Test: Kia Sportage – Mit dem Plus an Power

Die 48-Volt-Technik wird wohl bald Standard bei der niedrigschwelligen Elektrifizierung des Autos sein. Noch allerdings ist sie nur in wenigen Modellen wie der Diesel-Top-Variante des Kia Sportage zu finden.

Die koreanischen Konzerngeschwister Kia und Hyundai haben sich in kürzester Zeit von Mainstream-Herstellern zu einer Art Elektro-Avantgardisten gemausert. Neben reinen E-Mobilen wie Hyundai Ioniq oder Kia Soul haben sie eine ganze Reihe unterschiedlicher Hybridkonzepte im Angebot. Die neueste Variante ist seit kurzem im Kompakt-SUV Kia Sportage zu finden: ein Mildhybrid auf Basis von 48-Volt-Technik.

Die Idee hinter dem 48-Volt-Ansatz: Neben dem konventionellen 12-Volt-Netz wird ein zweites, mit höherer Spannung betriebenes Bordnetzes eingezogen, das den Einsatz eines leistungsstärkeren Startergenerators möglich macht. Beim Sportage kommt dieser auf 12 kW/16 PS und taugt damit sogar als zusätzliche Antriebsquelle: Zumindest für kurze Zeit kann er den zunächst einzig kombinierbaren Motor, einen 136 kW/185 PS starken 2,0-Liter-Diesel, beim Beschleunigen unterstützen, der sich dadurch den ein oder anderen Schluck Sprit spart. Die benötigte elektrische Energie produziert der Generator selbst über die Bremskraftrückgewinnung. Auch hier liegt die Leistung dank der vierfachen Betriebsspannung deutlich höher als bei konventionellen Rekuperations-Systemen. Unterm Strich steht für den Mildhybrid ein Normverbrauch von im besten Fall 5,2 Liter (für das Allradmodell mit Handschaltung). Für ein Auto dieser Größe ein guter Wert. Aber funktioniert die Spritspartechnik auch in der Praxis?

Der Diesel erhält E-Unterstützung

So viel Vorweg: zum größten Teil ja. Vor allem im Stadtverkehr mit seinen vielen Stop-and-go-Passagen spielt der Sportage seine Technik aus. Wo viel gebremst wird, kann eben viel Bremskraft zurückgewonnen werden. Unter günstigen Bedingungen lässt sich durchaus eine Fünf vor dem Komma erreichen. Auch das Start-Stopp-System, das den Motor bereits im Ausrollen an der Ampel abstellt, dürfte in diesem Zusammenhang für ein paar Milliliter Ersparnis gut sein. Allerdings wirft die Automatik den Motor häufig etwas zu plötzlich und kraftvoll wieder an, was einem der Stoßstange des Vordermannes unangenehm nahebringt.

Das Cockpit wurde aufgewertet

Voll überzeugen kann hingegen die Kraftentfaltung des elektrisch unterstützten Antriebs. Eine Anfahrschwäche ist zumindest in der gefahrenen Automatikvariante nicht zu spüren. Generell kann der Diesel oft nahezu untertourig unterwegs sein, weil er vom Elektromotor blitzschnell aus dem Drehzahlkeller geholt wird, sobald ein Zwischenspurt ansteht. Der Elektro-Boost passt sich harmonisch und fast unmerklich in den Durchzug des Verbrennungsmotors ein – eher sanft schiebend als kraftvoll schubsend. Das ist auch auf der Autobahn angenehm, wo der Kia den souveränen, unaufgeregten Tourer gibt. Der Spritverbrauch bewegt sich dabei Richtung 7-Liter-Marke, was angesichts der Fahrzeuggröße gut, aber nicht mehr herausragend ist. Vor allem jenseits der Richtgeschwindigkeit verfliegt die Wirkung der 48-Volt-Unterstützung und das SUV fängt mit dem forcierten Schlucken an. Das allerdings ist kein Exklusiv-Problem des Kia.

Hinten geht es recht geräumig zu

Eingeführt wurden das 48-Volt-System und der große Diesel beim Sportage im Zuge des im Sommer 2018 erfolgten Liftings. Dabei spendierten die Koreaner ihrem wichtigsten Modell in Deutschland auch ein leichtes Upgrade im Innenraum, der durch zusätzliche Metallapplikationen nun eine Spur massiver und wertiger wirkt. Komplettiert wurde die Überarbeitung durch eine leicht modifizierte Frontoptik mit optionalen LED-Scheinwerfern und einigen neuen Fahrerassistenzsystemen, darunter eine gut funktionierende Rundumsichtkamera. Der Kerncharakter des Tiguan-Konkurrenten hat sich jedoch nicht verändert: Der Kia Sportage bleibt ein optisch extrem dynamischer, tendenziell eher straff abgestimmter Crossover mit ordentlichem Platzangebot, guten Sitzen und gefälligem Ambiente, den es zu einem angesichts der Ausstattung und der siebenjährigen Garantie durchaus fairen Preis gibt. Ein echtes Billigmodell ist der Sportage aber längst nicht mehr: die gefahrene Variante kostet mindestens 40.490 Euro. Künftig sollen aber auch weitere, nicht ganz so starke und teure Grundmotoren in den Genuss der 48-Volt-Hybridisierung kommen.

Holger Holzer/SP-X

Technische Daten – Kia Sportage 2.0 CRDi AWD:
Fünftüriges, fünfsitziges SUV der Kompaktklasse; Länge: 4,49 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,65 Meter (mit Dachreling), Radstand: 2,67 Meter, Kofferraumvolumen: 480 – 1.492 Liter.

2,0-Liter-Diesel, 136 kW/185 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 – 2.750 U/min, Mild-Hybridantrieb mit 48-Volt-Batterie und Startergenerator (12 kW/16 PS), elektronisch geregelter Allradantrieb, Automatik, 0-100 km/h: 9,5 s, Vmax: 201 km/h, Normverbrauch: 5,8 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 153 g/km, Effizienzklasse: B, Abgasnorm: Euro 6d-temp, Testverbrauch 6,5 l/100 km, Preis: ab 40.490 Euro.

Kurzcharakteristik – Kia Sportage 2.0 CRDi AWD:
Warum: weil der Mildhybrid unauffällig für mehr Souveränität sorgt
Warum nicht: weil die Zwangskombi von E-Motor und starkem Diesel teuer ist
Was sonst: Honda CR-V, Toyota RAV4, Hyundai Tucson, VW Tiguan

Warum der Kia Stinger GT keine 50.000 € wert ist

Üblicherweise trägt Peter Schreyer schwarz. Das haben viele Automobil-Designer und Künstler drauf, warum auch immer. Aber wenn man Peter Schreyer trifft, dann im schwarzen Anzug oder in einer schwarzen Stoffhose und mit einem schwarzen Rollkragen-Pullover. Peter Schreyer war jahrelang als Designer im VW-Konzern erfolgreich. Er ist der Mann, der die ikonische erste Audi TT Generation entwarf, er gab dem Golf 4 seine Form und gehört zu den wichtigsten und, wichtiger, zu den Designern in der Branche mit dem größten Renommee. Seit ein paar Jahren ist Peter Schreyer für Hyundai/KIA tätig und hat nun auch dort ein Meisterwerk abgeliefert. Den Kia Stinger GT.

Test des KIA STINGER GT mit V6 Turbo-Benziner

Korea-Knaller im Review

Die Historie an sportlichen Kia-Modellen ist überschaubar. Es gab keine. Und dann zeigt Kia auf der IAA 2011 den GT Concept und Auto-Liebhaber knien nieder. Die Fachpresse ist verliebt. Doch würden die Koreaner wirklich den Mut haben, ein Grand Coupé in einem Segment zu bauen, das von Kia so weit weg ist wie Seoul von Stuttgart?

Auf der NAIAS 2017 debütierte die Serien-Version des KIA Stinger. 2018 konnten wir den Stinger GT als 3.3 Liter V6 Turbo mit 276 kW zum Test auf dem Hof von AUTOHUB begrüßen.

370 PS und der Charme eines GT aus der oberen Mittelklasse umwehen den Auftritt des koreanischen Stachels. Doch würde er auch zustechen? Bulls-Eye? Mitten in das Herz des Auto-Nerds?

Kia bietet den Stinger in Deutschland mit drei unterschiedlichen Motoren an. Einen kleinen Vierzylinder Turbobenziner mit 255 PS, einen 2.2 Liter Diesel mit 200 PS und den Platzhirsch des Programms, den 3.3 Liter V6 mit zwei Turboladern und saftigen 510 Nm. Der Achtstufen-Automat wurde von KIA selbst entwickelt und gibt seine Kraft an alle vier Räder weiter.

Bevor es in 4.9 Sekunden auf Tempo 100 geht, muss der Innenraum befühlt werden. Bereits beim Platz nehmen im „GT“ spürt man die Andersartigkeit. Dieser KIA ist so völlig anders. Unweigerlich muss man an Audi A7 oder A5 Sportback denken, an BMW 4er GT und auch 6er. Der KIA GT ist mit seinen etwas über 4.80 Meter Gesamtlänge größer als ein A5 Sportback und kaum kürzer als der Audi A7. Dennoch sieht sich KIA eher in der oberen Mittelklasse und eben nicht nur preislich gerade nicht in der Oberklasse. Doch die Vergleiche drängen sich geradezu auf. Kollegen wollen, weil es sich so schön kontrovers anfühlt, gar den Vergleich zum Panamera von Porsche bemühen. Es ist aber auch zu schön. Der große GT aus Korea passt, schaut man nur auf die Leistung,  zwischen den Basis-Panamera mit seinen 330 PS und den 4s mit 450 PS. Und dann diese Ähnlichkeiten in der Formgebung. Lange Motorhaube, massiger Po und schnuckeliges Raumangebot für vier Personen.

Und in der Tat, bei den Fahrleistungen schenkt der Koreaner dem Stuttgarter einfach mal ein. Sowohl im Top-Speed, als auch bei dem wichtigen Stammtisch-Wert von Null auf 100 ist der Budget-GT aus Korea plötzlich vor dem Premium-Sportler aus Zuffenhausen. Und dann der Preis. Warum da nur mit 440i GT und Audi A5 vergleichen? Der Kia GT will die automobile Wertewelt auf den Kopf stellen.

Der in High-Chroma-Red gehaltene Lack scheint mit der frechen Kühlerschnauze des Stinger um die Wette zu grinsen und zu glänzen. Zudem gibt sich der Kia Stinger GT, wie erwartet, keine Blöße bei der Ausstattung. Es gibt ihn mit allem, was heute schön, wichtig und aktuell ist. Mit seinen 54.900 € ist er bereits nahezu vollständig ausgestattet. Leder und Navi sind ebenso normal wie LED-Licht. Dass sich das Navi nicht von dem System unterscheidet, was man in den Preisklassen 25.000 € darunter auch von KIA erhält, geschenkt. Geht es doch hier um eine ganz andere Disziplin. Es geht um eine Fahrzeugklasse, die durch reine Präsenz und Potenz um Attraktivität buhlt. 

Und auch sonst stimmt technisch alles. Der Motor längs eingebaut, der Allradantrieb variabel, die Achtstufenautomatik im Umgang verträglich bis zackig. Beim Sound allerdings vermissen wir ein wenig Kultur und Leidenschaft, aber hey, es ist der erste Aufschlag der Koreaner in diesem Segment. Dass der Kia mit seinen 270 m/h auf der Autobahn gut 99% der üblichen Verdächtigen davon fährt, ist nicht entscheidend für das Gesamtbild. Eher die Tatsache, dass sich der nicht gerade leicht geratene GT mit seinen knapp 1.9 Tonnen auch auf der Landstraße vehement und überzeugend bewegen lässt.

Fast wäre auch Habby auf den KIA Stinger GT hereingefallen. Hätte das hohe Loblied auf grandioses Design und begeisternde Fahrfreude mitgesungen, wäre da nicht der Preis gewesen.

Der Stinger GT ist keine 50.000 € wert.

Was? Wie? Der Panamera kostet das doppelte und auch BMW 440i und Audi A5 lassen sich nicht in dieser Ausstattung und Leistungsklasse kaufen, wenn man nicht 20.000 € aufzahlt. Was also stimmt mit Habby und seiner Wahrnehmung nicht?

Nun. Der Kia Stinger GT ist, schaut man sich die Listenpreise an, das bessere Angebot. Vom hohen Verbrauch mal abgesehen, leistet er sich keine groben Schnitzer. Und bietet vom Allrad bis zur Achtgangautomatik, was auch die Premium-Mitbewerber bieten. Nur eben keine Hausbank. Ganz unter uns : Niemand bezahlt ein 50.000 € Auto in bar. Wir sind hier in der Leasing-Fahrzeugklasse und da wird schnell klar, der Stinger GT kann noch so fein geworden sein, wenn die Leasingrate eines 440i GT bei gleicher Ausstattung und gleichen Rahmenbedingungen rund 50 € unter denen des KIA liegen, dann wird man immer zum BMW greifen. Dessen fulminanter Reihensechszylinder-Turbo ist nicht nur akustisch geiler, auch beim Verbrauch unterbietet dieser den Koreaner locker um 2-8 Liter, je nach Gangart!

Schade um das geile Design von Peter Schreyer.

Test: Kia Niro Plug-in Hybrid

Ist das noch ein SUV? Bei KIA ist man sich nicht ganz einig, auf der Presseseite spricht man von SUV-Genen, auf der Endkunden-Webseite ist davon kein Wort mehr zu lesen. Und auch unsere Kollegen auf der Seite der Motorpresse sind sich uneinig. Ist es ein SUV? Oder ist das einfach nur ein Modewort, ohne das man nicht mehr zu Rande kommt? Für Habby ist es ganz klar, das hier ist kein SUV – weder von der Form her – es fehlt schlicht an Bodenfreiheit – noch vom Antrieb her, da er nur mit Frontantrieb erhältlich ist. Selbst wenn wir jedem das Modewort-Synonym gönnen und dem KIA selbst wohl gesonnen sind, nein, ein SUV ist er nicht. Punkt um.

Beim Design hat sich KIA Mühe gegeben, Gegensätze im gut 4.30 Meter langen Steilheck-Modell unterzubekommen. Ein wenig klassischer Kompakter, ein wenig Maskulinität durch hohe Schultern, ein wenig Coolness mit trendigen Anbauteilen wie dem völlig witzlosen Diffusor an der Heckstoßstange.  Doch über Design reden wir hier nur zur Einstimmung. Viel wichtiger sind die Technik und das Fahrgefühl.

