BMW Regensburg baut das neunmillionste Auto – ein Elektro-SUV für Schweden
Vierzig Jahre nach dem Produktionsstart hat das BMW-Werk Regensburg sein neunmillionstes Fahrzeug fertiggestellt: einen vollelektrischen iX1. Die Zahlen des Standorts zeigen, wie weit der Umbau zur Elektroproduktion dort gediehen ist.

Das BMW-Werk Regensburg hat sein neunmillionstes Fahrzeug fertiggestellt. Es ist ein vollelektrischer BMW iX1 in der Sonderfarbe Individual Velvet Orchid II, der an einen Kunden in Schweden ausgeliefert wird. Der Standort in der Oberpfalz produziert seit 1986, das Jubiläum fällt damit in das vierzigste Produktionsjahr. Dass ausgerechnet ein Elektroauto die Marke markiert, ist symbolisch, aber nicht zufällig: Vier von zehn Fahrzeugen, die 2025 in Regensburg vom Band liefen, hatten einen Stecker.
Für Kundinnen und Kunden ändert sich durch diese Meldung nichts. Relevanz hat sie für den Standort selbst, für die rund 9.000 Beschäftigten und für die Frage, wie ein Hersteller den Antriebswechsel organisiert – in bestehenden Hallen oder in neu gebauten Werken. Regensburg steht für die erste Variante.
Vierzig Jahre, neun Millionen Fahrzeuge
Neun Millionen Fahrzeuge seit 1986 entsprechen rechnerisch einem Schnitt von gut 225.000 Autos pro Jahr über die gesamte Werksgeschichte. Das aktuelle Niveau liegt deutlich darüber: Für 2025 weist BMW mehr als 356.000 in Regensburg gebaute Fahrzeuge aus. Das Werk läuft also nicht auf Sparflamme, sondern oberhalb seines historischen Durchschnitts. Wie sich die Produktion über die vier Jahrzehnte im Einzelnen entwickelt hat und welche Baureihen in welchen Stückzahlen entstanden sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
BMW bezeichnet Regensburg als volumenstärkste Fabrik des Unternehmens in Europa. Diese Einordnung stammt vom Hersteller selbst; Vergleichszahlen zu Dingolfing, Leipzig oder München werden dazu nicht mitgeliefert. Wir führen die Aussage deshalb als Unternehmensangabe und nicht als unabhängig geprüften Wert.
Die Zahlen zum Werk im Überblick

| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Produktionsstart | 1986 |
| Fahrzeuge insgesamt | 9 Millionen (Stand Jubiläum) |
| Produktionsvolumen 2025 | über 356.000 Fahrzeuge |
| davon elektrifiziert | mehr als 150.000 (BEV und PHEV zusammen) |
| Beschäftigte | rund 9.000 |
| Modelle | X1/iX1 und X2/iX2 |
| Jubiläumsfahrzeug | BMW iX1, Farbe Individual Velvet Orchid II, Auslieferung nach Schweden |
X1 und X2 laufen auf einer gemeinsamen Linie
In Regensburg entstehen die Modelle X1 und X2 gemeinsam mit ihren Elektroversionen iX1 und iX2 auf einer Produktionslinie. Verbrenner, Plug-in-Hybride und reine Elektroautos teilen sich also dieselbe Fertigung, statt auf getrennte Linien oder Werke verteilt zu werden. Das ist die Logik, die BMW seit Jahren als flexible Fertigung beschreibt: Verschiebt sich die Nachfrage zwischen den Antrieben, lässt sich der Mix anpassen, ohne neue Kapazitäten aufzubauen oder vorhandene stillzulegen.
Im Branchenvergleich ist das nicht selbstverständlich. Mehrere Hersteller haben für den Antriebswechsel eigene Standorte oder eigene Linien ausschließlich für Elektroautos eingerichtet – mit dem Vorteil klarer Prozesse, aber dem Risiko, dass diese Kapazität bei schwacher Elektronachfrage leer läuft. Der Mischbetrieb ist aufwendiger zu steuern, verteilt das Risiko aber auf mehrere Antriebsarten. Welcher Weg sich rechnet, entscheidet am Ende die Nachfrage, nicht die Fertigungsphilosophie.
Über 40 Prozent mit Stecker
Mehr als 150.000 der 2025 in Regensburg gebauten Fahrzeuge waren elektrifiziert. Bezogen auf die über 356.000 Einheiten sind das rechnerisch gut 40 Prozent. Der Wert fasst allerdings zwei sehr unterschiedliche Antriebe zusammen: batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride, die weiterhin einen Verbrennungsmotor an Bord haben. Wie sich die Zahl auf beide Kategorien verteilt, teilt BMW nicht mit – und ohne diese Aufteilung lässt sich nicht sagen, wie weit der Standort tatsächlich beim reinen Elektroantrieb steht.
Für die Belegschaft ist die Auslastung die wichtigere Zahl. Ein Werk, das in einem Jahr mehr als 356.000 Fahrzeuge produziert und dabei die Neunmillionen-Marke erreicht, arbeitet ersichtlich nicht am unteren Rand seiner Kapazität. Das ist in einer Phase, in der Zulieferer und einzelne Hersteller Stellen abbauen, eine Nachricht von Kontinuität. Eine Investitionszusage oder eine Beschäftigungsgarantie ist damit nicht verbunden; beides ist in der Mitteilung kein Thema.
Was die Meldung offenlässt
- Wie sich die mehr als 150.000 elektrifizierten Fahrzeuge auf reine Elektroautos und Plug-in-Hybride verteilen.
- Welchen Anteil X1/iX1 und X2/iX2 jeweils am Gesamtvolumen haben.
- Ob mit dem Jubiläum neue Investitionen oder Zusagen zur Beschäftigung am Standort verbunden sind – dazu liegen keine Angaben vor.
- Wie Regensburg im Vergleich zu anderen BMW-Werken in Europa, den USA und China tatsächlich dasteht; veröffentlichte Vergleichszahlen fehlen.
Produktionsjubiläen sind Unternehmenskommunikation, und sie erzählen selten die ganze Geschichte. Interessant an dieser hier ist weniger die runde Zahl als die Konstellation dahinter: ein vierzig Jahre alter Standort, der heute mehr baut als im historischen Schnitt, und der den Antriebswechsel innerhalb der vorhandenen Struktur abbildet statt daneben. Ob dieses Modell trägt, entscheidet sich nicht an neun Millionen, sondern an den Stückzahlen der kommenden Jahre.
Welche Modelle werden im BMW-Werk Regensburg gebaut?
Regensburg fertigt den BMW X1 und den X2 samt ihrer vollelektrischen Varianten iX1 und iX2. Alle vier laufen auf einer gemeinsamen Produktionslinie.
Wie viele Menschen arbeiten im BMW-Werk Regensburg?
Der Standort beschäftigt nach Angaben des Unternehmens rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Wie viele Fahrzeuge produziert das Werk pro Jahr?
Im Jahr 2025 waren es über 356.000 Fahrzeuge. Mehr als 150.000 davon waren elektrifiziert, also batterieelektrisch oder Plug-in-Hybrid.
Ist Regensburg wirklich das größte BMW-Werk in Europa?
BMW bezeichnet den Standort als volumenstärkste europäische Fabrik des Unternehmens. Vergleichszahlen zu anderen Werken werden dazu nicht veröffentlicht, die Aussage bleibt daher eine Unternehmensangabe.
Was war das neunmillionste Fahrzeug?
Ein vollelektrischer BMW iX1 in der Sonderfarbe Individual Velvet Orchid II. Er geht an einen Kunden in Schweden.
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