Erster Test: Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

„Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.“ Zum Beispiel in Form von zwei grellen LED-Lichtspangen, die zum Spielen einladen.

Es ist nicht bekannt, wie viele Autokäufer (und Autokäuferinnen, natürlich!) schlaflose Nächte verbracht haben, seit sie ihr das erste Mal erlegen sind. Die Rede ist von Alfa Romeos Giulia Quadrifoglio. Eine blechgewordene Definition von Sinnlichkeit, di…

2.757 km mit dem Alfa Romeo Stelvio

2.757 km mit dem Alfa Romeo Stelvio

Fernfahren, um dem Mythos nahe zu kommen

Es gibt wenige Automobil-Marken, die einen Mythos besitzen wie die italienische FIAT-Tochter Alfa Romeo. Alfa Romeo. Der Name alleine, er bringt Zungen zum Schnalzen und fordert den Redner förmlich dazu auf, einen italienischen Dialekt anzuschlagen und die Hände zum Sprechen mit zu benutzen. Alfa Romeo Stelvio. Ein Name, wie andere ein Musikstück betiteln.

Dabei ist der Stelvio doch auch nur ein schnöder Pass in den italienischen Alpen. Ein Asphaltband, das sich über die Ortler-Alpen spannt und sich dabei hinauf auf 2.757 Meter zieht. Für Automobilisti ist aber genau das der Himmel. Kurve an Kurve, 75, um genau zu sein, eine schmale Straße, in den Alpen. Fahrvergnügen nennen wir das. Wenn man auf das richtige Auto gesetzt hat.

Mit dem neuen Alfa Romeo Stelvio setzen die Italiener auf die richtige Fahrzeugklasse. SUV sind begehrt. Jeder will so einen praktischen Vielzweckwagen haben. Man sitzt gut, hat Platz, es bietet sich eine gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen. Dass Alfa Romeo ausgerechnet mit einem SUV eine Wiedergeburt feiert, mag alte Alfisti ein wenig wundern. Doch ohne Verkaufserfolg keine erfolgreiche Historie. Und so spielt der Alfa Romeo Stelvio die Rolle des Helden. Und wie gut er diese spielt, das konnte ich auf meiner ganz persönlichen Heldenreise erfahren.

Stelvio mieten & erleben

Das erste SUV von Alfa Romeo. Da sind die Erwartungen hochgesteckt. Emotionen, Dynamik, Fahrfreude und die pure Lust am Automobil, gegossen in eine verlockende Form. Weniger erwartet man nicht. Und der Stelvio erfüllt. So viel vorab.

Um ein Auto zu verstehen, um es kennen zu lernen, um sich ein Urteil bilden zu können, muss man es fahren. Der durchschnittliche deutsche Autofahrer fährt 12.500 km pro Jahr. Soviel Zeit hatte ich nicht. 4 bis 5 Tage mussten reichen, denn der Alfa Romeo Stelvio kam dieses Mal nicht direkt von der Presse-Abteilung als Testwagen, sondern über Enterprise Rent-A-Car. Von dort kam die Frage, ob ich nicht Lust hätte, den Stelvio zu „erfahren“ – zu erleben. Was für eine Frage …

Enterprise Rent-A-Car gehört zu Enterprise Holdings, einer Firma, die auch heute noch in der Hand der Gründerfamilie Taylor ist und weltweit für exzellenten Kundenservice steht. Zusammen mit den Marken Enterprise Rent-A-Car, Alamo Rent A Car und National Car Rental gehören 1.9 Millionen Fahrzeuge, 100.000 Mitarbeiter und mehr als 9.900 Standorte zur Unternehmensgruppe.  In Deutschland gibt es den größten Autovermieter der Welt seit 1997. Mittlerweile hat man rund 200 Standorte und um die 2.300 Mitarbeiter. Und ganz aktuell den ersten SUV der italienischen Traditionsmarke Alfa Romeo in der Flotte. Es war also an der Zeit, dies alles zu verbinden. Und da kam ich ins Spiel.