Nie rein elektrisch

Das wichtigste vorab: Man kann den Niro PHEV nicht per Tastendruck dazu zwingen, rein elektrisch zu fahren. Sein Motormanagement überstimmt den Fahrer zu jeder Zeit und steuert, von Algorithmen bestimmt, die Funktion des Antriebs. Unter seiner vorderen Haube steckt im übrigen der gleiche Aufbau wie man ihn vom Hyundai Ioniq kennt. Es ist daher kein Wunder, dass man sowohl bei KIA als auch bei Hyundai alle drei Stufen der Elektrifizierung eines Automobils umsetzt.

Im Plug-in Hybrid ist es ebenso wie im Hybriden ein 1.6 Liter Benzin-Direkteinspritzer, der im Atkinson-Zyklus arbeitet und mit einem 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe kombiniert wurde. Der Plug-in Hybrid hat die gleiche Systemleistung von 141 PS, dank der höheren Batterie-Spannung des 8.9 kWh großen Batteriepaketes sind die Fahrleistungen des PHEV allerdings ein wenig besser als die des reinen Hybriden, trotz der 100 Kilogramm zusätzlichen Gewichtes des größeren Akkus.

Während der Aufbau des Plug-in Hybrid Niro eigentlich auf einen Parallel-Hybrid hinweist, gibt es eine technologische Besonderheit. Kia nutzt einen wassergekühlten Riemen-Startergenerator als Generator und so kann der E-Motor den Vortrieb sichern, während der Benzinmotor abgekoppelt als Strom- und Heizungsgenerator dient. Eine Abstimmung, die man so aktuell nur bei Hyundai/KIA findet. Der 8.9 kWh großen Akku lässt sich per 230 Volt oder Type 2-Kabel an der Wallbox laden. Dabei jedoch mit maximal 3.6 kW.

Nie stürmisch

Mit bis zu 172 km/h ist der Niro PHEV garantiert keine Performance-Granate, auch seine 10.8 Sekunden von 0 bis 100 km/h sind eher als gemütlich zu verstehen. Zu diesem Ansatz passt auch die restliche Abstimmung des Kia Niro. Eher komfortabel und gemütlich. Ein Kompakter, mit dem man ohne Hektik auf die Reise geht.

Nie zu durstig

Seine elektrische Reichweite von bis zu 58 Kilometern ist das eine, hier ist man im NEFZ-Norm-Zyklus natürlich im Vorteil und kann eine vorbildliche Effizienz von 1,3 Litern auf 100 Kilometer punkten. Doch der Alltag sieht anders aus. Zum einen ist der „pure EV“ Antrieb nicht per Zwang zu steuern, zum anderen fährt man im Alltag eben nie einfach nur einen NEFZ-Zyklus. Doch der Niro punktet auch im Alltag mit einer vorbildlichen Effizienz. Der nach Euro 6 (nicht 6d temp) zertifizierte Direkteinspritzer muss ohne Benzinpartikelfilter auskommen, klingt langweilig und vermittelt nicht wirklich Fahrfreude – aber er ist effizient und spart im Alltag bereitwillig Kraftstoff.

Billig geht anders

Sicher – fast 40.000 € sind im Segment des Niro – es ist eben kein SUV, sondern ein Kompakter in der Größe eines Volkswagen Golf – eine echte Ansage, doch wie man es von den Koreanern gewohnt ist, der KIA Niro punktet dann auch mit einer mehr als vollständigen Ausstattung. Inklusive einer Sitzheizung für die Sitzreihe Nummer 2, Sitzlüftung vorne, beheiztem Lenkrad und einer vollständigen Sicherheitsausstattung. Doch Ausstattung ist das eine, die Verarbeitung das andere. Doch auch da punktet der Kia Niro mit fachlicher Kompetenz. Die Koreaner haben sich nichts mehr vorwerfen zu lassen. Sowohl Gestaltung als auch Verarbeitung des Innenraums sind hochwertig – nein, nicht Premium-like verspielt, aber gut. Ernsthaft gut!

Fazit

Es war noch nie so kompliziert wie heute. Auf dem Markt buhlen zig Konzepte um Kunden und die Autohersteller leisten sich keine groben Schnitzer mehr. Der Kia Niro ist, wie sein Zwilling von Hyundai, ein extrem cleveres Auto und ein noch viel spannenderes Angebot geworden. Dass die Koreaner gleich einmal die gesamte Spannbreite in eine Baureihe packen, vom Hybriden über den PHEV bis zum BEV, ist eine Leistung, die Respekt abverlangt. Der Niro PHEV ein handwerklich gut gemachter Kompakter.

Der Test im Video

Test: Kia Niro

Seinen Beitrag zur Minimierung des Ausstosses von Kohlenstoffdioxid, um den Klimawandel mit aufzuhalten, leistet der koreanische Autobauer KIA seit April 2016 mit dem neuen Crossover Niro. Der ausschließlich mit einem Hybridantrieb bestückte Koreaner hatte seine Weltpremiere im Februar 2016 auf der Chicago Auto Show. Bereits zwei Wochen nach seinem Marktstart in Korea verbuchten die Verantwortlichen knapp 2.500 Einheiten in den Bestellbüchern. Damit legte KIA einen ersten Verkaufsrekord für ein Auto im grünen Segment vor. Es folgte der Startschuss in Europa im Juli 2016 in den Niederlanden und Frankreich. Bei uns in Deutschland ist der Kompakte seit September 2016 zu haben. In Kooperation mit dem Hyundai Ioniq konzipiert und produziert, folgt dem bestehenden „Mild Hybrid“ bewußt ein Plug-In-Hybrid, der seine Weltpremiere bereits auf dem 87. Genfer Auto-Salon im März diesen Jahres feiern durfte. Sein Äußeres reiht den Niro in das Portfolio von KIA direkt neben Sportage und Sorento ein. Allerdings nicht nur als chicen Kompakten, sondern auch als Crossover mit hohem Nutzwert. Die Autobauer aus Korea lassen die Preisliste bei 24.990 Euro beginnen.

Testbericht: Kia Niro 1.6 GDI „Vision“

Crossover aus Korea mit stromiger Unterstützung
Ausschließlich als Hybrid erhältlich

Der Niro bietet mit dem von KIA bekannten Fahrwerk (McPherson-Federbeine mit Gasdruckstoßdämpfer vorn und einer Mehrlenkerhinterachse) und der sehr direkten Lenkung ein generell sicheres Fahrgefühl. Eine verbesserte Aerodynamik erzielt das Fahrzeug unter anderem durch die fest mit dem Dach verbundene Dachreling. Der Wagen ist zudem mit knapp 1,80 Meter Breite und 1,55 Meter Höhe schmaler und niedriger im Vergleich zu seinen Mitbewerbern. Seine optimierte Windschlüpfrigkeit macht sich beim Kraftstoffverbrauch (4,4 Liter im Normtest mit 18-Zoll-Räder) und Abgasemission (101 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer) durch seinen Mild-Hybrid Antrieb positiv bemerkbar. Wir erreichen die angegebenen Werte nicht immer, was nicht nur den im Labor gefahrenen Werten geschuldet ist, denn der Niro legt ein ordentliches Maß an Fahrspaß vor.

Mit breiter Front.

Crossover mit Fahrspaß

Der koreanische Hybrid Crossover ist sowohl als „Langstrecker“ als auch als Urban Fahrzeug unterwegs. In der Stadt sind enge Gassen, aber auch schnelle Spurwechsel gleichermaßen kein Problem für den Niro. Seine Lenkung ist ausgesprochen spursicher ausgelegt, so dass in der Stadt gerade mit dem kleinen Wendekreis von 10,6 m ein sehr entspanntes Fahren und Einparken möglich ist. In ländlichen Gegenden meistert er sogar nicht befestigte Wege. Eine gehörige Portion Fahrspaß macht dabei der Koreaner mit stromiger Unterstützung. Gerade mit seinem nominell maximalen Drehmoment von 265 Newtonmetern bei 1.000 – 2.000 Umdrehungen der Gesamtleistung kann das Aggregat jederzeit noch einmal intensiv im Rahmen seiner Bestimmung nachlegen. Kombiniert mit dem Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe lässt sich der koreanische Crossover zwar effizient durch den urbanen Verkehr steuern, dennoch ist dies nur mit akustisch hohen Drehzahlen zu machen. Einzig Autobahnstrecken lassen den Hybriden angestrengt wirken, was sich auch beim Verbrauch widerspiegelt.

Geräumiges und komfortables Ambiente.

Trotz Hybridbatterien viel Stauraum 

Der Crossover kommt rein von seinen Abmessungen als Kompakt-SUV daher. Sein sehr chices und zeitgemäßes Äußeres zeigt das als ausschließlich fünftüriges Modell erhältliche Fahrzeug im sportlichen Look der KIA-Familie. Die Front des Koreaners prägen breite zu den Seiten hochgezogene Schürzen. Prominent wird das Markenlogo auf dem Kühlergrill eingefasst, und die seitliche Rundungen der Frontscheinwerfer setzten sich in einer virtuellen Sicke über die gesamte Fahrzeuglänge fort, bevor sie bogenförmig vor den Heckleuchten kurz nach oben ziehen. Am Heck sorgen die Scheinwerfer für einen dynamischen Auftritt. Innen finden bei einer Fahrzeuglänge von 4,36 Metern bis zu fünf Personen bequem Platz. Der Niro besticht mit einer guten Material- und Verarbeitungsqualität. Das klar strukturierte Cockpit mit dem Navigationssystem von KIA (inkl. 7-Jahre-KIA-Navigationskarten-Update) als Blickfang und Schaltzentrale sowie das Panorama Glasdach sorgen für ein großzügiges Raumgefühl. Seine 60:40 geteilt umklappbaren Rücksitze geben dem Fahrzeug nicht nur eine große Ladeflexibilität. Es verschafft gerade den Passagieren im Fond große Beinfreiheit. Durch diesen Klappmechanismus wächst das Laderaumvolumen von 427 Liter auf mehr als großzügige 1425 Liter.

Fahrerassistenzsysteme im All-in Paket

Der Niro besitzt bereits ab Werk eine reichhaltige Ausstattung. Die Basisversion „Edition7“ verfügt bereits über das Drive Mode Select-System, ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESC) mit Traktionskontrolle (TCS), eine Geschwindigkeitsregelanlage, einen Spurhalteassistenten (LKAS), eine Bergabfahrhilfe (HAC) sowie LED-Tagfahrlicht. In der mittleren Ausstattungsvariante „Vision“ sind eine Sitzheizung vorn, Parksensoren hinten, ein Lederlenkrad (beheizbar), das KIA Kartennavigationssystem (7 Zoll) inkl. 7-Jahre-Kia-Navigations-Update und eine Rückfahrkamera an Bord. Die dritte und letzte Ausstattungsvariante „Spirit“ ergänzt die Equipment Liste zum „All-in“. Hierzu gehören die Erweiterung des Naviagtionssystems auf 8 Zoll, Parksensoren vorn, Privacy-Verglasung, Xenonscheinwerfer, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Induktive Ladestation für Smartphones und ein Smart-Key und Startknopf.

Sensoren und Kameraunterstütze Systeme.

Erschwingliche Hybridtechnologie

Der Koreaner, den es ausschließlich als Fronttriebler gibt, ist ab einem Preis von 24.990 Euro zu haben. Dafür bietet KIA einen ausgereiften Hybridantrieb mit einem Verbrennungs- und Elektromotor auf einer Kurbelwelle und einer Gesamtsystemleistung von 1.6-Liter GDI mit 103,6 kW (141 PS). Diese Motorisierung wird mit einem Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert. Der Aufpreis zur zweiten Ausstattung „Vision“ schlägt mit 3.000 Euro zu Buche. Das Rundum-Sorglos-Paket der dritten Ausstattungsvariante „Spirit“ ist für den Endpreis von 30.690 Euro zu erwerben.

Checker Crossover aus Korea.

Fazit: Mit dem Niro arbeitet sich KIA sehr gut in das Segment der Crossover ein und setzt sich durch das Antriebskonzept des Hybriden von den Mitbewerbern ab. Zudem ist die Kombination zwischen Raumangebot und Nutzen des Fahrzeugs sowie einem chicen Look sehr gut gelungen.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

KIA

Niro 1.6 GDI

Motor Hybrid, Super Benzin
Hubraum 1.580 ccm³
Gesamt-Leistung 141 PS @ 5.700 U/min
Gesamt-Kraft 265  Nm @ 1.000 – 2.000 U/min
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.355, 1.805, 1.545   mm
Radstand 2.700 mm
Leergewicht 1.587 kg
Wendekreis 10,6 m
Höchstgeschwindigkeit 162 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 11,5 sec
Normverbrauch 4.4 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 4.9 l / 100 km
Öko-Experte 4.1 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.6 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (Kia Motors Deutschland GmbH) – Beitragsbild: Hersteller (Kia Motors Deutschland GmbH)[/notification]

[/toggle]

Im Gespräch: Design-Star Peter Schreyer

Interview mit Peter Schreyer, Design-Chef Hyundai Kia Automotive Group

Brückenschlag vom Kia Kee und Stinger

Er ist ein Star unter den Automobil-Designern: Peter Schreyer. Der geborene Oberbayer zeichnete einst für den Volkswagen-Konzern den Golf IV und Ikonen wie New Beetle und Audi TT. Seit 2006 prägt er die Formgestaltung bei Kia und heimste dabei 18 Red Dot-Awards ein. Seit 2013 ist er Design-Chef und Präsident der Hyundai Kia Automotive Group. Seine Konzeptstudie Kia Kee von 2007 ist gerade der Star einer Ausstellung im ältesten Design-Museum der Welt in München. Peter Schreyer schildert den Weg vom Kee bis zum neuen Gran Turismo Kia Stinger und blickt für mein-auto-blog in die Zukunft.

Was Konzeptstudien im Nachhinein verraten

Der Kennerblick erkennt sofort: Im Design der Studie Kia Kee von 2007 steckt viel mehr als nur die heute markentypische, sogenannte „Tigernase“. Damals hat der Kee auf der IAA Aufsehen erregt. Peter Schreyer erinnert sich: „Wir haben damit erstmals die Tigernase gezeigt.“ Seither ist diese stilprägend für die aufstrebende, südkoreanische Marke. Laut Schreyer zentriert sie das Auto, ist stark, variabel und markant. Wer den Kee heute bei seinem Auftritt in der Münchener Pinakothek der Moderne genauer betrachtet, bemerkt unter anderem auch das schwebende Dach mit unterbrochener hinterer Säule – so wie beim aktuellen Hyundai i20 Coupé oder auch beim Opel Astra.

