manieren

Der Peugeot 308 SW mit 1.2 Liter Dreizylinder-Turbo und 6-Gang-Automatik im kurzen Fahrbericht

Ausgerechnet ein japanischer Zulieferer lässt den französischen Golf gefährlich nahe an die deutsche Premium-Kompaktwagenklasse rücken. Es ist ein neues Getriebe vom Spezialisten Aisin,  mit dem der Peugeot 308 SW erneut punkten kann. Seine Qualitäten in Bezug auf Fahrkomfort, Geräuschniveau und Verarbeitung hatte er bereits bei der Präsentation nicht mehr verbergen können. Mein Fazit im Fahrbericht zum neuen 308 war damals entsprechend positiv.

Das neue 6-Gang-Automatikgetriebe ist eine Automatik mit Wandler und folgt damit nicht dem Trend hin zur Doppelkupplung. Der Spezialist aus Japan und die Kompaktwagen-Experten aus Frankreich sind jedoch überzeugt davon, dass  dieses Getriebe so schnell schaltet wie eine Doppelkupplung und dennoch so komfortabel ist wie eine klassische Wandler-Automatik. Und effizient soll der Antrieb auch noch sein.

Dreizylinder-Turbo und das 6-Gänge-Menü

Hinter dem neuen und dezent gehaltenen Kühlergrill des frischen Peugeot 308 arbeitet ein Dreizylinder-Turbo mit 1.2 Liter Hubraum, Benzin-Direkteinspritzung und 130 PS. Dass man mit einem kleinen Turbo-Dreizylinder durchaus ordentliche Fahrleistungen auf den Asphalt legen kann und dennoch effizient bleibt, hatte Ford mit der EcoBoost-Generation bereits bewiesen. Nun also auch die Franzosen.  Deren Fahrzeugflotte gehört mit durchschnittlich 111,1 Gramm CO2 je Kilometer eigentlich schon zu den sparsamsten. Damit man derart effizient unterwegs ist, müssen einige Autos im Programm tüchtig unter die 100 Gramm-Marke rutschen. Bei 13 Modellen erzielt Peugeot bereits die geplanten CO2– Normen von 2020. Der Peugeot 308 SW (Active-Ausstattung) THP 130 mit EAT6-Automatik gehört  mit 114 Gramm je CO2 noch nicht zu den sparsamsten im Peugeot-Programm, wenn gleich ein kombinierter Verbrauch von 4.9 Liter auf 100 Kilometer nicht als Völlerei falsch verstanden werden dürfte.

Bei der Premiere des neuen Automatikgetriebes sprach Peugeot davon, dass der  Komfortgewinn der Automatik nicht von einem Mehrverbrauch bezahlt werden würde.  In der gefahrenen Variante mit dem 1.2 Liter Turbo-Benziner kann dies leider nicht bestätigt werden. Zumindest auf dem Papier ist der Benziner mit Automatik um 0.2 Liter je 100 Kilometer durstiger als der Handschalter. Während der ersten kurzen Testfahrt Ende November konnte ich diese Werte jedoch nicht nachvollziehen. Dazu war das Zeitfenster für den ersten Eindruck einfach zu kurz. Und jetzt mal ehrlich. Ganz ehrlich. 0.2 Liter Mehrverbrauch ? Das ist für mich unwichtig. Ein schlechter Tag hinter dem Lenkrad, ein wenig zu forsch gefahren und schon verbraucht man mehr Sprit als an guten Tagen. Nein – wichtiger war der erste Eindruck der neuen 6-Gang Automatik.

Peugeot 308 sw 03 130 thp eat6

6-Gang mit Sternchen

Die 230 Nm des kleinen Turbo-Benziners serviert die 6-Gang Automatik mit viel Gefühl. Aber auch ordentlich direkt. Die Schaltpausen der neuen Aisin-Automatik sind tatsächlich unmerklich kurz geraten. Nicht so sämig und schlüssig im Zug wie die Schaltvorgänge einer modernen Doppelkupplung, aber erstaunlich nah dran. Zudem sind die sechs Gänge anscheinend, so der Eindruck nach ein paar Test-Kilometern, in ihrer Übersetzung sinnvoll für den Alltag abgestimmt.

