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Reifen-Erfahrung, einmal Rennstrecke und zurück

Win on Sunday, sell on Monday – diese alte Weisheit ist nicht nur für Automobil-Hersteller gültig. Auch die Hersteller von Reifen sind auf den Rennstrecken dieser Welt vertreten – dort lernt man schnell und manchmal auf die harte Tour. Für unseren YouTube-Kanal haben wir einen Blick hinter die Kulissen der Reifen-Entwicklung geworfen und eine überraschende Entdeckung gemacht.

Der Nürburgring, Reifen-Entwicklung im Zeitraffer

Der Motorsport ist eine der treibenden Kräfte für die Reifen-Entwicklung was einfach in der Natur der Sache liegt. Als einzige Verbindung zwischen Asphaltband und Fahrzeug trägt der Reifen nicht selten zum kleinen Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bei. Reifen-Hersteller aus aller Welt haben die Nürburgring-Nordschleife schon lange als ideales Testgebiet entdeckt. Die Nordschleife des Nürburgrings bietet auf einer Länge von 20,832 Kilometern ein abwechslungsreiches Testgebiet und ist zugleich eine der anspruchvollsten Rennstrecken der Welt. Mit insgesamt 73 Kurven, einem Gefälle von bis zu 11%, einer Steigung von bis zu 18% und einem Höhenunterschied von 290 Metern auf einer Runde, ist die Nordschleife mit keiner anderen Rennstrecke auf der Welt zu vergleichen.

Auf dieser einzigartigen Rennstrecke wird jährlich das 24h-Rennen des Nürburgrings ausgetragen, ein motorsportlicher Wettkampf der Superlativen. 24-Stunden durch die grüne Hölle. Das ideale Testgebiet für Reifen-Entwickler. Während dem Event treffen über 130 Fahrzeuge aus allen Leistungs- und Gewichtsklassen auf die unstetigen Wetterverhältnisse der Eifel. Vom brütenden Sonnenschein bis zum Hagel, es gibt wenige Wetter-Szenarien die nicht zum Alltag der Nordschleife gehören würden. Wo kann man einen Reifen besser abstimmen als in dieser riesigen Experimente-Kiste des Motorsports?

Der perfekte Reifen für jedes Wetter

Die Ansprüche an den Reifen sind bei jedem Auto gleich und doch so verschieden. Die Traktion, die Haltbarkeit und die Art und Weise wie sich der Reifen dem Fahrer anbietet, sind Kriterien für für die Entwicklung des Reifens. Nicht nur Traktion bei feuchter Strecke, Widerstandsfähigkeit bei hohen Temperaturen und eine gleichmäßige und langhaltende Haftung sind gefordert. Im Motorsport zählen andere Werte als im Alltag, aber aus den Erfahrungen von der Rennstrecke lernt man als Reifenhersteller viel über Alterungsprozesse, anhaltende Traktion bei unterschiedlicher Profiltiefe und Fahrbarkeit des Reifens.

Von der Serie in den Motorsport – die Entwicklung von Reifen erfolgt nicht nur in eine Richtung

Doch während die Entwicklung vom Motorsport in die Serie bereits recht weit verstanden ist, gibt es auch Situationen und Aufgaben, da müssen Reifen-Hersteller verstehen, dass man Erfahrungen auch von der Serie in den Motorsport übernehmen kann – und manchmal auch muss.

Für die „PURE ETCR“ Rennserie wurde ein Reifen gesucht, der sowohl im nassen als auch im trockenen funktioniert, also die klassische Trennung zwischen Motorsport-Slick und Motorsport-Regenreifen ignoriert. Eine Herausforderung die nicht leicht zu meistern ist. Bei Goodyear hat man jedoch mit dem Eagle F1 Supersport einen Reifen der bereits für eines der anspruchvollsten Serienfahrzeuge der Welt, dem Audi RS e-tron GT als beste Wahl gilt im Programm.