Peter Schreyer – Kia Event in der Pinakothek der Moderne in Muenchen am 16.05.2017

Kee klingt nicht zufällig wie „Key“

Zehn Jahre nach seiner spektakulären Premiere in Frankfurt setzt sich der Kee 400 km weiter südlich in der Münchner Pinakothek der Moderne in Szene: Das grün-gelbe Coupé ist derzeit Hauptanziehungspunkt der erfolgreichen Ausstellung „Korean Design“ im ältesten Design-Museum der Welt, der seit 1925 bestehenden „Neuen Sammlung“. Direktorin Dr. Angelika Nollert nennte den Kee eine „wahre Ikone“. Sein Name klinge nicht zufällig wie „Key“, denn es handle sich um eines der „Schlüsselwerke“ von Peter Schreyer. Das lockte extrem viele Besucher an – zusammen mit weiteren Exponaten zu aktuellen koreanischen Strömungen wie „K-Pop“ oder „K-Style“. Angenehme Überraschung: Schon nach Halbzeit wurde der Ausstellungs-Folder neu aufgelegt. Nach der Eröffnung am 4. März war er so schnell vergriffen, dass „Korean Design“ jetzt von 18. Juni auf 16. Juli verlängert wurde.

Für den deutschen Auto-Designer Peter Schreyer schließt somit ein Kreis: Vor genau zehn Jahren sei der Kee „der Urvater unseres heutigen Kia-Designs“ gewesen. Ab Ende 2017 wird künftig der Kia Stinger die Klasse der viertürigen Gran Turismos bereichern. Er ist für den weltweit renommierten Automobildesigner ebenso „die Erfüllung eines Traumes“, wie der Erfolg des Kee in München: „So etwas wäre noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen – Kia in so einem Museum. Sofort war klar, dass wir dieser Einladung folgen würden. Es ist eine tolle Sache, dabei zu sein.“

Wegsweiser fürs heutige Kia-Design

Kee, Stinger und Schreyer in der Neuen Sammlung in München – eine schöne Gelegenheit, um auf die vergangenen zehn Jahre zurückzublicken und aus erster Hand mehr über die Hintergründe koreanischen Automobildesigns zu erfahren. Mit dem Kee hinterließ Peter Schreyer für Kia eine erste deutliche Duftmarke in der Welt des Automobildesigns. Vor seinem Engagement als Kia-Chefdesigner ab 2006 war Schreyer bereits mit wegweisenden bis bahnbrechenden Modellen aufgefallen wie VW Golf IV, New Beetle und vor allem Audi TT. Heute ist er nicht nur Chef-Designer von Kia, sondern seit 2012 bestimmt er als einer der Konzern-Präsidenten die Formgebung der gesamten Hyundai Kia Automotive Group.

Peter Schreyer – Kia Event in der Pinakothek der Moderne in Muenchen am 16.05.2017

18 Red Dot Awards für Kia-Modelle von Schreyer

„Eine überwältigende Inspiration“ sei Korea mit seiner Kunst und Kultur für Peter Schreyer: „Ich bin immer wieder gerne dort. Besonders die Kunstszene ist sehr inspirierend. Unsere Autos würden sonst anders aussehen.“ Seit Peter Schreyer das Design von Kia verantwortet, hat sich der weltweite Absatz der südkoreanischen Marke fast verdreifacht: Von gut 1,1 auf mehr als 3,0 Mio. Autos jährlich. Gleichzeitig stieg der Wert der Marke Kia laut der Studie „Best Global Brands“ auf etwa das Siebenfach im Vergleich zu Schreyers Amtsantritt vor nunmehr elf Jahren. Und: Nicht weniger als 18 Mal heimsten Schreyers Kia-Entwürfe seitdem den in aller Welt renommierten „Red Dot Design Award“ ein – erstmal gelang dies 2009 mit dem Soul. Für diese Erfolgsstory war die Studie Kee ebenso verantwortlich, wie 2011 das Concept Car Kia GT – eine erste Andeutung des künftigen Stinger-Designs.

Wenn man Peter Schreyer am grün-gelben Kee sieht und über seinen ersten großen Wurf für Kia reden hört, wird sofort klar: Er ist sichtlich und zurecht stolz darauf. Selbst zehn Jahre nach seiner Premiere wirkt das Korea-Coupé sehr futuristisch. Damals wie später mit dem Stinger konnte sich Schreyer auf Basis einer Heckantriebs-Plattform designerisch austoben – ein Luxus, der ihm im VW-Konzern mit front- oder bestenfalls allradgetriebenen Fahrzeugen zuvor nie vergönnt war. Die Proportionen mit langer Haube und knackigem Hintern seien sehr angenehm für den Designer.

Eine Bibel für rund 700 Designer

Für den gebürtigen Oberbayern Peter Schreyer ist der Serienstart seines Lieblingsprojektes Kia Stinger eine echte Herzensangelegenheit. Stinger wie bereits zehn Jahre zuvor Kee verkörpern beide die von Peter Schreyer vorgegebene Designlinie der Autos von Kia. Diese hat Schreyer für seine rund 700 Design-Mitarbeiter deutlich festgelegt: „Sauber, architektonisch und technikgetrieben.“ Festgehalten und detailliert beschrieben ist dies in einem designerischen Manifest, das jeder Kia- und Hyundai-Designer in Buchform auf seinem Tisch liegen hat.

Wichtig ist Peter Schreyer auch der markentypische, sechseckige „Hexagonal“-Grill. Daran könne man deutlich erkennen, dass koreanisches Auto-Design eindeutig nichts mehr mit Kopieren zu tun habe. In der koranischen wie der gesamten asiatischen Kultur sei dies zwar keineswegs eine Schande, sondern eher eine Form der Anerkennung. Aber Schreyer legt großen Wert darauf: „Wir machen’s längst nicht mehr, eher läuft es heute umgekehrt“. Dabei kann sich der oberbayrische Designer weder ein leichtes Schmunzeln verkneifen, noch den dezenten Hinweis darauf, dass die hexagonale Form heute gar nicht so weit entfernt von München im Design zu finden sei.

Peter Schreyer – Kia Event in der Pinakothek der Moderne in Muenchen am 16.05.2017

Schreyer lobt auch andere Marken

Der Design-Chef von Kia und Hyundai hat nach wie vor auch Augen für die Produkte der anderen Marken. Besonders gefalle ihm momentan Volvo: „Die Schweden pflegen in meinen Augen erfolgreich skandinavisches Design als Statement.“ Und eine deutsche Premium-Marke hat es dem deutschen Designer besonders angetan: „Das aktuelle Mercedes-Design finde ich sehr spannend. Gerade im Vergleich zu anderen Premium-Marken sei es erstaunlich, wie Daimler-Chef-Designer Gorden Wagener es geschafft habe, die „eher als konservativ geltende Marke“ als sehr fortschrittlich zu positionieren.

Locker sieht der renommierte Designer die Zukunft mit vollautonomen Autos und Elektroantrieben: „Ein Rolls Royce mit Chauffeur ist in gewissem Sinne auch ein autonomes Fahrzeug, aber keinesfalls unemotional.“ Außen wie innen werde das Aussehen nicht unter der Möglichkeit des autonomen Fahrens leiden. Stattdessen gebe es besonders im Innenraum natürlich auch künftig Möglichkeiten, sich sein Auto persönlich einzurichten. Schreyer: „Wohnungen sind ja auch nicht alle gleich.“ Auch Elektro-Autos müsste müssten laut Peter Schreyer nicht durch eigenständiges Design sofort als solche zu erkennen sein: „Das sollte kein Dogma sein. Ein Diesel sieht ja auch nicht anders aus als ein Benziner.“

Stinger so erfüllend wie einst der Audi TT

Vom Kia Kee zum Kia Stinger: Nach genau zehn Jahren erfüllt sich für Peter Schreyer ein Traumes als Designer. Der eine wegweisend fürs neue Marken-Design, jetzt der Stinger ein absolutes Lieblingsprojekt von Schreyer und seinen Mitarbeitern. Der gesamte Designprozess sei wie ehemals beim Audi TT „sehr erfüllend“ gewesen: „Man merkte in jeder Phase: Der Stinger bedeutet allen Beteiligten unheimlich viel. So eine gewaltige Gruppendynamik hat man nicht bei jedem Auto. Das sind ganz besondere Momente.“

Fazit: Was auf Grundlage der Designstudie Kee von 2007 jetzt mit Serienreife herausgekommen ist, hat großes Potenzial: Der Kia Stinger wird ab Ende 2017 wohl zahlreiche Käufer zu Kia locken. Der an sich zurückhaltende Peter Schreyer verfällt fast in Ephorie, wenn er sein Lieblingprojekt beschreibt: „Man sieht den Stinger und möchte ihn sofort haben. Weil’s einfach ein geiles Auto ist.“

 

Kia Picanto – Neue Größe

Unverändert kurz und knapp tritt der neue Kia Picanto an. Die ab 1. April erhältliche dritte Generation des Kleinstwagens streckt sich wie zuvor auf eine Länge von 3,60 Metern und hält so genügend Längenabstand zum nächstgrößeren Modell im Kia-Portfolio, dem kürzlich ebenfalls neu aufgelegten Kleinwagen Rio. Der nur noch als Fünftürer angebotene Picanto kostet in Verbindung mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder (49 kW/67 PS) ab 9.990 Euro. Der 1,2-Liter-Vierzylinder (62 kW/84 PS) steht mit zusätzlich besserer Ausstattung ab 11.890 Euro in der Preisliste.

Die GT-Line-Ausführung ist schick, aber deutlich teurer als das Basismodell

Schick sieht der Kleine aus. Das Fahrzeug nimmt unter anderem mit der typischen „Tigernasenfront“ Anleihen beim neuen Rio und es steht durch die verkürzten vorderen und hinteren Überhänge nun satter auf der Straße. Fährt er noch in der Ausstattungsvariante GT-Line (ab 14.990 Euro) vor, ist der Picanto sogar ein richtiger Hingucker. Große Luftöffnungen in der Front, LED-Tagfahr- und Rückleuchten, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Seitenschweller sowie ein Heckdiffusor mit Doppelrohrauspuff machen was her.

Zum Marktstart stehen die zwei bereits aus dem Vorgänger vertrauten Sauger-Aggregate, ein Dreizylinder mit 49 kW/67 PS und ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 62 kW/84 PS, zur Wahl

Sitzt man im Fahrzeug, vergisst man schnell, dass man in einem Kleinstwagen unterwegs ist. Das liegt zum einem am guten Platzangebot. Zumindest auf den vorderen Sitzen geht es kommod zu. Die Sitze sind zudem bequem. Leider lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe und nicht auch noch in der Tiefe verstellen. Im Fond ist das Raumgefühl natürlich nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv eingeschränkter. Das Kofferraumvolumen ist dafür deutlich gewachsen, es fasst nun je nach Stellung der asymmetrisch im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne zwischen 255 und 1.010 Liter. Beim Umlegen der Rücksitzlehnen entsteht keine Stufe, die Ladefläche ist eben. Gefallen hat uns auch der Fahrkomfort des automobilen Winzlings. Der Picanto überzeugt mit einem ausgewogenen Fahrwerk. Bodenunebenheiten werden vergleichsweise gut weggebügelt, der „Hoppeleffekt“ fällt sehr gering aus.

Unverändert kurz und knapp tritt der neue Kia Picanto an

So schick beziehungsweise sportiv sich der Picanto zumindest in der GT-Line auch präsentiert – die Motoren sind ganz klassentypisch eher Hausmannskost und sprechen die Vernunft der Käufer an. Zum Marktstart stehen die zwei bereits aus dem Vorgänger vertrauten Sauger-Aggregate, ein Dreizylinder mit 49 kW/67 PS und ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 62 kW/84 PS, zur Wahl. Muskeln lassen sich mit den überarbeiteten Triebwerken nicht zeigen, man trainiert höchstens die eigenen im Schaltarm, um die Triebwerke in Drehmomentlaune zu halten.

Sitzt man im Fahrzeug, vergisst man schnell, dass man in einem Kleinstwagen unterwegs ist

Der Dreizylinder, der seine Bauart nicht verleugnen kann, schnattert vernehmlich vor sich hin. Die 67 PS eignen sich nur für Fahrer, die keinen gesteigerten Wert auf Spritzigkeit legen. In 14,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h und ein Durchschnittsverbrauch von 4,2 Liter (mit Start-Stopp) lauten hier die Eckdaten. Das Drehmoment von 96 Nm muss durch eifriges Schalten wachgekitzelt werden. Für Fahrten im städtischen Umfeld dürfte der Dreizylinder genügen. Wer jedoch auch hin und wieder sich auf die Landstraße oder gar Autobahn trauen will, ist mit dem 1,2-Liter-Vierzylinder (62 kW/84 PS) besser bedient.

Auch eine Rückfahrkamera ist zu haben

Der vermittelt eine gewisse Beschleunigungsfreude, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 173 erreicht. Der Standardspurt gelingt in 12 Sekunden. Den Normverbrauchswert gibt Kia mit 4,5 Liter an. Ab Herbst erweitert Kia das Motorenangebot um einen Turbo-Dreizylinder mit 74 kW/100 PS. Der Turbo (172 Nm, Vmax: 180 km/h) dürfe dann GT-Line und fahrerischen Anspruch besser in Einklang bringen.

Der Kofferraum bleibt eher klein

Mit einem Basispreis von knapp 10.000 Euro liegt der Picanto preislich auf dem Niveau seiner Wettbewerber wie Suzuki Celerio, Opel Karl, Fiat Panda oder VW Up. Allerdings darf man in der untersten Ausstattungsvariante klassenüblich keine großen Komfortansprüche stellen. Die meisten Kunden werden aber sowohl die Basisversion als auch die teure GT-Line links liegen lassen und sich für die Dream-Team-Edition (ab 12.690 Euro) entscheiden. Hier ist eigentlich alles drin, was man zum Wohlfühlen braucht. Dazu zählen unter anderem Klimaanlage, elektrische Helfer für Fensterheber und Außenspiegel, höhenverstellbarer Fahrersitz, Sitzheizung und ein beheizbares Lederlenkrad.

Das Infotainment ist auf aktuellem Stand

Picanto-Käufer können aber auch abseits der gewählten Ausstattungsvariante weiteres Geld in Komfort und Aussehen investieren. Fahrer-Knieairbag, Klimaautomatik, Navi-Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen, eine verschiebbare Mittelarmlehne vorne, Apple Carplay, Android Auto oder eine auffällige Farbe machen aus dem Picanto ein richtig großes Fahrzeug – und auch ein teures. Der preisliche Abstand zu einem Kleinwagen ist dann schnell aufgebraucht.