2.757 – die Zahl ist Programm

Wie soll man ein Auto erleben, wenn man nur 4 bis 5 Tage Zeit hat? Am besten, indem man einsteigt und erst einmal nicht mehr aussteigt. Damit war klar, ich tausche die Meter in Kilometer und mache aus der Passhöhe von 2.757 Metern die „Erlebnisstrecke“ von 2.757 km. Einmal quer durch Deutschland. Und damit man auch ein Ziel hat, habe ich mir Filialen von Enterprise Rent-A-Car auf der Strecke als Zwischenstopps ausgesucht.

Startpunkt: Aschaffenburg – 9:00 Uhr  – die Hatz beginnt

Man kann ja über Autovermietungen denken, was man will. Wenn man allerdings mit einem freundlichen Lächeln, einem frischen, heißen Kaffee und per Handschlag begrüßt wird, dann fängt der Tag extrem gut an. Genau das habe ich am Startpunkt meiner Reise erlebt. Der Alfa Romeo Stelvio stand frisch getankt, gewaschen und picobello aufbereitet für mich bereit. Sein 2.2 Liter Diesel schnurrte sich warm. Noch drei Unterschriften und dann wartete die Autobahn auf mich. Die Route war geplant. Von Aschaffenburg ging es über Fulda nach Dresden, zur ersten Enterprise Rent-A-Car Filiale auf meinem Trip. Die ersten Kilometer mit einem „neuen Testwagen“ sind immer gleich. Ein wenig aufgeregt beschäftigt man sich mit dem Interieur. Drückt die Knöpfchen, spielt mit den Einstellungen. Eine perfekte Sitzposition war gleich zu Beginn gefunden. Der Stelvio bietet optional eine elektrische Sitzverstellung mit Memory-Funktion. Auf den kommenden 2.757 km sollte ich die Sitzposition jedoch nicht mehr ändern und das spricht eindeutig für den Sitzkomfort des Alfa. Eine Lordosen-Unterstützung und die sehr gute Kinematik der Sitzposition lassen einen binnen weniger Minuten das Gefühl von Heimat hinter dem Lenkrad spüren.

Von Dresden ging es nach Berlin, von Berlin nach Kiel, von Kiel nach Bielefeld. Alles an einem Tag. Ja. Alles an einem Tag. 1.363 km binnen 13 Stunden. Inklusive Stadtverkehr in Berlin, Dresden und Kiel. Inklusive Stau. Inklusive Pinkelpausen und einer Rast für einen schnellen Burger zwischendrin. Dass ich dennoch einen Reiseschnitt von mehr als 100 km/h erreichte, verdankte ich dem 2.2 Liter Turbodiesel hinter dem traditionellen Alfa Romeo Kühlergrill.

210 PS und Achtstufenautomatik

Der Vierzylinder-Diesel mit seinen 210 PS ist eine von derzeit 6 angebotenen Motorisierungen. Die Leistung reicht dabei vom 150 PS Diesel bis zu einem 510 PS starken V6-Turbo Benziner. Für mich stand der kräftige Diesel bereit.

Die Gänge wechselt die famose 8-Stufenautomatik von ZF, die Kraft wandert über alle vier Räder in Richtung Asphalt. Typisch für einen Alfa Romeo dabei : Die klar hecklastige Dominanz der Kraftverteilung und genau das spürt man.

Die ersten 500 Kilometer musste sich der Stelvio durch Regenmassen kämpfen. Gäbe es einen Freischwimmer für Automobile, der Stelvio und ich, wir hätten an diesem Tag das goldene Seepferdchen erschwommen. Und dennoch, der Reiseschnitt betrug vor allem auf den langen Etappen in Richtung Dresden, auf freien Autobahnen, gerade zum Start und bei diesen widrigen Bedingungen, noch deutlich mehr als die 100 km/h, die am Abend als Schnitt  feststanden. Das spricht vor allem für das Fahrwerk des Stelvio. Schnelle Autobahnkurven sind pure Unterhaltung. Die Zwischenspurts von 160 bis 210 km/h kurzweilig.