Challenge accepted

Bernd Seehafer, technischer Projektleiter bei Goodyear, erklärt den Prozess der Entwicklung eines Reifens für diese speziellen Anforderungen innerhalb eines kurzen Zeitrahmens: „Die WSC-Datenblätter waren der Ausgangspunkt. Wir konnten bereits erkennen, dass die Fahrzeuge anders sein würden, da sie mit ihren etwa 1.700 kg schwerer sind und dazu über ein höheres Drehmoment verfügen, als benzinbetriebene Rennwagen. Auch, dass der Reifen sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn eingesetzt werden sollte, war vorgegeben. Wir haben uns also im Goodyear-Straßenreifenportfolio umgesehen und festgestellt, dass der erst vor kurzem auf den Markt gebrachte Eagle F1 SuperSport eine gute Basis für unseren PURE ETCR-Reifen sein würde.“

„Das Profil ist dem des Goodyear Eagle F1 SuperSport sehr ähnlich, aber viele Details wurden an die neue Herausforderung angepasst“, erklärt Seehafer weiter. „Gleiches gilt auch für die verwendeten Materialien und für die Reifeneigenschaften. Die Mischung kombiniert rennsport-typische Eigenschaften von Trocken- und Regenreifen, ist aber an die Bedürfnisse der ETCR angepasst.“

Seehafer: „Das Knifflige war, eine Reifenspezifikation mit Nass- und Trockeneigenschaften zu entwickeln. Denn normalerweise hat man im Rennsport einen Reifen für trockene Witterung und einen Regenreifen. Das musste bei allen Eigenschaften des Reifens – vom Material über die Mischung, das Profil und allgemeinen Features – berücksichtigt werden. Das klingt einfach. Aber einen Rennreifen, der alles kann, gibt es nicht so häufig. Wir konnten einige Erkenntnisse der Vergangenheit miteinander verbinden. Nun erreicht der Reifen die Vorgaben im Trockenen und hat auch Nässe-Fähigkeiten. Er hat die gleiche Konzeption wie der Straßenreifen, ist aber gegenüber diesem deutlich steifer. So gewährleisten wir für die schwereren PURE ETCR-Fahrzeuge im Vergleich zum straßenbasierten Ursprungsreifen eine gute Fahrbarkeit auf der Rennstrecke. Die Aquaplaning-Eigenschaften sind immer noch auf einem guten Niveau, um während der gesamten Reifenlebensdauer den Einsatz auf trockener und nasser Fahrbahn zu gewährleisten.“

Perfekte Reifen für ein perfektes Fahrzeug

Der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5 wird in der Erstausrüstung auf aufregenden Elektrolimousinen wie dem Audi e-tron GT eingesetzt und hat sich bereits einen Namen als Reifen für Elektrofahrzeuge gemacht.Viertürige Limousinen wie die RS-Version des e-tron GT leisten mehr als 600 PS und beschleunigen ihre Insassen in nur 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h.Die Leistungsdaten dieser Autos sind beeindruckend, und so benötigen sie auch einen entsprechenden Ultra-High-Performance-Reifen.

Der Eagle F1 Asymmetric 5 von Goodyear ist ein Ultra-High-Performance-Reifen, der für Sport- und Performance-Fahrzeuge aller Klassen entwickelt wurde.Während der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5 bereits ein beliebter Reifen für Performance-Fahrzeuge mit herkömmlichen Motoren ist,wurde er kürzlich von führenden Herstellern für ihre Flaggschiffe unter den elektrischen Limousinen ausgewählt.Dies erforderte von Goodyear die Entwicklung spezifischer Technologien, um die Leistung, das Handling, den Komfort und die Langstreckentauglichkeit von Premium-Elektro-Superlimousinen zu optimieren.

Für die Fahrzeughersteller entwickelte Goodyear den Eagle F1 Asymmetric 5 in den Größen 17″ bis 21″. Die Hälfte dieser Größen in der Erstausrüstung hat eine A-Klassifizierung für den Rollwiderstand, was die Batteriereichweite unterstützt.Außerdem hat Goodyear seine RunOnFlat-Technologie als Option für Erstausrüster entwickelt, die auf ein Reserverad oder Reifenreparatursätze verzichten wollen. Das bedeutet, dass mehr Platz für die Batterien zur Verfügung steht, was Reichweite und Leistung erhöht.

Als Audi sich für Goodyear für den kürzlich auf den Markt gebrachten Audi e-tron GT quattro und RS e-tron GT entschied, optimierte Goodyear die Performance, indem es die Bewegung im Reifenprofil reduzierte, was zu einer präzisen Lenkung und einem höheren Gripniveau führte.

Und am Ende schließt sich hier der Kreis: Vom Motorsport in die Serie und zurück in den Motorsport. Eine Entwicklungsschleife die kein Ende kennt.

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