Aber auch wenn das Budget knapp ist: Für 590 Euro kann der Winzling mit einem autonomen Bremsassistenten, der bis Tempo 165 aktiv ist, aufgerüstet werden. Unbedingt dazu bestellen. Die 7-Jahres-Garantie gehört dagegen ab Werk zur Grundausstattung. (Elfriede Munsch/SP-X)

Kia Sportage – Bis zu 4.400 Euro Nachlass

Mit einem Preisnachlass von bis zu 4.400 Euro ist der Kia Sportage bis Ende Juni zu haben. Die maximale „Bestseller-Prämie“ gilt beim Kauf des Top-Modells GT Line mit dem 136 kW/185 PS starken Diesel, Allradantrieb und Automatik, der mit Rabatt für 35.090 Euro zu haben ist. Bei anderen Varianten des Kompakt-SUV fällt der Preisvorteil geringer aus. So beträgt er beim Sondermodell „Dream Team Edition“ mit dem 97 kW/132 PS starken Einstiegsbenziner 2.600 Euro. Der Endpreis beläuft sich dann auf 23.790 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Kia Picanto – Kleiner Aufsteigertyp

Kias Kleinster – der Picanto – kommt im Sommer in Deutschland neu auf den Markt. Bei den Außenabmessungen ist weiterhin Kleinstwagen-Niveau angesagt, bei Ausstattung und Antrieb geht der Koreaner hingegen auf Tuchfühlung mit höheren Klassen. Dabei bleibt der Einstiegspreis allerdings gerade noch im vierstelligen Bereich.

Mit 3,59 Meter ist der stets fünftürige Picanto weiterhin kurz. Optisch gibt sich der kleine Kia hingegen selbstbewusst und stämmig. Das trifft in besonderer Weise auf die neue Sportausführung GT-Line zu, die mit einigen Dynamik-Akzenten besonders auffällig daherkommt. Im Innenraum haben die Gäste mehr Platz als bisher, vor allem im Fond ist die Beinfreiheit gewachsen. Auch der Kofferraum mit einem Fassungsvolumen von 255 bis 1.010 Liter hat deutlich zugelegt.

Bei der Basisversion sind sechs Airbags, Bordcomputer, Radio, USB-Anschluss und eine Zentralverriegelung an Bord. Optional bietet Kia höhere Ausstattungslinien und zusätzliche Ausstattungspakete. Hier lässt sich der Kleinwagen unter anderem mit Knieairbag, Klimaautomatik, Navi-Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen, einer Mittelarmlehne vorne, beheizbarem Lederlenkrad, Sitzheizung, Parkpiepser, Tempomat, Kollisionsverhinderer, Freisprechanlage aufrüsten.

Bei den Motoren gibt es hingegen wie bisher einfache Kost. Zumindest vorläufig haben die Kunden die Wahl zwischen einem Einliter-Dreizylinder mit 49 kW/67 PS oder einem 1,2-Liter-Vierzylinder mit 62 kW/84 PS. Erst im Herbst ist zusätzlich ein Einliter-Benziner mit Direkteinspritzung und Turboaufladung verfügbar. Mit dem 74 kW/100 PS und 172 Newtonmeter starken Dreizylinder beschleunigt der Picanto in zehn Sekunden auf Landstraßentempo und erreicht 180 km/h Höchstgeschwindigkeit.

(Mario Hommen/SP-X)

Kia Soul EV – Weiter geht’s

Kia bietet ab Juni den Soul EV mit einem verbesserten Batteriepaket an. Zusammen mit einer leichten Verbrauchssenkung soll der neue Stromspeicher eine um fast 20 Prozent erhöhte Reichweite erlauben. Zugleich wird der Preis des Stromers um 600 auf rund 29.500 Euro steigen.

Entscheidend für das Reichweitenplus ist eine neue Lithium-Ionen-Polymer-Batterie mit einer von 27 auf 30 kWh erhöhten Kapazität. Zugleich konnte Kia etwas an der Effizienzschraube drehen und den Stromverbrauch von 14,7 auf 14,3 kWh pro 100 Kilometer senken. Statt bisher 212 Kilometer kommt der Soul EV künftig mit einer Ladung 250 Kilometer weit. Die Fahrleistungen bleiben hingegen nahezu unverändert: Statt in 11,2 beschleunigt der weiterhin 81 kW/110 PS starke E-Motor den 1,5-Tonner nun in 11,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit wird wie zuvor auf 145 km/h begrenzt.

Die nach Abzug der weiterhin gewährten 4.000 Euro E-Auto-Kaufprämie künftig 25.500 Euro teure Einstiegsversion Plug bietet eine umfangreiche Serienausstattung. Sie umfasst unter anderem Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Infotainment-Navisystem, Tempomat, Freisprechanlage, DAB-Radio und Sitzheizung. Für rund 2.000 Euro Aufpreis gibt es die Version Play, die unter anderem noch elektrische Außenspiegel, Batterieheizung und einen Schnellladeanschluss nach Chademo-Standard bietet; die Basisversion muss mit dem langsamen Standard-Lader auskommen. (Mario Hommen/SP-X)

Kia Picanto – Basis bleibt vierstellig

Der Kia Picanto bleibt mit seinem Einstiegspreis auch in der Neuauflage knapp unter der 10.000-Euro-Grenze. Für 9.990 Euro fährt der Kleinstwagen ab Sommer mit einem 49 kW/67 PS starken 1,0-Liter-Motor vor, an Bord sind dann unter anderem Audioanlage und Lichtautomatik.

Insgesamt stehen vier Ausstattungslinien zur Wahl, auf der Optionsliste finden sich zudem Posten wie Klimaautomatik, Tempomat und Kunstledersitze. Einzige Antriebsalternativ ist zunächst ein 1,2-Liter-Benziner mit 62 kW/84 PS, für den optional eine Automatik zu haben ist. Ende des Jahres ergänzt ein 74 kW/100 PS starker Turbobenziner das Angebot.

Mit seinem Preis von knapp 10.000 Euro liegt der Picanto auf dem Niveau des Wettbewerbs. Zu den Konkurrenten des Koreaners zählen unter anderem Ford Ka+, Renault Twingo und Skoda Citigo. (Holger Holzer/SP-X)

Kia Picanto – Kurz geblieben, aber groß geworden

Auf in die nächste Runde: Der Kia Picanto kommt ab Sommer in der dritten Generation auf den deutschen Markt. Der 3,60 Meter lange Kleinstwagen bleibt seinen bisherigen Abmessungen treu, will aber deutlich mehr Platz, Komfort und Sicherheit bieten. Zudem spendieren ihm die Koreaner einen neuen Motor und ein schickeres Aussehen. Preise stehen noch nicht fest. Der nur noch als Fünftürer erhältliche Picanto dürfte jedoch in Kombination mit dem bereits bekannten 49 kW/67 PS starken 1,0-Dreizylinder bei knapp unter 10.000 Euro starten.

Für den neuem Picanto sind einige Nettigkeiten bestellbar, wie etwa ein 7-Zoll-Kartennavigationssystem, die Anbindung an Android Auto und Apple CarPlay, Rückfahrkamera oder eine induktive Ladestation für Smartphones

Die Schwelle zur preislichen Fünfstelligkeit dürfte jedoch schnell überschritten werden. Schließlich haben sich die Kleinstwagen vom Image der mobilen Verzichtserklärung längst gelöst und bieten ihren Kunden jenseits des jeweiligen Basismodells reichlich Gelegenheit, Komfort zu genießen. So stehen auch im neuen Picanto je nach Ausstattung zahlreiche Individualisierungsoptionen zur Wahl; darunter zählen LED-Tagfahrlicht, ein 7-Zoll-Kartennavigationssystem, die Anbindung an Android Auto und Apple CarPlay, Rückfahrkamera oder eine induktive Ladestation für Smartphones. Ein Notbremsassistent sowie ein Airbag für das Fahrerknie sind ebenfalls optional verfügbar. Natürlich dürfen auch schicke Felgen nicht fehlen. Im Angebot sind neben den 14-Zoll-Standard-Stahlfelgen Leichtmetallfelgen bis zur 16-Zoll-Größe. Wer will kann auch statt des grauen oder schwarzen Einheitspolsterlooks farbenfrohe Lederimitate für die Sitze ordern.

Apropos Sitze: Diese sind ganz neu und sollen mehr Langstreckenkomfort bieten. Bei der ersten Sitzprobe machte das Gestühl einen guten Eindruck. Die Sitzauflagen sind groß. Die Kopfstützen lassen sich zudem in einem weiten Bereich verstellen. Im Fond geht es ebenfalls kommod zu, zumindest für zwei Mitreisende und wenn die Frontleute Rücksicht auf die hinteren Passagiere nehmen. Das Kofferraumvolumen ist deutlich gewachsen, es fasst nun je Stellung der asymmetrisch im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne zwischen 255 und 1.010 Liter. Die zweite Generation musste sich mit Volumina von 200 bis 870 Litern begnügen. Schön: Beim Umlegen der Rücksitzlehnen entsteht keine Stufe, die Ladefläche ist eben.

Den bereits aus dem Vorgänger vertrauten Sauger-Aggregaten, einen Dreizylinder mit 49 kW/67 PS und einen 1,2-Liter-Vierzylinder mit 62 kW/84 PS, stellt Kia ab Herbst einen Turbo-Dreizylinder mit 74 kW/100 PS zur Seite. Das Triebwerk, das schon im neuen Rio und im Ceed zum Einsatz kommt, mobilisiert 172 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 180 erreicht, der Standardspurt gelingt in 10,1 Sekunden. Den Durchschnittsverbrauch gibt Kia mit 4,5 Litern an. Alle Motoren sind an ein Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt; der Vierzylinder kann alternativ mit einer Vierstufen-Automatik aufgeliefert werden.

Der 3,60 Meter lange Kleinstwagen bleibt seinen bisherigen Abmessungen treu, will aber deutlich mehr Platz, Komfort und Sicherheit bieten

Um den Picanto im Wettbewerbsumfeld von VW Up, Opel Karl, Suzuki Celerio, Renault Twingo oder Toyota Aygo auch optisch günstig zu positionieren, haben ihm die Kia-Designer ein schickes Blechkleid verpasst. Das Fahrzeug nimmt unter anderem mit der typischen Tigernasenfront Anleihen beim neuen Rio; es steht durch die verkürzten vorderen und hinteren Überhänge nun satter auf der Straße. Besonders schick sieht der Winzling in der GT-Line-Variante aus. Hier darf er Muskeln zeigen. Große Luftöffnungen in der Front, sportive Leichtmetallfelgen, Seitenschweller sowie ein Heckdiffusor mit Doppelrohrauspuff machen was her, selbst wenn die Motorisierung dem sportlichen Anspruch nicht ganz gerecht wird. (Elfriede Munsch/SP-X)

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD – Ein bisschen Luxus schadet nicht

Die erste Generation des Sorento ermöglichte Kia-Kunden in Deutschland zu Beginn des Jahrtausends ganz neue Erfahrungen mit der noch vergleichsweise jungen Marke. Wer sich für den koreanischen Geländewagen entschied, musste mit Lieferzeiten rechnen. Der Sorento hatte sich dank der – für die damalige Kia-Design-Sprache – schnittigen Karosserie sowie Geländetauglichkeit und einer attraktiver Preisgestaltung zu einem Besteller für Kia entwickelt. Das Flaggschiff ist seitdem auch der Imageträger der Koreaner. Und so bietet auch die aktuell dritte Generation die Möglichkeit, wieder Neues zu erfahren. Das von uns gefahrene Testfahrzeug als Sondermodell Masterpiece sprengt erstmals bei Kia die 60.000-Euro-Marke.

Genau gesagt, ruft Kia 60.990 Euro für sein auf 200 Exemplare limitiertes „Meisterstück“-Modell auf, das wie alle anderen Sorento-Versionen mit der einzig verfügbaren Motorisierung, einem 147 kW/200 PS starken 2,2-Liter-Diesel, vorfährt. Bei unserem Testfahrzeug kamen noch 700 Euro für die Sitze Sechs und Sieben hinzu, sodass hier 61.690 Euro fällig werden.

Das Sondermodell reisst als erster Kia die 60.000-Euro-Latte

Wow: Fast 62.000 Euro für einen Kia? Damit ist der Einstiegspreis von 34.990 Euro für das große SUV deutlich überboten. Anders als in der Basisversion gehören beim Masterpiece aber Allrad- statt Frontantrieb und eine Sechsstufen-Automatik statt Sechsgang-Schaltgetriebe zum Serienumfang dazu. Der hohe Preis dürfte jedoch die meisten Sorento-Kunden nicht wirklich schocken, entscheiden sich doch fast 80 Prozent von ihnen für die höchste Ausstattungsstufe „Platinum Edition“. Diese steht ab 51.690 Euro in der Preisliste und dient als Grundlage fürs Sondermodell. Das heißt, neben den klassenüblichen Assistenten wie Spurhalte-Warner, Verkehrszeichenerkennung, adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage inklusive Frontkollisionswarner, Rückfahrkamera, 360 Grad-Kamera, adaptivem Kurvenlicht und automatischem Parksystem hat der Sorento im höchsten Komfortniveau praktisch alles an Bord was Kia im Verwöhnprogramm anbietet. Dazu zählen unter anderem auch elektrisch einstellbare, beheizbare und kühlbare Sitze (Fahrer und Beifahrer), Panoramaglasdach, Leder und Navigations- und Infotainmentsystem mit 8 Zoll-Display. Dazu kommen im schwarz lackierten Sondermodell schwarze 20-Zoll-Felgen und mit Karbon ummantelten Auspuffendrohre dazu. Trittbretter mit Aluminiumeinlagen unterstreichen den coolen Außenauftritt. Nur im Dunkeln sieht man allerdings die Einstiegsbeleuchtung der vier Türen, die den Schriftzug Masterpiece auf den Boden projiziert. Der Innenraum wurde in Handarbeit mit schwarzem Alcantara ausgekleidet, das soll edel wirken, dürfte aber wie die äußerlichen Modifikationen (eine teure) Geschmackssache sein.