Fazit:

Peugeot bietet mit dem kleinen Turbo-Dreizylinder einen modernen Motor, kombiniert diesen mit einer ebenso modernen Automatik und packt das alles in die wiederum moderne Hülle des neuen Peugeot 308. Heraus kommt ein extrem gelungener Familien-Kombi in der Golf-Klasse. Design, Qualität, Leistung und Verbrauch – nie war ein Peugeot-Kombi näher am Klassen-Primus dran!

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Leistung: Preis:
110 bis 205 PS ab 19.450 €

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Galerie: Nissan Pulsar in weiß

Erste Fahrt: Der neue Nissan Pulsar

Hände hoch, wer erinnert sich noch an den Almera? Okay, der eine oder andere kann sich erinnern. Aber so richtig erfolgreich? Nein – bei uns konnte der Nissan Almera keinen Stich machen. Und das lag nicht nur am VW Golf, dem unumstrittenen Platzhirsch im so genannten C-Segment, auch bekannt als: „Die Golf-Klasse“. Es lag auch am kaum ausgeprägten Charakter des Almera. Nissan hat den Almera dann 2006 vom Markt genommen und danach einfach ein neues Segment erfunden: Den Crossover. Mit dem Qashqai explodierte der Erfolg von Nissan. Einen kompakten Golf-Gegner brauchte man da nicht mehr.

Jetzt lautet das Kommando: Alles zurück auf Start. Nissan ist zu der Überzeugung gekommen,  als Volumen-Marke muss man auch einen breites Produktportfolio anbieten. Und ein Golf-Gegner darf da nicht fehlen.

Bühne frei für den neuen Nissan Pulsar.

Nissan Pulsar 1.2 DIG-T

Charakterfrage in der Golf-Klasse

Der neue Nissan Pulsar im ersten Fahrbericht

Eigentlich ist der Nissan ja gar kein Japaner mehr. Gebaut wird der gefällig gezeichnete Nissan in der Nähe von Barcelona. Und das Design ist auch alles andere als fremdartig. Er schaut mit dem typischen Nissan-Gesicht in die Welt, überspielt seine Länge mit ein paar frechen Schwüngen in der Seite und endet mit einer ebenso Nissan typischen Heckansicht. So ein wenig Qashqai schwingt  am Heck schon mit. Was nichts schlechtes sein muss.

Fahrbericht 36 Nissan Pulsar 1.2 DIG-T

Innere Größe

Mit 4.39 Metern ist der Pulsar gerade noch „überschaubar“ groß. Sein Radstand von 2.70 Metern setzt in der „theoretischen“ Klasse der Kompakten jedoch einen neuen Maßstab. Das Ergebnis des langen Radstands? Eine Beinfreiheit für die zweite Reihe, die man anderswo nur eine Klasse darüber findet. Der Pulsar verwöhnt im Innenraum mit viel Platz, mit ordentlicher Verarbeitung und das Armaturenbrett will mit Klavierlack-Einsatz und einer „schwebenden“ Mittelkonsole für ein wenig mehr Ambiente sorgen. Das größte Plus im Innenraum? Es fasst sich vieles sehr wertig an und das Cockpit mit seinen großen, sauber und klar gegliederten Instrumenten wird in der Mitte von einem extrem modernen und ansprechend gestalteten Multifunktions-Instrument bereichert.

Billiger Japaner? Nicht beim ersten Blick in das Cockpit.

Am Hubraum gespart – und ein wenig an der Leistung

Während die Insassen vom Platz nur so verwöhnt werden, hat sich Nissan bei der Frage der möglichen Motorisierungen noch ein wenig zurückgehalten. Übersichtlich ist die nette Umschreibung für das aktuelle Motorenangebot.

Ein Benzinmotor mit 1.2 Liter Hubraum, Turbogebläse und 115 PS – bekannt unter anderem aus dem neuen Nissan Qashqai – und ein Dieselmotor von Allianz-Partner Renault, mit 1.5 Litern und 110 PS. Während der kleine 1.2 Liter Turbo tapfer über die Landstraße drückt, mangelt es dem 1.5 Liter dCi ein wenig an Drehfreude. Aber Nissan beeilt sich darauf hinzuweisen, in Bälde bereits den 1.6 Liter großen DIG-T mit 190 PS nachzuschieben. Da bleibt allerdings eine große Lücke zwischen dem 120 PS Benziner und den 190 PS des potenteren 1.6 Liter Turbos.