Tag 2 – oder wie man 2.757 km in nur 48-Stunden abfährt

Eigentlich wären 4-5 Tage planbar gewesen. Doch einmal im Alfa Romeo Stelvio Platz genommen, waren 1.363 km an Tag 1 und 1.141 km an Tag 2 kein Hexenwerk. Nachdem am Vortag mit Kiel bereits der nördlichste Zipfel der Republik abgehakt war, mit Berlin und Dresden der Osten besucht, ging es von Bielefeld über Köln bis nach Füsse/Reutte an die Grenze Österreichs. Im Eiltempo. Am späten Abend von Tag 2 stand der Alfa Romeo Stelvio dann vor der eigenen Hütte im heimischen Spessart. Bis zum Ziel, der Distanz von 2757 km, fehlten nur noch 253 km. Dafür lockte nach erneuten 11 Stunden hinter dem Steuer einfach das heimische Bett zu sehr.

Eine Extrarunde im Spessart, ein Ausflug über den Odenwald und am Ziel in Aschaffenburg am nächsten Morgen standen 2.757 km auf dem Tacho. Exakt. Eine Punktlandung.

Und was lernen wir daraus?

Drei Dinge: Wer nicht schläft, der könnte diese Distanz theoretisch auch innerhalb von 24-Stunden schaffen (Was wir natürlich niemanden empfehlen, schlafen im Alfa Romeo Stelvio – ok, aber niemals übermüdet hinter das Steuer klemmen!). Bei Enterprise Rent-A-Car kann man mit hervorragendem, sympathischem Service einen SUV mieten, der nicht nur aussieht wie ein Alfa Romeo, sich fährt wie ein Alfa Romeo, sondern auch direkt von Alfa Romeo kommt und – ein Alfa Romeo Stelvio ist der definitiv beste Partner für diese Aktion gewesen. Emotional, sportlich, zuverlässig. Und ein Erlebnis, über das es sich lohnte, zu berichten.

 

Roadtrip im Alfa Romeo Stelvio

ROADTRIP, Baby!

31 Stunden und 2.757 km quer durch Deutschland. Das muss man mögen. Zumindest, wenn man sich dafür die Autobahn aussucht. Aber welchen Weg gibt es denn sonst, einem Auto so richtig auf den Zahn zu fühlen? Eben. Es muss ein Sitzfleisch-Marathon bei Richtgeschwindigkeit sein. Und genau das werde ich Ende November, Anfang Dezember tun.

Enterprise Rent-A-Car hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte, den neuen Alfa Romeo Stelvio zu testen. Denn der größte Autovermieter der Welt, mehr als 1.9 Millionen Fahrzeuge im Bestand, hat aktuell auch den Alfa Romeo Stelvio im Bestand. Und so kann man bis zum 3. Dezember auch noch an einem Gewinnspiel teilnehmen und ein Wochenende mit dem Stelvio gewinnen!

Davon sollte die Welt erfahren. Und deswegen erfahre ich jetzt den Stelvio. Nicht einfach nur bei einer Probefahrt, sondern bei einer Tour, quer durch Deutschland. Passenderweise werde ich vor 8 Enterprise Rent-A-Car Vermietstationen halt machen. Nachdem ich meine Route von 2.757 km geplant hatte, habe ich bemerkt, überall dort, wo ich stoppen will – gibt es eine Enterprise Rent-A-Car Station.

Na, so ein Zufall 😉

 

2.757 km

Aber warum 2.757 km weit? Na? Wer kommt darauf?

Tauscht man die km gegen „Meter“, dann hat man die Höhe des Stilfser Jochs, dem „Passo dello Stelvio“ in den Ortler-Alpen. Und das ist nicht nur der Namensgeber des Alfa Romeo SUV, es ist auch der höchste Gebirgspass in Italien. Mit dem Alfa Romeo Stelvio dorthin zu fahren, wäre zu einfach gewesen. Das würde jeder machen. Und überhaupt, wir sind den Alfa Romeo dort schon gefahren 😉

Habby startet am 4.12., und wird dem Alfa Romeo Stelvio auf 2.757 km quer durch Deutschland, ordentlich auf den Zahn fühlen. Ich freue mich auf den Trip. Ist dann ja sowas wie eine „Jahres-End-Rallye für den Blogger“ 😉

Live-GPS: Hier könnt ihr den Trip, ab Start, live mitverfolgen.