Der Standard-Sorento startet bei rund 35.000 Euro

So edel es in der Außenwahrnehmung des Sorento auch zugeht, so normal wie eh und je geht es unter der Motorhaube zu. Der Vierzylinder-Diesel mobilisiert 441 Nm, das Drehmoment steht im Bereich von 1.750 bis 2.750 Umdrehungen bereit. Der Standardspurt ist in knapp 10 Sekunden absolviert, die Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 200 erreicht. Reisen statt Rasen heißt die Devise, drückt man das Gaspedal zu stark durch, stören einerseits Motorengräusche trotz aller Dämmung bei der Fahrkonzentration und andererseits steigt der Verbrauch in Richtung zweistellig. Bewegt man sich auf der Autobahn mit Richtgeschwindigkeit oder knapp darüber bleiben die Motorengeräusche außen vor. Der Verbrauch pendelte sich bei 8,5 Litern ein – fast zwei Liter mehr als der Normverbrauch. Das geht für ein 2,1-Tonnen-Fahrzeug noch in Ordnung, besonders sparsam ist es aber nicht. Man könnte versuchen, den Durst im Eco-Fahrmodus zu zügeln. Allerdings wirkt der Motor dann wie abgeschnürt und die Gangwechsel der eh schon nicht agilsten Sechsgang-Automatik scheinen ewig zu dauern. Wir blieben also lieber im Standard-Modus. Die Sport-Einstellung gefiel auch nicht. Der Sorento ist (noch) kein SUV-Renner à la Porsche Cayenne. Pseudo-sportliche Fahrwerksabstimmungen stehen dem eher komfortorientierten Charakter des koreanischen Allradlers entgegen. Als Reisebegleiter zeigt sich der Sorento von seiner besten Seite. Viel Platz – selbst auf den hintersten zwei Sitzen geht es vergleichsweise kommod zu – und ein üppiger Kofferraum (142 bis 1.662 Liter beim Siebensitzer) sprechen für das SUV. Und auch das beheizbare Lenkrad. Gerade im Wintereinsatz ein praktisches Extra.

Der Sorento tritt im Segment der Mittelklasse-SUV an

Wenn auch die gestandenen Premiumanbieter noch mehr Annehmlichkeiten und modernere Infotainment-und Assistenzsysteme – wenn auch zu höheren Preisen -bieten, zeigt das Meisterstück, wohin die Reise bei Kia geht. Ein bisschen mehr Luxus zieht Kunden, die noch zögern, einen Koreaner zu erwerben. Und wenn in der nächsten Generation das Motorenangebot vielfältiger und die Automatik-Getriebe moderner werden, könnte das SUV in die Premium-Liga aufrücken. Und dass ein Sorento für Überraschung gut sein kann, hat ja schon die die erste Generation bewiesen. (Elfriede Munsch/SP-X)

Kia Sportage Sondermodell – Sportlicher Name – komfortable Extras

Mit umfangreicher Ausstattung wartet der Kia Sportage als Sondermodell „Dream-Team Edition“ auf. Das Kompakt-SUV verfügt unter anderem über Navigationssystem, Klimaautomatik und 17-Zoll-Felgen. Für Sicherheit sorgen ein Spurhalteassistent und ein Totwinkelwarner. Als Antrieb stehen ein 97 kW/132 PS starker 1,6-Liter-Benziner sowie zwei Diesel mit 85 kW/110 PS und 115 kW/136 PS zur Wahl. Der stärkste Selbstzünder ist dabei immer an einen Allradantrieb gekoppelt, die beiden anderen Motoren treiben ausschließlich die Vorderräder an. Die Preise für das Sondermodell starten bei 26.390 Euro, die Standardvariante gibt es ab 19.990 Euro. Darüber hinaus bietet Kia für das Sondermodell für 2.200 Euro zusätzlich ein „Premium Plus“-Paket an. Es umfasst unter anderem Ledersitze, Soundsystem und Parksensoren für die Front. (Holger Holzer/SP-X)

Kia Rio – Ambitioniert in jeder Hinsicht

Die Koreaner wollen es VW scheinbar so richtig schwer machen. Zeitgleich mit dem aufgefrischten Golf schickt Hyundai den neuen i30 ins Rennen, und ruft ihn direkt zum „new people’s car“ aus, also zum neuen Volkswagen. Und noch ehe im Laufe des Jahres der nächste Polo aus Wolfsburg in die Welt entlassen wird, legt die Hyundai-Schwester Kia mit dem Rio in der Kleinwagenklasse vor. Ab 11. Februar steht die neue Generation im Schauraum und lockt mit Preisen von 11.690 Euro an aufwärts sowie der bekannten Sieben-Jahres-Garantie.

Der Koreaner will es dem VW Polo schwer machen

Spätestens seit dem Facelift vor knapp zwei Jahren sieht der Rio richtig gut aus, und auch heute wirkt die nun schön ältere Generation noch modern. Trotzdem haben es die Designer geschafft, die Neuauflage deutlich aufzuhübschen. Dank der langen und hohen Motorhaube wirkt der nur minimal auf 4,07 Meter angewachsen Kia bulliger. Klare, gerade Linien und das schnörkellose Heck lassen ihn selbstbewusster und reifer auftreten. Im geräumigen Innenraum präsentiert sich der Koreaner aufgeräumter und hochwertiger als bisher und, noch wichtiger, auch das Fahrwerk ist erwachsen geworden. Hoppelte und polterte der Vorgänger manchmal noch in jugendlichem Leichtsinn über den Asphalt, präsentiert sich der Neue spürbar ausgeglichener und komfortabler. Gleiches gilt für die Lenkung, die präziser arbeitet als bisher; im Stadtverkehr ist sie ausreichend leichtgängig und im kurvigen Geläuf direkt genug, um auch mal Spaß zu haben.

. Im geräumigen Innenraum präsentiert sich der Koreaner aufgeräumter und hochwertiger als bisher

Das alles schlägt sich allerdings auch in den Preisen nieder: Zwar punktet die nach wie vor günstige Basis-Version unter anderem mit Bordcomputer, Lichtsensor, Stopp-Start-System, Radio mit USB-Anschluss und Multifunktionslenkrad, doch ist die Einstiegslinie nur für den 62 kW/84 PS starken 1,2-Liter-Saugbenziner erhältlich. Der ebenfalls frei atmende 1.4er mit 73 kW/99 PS fängt erst bei 15.090 Euro an, der neue Ein-Liter-Dreizylinder mit Turboaufladung und wahlweise 74 kW/100 PS oder 88 kW/120 PS sogar erst bei 16.890 beziehungsweise 19.290 Euro. Letztgenannter fährt dann zwar mit einer ganzen Reihe an Sonderausstattungen wie Notbrems- und Spurhalteassistent, Tempomat, Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, Parksensoren hinten und Rückfahrkamera vor – weit vom VW Polo ist man preislich aber dann nicht mehr entfernt. Wer das einfach zu bedienende Navigationssystem (790 Euro) mit 7-Zoll-Touchscreen auf der Mittelkonsole haben will, muss mindestens zur zweihöchsten Ausstattung greifen. Nur zum Marktstart ist es außerdem für die limitierte Sondereditionen Dream-Team erhältlich.

Immerhin: Selbst der schwächste Motor ist anders als üblich mit der besten Ausstattung kombinierbar und wem es nicht auf fahrdynamische Höchstleistungen ankommt, ist damit gut bedient. Per Fünfgang-Getriebe lässt sich der Vierzylinder gut bei Laune halten und die bei 4.000 Touren anliegenden 122 Newtonmeter Drehmoment reichen für Stadtfahrten und kleinere Ausflüge ins Umland aus. Schließlich müssen nur gut 1.100 Kilogramm bewegt werden. Mit maximal 173 km/h kann sich der Basis-Rio sogar auf der Autobahn zunächst sehen lassen, wo ihm allerdings schon bei geringen Steigungen dann doch die Puste ausgeht. Den Verbrauch des Saugers gibt Kia mit 4,8 Litern an.

Selbst der schwächste Motor ist anders als üblich mit der besten Ausstattung kombinierbar

Etwas souveräner zeigt sich der neue, laufruhige Dreizylinder, der allerdings – untypisch für einen Turbo-Motor – auch durchaus nach hohen Drehzahlen giert. Die Zwangsbeatmung beschert ihm zwar 172 Newtonmeter bei 1.500 U/min, doch so richtig in die Gänge kommt er erst, wenn die Nadel des Drehzahlmessers in höhere Gefilde vordringt. In Anbetracht der Drehfreude des Motörchens ist das kein Problem, und der dann kernige Klang macht Lust, öfter mal einen Gang runter zu schalten. Der Normverbrauch von gut viereinhalb Litern ist dann allerdings Geschichte.

Dank der langen und hohen Motorhaube wirkt der nur minimal auf 4,07 Meter angewachsen Kia bulliger

Die 100-PS-Version kommt mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe, dem 120er hat Kia eine Übersetzung mehr spendiert. Eine Automatik gibt es auch, allerdings nur für den 99-PS-Benziner – und nur mit vier Gängen, was den Verbrauch schlagartig von 5,0 auf 6,1 Liter schnellen lässt. Für alle, die keinen Otto-Motor wollen, hält Kia auch noch einen Diesel mit 1,4 Litern Hubraum und 66 kW/90 PS bereit (im Sondermodell Dream-Team vorläufig auch mit 55 kW/75 PS), der zwar beim EU-Verbrauchstest eine 3 vorm Komma einfährt, aber mit Preisen ab 20.190 Euro wahrscheinlich auch in Zukunft keine große Rolle spielen wird. (Michael Gebhardt/SP-X)

Was sich Kia vom Stinger erwartet – Der Stachel soll pieken

Nach der viel beachteten Weltpremiere auf der Detroit Auto Show hat Kia seine neue Sportlimousine jetzt auch in Europa präsentiert. Im Gegensatz zur US-Version wird der coupéartige Viertürer Stinger in Deutschland wahlweise auch von einem Dieselmotor angetrieben. Die Version mit einem 2,2-Liter Turbodiesel (147 kW/200 PS) wird gleichzeitig auch das Einstiegsmodell in die neue Kia-Klasse sein.

Der Stinger sei ein „historischer Wendepunkt in der Geschichte der koreanischen Marke Kia“, sagt deren deutscher Chefdesigner Peter Schreyer. Niemand hatte der vor allem mit kleineren Modellreihen erfolgreichen Marke ein solches zugetraut. Eine viertürige Sportlimousine mit coupéartig abfallendem Dach, starken Motoren und mit einem prallen Paket an Technik unter einem sorgfältig gestylten Blechkleid. „Der Stinger ist auch für uns in Deutschland ein Wendepunkt“, sagt Steffen Cost, der deutsche Geschäftsführer, der den neuen Schönling ab Ende des Jahres auch in den Kia-Schaufenstern zwischen Kiel und Garmisch zeigen und ihn vor allem auch verkaufen darf. „Wir werden jede Menge neuer Menschen für die Marke Kia interessieren. Darunter auch solche, bis bisher nie über einen Kia nachgedacht haben“.

In der Tat stoßen die Koreaner mit dem Stinger in Regionen vor, die von den drei deutschen Premium-Riesen dominiert werden. Der Name des 4,83 Meter langen Autos, zu deutsch „Stachel“, ist dabei fast Programm. Der Stinger wird einen Audi A5 Sportback oder einen BMW Grand Tourismo sicher nicht aufspießen können, könnte ihn aber durchaus anpieksen. Der deutsche Chef in koreanischen Diensten erinnert an den Start des großen SUV Kia Sorento. „Auch damals dachte niemand, dass wird in der Klasse um die 50.000 Euro erfolgreich ein nicht-deutsches Auto verkaufen können“.

Aber Cost ist Realist genug, um keine großen Stückzahlen zu erwarten. Kia sieht die große Limousine, deren Top-Version immerhin 276kW/370 PS stark ist, Allradantrieb hat und bis zu 270 km/h schnell sein soll, als eine Art Türöffner. „Ihr positives Image aus der perfekten Kombination von Design, Leistung und Sicherheit wird auf alle anderen Modelle mit dem Kia-Logo abstrahlen“, erwartet Cost, „weil uns das eben wirklich niemand zugetraut hat“. Ein Stachel als Zugpferd für eine Marke, die noch vor wenigen Jahren fast bankrott war, vom großen Konkurrenten Hyundai gerettet wurde und heute weltweit durchstartet.

In den Augen vieler Kunden galten Kia-Modelle lange Zeit zwar als zuverlässig und vor allem preisgünstig, gleichzeitig aber auch als wenig aufregend. Das änderte sich durch Autos wie Soul, Ceed und vor allem durch die SUV-Modelle Sportage und Sorento. Jetzt also ist die Zeit reif für die nächste Attacke auf die Europäer. Der Stinger entstand folgerichtig im Frankfurter Designstudio von Kia, wurde auf dem Nürburgring für das Rennen gegen BMW, Audi und Co. fitgemacht und steht selbstbewusst in den Startlöchern. Mit seinem Angebot an modernen Assistenzsystemen, seiner Achtgang-Automatik oder dem vielfach verstellbaren elektronischen Fahrwerk sieht sich Kia ebenfalls auf Augenhöhe mit den süddeutschen Vorbildern.

Bleibt nur die Frage nach dem Preis. Deutschland-Chef Steffen Cost schweigt beharrlich, lässt sich nichts entlocken. Schließlich ist der Marktstart in Deutschland erst in vielen Monaten. Bleiben nur Spekulationen: Der Einstiegspreis für die schwächere Version wird wohl ein Stück unter der 40.000-Euro-Grenze bleiben müssen. Der Super-Stachel mit prallem Ausstattungspaket darf dann ruhig über 60.000 Euro kosten, so die einhellige Experten-Einschätzung bei der Mailänder Premiere. Was aber auch immer dann als Verkaufspreis herauskommt – mit dem Stinger wird Kia endgültig die Wandlung vom Aschenputtel zum Schneewittchen vollziehen. (Peter Maahn/SP-X)

Kia Sorento Masterpiece – Meisterstück zum Rekordpreis

Als „exklusivsten Kia“, der je in Deutschland angeboten wurde, bewirbt der koreanische Automobilhersteller ein neues Sondermodell des Sorento. In der „Masterpiece“-Ausführung wartet das Mittelklasse-SUV mit schwarzem Matt-Lack, schwarzen 20-Zoll-Felgen und mit Karbon ummantelten Endrohren auf.

Der Innenraum des Sorento ist mit schwarzem Alcantara ausgekleidet

Außerdem wurde der Innenraum in Handarbeit mit schwarzem Alcantara ausgekleidet. Der Allrader wird von einem 2,2-Liter-Dieselmotor mit 147 kW/200 PS angetrieben, die Kraftübertragung läuft über eine Sechsstufenautomatik. Der Preis für das auf 200 Einheiten limitierte Flaggschiff der Marke beträgt 60.990 Euro. Damit ist das Sondermodell das bislang teuerste Auto der Marke in Deutschland. Den Standard-Sorento gibt es bereits ab 35.000 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Kia Optima Sportswagon 1,7 CRDi – Das passt

Auch wenn man nun schon einige Jahre Zeit hatte, sich an die von Generation zu Generation spürbareren rasanten Fortschritte der Koreaner zu gewöhnen, so überrascht die Gesamtqualität der Fahrzeuge von Hyundai und Kia doch trotzdem immer wieder aufs Neue. Aktuellstes Beispiel: die Kombi-Version des Optima, von den Marketing-Strategen erneut und wenig zutreffend als „Sportswagon“ positioniert. Zwar ist Kia längst keine Billigmarke mehr, wie etwa noch zu Zeiten der Vorgängermodelle Clarus und Magentis, aber – so viel sei an dieser Stelle vorab schon gesagt – das Preis-/Leistungsverhältnis ist auch bei der zweiten Generation des Optima auf höherem Gesamtniveau immer noch Spitze.