Sei es drum. Auch wenn die beiden Motoren bislang nicht die 10-Sekunden Hürde knacken, so richtig schwachbrüstig oder gar untermotorisiert fühlt man sich nicht. Auch nicht mit dem 190 Nm starken und ganz klar dem Downsizing verschriebenen 1.2 DIG-T. In 10.7 Sekunden zieht er den Pulsar aus dem Stand auf Tempo 100 und bei 190 km/h stellt er die weitere Beschleunigung ein. Der 260 Nm starke Diesel lässt sich schaltfaul fahren. Auch dieser 110 PS starke Diesel soll bis Tempo 190 beschleunigen. Im Verbrauch ist der kleine Diesel, laut Papierwerten nach NEFZ, die absolute Sparwutz! Nur 3.6 Liter sollen dem Diesel-Pulsar im Mix ausreichen. Der kleine Turbo-Benziner soll sich mit 5 Litern zufriedengeben.

So fährt er sich

GTI? Oder NISMO-Feeling? Nein. Die beiden Motorisierungen machen aus dem betont weich und komfortabel abgestimmten Pulsar keine Rennsemmel. Hier ist die Altersstufe 50+ die Zielgruppe. Sachte am Sonntagmorgen auf die Tour gehen? Im Alltag ungestresst von A nach B? Das ist eher das Ding des neuen Pulsar. Kurviges Geläuf mit sportlichen Ambitionen angehen? Lassen Sie es sein. Dabei hat sich Nissan für das Fahrwerk einiges einfallen lassen. Eine aktive „Spurkontrolle“ überwacht den Lenkwinkel, die aktuelle Geschwindigkeit und kann durch gezielte Brems-Impulse einzelner Räder die Neigung zum Untersteuern kaschieren. Bleibt das Gesamt-Paket. Der Pulsar will nicht der GT für die Landstraße sein. Er fährt sich im ausgewogenen Stil am souveränsten, man muss die Motoren dann nicht ausdrehen, kann das serienmäßige 6-Gang-Getriebe mit frühen Schaltvorgängen beglücken und bleibt am besten auch hierbei eher der ruhige Typ.

Fahrbericht 32 Nissan Pulsar 1.2 DIG-T

Auf der sicheren Seite

Nissan-Safety-Shield, Moving-Object-Detection, Blind-Spot-Warning, Lane-Departure-Warning, Notbrems-Assistent, Nissan-Connect usw. Klingt alles furchtbar kompliziert? Ist es nicht. Der Nissan Pulsar bekommt, in Abhängigkeit seiner Ausstattungsversion, die volle Packung Assistenzsysteme an Board. In der TEKNA-Version sind das Multimedia-System mit Touchscreen und alle Assistenz-Systeme mit an Board.  Ebenso an Board ist die 360° Rundumsicht aus vier einzelnen Kameras. Am Heck kann der Pulsar mit einer absoluten Besonderheit aufwarten. Damit die rückwärtige Kamera nicht ständig verschmutzt, bekam diese eine Wasser- und Druckluft-Reinigung verpasst. Damit ist man dann, auch dank der vielen elektronischen Helferlein auf der sicheren Seite und behält den Überblick.

Bleibt das Fazit:

Wenn Pulsar. Dann jetzt. Denn Nissan bietet zum Start des neuen Pulsar eine besonders attraktive „Launch-Edition“ an. Die Preisliste fängt damit nun bei 15.990 €. Der gefahrene 1.2 Liter DIG-T in der TEKNA-Version kostet 21.690 €, bietet dann aber das volle Ausstattungsglück an.

Der Pulsar ist sicherlich nicht der bessere Golf. Aber der Pulsar bietet mehr Charakter als der Almera damals. Und damit ist er eine mögliche Alternative in der Golf-Klasse. Zum Start hat sich Nissan neben der umfangreichen Sicherheitsausstattung, vor allem das Preis-Argument zu eigen gemacht. Denn was man für sein Geld bekommt, ist ordentlich verarbeitet, fährt bequem, bietet in seiner Klasse den größten Platz in der zweiten Reihe und animiert den Fahrer zu einer ruhigen Tour. Die Frage, ob das reicht den Pulsar zum Volumen-Modell werden zu lassen, bleibt da jedoch erstmal unbeantwortet.