#EnterpriseRentACar #GutesGefühlInklusive #Mietwagen #ExzellenterKundenservice #PickUpService #AlfaRomeoStelvio #AlfaLovers #VirusAlfa #alfagram

In Kooperation mit Enterprise Rent-A-Car und Alfa Romeo Deutschland

 

Passo dello Stelvio – Stilfserjoch

Sich dem Joch zu unterwerfen fällt nicht schwer. Das liegt nicht nur daran, dass es anspruchsvoll zu fahren ist, sondern vielmehr an seiner Attraktivität. Es ist einfach sehr viel los auf dem Stelvio. Radfahrer, Motorradausflügler, Wohnmobile, ja sogar Wanderer.

Seine technischen Daten lesen sich eindrucksvoll, so ist das Stilfserjoch mit einer Passhöhe von 2757m der höchste befahrbare Gebirgspass der Ostalpen und der zweithöchste in den Alpen. Wer es genau wissen will: 1937 verlor das Stilfserjoch seinen Status als höchster Alpenpass an den Col de l’Iseran, dessen Scheitel sieben Meter Höher liegt.

Nur 200 Meter von der Schweizer Grenze entfernt, führt die Strasse von der Schweiz zum Stilfserjoch über den Umbrailpass, dem höchsten Pass der Schweiz (2501 m).

Geschichte des Stilfser Jochs

Die ursprüngliche Straße wurde 1820-25 unter Franz I., Kaiser von Österreich, erbaut. Als das Habsburgerreich die Kontrolle über die Lombardei erlangte (nach der Niederlage Napoleons und dem Wiener Kongress 1815), verband das Stilfserjoch Südtirol mit dem Veltlin in der Lombardei in Italien. Der Ingenieur Carlo Donegani baute sich mit der heutigen Passstraße sein persönliches Meisterwerk.

Fahren auf dem Stilfserjoch

Die Serpentinen im Nordosten des Stilfserjochs machen ihn zu einem der berüchtigsten und berühmtesten Anstiege in den Alpen. Die 48 Haarnadelkurven decken einen Höhenunterschied von mehr als 1800 Metern ab. Die durchschnittliche Steigung liegt bei ca. 8%, aber die zweite Hälfte des Anstiegs ist steiler als die erste. Der Aufstieg von Bormio im Südwesten hat immer noch mehr als 1500 Höhenmeter. Der steilste Anstieg ist dabei fast 15%, im Schnitt sind es immer noch fordernde 8%.

Dazu kommt das Wetter. Im Mai, wenn der Stelvio geöffnet, liegt oft Schnee auf dem Pass. Die eisigen Temperaturen machen besonders die Abfahrt interessant – und stellen die Reifen nicht selten vor große Aufgaben. Überhaupt ist das Stilfserjoch ein technisch sehr anspruchsvoller Pass. Eng, nur sehr kurze Wege auf den Rampen zwischen den Haarnadelkurven – um hier in den Fluss zu kommen, bedarf es eines wirklich agilen Fahrzeuges mit passender Getriebeabstufung.

Doch auch wenn das Auto vielleicht nicht für den Sieg in der Bergwertung taugt, oder der Verkehr den Spaß verhagelt: allein die Kulisse und der Ausblick auf der Passhöhe sind die Fahrt jederzeit wert.

Test: Alfa Romeo Stelvio

Nach mehr als 100 Jahren Marken Historie starten die Italiener mit dem Rückenwind des Konzerns im SUV-Segment. Im typischen Alfa Design soll der Stelvio mit Charme kombiniert mit der Dynamik aus dem Modell-Portfolio auf Kundenfang gehen. Seit Anfang dieses Jahres spielt Alfa Romeo mit im Segment der SUVs und präsentiert seinen Stelvio in Deutschland mit einem Chic und bequemer Ausstattung…

What is? „Alfa Romeo Stelvio“

Alfa bedeutet immer: Fahren. Hier geht es nicht um die Zukunft beschwörende Autonomie-Ideen einer digitalen Offensive. Physische Erfahrbarkeit echter Fahrfreude, darum geht es. Und so fährt der Stelvio mit traditioneller Dynamik und überraschender Effizienz mitten ins Herz.