Unser Testfahrzeug war mit dem 1,7-Liter-Diesel ausgerüstet, der im Vergleich zu den derzeit zusätzlich angebotenen, durstigeren Benzinern sicher die vernünftigste Wahl ist

Das Modell darf man getrost noch als „neu“ bezeichnen. Während die Limousine jetzt seit genau einem Jahr in Deutschland auf dem Markt ist, wird der mit 4,86 Metern gleichlange Kombi erst seit Ende September angeboten. Unser Testfahrzeug war mit dem 1,7-Liter-Diesel ausgerüstet, der im Vergleich zu den derzeit zusätzlich angebotenen, durstigeren Benzinern sicher die vernünftigste Wahl ist, kommen Fahrer von Mittelklasse-Fahrzeugen meist doch auch auf deutlich überdurchschnittliche Kilometerleistungen. Das Fahrwerk ist sowieso eher auf die ruhige Reise als auf sportliche Späße ausgelegt, es schaukelt Unebenheiten dafür prima weg und hat nur bei Querfugen Probleme. Das ist – wie etwa auch die etwas indifferente Lenkung – fehlender Feinschliff, den man aber nur merkt, wenn man den Kia direkt mit den besten Alternativen dieser Klasse vergleicht.

Auch der Diesel ist für lange, unaufgeregt zurückgelegte Strecken gut geeignet. Er gehört zwar nicht zu den mustergültigen Leisetretern unter den Selbstzündern, wird aber auch nicht aufdringlich laut. 141 PS und 340 Newtonmeter Maximaldrehmoment, die im häufig genutzten Drehzahlband zwischen 1.750 und 2.500 Umdrehungen permanent anliegen, das reicht allemal, um zügig voranzukommen. Davon zeugen auch die Fahrwerte: Mit dem konzentriert schaltenden, siebengängigen Doppelkupplungsgetriebe an Bord (2.000 Euro) geht es in elf Sekunden auf 100 und auf bis zu 203 km/h Maximaltempo. Der Realverbrauch pendelte sich im zügigen Mittel bei 6,2 Litern ein, was für die Fahrzeugklasse in Ordnung geht, wenngleich der Normwert von 4,4 Litern deutlich verfehlt wurde.

Die D-Säulen des Optima Sportswagon sind so breit geraten, dass die Sicht nach schräg hinten ziemlich einschränkt ist

Außerdem sieht der, wie alle Kia-Modelle, vom deutschen Designer Peter Schreyer gezeichnete Optima richtig gut und modern aus, ohne allerdings ganz neue Akzente zu setzen. Die Scheinwerfer sind wie heute üblich weit in die Flanken gezogen, die Fensterlinie steigt steil an und vorne zeigt sich äußerst selbstbewusst der von Kia als „Tigernase“ bezeichnete Grill mit Markenemblem. Leider ist die D-Säule so breit geraten, dass die Sicht nach schräg hinten ziemlich einschränkt ist.

Innen gibt es in Sachen Funktionalität und Ergonomie nicht viel zu meckern. Wie heute leider häufig üblich, ist das Lenkrad mit Tasten überladen und natürlich gibt es (teurere) Modelle in dieser Klasse, bei denen die Kunststoffe ein wenig edler wirken. Ansonsten: alles sauber und routiniert verarbeitet und eingepasst. Ein Sonderlob verdienen die wirklich angenehmen Sitze mit Langstreckenkomfort. Weniger gut für eben diese Langstrecke erwies sich jener harte Kunststoff, an den das rechte Knie seitlich immer wieder anstieß.

In unserem Testwagen war zudem serienmäßig ein Schienensystem angebracht, mit dem Ladung leicht gesichert werden kann. Unterm Kofferraumboden ist zudem noch Platz für Kleinkram

Vorderwagen und Innenraum sind mit der Limousine natürlich identisch. Der Grund für die 1.000 Euro Mehrpreis findet sich hinten. Der Heckabschluss des Kombis wirkt viel dynamischer als der der etwas biederen Limousine. Vor allem aber gibt es natürlich mehr Platz für Gepäck und mehr Variabilität, auch wenn der Optima hier keine Maßstäbe setzt. Immerhin ist die Rückbank dreigeteilt (40:20:40) und die einzelnen Segmente lassen sich mit einem Handgriff vom Kofferraum aus umbauen. Normalerweise passen rund 550 Liter Gepäck in den Kofferraum, wird die Rückbank komplett umgelegt sind es knapp 1.690 Liter. Das sollte für die allermeisten Alltags-Aufgaben reichen. In unserem Testwagen war zudem serienmäßig ein Schienensystem angebracht, mit dem Ladung leicht gesichert werden kann.

Normalerweise passen rund 550 Liter Gepäck in den Kofferraum, wird die Rückbank komplett umgelegt sind es knapp 1.690 Liter

Der Optima wird von Kia schon in den Basisvarianten sehr gut ausgestattet, in der Spitzenversion GT-Line bleiben praktisch gar keine Wünsche mehr offen. Lediglich die meisten Assistenzsysteme müssen noch extra bezahlt werden. So etwa im Technik-Paket (1.690 Euro), in dem eine Rundumsichtkamera, Spurwechselassistent, Querverkehrswarner und ein adaptives Fahrwerk zusammengefasst werden. Nimmt man dann noch eine Metallic-Lackierung für 580 Euro – was ein Muss ist, will man nicht im einzig verfügbaren Normallack „weiß“ herumfahren – sind die 42.000 Euro schon überschritten. Darüber tröstet uns dann ein wenig die sieben Jahre Werksgarantie, die allerdings auf 150.000 Kilometer begrenzt ist, was bei einem Optima eben wegen der meist höheren Kilometerleistungen mehr stört, als bei einem Kompakt- oder Kleinwagen.

Innen gibt es in Sachen Funktionalität und Ergonomie nicht viel zu meckern. Wie heute leider häufig üblich, ist das Lenkrad mit Tasten überladen und natürlich gibt es (teurere) Modelle in dieser Klasse, bei denen die Kunststoffe ein wenig edler wirken

Fazit: Es gibt sicher fahraktivere und innen noch feinere Mittelklassekombis als den Optima. Aber die sind meist auch deutlich teurer und bieten dann trotzdem nur ein erbärmliches Garantiepaket. In seiner Preis-Klasse muss der Koreaner trotz fehlenden Feinschliffs bei Lenkung und Fahrwerk sich vor kaum einem Konkurrenten verstecken. Ganz einfach, weil das von Kia geschnürte Gesamtpaket in diesem Fahrzeug passt. (Mario Hommen/SP-X)

Kia-Designer Peter Schreyer – Deutsche Kleider für Korea

„Es sind wirklich schon zehn Jahre“, sagt Peter Schreyer und legt die Stirn in Falten, als müsse er sein Jubiläum per Kopfrechnen ermitteln. „Die Zeit ist so schnell vergangen, dass ich mich manchmal selbst wundere“. Im September 2006 hatte der heute 63-Jährige als Chefdesigner bei Kia im fernen Korea angetreten und seinem bisherigen Arbeitgeber VW den Rücken gekehrt. Ein Meister seines Fachs, den Volkswagen-Konzern nach Meinung vieler Experten nie hätte ziehen lassen dürfen. Dort hatte er unter anderem den Audi TT, den A2 und auch den ersten „New Beetle“ gezeichnet.

Die letzten zehn Jahre waren für Kia eine Erfolgsgeschichte, die der Oberbayer entscheidend mitgeschrieben hat. Die Verkäufe haben sich verdreifacht, die zum Hyundai-Konzern gehörende Marke findet jährlich weltweit über drei Millionen Käufer für ihre Modelle. „Jenes Kia, das man vor zehn Jahren gekannt hat, gibt es heute nicht mehr“, sagt Schreyer. „Mich begeistert immer wieder, wie schnell sich das Unternehmen entwickelt“. Für den Deutschen selbst hat sich das Wagnis, in einen anderen Kulturkreis zu wechseln, ausgezahlt. Er wurde schnell einer der Präsidenten von Kia und zeichnet mittlerweile auch für das Design der Stammmarke Hyundai verantwortlich.

Vor allem aber erfüllte sich sein Wunsch, den Auftritt einer ganzen Modellfamilie von Grund auf neu zu gestalten. Vor seinem Umzug nach Asien zog er in einem „Spiegel“-Interview einen Vergleich zu seiner Zeit in Wolfsburg. „Ein VW-Designer arbeitet wie ein Comic-Zeichner, der die zwanzigste Folge von Lucky Luke oder Donald Duck aufs Papier bringen muss. Bei Kia beginne ich auf einem leeren Blatt fast ohne jede Vorgabe“. Damals sicher eine gewagte Aussage, aus heutiger Sicht aber die Geburtsstunde einer Weltmarke, die vorher nur wenige auf dem Einkaufszettel hatten. Schreyer gab den Kia-Modellen ein markantes Gesicht, das vor allem durch die „Tigernase“ geprägt war, die 2007 erstmals bei einer Studie eines Sportcoupés zu sehen war und nach und nach für alle Modelle übernommen wurde.

Als „die Einfachheit der geraden Linie“ beschreibt Peter Schreyer seine Philosophie, womit er den weitgehenden Verzicht auf die zahlreichen Sicken, Falze und Karosserie-Schnörkel meint, mit denen viele Hersteller um Aufmerksamkeit buhlen. „Für Designer ist es wichtig, nicht nur Autos im Blick zu haben, sondern auch Architektur, Kunst, Musik, Industriedesign und vieles andere. All diese Dinge beeinflussen uns und wir sie“, erklärt er und verweist auf die koreanische Kultur. „Auf der einen Seite gibt es die pulsierende Metropole Seoul, auf der anderen Seite Ruhe und Konzentration. Beides inspiriert mich und unsere Designer.“ Feinheiten, die der normale Autofahrer zwar nicht im Detail nachvollziehen kann, die aber den Gesamteindruck eines Autos ausmachen und dazu führen, dass es einfach gefällt.

Nachdem die gesamte Modellpalette von Kia umgekrempelt wurde, sind jetzt schon die nächsten Generationen am Start. Hat Schreyer Lieblingsautos, die sein mittlerweile großes Team unter seiner Regie entworfen hat? Er denkt kurz nach und nennt den kleinen Livestyle-SUV Soul oder die Kombi-Version des Optima, der seit zwei Monaten auch in Deutschland zu haben ist. Er schränkt aber ein: „Es ist wie bei Kindern: Wenn man mehrere hat, kann man nie sagen, welches einem am liebsten ist, weil man sie alle liebt. So geht es mir auch mit allen Autos, die ich designt habe“. Einen Favoriten verrät er dann aber doch, die Studie einer viertürigen Limousine namens Kia GT, die bereits vor fünf Jahren auf der IAA gezeigt wurde, allerdings noch nicht den Weg zum Serienmodell geschafft hat. „Dieses Auto war für mich und unsere Designer ein Traumprojekt, weil wir die Chance bekamen, einen echten GT zu entwerfen, ein Auto, in dem man stilvoll reisen kann.“

Die nächsten Aufgaben warten schon auf den Stardesigner, der so viele Flugmeilen sammelt wie sonst nur ein Politiker. Er pendelt ständig zwischen den Kia-Studios im kalifornischen Irvine, Frankfurt oder Namyang bei Seoul hin und her, wohnt aber immer noch in Ingolstadt. Schwerpunkte sind für ihn die Entwicklung eines kleinen SUV für beide Marken, aber auch der Ausbau der neuen Edel-Marke Genesis, die sich mit den Luxuslimousinen aus Süddeutschland anlegen will. Und dazu natürlich die übliche Routine jedes Blechkünstlers im Dienst eines Autokonzerns, die jeweils anstehenden Modellerneuerungen. Dabei hat Peter Schreyer aber ein Motto: „Wichtig ist, dass jede Veränderung immer eine Verbesserung bedeutet und wir nicht nur deshalb etwas verändern, damit es anders aussieht.“ (Peter Maahn/SP-X)

Test: Kia SOUL EV

Man muss nicht unbedingt anders sein, um mal etwas anderes zu fahren. Man muss auch nicht auf etwas verzichten, wenn man sich mal anders entscheidet. Man muss auch nicht wirklich schräg sein, wenn man mal eine Kombination wählt, die erst einmal schräg erscheint. Wie der Kubus von KIA, der SOUL und dann auch noch als E-Variante.

Fahrbericht: KIA SOUL EV

E-mobil mit Kante

Seit einiger Zeit hat KIA eine besondere Variante des ohnehin schon völlig andersartigen SOUL im Angebot. Eine rein elektrische Variante. Dass der eckige SOUL bereits eine gänzlich schräge Alternative zu den Klassikern darstellt, war uns nach dem Test der Benzin-Variante klar. Dass es noch cooler geht – sollte dann nach den zwei Wochen mit der E-Version feststehen. Pfiffig nennen ihn die einen. Einen Stadtwagen die anderen. Wir sagen: Eine theoretische Reichweite von über 200 Kilometern ist schon einmal ein guter Anfang! Und nein, es ist weder ein Stadtrandauto, noch ein reines Stadtmobil. Es ist Pendler-Glück!

Unauffällig auffällig?

Auffällig war, wie unauffällig der Soul EV zu sein scheint. Neugierige Blicke von Schülern am Straßenrand: Fehlanzeige, sonstige Hingucker – nada. Dabei ist der in hellblau und weiß lackierte Koreaner eine durchaus auffällige, fast schon optisch laute Erscheinung. Dass er elektrisch fährt, merkt der Passant natürlich nicht. Auch andere Autos stehen an der Ampel, ohne dass der Motor läuft und bewegen sich leise durch verkehrsberuhigte Zonen. Bei letzterem offenbart der Soul die gleiche Schwäche wie seine herkömmlich angetriebenen Pendants. Man hört ihn eben einfach nicht kommen. Das Fahrwerk des Soul ist straff und dem Abrollkomfort tun die 18-Zoll-Leichtmetall-Räder des Testwagens auch nicht wirklich gut. Dafür die im Keller des Soul platzierten Batterien. Tiefer Schwerpunkt, und so.