Der Pulsar entspannt beim fahren.

[tabgroup]

[tab title=“Technische Daten:„]

Nissan Pulsar 1.2 DIG-T

Verkaufsstart:  10.10.2014
Basispreis:  15.990 €
Motorleistung:  1.2 Liter Vierzylinder Benziner Turbo – 115 PS / 190 NM
Antrieb und Getriebe:  6-Gang Schaltgetriebe
Beschleunigung:  10.7 Sekunden von 0-100 km/h
Normverbrauch:  5.0 Liter auf 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  190 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.387, 1.768, 1.520, 2.700 mm

[/tab]

[tab title=“Gut zu wissen„]

Nissan Safety Shield

Der Hersteller packt unterschiedliche Sicherheits- und Assistenzsysteme in ein Paket und nennt es „Nissan Safety Shield“. Teil sind u.a. eine Bewegungs-Erkennung die zum Beispiel Objekte außerhalb des Sichtfeldes erkennt. Beim rückwärtigen rangieren nutzt dieses System die Daten der Parksensoren und der Heckklappen-Kamera und kann so vor einem Zusammenstoß mit Einkaufswagen, Kindern oder herannahenden Fahrzeugen warnen. Die Warnung erfolgt optisch im Display und akustisch.  Die einzelnen Funktionen lassen sich – sollte einem zum Beispiel der Spurhalte-Warner bei Landstraßenfahrt auf die Nerven gehen, auch deaktivieren.

[/tab]

[tab title=“Link-Tipps:„]

Wie die anderen den neuen Nissan Pulsar erlebten:

  1. Kritik vom Kollegen Phil Huff
  2. spon.de
  3. rp-online
  4. tz.de

Galerien:

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Fotos im Artikel: Bjoern Habegger, Titelbild: auch

Erste Fahrt: Der neue Ford Focus

Etwas Gutes noch besser machen, dass ist keine ganz leichte Aufgabe. Anerkennung verdienen die, die sich daran wagen, und Lob verdienen die, die dabei erfolgreich waren. Der Ford Focus gehört zu den Dauerläufern der Marke und im Reigen der Kompaktfahrzeuge zu den ewigen Konkurrenten des VW Golf. Jetzt hat Ford den Focus überarbeitet und will dabei vieles neu, einiges anders, aber primär alles besser als zuvor gemacht haben. Okay, solche Behauptungen höre ich von allen Auto-Herstellern, bei jedem neuen Modell und jedem Facelift.  Galt nun die Fragen zu klären, ob Ford jetzt nur Anerkennung oder gar ein Lob verdient.

Ford Focus 1.5 EcoBoost

Faktencheck am neuen Ford Focus 1.5 EcoBoost

Mit guten 30 Mitbewerbern ist das C-Segment, auch gerne als die „Golf-Klasse“ bezeichnet, die härteste Fahrzeugklasse. Nirgendwo sonst ist der Wettbewerb zwischen den Herstellern härter. Der Focus ist im übrigen – weltweit gesehen – die Nummer 1 in diesem Segment. Doch in Deutschland musst er sich bislang immer dem ewigen Bestseller Golf geschlagen geben.

Es gibt einen Erfolgsdruck im Segment, Ford antwortet mit einer ganz eigenen „Drucksache“.

Fahrbericht Ford Focus 2015 02 Ford Focus MCA

 

Alles neu?

Bereits im Februar hat uns Ford mit Fotos vom „neuen“ Ford Focus gelockt. Doch bis jetzt in den September hinein hat es gedauert, bis der neue Focus zu einer ersten Testfahrt zur Verfügung stand. Dabei ist eben nicht alles neu. Der Focus des Modelljahres 2015 ist ein Facelift-Modell.

Straffere Gesichtszüge, klarer ausgeformter Kühlergrill, der zudem so ein wenig „Aston-Martin-Feelings“ aufkommen lässt und am Heck wurden die Rückleuchten neu gezeichnet. Deren völlig nutzlosen, spitzen, Ausformung in die Seitenlinie hinein wurde jedoch kein Einhalt geboten.