Die italienische Alternative zu Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLC, aber auch Jaguar F-Pace und ganz besonders dem Porsche Macan – die List…

Alfa Romeo – Eine Marke als Legende

Ugo Stella hatte keine Lust mehr, einfach bloß Darracq Fahrgestelle zu komplettieren. Er wollte mehr als bloß die Kapazitätserweiterung der Franzosen sein. Stattdessen sollten es eigene Fahrzeuge sein. Rennwagen. Schnell, schön und erfolgreich.

So gründete er mit seinen wohlhabenden Freunden 1910 die Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili, kurz A.L.F.A. in Mailand. Als Konstrukteur setzten sie den genialen Giuseppe Merosi ein, dessen 24HP dann gleich bei der Targa Florio an den Start gehen durfte.

Doch der Grund, warum Alfa Romeo heute für viele der Inbegriff der Liebe zum Automobil ist, liegt viel mehr an der Tragik der Marke. Denn schon 1915 legte die Mannschaft um Stella bereits einen feinen Konkurs hin. Man dachte nicht wirtschaftlich, stattdessen sollte ein A.L.F.A. das Maß der Dinge sein. Das Beste oder nichts. Und mit Mailand stand die Fabrik im Zentrum der italienischen Kunst. Die besten Ingenieure, Mechaniker und auch Künstler – sie alle strömten in die Metropole des Nordens und fanden ihre Aufnahme bei Alfa.

Beim ersten Konkurs stand die Zahl der Mitarbeiter in keinem Verhältnis mehr zu den verkauften Einheiten. Es musste der Staat zu Hilfe eilen. Die staatliche Banco Italiana di Sconto kaufte die Aktienmehrheit und verschacherte die junge Marke direkt an den Rüstungsunternehmer Nicola Romeo, dessen Accomandita Ing. Nicola Romeo & Co die Werkhallen in Mailand dringend zur Fertigung von Flugmotoren und Munition gebrauchen konnte. Unter ihm wuchs die Belegschaft während des Ersten Weltkriegs auf über 4000 Mitarbeiter an.

Nach dem Krieg baute Alfa dann wieder Fahrzeuge – nun erstmals unter dem Namen Alfa Romeo. Fantastische, wie etwa den 6C in all seinen Varianten und mit all seinen Finessen. Sie wurden 1925 der erste Weltmeister im automobilen Rennsport. Und sie gingen, wieder einmal, bankrott. Man hatte 1926 schon so etwas wie Erfahrung mit der Pleite und wieder war es der Staat, der Alfa Romeo zur Seite sprang. Benito Mussolini persönlich sorgte dafür, dass Alfa nicht gesundgeschrumpft wurde oder wirtschaftlich auf eine sinnvolle Basis gestellt wurde, nein. Stattdessen erteilte er einen klaren Auftrag: die besten Autos der Welt zu bauen. Alfa Romeo sollte das Aushängeschild der italienischen Industrie werden, nur das Beste vom Besten war gut genug.

So kreuzten Namen wie Enzo Ferrari den Weg von Alfa Romeo. Il commendatore begann seine Karriere als Test- und Werksfahrer für die Mailänder. 1933, auf dem absoluten technologischen Höhepunkt, wurde Alfa Romeo dann unter Führung des Istituto per la Ricostruzione Industriale IRI komplett verstaatlicht. Es folgte der Wunsch, die Produktion von Nutzfahrzeugen voranzutreiben und so liefen neben den Sportwagen nun auch Busse, LKW und Industriemotoren von den Bändern. Zu Kriegsbeginn wurde auch wieder Rüstungsmaterial ausgeliefert.

Nach Kriegsende wurde das schwer beschädigte Werk wieder aufgebaut und eine neue Ära begann. Die hochkomplexen und damit teuren Einzelstücke, mit denen man in den 30ern so erfolgreich waren, verloren beinahe alle Nachfrage. Alfa Romeo musste sich neu aufstellen und so begann man mit der Produktion kleiner, leichter und bezahlbarer Fahrzeuge. Mit der Giulietta, besonders aber der Baureihe 105 um Giulia, Sprint GT und Spider machte sich die Marke unsterblich.