Null Emissionen, 100 Prozent Lifestyle

Der Elektromotor leistet 110 PS (81,4 kW) und verfügt über 285 Nm Drehmoment. Angetrieben werden, über ein Reduktionsgetriebe, die Vorderräder. Dass E-Autos agil sind – es hat sich herumgesprochen. Und auch den SOUL EV mag man gerne im Stop-und-Go bewegen. Bei der Reichweite stehen „bis zu 212 Kilometer“ auf der Habenseite des E-Soul. Seine Power speichert der Soul in einer Lithium-Ionen-Polymer-Hochleistungsbatterie, die Kia zusammen mit SK Innovation entwickelt hat. Der Akku baut auf Batteriezellen mit einer Energiedichte von 200 Wh/kg. Seine Kapazität beträgt 27 kWh.

11,2 auf 100 und 145 km/h Top-Speed

Den Kia SOUL EV kann man entweder mit dem serienmäßigen On-Board-Charger (6,6 kW Wechselstrom) an einem entsprechenden 230-Volt-Anschluss in nur vier bis fünf Stunden voll aufladen, oder, wenn die Zeit drängt, per ChaDeMo laden. Hier lässt sich der Akku an einer 50-kW-Schnellladestation in nur 33 Minuten zu 80 Prozent aufladen (nur Version Play). An 100-Kilowatt-Stationen, die es bisher in Deutschland nur vereinzelt gibt, verkürzt sich diese Ladezeit auf 25 Minuten.

Ökopunkte für das Karma

Die Ökopunkte vergibt der Bordcomputer, um den Fahrer zu gelassenem und sparsamen Umgang mit den Ressourcen zu erziehen. Nutzt man die Stellung „B“ des Getriebes, bremst der Soul EV bei jedem Gaswegnehmen stark ab und führt die so per Generator erzeugte Energie in die Batterie zurück. Bleibt man faul in der Automatikstufe „D“, wird weniger gebremst und entsprechend kleiner fällt der Umkehrschub in den Speicher aus. Normales Fahren im Rahmen der urbanen Tempolimits inklusive längeren Wartephasen an roten Ampeln, Schritttempo und ein paar sehr beherzte Sprints an noch gelben Ampeln resultieren in zwei kümmerliches Punkten auf der durch einen grünen Baum symbolisierten Öko-Skala im mittigen 8-Zoll-Display. Man kann wohl auch acht Punkte erzielen. Dazu bedarf es nur ein wenig „Ehrgeizes“.

Unfassbar gut mittlerweile: Das gesamte Look & Feel des KIA Soul. Das Infotainment-System überzeugt mit umfassender Informationswut bei gelungener UX-Logik. Die Materialien im Innenraum wirken zudem gut verarbeitet und wertig. Dass man hier einen Koreaner fährt – eher unwirklich. Jede Fahrt im SOUL EV wird zur Offenbarung. Mehr braucht es eigentlich nicht. Selbst die im Alltag realistischen 160 km reichen aus. Wenn in der nächsten Generation die Energiedichte des Akkus ebenso steigt wie bei den Mitbewerbern, dann stehen auch 300 km nicht mehr zur Debatte. Und warum genau sollte man dann noch zur Benzin-Variante greifen?

Noch mehr Karmapunkte

Apropos überzeugend: Bei der Ausstattung lassen sich die Koreaner nicht lumpen. Von Klimaanlage über Navi bis zur Rückfahrkamera ist ab Werk schon alles an Bord. Einziges wählbares Extra ist ein Komfortpaket für 990 Euro. Es beinhaltet Sitzbezüge in Teilleder, Sitzbelüftung vorn, Sitzheizung hinten und Parksensoren. In Sachen Klimatisierung hat sich Kia einiges einfallen lassen. So ermöglicht es die Automatik, nur den Fahrersitz zu kühlen, beziehungsweise zu temperieren, wenn nur dieser besetzt ist. Und zugunsten des höheren Wohlfühlfaktors sind Sitz- und Lenkradheizung serienmäßig. Das Heizelement kann man zugunsten von mehr Reichweite ausschalten, ohne die Lüftung zu beeinträchtigen. Dazu sollte man allerdings sommers wie winters die richtige Temperatur schon vorwählen, wenn das Auto noch am Ladekabel hängt.

Fazit:

Der KIA SOUL EV ist eine Demonstration dessen, warum es sich lohnt, mal abseits der Trampelpfade zu denken. Der kantige Kasten bietet ein sagenhaftes Raumgefühl, eine tolle Ausstattung, eine gute Verarbeitung und dazu das „gewisse Extra Andersartigkeit“ und kombiniert es in der Elektro-Version mit einem Auto, das man mit null Emissionen bewegen kann. Wer den Strom vom eigenen Hausdach zapft, der sollte schneller als bisher umdenken – out of the Box – sozusagen!

[notification type=“notification_mark“ ]Das ideale Auto für:

Karma-Punkte-Jäger
[/notification]

[notification type=“notification_info“ ]

Weil anders auch gut sein kann

Alternative zu: BMW i3, Nissan Leaf, Renault ZOE
Passt zu: Eigenheim-Besitzern und Pendlern mit Stromanschluss am Parkplatz.
Das überzeugt: Dass Andersartigkeit so „normal“ sein kann. [/notification]

Alle technischen Daten des KIA SOUL EV:

Der Fahrzeugschein für den KIA SOUL EV:

Technische Daten
SOUL EV
Grundpreis 28.890 – 30.790 €
Außenmaße Länge x Breite x Höhe 4.140, 1.800, 1.593 mm
KofferraumvolumenVDA 281 – 891 L
Hubraum / Motor E-Motor / Li-Polymer Akku
Leistung 81,4 kW / 285 Nm
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 11,2 s
Verbrauch 14.7 kW/h 100 km
Testverbrauch 17.1 kW/h 100 km

[notification type=“notification_info“ ]Stand vom 01.12.2016[/notification]

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Alle Fotos: Diana Habegger

Kia Niro – Der Prius aus Korea

Viele Jahre galt: Wer Hybrid sagt, denkt Toyota Prius fast automatisch mit, denn das Kompaktmodell der Japaner war lange das einzige Angebot mit dem umweltfreundlicheren Doppelantrieb aus Benzin- und Elektromotor. Mittlerweile bestimmen die die reinen Elektroautos die Diskussion und bei Hybriden wird oft „Plug-in“ mitgedacht, weil die größeren und an der Steckdose nachladbaren Batterien dieser Modelle rein elektrische Fahrten von bis zu 50 Kilometer ermöglichen. Aber der klassische, preisgünstigere Hybridantrieb, bei dem ein relativ kleiner E-Motor vor allem der Unterstützung des Verbrenners beim Anfahren und Beschleunigen dient, ist noch nicht tot. Und unser Testwagen ist dafür ein sehr gutes Beispiel.

Mit dem Niro bietet nun auch Kia ein Modell mit einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor an

Im Kia Niro arbeitet neben dem 1,6-Liter-Benziner mit 77 kW/105 PS ein gar nicht mal so leistungsschwacher E-Motor mit 32 kW/44 PS. Man kann diese Werte nicht einfach addieren, aber die Systemleistung beider Antriebe liegt zusammen immerhin bei 103 kW/140 PS. Entsprechend flott fährt sich der Koreaner. Natürlich merkt man den Elektroantrieb vor allem beim Anfahren. Entweder unterstützt er wirkungsvoll den Verbrenner und gibt dem eigentlich eher schwächlichen Ottomotor das entscheidende Quäntchen Agilität oder man kann sogar bei sehr sensiblen Gasfuß die ersten Meter rein elektrisch rollen, etwa um die Nachbarschaft am frühen Morgen nicht aus dem Bett zu schmeißen. Das zweite Haupteinsatzgebiet des E-Motors: Er unterstützt beim verbrauchsintensiven Beschleunigen.

Im Vergleich zu dem seit diesem Jahr schon in vierter Generation angebotenen Toyota Prius, sozusagen dem Mutterschiff aller Hybride, hat der Kia Niro zwei Vorteile. Erstens: Während beim Prius die Kraft der Motoren vollkommen flexibel über ein Planetengetriebe verteilt wird, setzten die Ingenieure des Hyundai-Konzerns auf ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Das erlaubt einen „europäischeren“ Fahrstil als das wie ein CVT-Getriebe arbeitende Gegenstück beim Prius. Und Zweitens: Während das Design des Prius polarisiert und letztlich wenig auf den hiesigen Geschmack Rücksicht nimmt, ist der Niro optisch wesentlich gefälliger. Wir erhielten während unserer zwei Testwochen sogar manches Lob von Passanten und Autofahrern für die Arbeit der Gestalter aus dem Hyundai-Konzern unter Leitung von Peter Schreyer. Ja, beides muss noch einmal erwähnt werden: Die Koreaner setzen auf den deutschen Designer und lassen zumindest optisch damit so manche japanische Marke alt aussehen. Und ja, Kia gehört zum Hyundai-Konzern und soll dort eher die sportliche und jüngere Ecke besetzen. Bei Hyundai heißt der Niro übrigens Ioniq, den es aber nicht nur in einer Hybrid-, sondern ab kommendem Jahr auch in einer reinen Elektro-Auto-Variante und später sogar als Plug-in geben wird.

Der Innenraum macht einen wertigen Eindruck

Und wie ist der Niro nun so im Alltag? Dafür, dass die Koreaner im Vergleich etwa zu Toyota ja recht spät der Hybrid-Technik loslegen, ist der Fünfsitzer ein sehr routiniert gemachtes Auto. Alles funktioniert einwandfrei und dank des Doppelkupplungsgetriebes kommt sogar so etwas wie Fahrspaß auf. Da lässt sich die relativ gefühllose Lenkung und das nicht wahnsinnig komfortable Fahrerhalten sogar verschmerzen. Außerdem bietet der Niro dank seines glasklaren Designs auf seinen 4,26 Metern Gesamtlänge überraschend viel Platz – auch hinten. Der Kofferraum fällt mit 427 Litern dagegen leicht unterdurchschnittlich aus, dafür kann man nach Umlegen der Rücksitze bis zu 1.425 Liter Gepäck einladen, fast schon ein Kombi-Wert.

Einen grundsätzlichen Nachteil der Hybrid-Technik kann natürlich auch der Kia nicht ausgleichen: Man fährt wegen der gleich zwei Motoren ein relativ schweres Auto, was sich spätestens bei flotterer Fahrt bemerkbar macht. Solche Fahrzeuge sind halt für den Stadtverkehr oder zum Cruisen gemacht, geht es auf die Landstraße oder gar die Autobahn, steigt der Verbrauch mit dem angesichts des Gewichts von je nach Ausstattung bis zu knapp 1,6 Tonnen dann doch überforderten Benziners deutlich an. Trotzdem: Wer sich den typischen vorausschauenden Hybridstil mit leichtem Gasfuß zu eigen macht, wird beim Niro mit Verbräuchen von rund fünf Litern auf 100 Kilometern belohnt.

Man fährt wegen der gleich zwei Motoren ein relativ schweres Auto, was sich spätestens bei flotterer Fahrt bemerkbar macht

Ein guter Wert, der zum Gesamteindruck von diesem Fahrzeug passt. Der ab rund 25.000 Euro erhältliche Niro ist in Sachen Optik und Antrieb eine echte (positive) Überraschung, so als hätte Kia schon lange Jahre Erfahrung mit der Hybrid-Technologie. Gut also, dass es für Freunde dieses Antriebs nun ein weiteres vielversprechendes Angebot gibt. (Peter Eck/SP-X)

Neuer Kia Picanto – Schicker unterwegs

Anfang 2017 bringt Kia die dritte Generation seines Kleinstwagens Picanto auf den Markt. Erste Skizzen eines fünftürigen Modells zeigen, dass der Koreaner wohl etwas gewachsen ist und die bisherige Länge von 3,60 Metern übertrifft.

Je nach Ausstattung werden tabletähnliche Infotainmentsysteme erhältlich sein.
Anfang 2017 bringt Kia die dritte Generation seines Kleinstwagens Picanto auf den Markt.

Optisch nimmt der Picanto unter anderem mit der typischen Tigernasenfront eindeutig Anleihen beim ebenfalls neuen Rio. Auch im Innenraum geht es nun mit moderner zu. Je nach Ausstattung werden tabletähnliche Infotainmentsysteme erhältlich sein. Kia verspricht zudem neben einem größeren Raumangebot im Vergleich zum vorherigen Modell auch erweiterte Individualisierungs- und Komfortmöglichkeiten und eine verbesserte Sicherheitsausstattung. (Dirk Schwarz/SP-X)

Riskiert ’ne dicke Lippe – Der Kia Sportage (2016) im Test

Hipster fällt einem sofort ein. Fashion-Victim, eventuell auch. Der neue Sportage ist KIA Antwort auf zurückhaltende SUV, der Sportage ist alles – nur nicht mehr dezent. Dafür sorgt seine prägnante Schnauze mit der auffällig dicken Lippe.

Fahrbericht: Kia Sportage

Dicke Lippe riskiert, und sonst so?

Es gibt da diese konservative SUVs, wie einen VW Tiguan oder einen Seat Ateca, die mit bulligem Auftritt überzeugen wollen – es dabei aber nicht übertreiben. Und es gibt diese unverblümt verspielten, wie den Nissan Juke, der sich, zumal im B-Segment beheimatet, komplett von der Gelände-Optik entfernt hat. Zu letzteren gehört die neue Generation Kia Sportage. Neben dem neuen Design bietet der Koreaner nun auch mehr Platz und diverse technische Updates – aus dem Sportage ist ein modernes Kompakt-SUV geworden, wie ein zweiwöchiger Test in der Redaktion von mein-auto-blog zeigte.

Strammer Max

Waren die Vorgängermodelle eher bieder, so hat sich der aktuelle Sportage zu einem strammen Burschen entwickelt. Von vorn wirkt der Hochbeiner nun ausdrucksstärker, zum einen durch den im Stil der Marke ausgeformten Kühlergrill, zum anderen dadurch, dass die leicht nach hinten gezogenen Leuchten nun weiter oben positioniert sind und die Motorhaube stärker konturiert ist. Insgesamt ist der Sportage stärker modelliert und wirkt dynamischer und weniger rundlich. Mit dem Design will er sich nicht nur von seinem eher konservativ gezeichneten Konzernbruder Hyundai Tucson abgrenzen, sondern vor allem vom Segments-Primus VW Tiguan.

Herzhaft lebendig greift der im Testwagen montierte 2,0-Liter-Diesel (ab 29.190 Euro in der dritten Ausstattungsstufe „Vision“) zu. Seine 136 PS und 373 Nm Drehmoment sind im Alltag absolut ausreichend, zu viel Temperament sollte man von dem Selbstzünder jedoch nicht erwarten. Zudem geht ihm bei höheren Geschwindigkeiten etwas die Puste aus (Vmax: 186 km/h). 4,9 Liter soll der Diesel verbrauchen, im Test nahm er sich etwas über sechs Liter. Zum Spritsparen hat sicher beigetragen, dass der Sportage nur über die Vorderräder angetrieben wurde. Allrad wird nur in Kombination mit den stärkeren Motoren angeboten und ist ausschließlich beim stärksten Selbstzünder Serie.

