Neue Autofarbe: Lackierung und Folierung im Vergleich

Aus technischer Sicht spielt die Lackfarbe eines Autos keine Rolle. Doch Autos wecken bei Fahrern oft Emotionen – diese werden durch den Lack maßgeblich beeinflusst. Dementsprechend ist es

vielen Kraftfahrern nicht egal, welche Farbe ihr eigenes Auto hat. Sie muss zum Fahrzeug passen und dem persönlichen Geschmack entsprechen.

Wer sich beim Autokauf für einen Neuwagen entscheidet, kann die Lackfarbe selbst bestimmen.

Doch nicht immer sind Autobesitzer mit ihrer Entscheidung zufrieden. Oft sind Käufer im

Anschluss der Meinung, sie hätten bei der Auswahl des Autolacks mutiger sein können. In solchen Fällen wird dann häufig über eine Neulackierung nachgedacht.

Beim Gebrauchtwagenkauf kann man nicht immer nach dem Lack gehen. Wenn der technische

Zustand des Fahrzeugs überzeugt und der Preis passt, wäre es ärgerlich, wenn der Kauf dann an der Lackfarbe scheitert.

Mit der Neulackierung wurde die klassische Lösung des Problems bereits angesprochen. Ihre

Umsetzung stellt kein Problem dar, in den meisten Regionen findet man genügend Fachbetriebe, die Fahrzeuge im Kundenauftrag vollständig neu lackieren. Die Arbeit erstreckt sich zumeist über einen Zeitraum von ungefähr zwei Tagen und schlägt je nach Lack, Werkstatt und Fahrzeugmodell mit

rund 6.000 bis 8.000 Euro zu Buche.

Folierung als Alternative

Angesichts der hohen Kosten lassen sich viele Interessenten abschrecken. Allerdings gibt es noch

eine Alternative, nämlich die so genannte Folierung. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren,

in dessen Rahmen der bestehende Lack mit einer Folie überzogen wird. Auf diese Weise ist es

möglich, seinem Auto ganz ohne Lackierung eine neue Farbe zu verpassen.

Obwohl das Folieren bereits seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert wird, ist es zahlreichen

Personen nicht bekannt. Außerdem wird es gerne unterschätzt. Die Folierung ist eine wirkliche

Alternative zur Lackierung, da sich das Ergebnis sehen lassen kann und sie ihre ganz eigenen

Vorteile mit sich bringt. Sofern die Arbeiten professionell durchgeführt werden, ist nicht zu

erkennen, dass der Lack lediglich überklebt wurde.

Zumindest in der Theorie ist das eigentliche Verfahren simpel. Folienstücke werden

zurechtgeschnitten und dann exakt über die einzelnen Karosserieteile gezogen. Die Arbeit muss

professionell durchgeführt werden und kostet viel Zeit. Inklusive aller Vorbereitungen verstreichen

auch bei der Folierung rund zwei Tage. Das Anbringen der kostspieligen Spezialfolie setzt viel

Erfahrung voraus und kann daher nicht in Eigenregie durchgeführt werden. Die Gesamtkosten für

Folie und Arbeitsaufwand belaufen sich ungefähr auf 2.500 bis 3.000 Euro.

Seit einigen Jahren erfreut sich das Folieren einer steigenden Beliebtheit. Dies hat vor allem damit

zu tun, dass eine Folierung keinen endgültigen Charakter hat. Dementsprechend bietet sich die

Chance, beim Autolack sehr mutig zu sein. Natürlich könnte man sich auch einen Neuwagen in

einer ausgeflippten Farbe, wie zum Beispiel Pink, kaufen. Allerdings hätte man es beim späteren

Weiterverkauf des Fahrzeugs sehr schwer. Wählt man hingegen eine gängige Lackfarbe, so besteht

dieses Problem nicht. Wenn der Verkauf des Fahrzeugs ansteht, wird die Folie einfach wieder

entfernt.

Die weiteren Vorzüge einer Lackfolie bestehen vor allem darin, dass der eigentliche Lack sehr

zuverlässig geschützt wird. Der Lack ist vergleichsweise gut gegen Sonneneinstrahlung und andere

Einwirkungen abgesichert, was die Wertigkeit des Fahrzeugs sogar steigern kann. Außerdem ist

es kein Problem, Fehler auszubessern. Sollte die Folie beschädigt werden, lässt man die Stelle

ausbessern oder notfalls das betroffene Karosserieteil neu folieren. Im Übrigen gibt es sogar

Folien, die sich polieren lassen und somit über Jahre hinweg eine tolle Autofarbe versprechen. Die

Haltbarkeit liegt – sofern hochwertige Folie verarbeitet wird – bei ungefähr 7 bis 8 Jahren.

Die bereits angesprochenen Kosten in Höhe von ca. 2.500 bis 3.000 Euro lassen sich senken, indem

man Preise einzelner Anbieter vergleicht und gewisse Vorarbeiten übernimmt. Durch das Entfernen

von Zierleisten und ähnlichen Elementen lässt sich der Arbeitsaufwand der Profis etwas reduzieren,

was wiederum niedrigere Kosten verspricht. Allerdings will solch eine Unterstützung im Vorfeld

abgesprochen sein.

Am Ende muss der Fahrzeugbesitzer entscheiden

Angesichts all dieser Vorzüge ist es häufig vernünftig, sich für die Folierung zu entscheiden.

Die Lackierung punktet letztlich nur damit, dass sie dauerhaft ist und der Lack exakt nach den

persönlichen Vorstellungen gemischt werden kann. Bei den Folien ist es hingegen so, dass Farben

bereits vorgegeben sind – allerdings ist die Auswahl sehr groß.