Noch heute lebt der Mythos von diesen Modellen. Ihrem Klang, ihrer Integration, ihrem Fahrspaß und vor allem ihrer Bezahlbarkeit. Doch irgendwann ging es dann wirklich bergab. Es gab keine Rechtfertigung mehr für den Staat, ständig weiter Geld zu verbrennen. Die Modellpalette war unübersichtlich, von Gleichteilen hatte man noch nie gehört und die Werke im Süden brachten außer Streiks nichts Vernünftiges zustande. Schon gar keine soliden Karosserien.

Mit dem Einstieg von Fiat 1986 kam der Moment der Rationalisierung. Alfa Romeo musste wirtschaftlich werden. Und trotz toller Würfe wie dem 155, der in der DTM dominierte, oder dem 164, der sich mit seinen Plattform-Brüdern die Entwicklung teilte und ihnen den famosen V6-Motor schenkte – oder dem 156, der der erste Serien-PKW mit Common-Rail-Einspritzung war: Alfa versank in der Wahrnehmung der Käufer. Sie fanden nicht mehr statt.

Bis heute. Mit der Besinnung auf Fahrfreude, auf hinreißende Formen, Heckantrieb und die Integration des Fahrers als zentraler Punkt der Entwicklung, haben es die modernen Alfa Romeo wieder geschafft, das Feuer zu entfachen.

Erste Fahrt: Alfa Romeo Stelvio

Alfa Romeo Stelvio im Fahrbericht

Filigraner SUV aus Bella Italia

Um das Portfolio des FCA Ablegers Alfa Romeo zu schließen, starten die Turiner mit dem ersten von drei geplanten SUVs im ersten Quartal 2017 in Europa durch. Im zweiten Quartal folgen dann Nordamerika und Asien. Final ist der Verkauf in 60 Ländern weltweit festgesetzt. Kleine Brötchen will FCA nicht von Anfang an backen und platziert den Stelvio gleich neben dem bisherigen Platzhirschen BMW X3. Premium sollte nicht nur die Positionierung sein, denn Alfa Romeo stand und steht bislang für feinste Verarbeitung von hochwertigen Materialien und emotionaler Antriebstechnologie. Seine Kunden möchte der Stelvio genau über diese Eigenschaften generieren. Marktstart war bereits am 18. März und gemäß den ersten KBA-Zahlen gelingt es dem italienischen Autobauer, erste Erfolgspunkte zu setzen. Bis Ende dieses Jahres sollen es dann ca. 5.000 Einheiten werden. Um nicht die Übersicht zu verlieren, startet man mit zwei Ausstattungsversionen und zwei Aggregaten. Den Einstieg findet der erste SUV von Alfa Romeo mit einem 2.0 Liter Turbo Benziner bei 200 PS Leistung und 42.200 Euro.

Der SUV aus den Alpen

Seine Namensgebung ist eine Hommage an den höchsten asphaltierten Pass in den italienischen Alpen und den zweithöchsten in ganz Europa – das Stilfser Joch. Inspiration fanden Alfas Ingenieure zum Thema Fahrspaß und Leistungsfähigkeit auf den letzten 20 Kilometern der Passstraße mit ihren 75 Kehren, mehr als sieben Prozent Steigung und insgesamt 2.758 Höhenmetern bis zur Spitze. Heraus kam ein SUV, das sich seine Plattform mit der bereits im letzten Jahr eingeführten Giulia teilt. Seine Front ganz im Markengesicht mit dreigeteiltem Kühlergrill, prominentem Logo und weit in die Mitte gezogenen Frontscheinwerfern mit Tagfahrlicht lassen den Stelvio sehr breit und selbstbewußt auf der Straße stehen. In der Seitenansicht unterstreicht das Fahrzeug eher den Charakter einer Mittelklasse Limousine mit dem Verhältnis zwei Drittel Aluminium zu einem Drittel Glas. Gepaart mit den Überhängen vorn (859 mm) und hinten (1.007 mm) streckt sich der Mittelklasse SUV auf 4,69 Meter. Durch die aluminiumlastige Karosserie konnte man über den Leichtbau das Leergewicht bei minimalen 1.66 Tonnen definieren, was sich sowohl in den Verbrauchswerten als auch im Cw-Wert von 0,3 widerspiegelt. Um einen ersten Eindruck seiner Gesamtperformance zu bekommen, lud der FCA Konzern ins Hinterland von Innsbruck für einen Tag ein. Dort konnten wir seine Dynamik auf herrlichen Serpentinen rauf zum Stilfser Joch testen.