Sanfter Kamerad

Die Kombination des gemütlichen Diesels, der langen Schaltwege des 6-Gang-Schaltgetriebes und der eher komfortablen Fahrwerks-Abstimmung wollen nicht so recht zur sportlichen Optik passen – hier ist der Sportage eben ganz SUV. Der Koreaner ist ein Auto für längere Fahrten.  Dazu trägt unter anderem der gut funktionierende Spurhalte-Assistent bei. Er fängt das Fahrzeug nicht erst mit hektischem Lenkeingriff ein, kurz bevor es über die Linie zu fahren droht, sondern hält den Sportage meist recht mittig in der Spur. Sogar Autobahnkurven durchfährt das SUV so souverän, während der Fahrer seine Hand locker auf dem Lenkrad liegen hat. Darüber hinaus kann der Koreaner mit weiteren aktuellen (ebenfalls aufpreispflichtigen) Assistenzsystemen ausgestattet werden, zum Beispiel Querverkehrswarner, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkel-Warner oder autonomen Notbremsassistent.

Um das Kapitel Assistenzsysteme perfekt abzuschließen, fehlt dem Sportage aber ein attraktiver Helfer: Der adaptive Tempomat, der neben der Geschwindigkeit auch den Abstand zum Vordermann hält. Ab der zweiten Ausstattungsstufe ist zwar eine einfache Geschwindigkeitsregelanlage Serie, das aufwendige, nicht nur für Vielfahrer sehr praktische Adaptiv-System ist aber nicht erhältlich.

Auch die vielen Knöpfchen am optionalen Multifunktionslenkrad und in der Mittelkonsole wirken nicht ganz so durchdacht verteilt, wie man es bei dem ansonsten positiven Eindruck erwarten würde. Darüber hinaus erlaubt sich der Sportage im Innenraum keine Patzer: Sachlich-schlichte Einrichtung mit ein paar silberfarbenen Details aufgehübscht (optional ist mehr Schick drin), gut ablesbare, analoge Instrumente, bequeme Sitze und ausreichend Platz auch in der zweiten Reihe. Das ist dem Längenzuwachs von vier Zentimetern auf 4,48 Meter zuzuschreiben, wodurch auch das Kofferraumvolumen auf 503 Liter (maximal 1.492 Liter) gewachsen ist.

Schon die Basisversion „Attract“ ist annehmbar ausgestattet. Wer zum Lockpreis von 19.990 Euro – Kia hat den Preis um rund 600 Euro unter die 20.000er-Marke gesenkt – bestellt, fährt in Sachen Ausstattung kein Verzichtmodell. Allerdings ist ausschließlich der 1,6-Liter-Einstiegsbenziner mit 97 kW/132 PS und Frontantrieb in dieser Ausstattung zu haben. Klimaanlage, Radio, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie elektrische Fensterheber und Außenspiegel sind immer an Bord. Das serienmäßig in der Höhe und Weite verstellbare Lederlenkrad hilft zusammen mit dem ebenfalls immer höhenverstellbaren Fahrersitz, eine wirklich bequeme Fahrposition zu finden. Auch praktisch: Geteilte Rückbank und in der Neigung verstellbare Rücksitzlehne muss man nicht extra hinzubuchen. Nachteil: Optional sind überhaupt keine Extra-Wünsche verfügbar, auf Sitzheizung oder Freisprecheinrichtung muss man verzichten.

Umfassend ausgestattet ist die Version „Spirit“, die in Kombination mit dem Einstiegsmotor allerdings rund 9.000 Euro mehr kostet als das Basismodell. Den im Test gefahrenen mittleren Dieselmotor gibt es ausschließlich in der mittleren Ausstattung „Vision“ und der höheren Option „Spirit“. Ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Kalkulation bietet „Vision“, die mit 29.190 Euro gut 4.000 Euro günstiger ist als die nächst höhere Ausstattungslinie, aber trotzdem wichtige Extras an Bord hat: Sitzheizung vorn und hinten, Freisprecheinrichtung, Navi mit 7-Zoll-Monitor, Multifunktionslenkrad, Tempomat und Rückfahrkamera. Daneben sind einige Assistenzsysteme Serie wie Fernlicht-Assistent, Verkehrszeichenerkennung oder der oben genannten sehr komfortabel arbeitenden Spurhalteassistent mit Lenkeingriff. Zudem kann man „Vision“ mit diversen Ausstattungspaketen kombinieren.

Fazit:

Der Kia Sportage mag ein wenig merkwürdig dreinschauen, aber er macht vieles richtig. Mit seiner modernen Herangehensweise ist er ein ernstzunehmender Kandidat für etablierte Bestseller im Wettbewerbsumfeld – wenn auch noch etwas Luft nach oben ist. Und auch im Wiederverkauf ist die Prognose positiv: Die Marktbeobachter von Bähr & Fess prognostizieren dem getesteten Diesel-SUV in drei Jahren einen Restwert von 58,5 Prozent, mehr als beispielsweise einem vergleichbaren Nissan Qashqai..

[notification type=“notification_mark“ ]Das ideale Auto für:

Mamis Wunsch nach einem SUV.
[/notification]

[notification type=“notification_info“ ]

Sieht anders aus

Alternative zu: Nissan Qashqai, Ford Kuga, Mitsubishi ASX
Passt zu: Sicherheitsbewusste SUV-Käufer, die kein Allrad benötigen.
Das überzeugt: Umwerfend gute Verarbeitung und Materialwahl mittlerweile. [/notification]

Alle technischen Daten des Kia Sportage im Überblick:

Der Fahrzeugschein für den Kia Sportage 2.0 crdi 2WD

Technische Daten
Sportage 2.0 crdi 2wd
Grundpreis 37.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4480, 1860, 1640 mm
KofferraumvolumenVDA 503 bis 1492 L
Hubraum / Motor 1996 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 100 kW /136 PS (373 Nm)
Höchstgeschwindigkeit 186 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 10,3 s
Verbrauch 4,9 L/100 km
Testverbrauch 6,8 L/100 km

[notification type=“notification_info“ ]Stand vom 01.12.2016[/notification]

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Alle Fotos: Diana Habegger

Guinness-Rekord für Kia Niro – Sparsamster Transamerika-Hybrid

Einen Spritspar-Rekord hat das Hybrid-SUV Kia Niro aufgestellt. Der kompakte Crossover durchquerte die USA von Küste zu Küste mit einem Verbrauch von lediglich 183,6 Litern Benzin – Bestwert für ein Serienauto mit Hybridtechnik und Anlass für einen Eintrag im „Guinness Buch der Rekorde“. Der Durchschnittverbrauch während der Tour lag bei 3,1 Litern, so dass es der Crossover mit 4,1 Tankfüllungen von Los Angeles nach New York schaffte. (Dirk Schwarz/SP-X)

Kia Sorento Ski Gondola – Autonomer Gipfelstürmer

SUVs erfreuen sich bei Skitouristen großer Beliebtheit, bieten sie doch viel Platz für Gepäck und Sportgerät und erlauben dank Allradantrieb oft auch eine problemlose Anfahrt bis an den Skilift. Das dort die Fahrt noch nicht enden muss, zeigt Kia jetzt auf der Tuningmesse SEMA in Las Vegas: Mit dem Sorento Ski Gondola kann sich der Alpinsportler direkt bis an den Start der Piste bringen lassen.

Die vorderen Fahrgäste sitzen entgegen der Fahrrichtung und können über ein Table den autonom fahrenden Sorento steuern
Die vorderen Fahrgäste sitzen entgegen der Fahrrichtung und können über ein Table den autonom fahrenden Sorento steuern

Ein klassischer Allradantrieb reicht dafür freilich nicht aus, weshalb die für den Umbau verantwortliche Firma LUX Motorwerks die vier Reifen durch kompakte Kettenantriebe ersetzt hat. Mit diesen Gummiketten-Füßen der Marke Dominator erlangt der Sorento eine Kletterkompetenz auf dem Niveau von Pistenraupen. Darüber hinaus fährt der Korea-Allradler autonom, was es den Insassen erlaubt, sich in den Sorento so entspannt wie in einen Skilift zu setzen. Dank der gegenläufig angeschlagenen Türen und dem Verzicht auf B-Säulen ist der Einstieg in den beheizten Innenraum sehr einfach. Die mit einem wasserfesten Boden ausgekleidete Fahrgastzelle bietet eine Vis-a-vis-Bestuhlung mit vier Sitzplätzen mit jeweils großer Beinfreiheit. Zwischen den beiden vorderen Sitzen gibt es eine Mittekonsole mit einem Tablet, über den sich der Sorento steuern lässt. Da der Ski Gondola autonom fährt, konnte auf ein Lenkrad und andere Cockpit-Komponenten verzichtet werden.

Für die Skier gibt es eine Halterung auf dem Dach, während Skischuhe und anderes Gepäck in den Kofferraum passen. (Mario Hommen/SP-X)

Kia Soul First Class – Außen Kleinwagen, innen Maybach

Wenn ein Kia Soul autonom fahren könnte, würden sich auch ganz neue Freiheiten bei der Innenraumgestaltung ergeben. Welche, das zeigen die Koreaner auf der derzeit in Las Vegas stattfindenden Tuningmesse SEMA. Hier bietet ein Konzeptfahrzeug auf Soul-Basis einen First-Class-Innenraum mit luxuriöser Medienlounge, der manchen Maybach-Besitzer neidisch machen könnte.

Dank der Fähigkeit autonom zu fahren, konnte auf das klassische Cockpit mit Lenkrad verzichtet werden. Stattdessen wurden zwei Sitze entgegen der Fahrtrichtung auf Cockpithöhe montiert. Von dort aus genießen die Insassen neben einer üppigen Beinfreiheit auch den Blick in die Tiefe des Fondbereichs, an dessen Ende sich ein 40-Zoll-LED-Fernseher befindet. Das TV-Gerät ist an ein Computersystem angebunden und zudem mit einer aufwendigen Audioanlage gerüstet.

Der Innenraum der Kia-Studie bietet zwei bequeme Sitze mit viel Beinfreiheit, einen 40-Zoll-TV und zwei Tablets
Der Innenraum der Kia-Studie bietet zwei bequeme Sitze mit viel Beinfreiheit, einen 40-Zoll-TV und zwei Tablets

Zwischen den Stühlen befindet sich außerdem eine Mittelkonsole, die jeweils den Sitzen zugeordnet zwei Tablets bereithält, über die sich das Fahrzeug steuern lässt. Neben dem Highend-Mediensystem bietet der Soul außerdem ein besonders wohnliches Ambiente. Dazu tragen die Seitenwände mit heller Diamant-Leder-Verkleidungen, eine aufwendige Ambientebeleuchtung oder das Echtholzparkett im Fußboden bei.

Die Außenoptik des First-Class-Soul wurde ebenfalls mit futuristischen Elementen aufgepeppt. Auffällig sind die Lackierung in Blau, ein modifizierter Kühlergrill, 19-Zoll-Monoblockräder und spezielle LED-Leuchten vorne und hinten. (Mario Hommen/SP-X)

Kia Optima Sportswagon – Sondermodelle für Gewerbekunden

Ausschließlich für Gewerbekunden bietet Kia nun den Optima Sportswagon in den Ausstattungslinien „Business“ und „Business Supreme“ an. Zur Serienausstattung zählen jeweils Navigationsgerät, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Tempomat, die Supreme-Ausführung bietet zusätzlich einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz in Lederimitat, Xenonlicht und ein Assistenten-Paket. Für den Antrieb sorgt ein 1,7-Liter-Diesel mit 104 kW/141 PS, der 4,4 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen soll (113 g CO2/km). Der Preis für das Businessmodell beträgt 26.290 Euro, die höherwertige Ausstattung gibt es für 30.290 Euro. Den Kundenvorteil gibt der Hersteller mit bis zu 3.485 Euro an. (Holger Holzer/SP-X)

Kia Soul – Neue Topversion

Trotz diverser Änderungen bei Technik und Optik bleibt der Basispreis für den Kia Soul zum Modelljahr 2017 stabil. Weiterhin steht der Kompaktkubus mit rund 17.000 Euro in der Preisliste. Für dieses Geld bekommt man den Koreaner mit 97 kW/132 PS starkem 1,6-Liter-Benzinmotor in der Ausstattung Edition 7, die unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Klimaanlage, CD-Radio und Parkpiepser hinten bietet.

Deutlich mehr investieren muss man für die 100 kW/136 PS starke Dieselvariante 1.6 CRDi. In der Ausstattung Dream Team Edition ist der Selbstzünder ab 22.200 Euro zu haben. Mit an Bord sind dann Klimaautomatik, Tempomat, Lederlenkrad, Rückfahrkamera, Freisprechanlage und Licht-an-Automatik.

Komplett neu im Soul-Portfolio ist die Version Turbo, die von einem 150 kW/204 PS starken Benziner angetrieben wird. Mit mindestens 28.400 Euro ruft Kia einen überraschend stolzen Preis auf. Zum Vergleich: Der mit dem gleichen Antrieb ausgestattete Kia Ceed GT ist mit 25.000 Euro deutlich günstiger zu haben. Im Gegenzug bietet der Soul Turbo eine umfangreiche Ausstattung, die unter anderem Doppelkupplungsgetriebe, Premium-Soundanlage, Navi-Infotainmentsystem, Fernlichtassistent und Xenonscheinwerfer beinhaltet. (Mario Hommen/SP-X)

Kia Carens – Lifting ohne Mehrkosten

Zum unveränderten Basispreis von 20.000 Euro ist ab sofort der geliftete Kia Carens bestellbar. Der Kompakt-Van mit bis zu sieben Sitzen wurde außen und innen optisch überarbeitet, dazu kamen neue Assistenten wie Totwinkel- und Querverkehrswarner. Zudem sind nun die Smartphone-Anbindungen Apple Car Play und Android Auto verfügbar. Unverändert wird der Carens wahlweise mit einem 99 kW/135 PS starkem Benziner oder dem 1,7-Liter-Diesel in den Leistungsstufen 85 kW/115 PS und 104 kW/141 PS zu haben sein. Die Basis-Ausstattung umfasst unter anderem Klimaanlage, Tempomat und Audiosystem.

Der Carens hatte es im gebeutelten Van-Segment zuletzt besonders schwer. Im Jahresverlauf sanken die Neuzulassungszahlen um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 2.000 Fahrzeuge. Der gesamte Van-Markt schrumpfte im gleichen Zeitraum um 0,4 Prozent auf knapp 200.000 Autos. (Holger Holzer/SP-X)