Die wichtigsten Neuheiten sind unter der Haube und vor der Nase des Fahrers versteckt. Unter der Motorhaube ist es der neue 1.5 Liter Vierzylinder-Turbomotor mit bis zu 182 PS. Er übernimmt sein Grundprinzip von den erfolgreichen Dreizylinder-EcoBoost Motoren, und will Leistung und Effizienz in eine neue Leistungsklasse heben. Zudem wird er in zwei Leistungsstufen angeboten. Zusammen mit der kleineren, und nur 150 PS starken Version, löst dieser neue EcoBoost-Vierzylinder die 1.6 Liter Motoren-Familie des Vorgängers ab.

Nicht weniger wichtig sind die Veränderung im Innenraum. Dort hat in der Mittelkonsole nun endlich das Knöpfchen-Armageddon ein Ende gefunden und ein ausreichend großer  Touchscreen mit 8 Zoll Diagonale nimmt einen Teil des gewonnen Platzes ein. Das Multimediasystem dahinter nennt Ford „SYNC2“ und verspricht die pure Verständigung. Temperatur-Änderungen der Klimaanlage? Einfach sagen. Telefonieren? Einfach sagen. Navigieren? Sie ahnen es, einfach sagen. Das neue SYNC2 will auf dem Fahrer aufs Wort hören. Sag ich ja.

Lobenswert auch die umfassenden Arbeiten an der Karosserie. Der Vorderwagen soll versteift worden sein, die Karosse im gesamten, nun noch steifer, das Fahrwerk dafür ein wenig komfortabler und dennoch nicht minder agil. Zudem soll die Geräuschdämmung wirkungsvoller sein, dickere Fensterscheiben in den vorderen Türen sollen den Lärmpegel senken.

Fahrbericht Ford Focus 2015 06 Ford Focus MCA

Alles besser?

Der Focus war früher bereits der Agilitäts-König im Segment. Jetzt wurde er nicht schlechter. Im Gegenteil. Auf kurvigen Landstraßen im Hinterland von Malaga wurde die erste Ausfahrt zum ganz großen Kino. Unterwegs in einem Focus Titanium mit 182 PS Turbo-Benziner, machten die vielen unterschiedlichen Kurven enorm Spaß. Der Focus legt zackig ein, wird dabei unterstützt von einem Torque-Vectoring System und vermeidet nerviges untersteuern. Wer Lastwechsel provoziert, bekommt selbst den Nicht-ST (ein ST stand noch nicht zur Verfügung) zu einer dynamischen Vorstellung auf der Landstraße. Steif wie ein Walfisch-Penis der unter einer Überdosis-Viagra leidet, wirft sich die Karosse des Focus von Biegung zu Biegung. Dennoch bleibt genug Federungskomfort erhalten. Das ist beeindruckend. Die Lenkung fühlt sich präzise an, obwohl keine Sport-Reifen und maximale Rädergrößen montiert sind. Das ist richtig gut. Das ist noch besser als früher.

Der 1.5 Liter EcoBoost büffelt sich unter der mächtigen Ladedruck-Ägide stehend durch das Drehzahlband. Untenherum hört man ihn fauchend Luft holen, oben herum dreht er frei und spontan. Sparsamer soll er sein. Bis zu 19% weniger Verbrauch und CO²-Emissionen. Sehr löblich. Die Ladeluft-Wasserkühlung, der Turbo der nah am Zylinderkopf in den Abgas-Krümmer integriert wurde, Voll-Aluminium und verstellbare Nockenwellen. Der 1.5 Liter Motor beeindruckt nicht durch Hubraum, sondern durch Fahrbarkeit und Durchzug. Ob der Verbrauch wirklich so weit sank? Die Strecke die ich durch die Berge Süd-Spaniens nahm, dürfte kaum eine Aussagekraft für den Alltag haben. Im Drittelmix gibt Ford 5.6 Liter an. Ob das machbar ist, wird ein späterer Test zeigen müssen.