Namensgebung aus den Alpen.

Elitäres Interieur

Beim Einsteigen fallen uns die hochwertig beispielhaften Alfa Materialien und ihre filigrane Verarbeitung auf. Auch im robust wirkenden SUV sollen diese Eigenschaften nicht fehlen. Das Cockpit, das sich dem Fahrer zuneigt, wirkt generell sehr aufgeräumt und für den Alfaristi sitzt jeder Knopf am richtigen Platz. Zentrales Instrument hinter dem Lenkrad ist das 3,5- bzw. 7-Zoll Display. Hier sind ganz bequem alle vom Fahrzeug abgegebenen Daten abzulesen. Als Schaltzentrale dient das mit Magneti Marelli entwickelte Infotainmentsystem Alfa Connect. Dort werden außer den Karten des Navigationssystems die Informationen zum verbundenen Smartphone, der angeschlossenen Medien und die „gespiegelten“ Applikationen des verbunden Smartphones abgebildet. Passagiere auf den Frontsitzen genießen eine großzügige Beinfreiheit. Wer im Stelvio auf den hinteren Sitzen Platz nehmen muss, darf mit mehr Raum vorlieb nehmen als gedacht. Menschen mit einer Körperlänge von mehr als 1,70 Meter reisen im Alfa SUV äußerst bequem. Die elektrisch zu öffnende Heckklappe legt bei voller Bestuhlung immer noch ein Volumen von 525 Liter frei. Wird ein Großeinkauf zu zweit geplant, stehen 1.600 Liter Kofferraumvolumen zu Verfügung.

Schaltknauf als Joystick.

Motorisierung nicht unter 150 PS

Jeweils ein Benziner- und Dieselmotor treiben den neuen Alfa voran. Dabei vertraut man bei beiden auf die Turbo-Technologie. Kombiniert werden alle Aggregate mit einem Acht-Stufen-Automatikgetriebe von der ZF Friedrichshafen AG. Der Benziner mit Turbo aufgeladenen 2.0 Liter Hubraum präsentiert sich mit den Leistungsstufen 147 kW (200 PS) und 206 kW (280 PS). Satte 400 Newtonmeter bei 2.250 Umdrehungen drücken das 280-PS-Aggregat nach vorn. Der Diesel bietet die Leistungsstufen 132 kW (180 PS) – bekannt aus der in 2016 angelaufenen Giulia – und 154 kW (210 PS) an. Die Drehmomentabgabe beim 210-PS-Motor beträgt hierbei üppige 470 Newtonmeter bei 1.750 Umdrehungen. Gerade der Antrieb von ZF mit seinen acht Stufen machen sich bei den ersten Fahrten positiv bemerkbar. Direkt ansprechend ohne Schaltpause und sportlich agil führen sie uns quer durch das Hinterland von Innsbruck, hinauf zum Stilfser Joch. Highlight unserer Testfahrten ist jedoch das gut abgestimmte Allradsystem AlfaTM Q4. Abhängig vom Gripzustand der einzelnen Räder verteilt der Antrieb das Drehmoment stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei normalen Fahrbahnbedingungen arbeitet das System im Hinterradantriebsmodus. Erst wenn die Hinterreifen ihre Haftgrenze erreichen, werden bis zu 60 Prozent des Drehmoments zur Vorderachse umgeleitet. Dafür zuständig sind ein zusätzliches Differenzial sowie ein aktives Verteilergetriebe, das sehr hohe Drehmomente in Sekundenbruchteilen bewältigen kann. Mit einem Rändelrad in der Mittelkonsole schalteten wir den Wagen zusätzlich in drei unterschiedliche Fahrmodi (ECO, Normal, und Dynamik). Hier werden die Kennzahlen von Fahrwerk, Motor und Lenkung nochmals verändert. Das Fahrzeug vermittelt das Gefühl, Kraft auf die Straße zu bringen, wann immer es  nötig ist. Der uns präsentierte Tiefst-Verbrauchswert von 4,8 Liter beim „großen“ Diesel und 7,0 Liter beim „großen“ Benziner sind an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen.

Filigrane Arbeit auch am Außenkleid.

Jede Ausstattung eine Top Variante

Die angebotenen Sicherheitseinrichtungen im Alfa Romeo Stelvio sind je nach Modellversion serienmäßig oder optional erhältlich. Als Beispiel führen die italienischen Ingenieure das Integrierte Bremssystem (IBS) an, das in der Alfa Romeo Giulia Premiere eingeführt wurde. Es kombiniert die Wirkungsweise der elektronischen Regelsysteme mit der mechanischen Bremskraftunterstützung. Resultat sind schnell ansprechende Bremsen ohne störendes ABS-Pulsieren und damit auch kurze Bremswege. Zu den weiteren Sicherheitseinrichtungen zählen außerdem das Kollisionswarnsystem (Forward Collision Warning, FCW) mit autonomer Notbremsfunktion (AEB) und Fußgängererkennung, der Spurhalteassistent (Lane Departure Warning, LDW) sowie der Totwinkel-Assistent (Blind Spot Monitoring, BSM). Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage (Adaptive Cruise Control) passt die eigene Geschwindigkeit nicht nur dem gewählten Wert an. Sie reagiert auch auf andere Fahrzeuge im direkten Umfeld. Bei den Preisen möchte sich FCA nicht ganz mit seinem Mitbewerber aus München messen und setzt seine Preise etwa fünf bis acht Prozent unterhalb fest. So startet das Einstiegmodell „Stelvio“ und dem Benziner bei 42.200 Euro. Die zweite und zugleich „Topvariante“ bei gleicher Motorisierung  findet sich bei 45.000 Euro wieder. Das Preisgefüge der stärkeren Benzinvariante stellt sich mit der Ausstattung „Super“ bei 49.000 Euro und mit einer Vorab Sonderserie „First Edition“ bei 56.000 Euro vor. Das Dieselaggregat beziffert jeweils die Topausstattung „Super“ bei der Leistungsstufe „180 PS“ mit 44.050 Euro und „210 PS“ mit 47.500 Euro. Im Zuge der Modellpflege Ende des Jahres sollen ein Aggregat jenseits der 500 PS Grenze und ein Hybridantrieb folgen.

Einsatz nicht nur in den Alpen souverän.

Fazit: Der Alfa Romeo Stelvio stellt sich als erster SUV der Italiener ordentlich vor. Materialien, Verarbeitung und Technologie stimmen im Großen und Ganzen. Ob es reicht, dem selbsternannten Mitbewerber aus München den einen oder anderen Kunden abspenstig zu machen, wird sich im Laufe diesen Jahres zeigen.

SUV mit Platz nach oben.

Der neue Stelvio lässt in Sachen SUV noch Platz nach oben.  Als Allrounder für Freizeit und Familie dennoch bestens geeignet. Lange Passagen auf kurvenreichen Strecken sind für ihn mit jeder Motorisierung kein Problem. Als Alternative im SUV Bereich schon vom Design her eine echte Kaufoption.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Hersteller 

Alfa Romeo und Jeep – Mit Doppelspitze in die Offensive

Wer vom Straßenrand aus einen Alfa Romeo entdecken will, braucht Geduld und langen Atem. Jahrelang darbte die einstige Kultmarke vor sich hin, kaum neue Modelle, wenig Händler, Probleme mit der Qualität. Bis der Mutterkonzern Fiat seine Ikone neu entdeckte und nun nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Gas gibt. Mit der Sportlimousine Giulia und dem schmucken SUV Stelvio ist Alfa Rome…