Hurra und Halleluja. Ob SYNC2 wirklich alle Kommandos versteht? Habe ich nicht ausprobiert. Eine Anpassung der Klima-Temperatur habe ich noch hinbekommen, für weitere Tests hat mir schlicht die Zeit gefehlt. Aber – das neue Konzept mit deutlich weniger Knöpfchen im Innenraum und dem großen 8-Zoll Touchscreen ist der „big winner“ im Paket des ganzen Facelift. Was waren die vielen Knöpfchen und das kleine Display zuvor nervig. Wunderbar und um Welten besser das neue Multimedia-System. Die Bedienlogik des Systems, um zwischen Navi, Telefon, Medien und Klima zu wählen, wurde in vier große farbige Kacheln unterteilt. Wer mit Windows 8 zurecht kommt, der wird mit dem SYNC2 keine Probleme haben. Leider erkennt das System noch keine ANDROID-Handys per USB-Kabel, via Bluetooth klappte die Wiedergabe von Musik allerdings problemlos.

Angeblich erkennt das System auch Kommandos wie: „Ich habe Hunger“ und wirft dann eine List von Restaurants in der Nähe aus.  Das SYNC 2 hört also aufs Wort und hierbei soll man sich nicht einmal an spezielle Kommandos halten müssen, man spricht einfach drauf los.

Wann geht es los?

Ab Ende September kommt der neue Focus auf den Markt, die Preise bleiben die gleichen. Mit fünf Türen geht es also weiterhin bei 16.450 € los. Neben dem neuen 1.5 Liter EcoBoost stehen noch noch drei weitere Benziner, darunter der bekannte 1.0 Liter EcoBoost Dreizylinder und sechs Dieselmotoren zur Verfügung.

Fahrbericht Ford Focus 2015 07 Ford Focus MCA

Bleibt das Fazit:

Ein ganz klares Lob und ein großes Lob dazu. Das Facelift des Focus hat die richtigen Schwachstellen aufgegriffen, hat sich dabei als erfolgreich erwiesen und mit dem neuen 1.5 Liter Turbomotor hat man zudem auch noch ein wenig Motoren-Zukunft für den Alltag geschaffen. Das der neue Focus noch besser fährt als der „alte“ Focus ist zudem eine Überraschung! Dieses Facelift hat aus dem „Guten“ Focus einen „noch besseren“ Focus gemacht! Glückwunsch Ford! 

 

[notification type=“notification_info“ ]Fakten zum neuen Ford Focus 1.5 EcoBoost[/notification]

Verkaufsstart: September 2014
Basispreis:  25.120 €
Motorleistung:  182 PS
Antrieb und Getriebe:  6-Gang Schaltgetriebe
Länge, Breite, Höhe, Radstand:  4.358 / 1.823 / 1.484 / 2.648
Normverbrauch:  5.6 Liter / 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  224 km/h
Beschleunigung von 0 – 100 km/h  0-100 km/h: 8.7 Sekunden

Nissan präsentiert den Pulsar

Mit Fahrzeugen wie Qashqai, X-Trail und Note hat Nissan in den vergangenen Jahren ganz neue Segmente begründet. Basierend auf denselben Denkansätzen – mutiges Design gepaart mit technischen Innovationen und großzügigen Platzverhältnissen – erweitert der japanische Automobilhersteller nun seine Modellpalette um eine Schräghecklimousine: den neuen Nissan Pulsar.

Fortschrittliche Technologien

Der Nissan Pulsar verfügt über viele nützliche technische Features, die die Fahrt noch sicherer und angenehmer machen. Mit Ausstattungsdetails, die man gewöhnlich erst in höheren Fahrzeugklassen erwartet, unterstreicht Nissan seinen Anspruch, technische Innovationen möglichst vielen Autofahrern zugänglich zu machen.

Das Nissan Safety Shield beispielsweise kombiniert verschiedenste Assistenzsysteme miteinander und knüpft so ein einzigartiges Sicherheitsnetz. Es umfasst unter anderem einen Autonomen Notbrems-Assistenten, eine Bewegungserkennung sowie einen Spurhalte- und einen Totwinkel-Assistenten.

Die neueste Generation von Nissan Connect ist ebenfalls an Bord. Das Navigations- und Infotainment-System integriert nicht nur das Smartphone, sondern bietet darüber hinaus zahlreiche Funktionen wie etwa Send-to-Car von Google® und verschiedene nützliche und informative Apps.

Der Nissan Pulsar fährt außerdem mit LED-Scheinwerfern vor, die bereits für Qashqai und X-Trail angeboten werden. Die markanten Leuchten des Pulsar produzieren ein weißes, klares Licht und verbrauchen 50 Prozent weniger Energie als konventionelle Scheinwerfer.