Ford Kuga Plug-in-Hybrid: Rückruf betrifft jetzt fast alle Baujahre seit 2019
Ford weitet den Rückruf wegen Brandgefahr der Hochvoltbatterie beim Kuga Plug-in-Hybrid deutlich aus. In Deutschland sind rund 69.000 Fahrzeuge betroffen — Ford empfiehlt, vorerst nur bis 80 Prozent zu laden.

Wer einen Ford Kuga Plug-in-Hybrid fährt, sollte sein Ladeverhalten vorerst ändern. Ford hat den Rückruf wegen Brandgefahr der Hochvoltbatterie deutlich ausgeweitet: Betroffen sind laut ADAC Fahrzeuge aus einem Produktionszeitraum von August 2019 bis März 2026. Das Enddatum liegt in der Zukunft und ist damit erklärungsbedürftig — wir geben die Angabe so wieder, wie sie der ADAC nennt, maßgeblich ist aber die Prüfung anhand der Fahrgestellnummer. Damit fällt praktisch die gesamte bisherige Bauzeit des Plug-in-Hybriden in den Rückruf. In Deutschland geht es um rund 69.000 Autos, weltweit um mehr als 250.000.
Für Halter heißt das konkret: Ford empfiehlt, die Hochvoltbatterie bis zur Behebung in der Werkstatt nur noch bis maximal 80 Prozent zu laden und ausschließlich den serienmäßigen Fahrmodus „EV Auto" zu nutzen. Ein Fahrverbot ist damit nicht verbunden — es handelt sich um eine Übergangsmaßnahme, bis eine technische Lösung bereitsteht. Wer einen Kuga PHEV kauft, least oder im Abo fährt, sollte vor der Unterschrift klären, ob das Fahrzeug in den Rückruf fällt und ob die Maßnahme bereits durchgeführt wurde.
Welche Ford Kuga sind vom Rückruf betroffen?
Der Rückruf gilt für den Kuga Plug-in-Hybrid, also die Variante mit extern aufladbarer Hochvoltbatterie. Ob auch der Vollhybrid ohne Ladestecker oder weitere Ford-Modelle mit vergleichbaren Zellen einbezogen sind, geht aus der uns vorliegenden Quelle nicht hervor. Dazu liegen uns keine Angaben vor. Für die Praxis ist ohnehin entscheidend, was die Prüfung anhand der Fahrgestellnummer ergibt — nicht die grobe Zeitspanne.

| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Modell | Ford Kuga Plug-in-Hybrid (PHEV) |
| Produktionszeitraum betroffener Fahrzeuge | August 2019 bis März 2026 (Angabe laut ADAC) |
| Betroffene Fahrzeuge in Deutschland | rund 69.000 |
| Betroffene Fahrzeuge weltweit | über 250.000 |
| KBA-Referenznummer | 15919R |
| Hersteller-Code | 25SC4 |
Was hinter der Brandgefahr steckt
Ursache ist nach Angaben des ADAC eine fertigungsbedingte Verunreinigung der Batteriezellen bei einem Zulieferer. In die Zellen sind metallische Partikel gelangt. Solche Partikel können im Inneren einer Zelle einen Kurzschluss auslösen. Im ungünstigsten Fall folgt daraus ein thermisches Durchgehen — eine sich selbst verstärkende Erhitzung, die zum Brand führen kann.
Auffällig ist die Länge des betroffenen Zeitraums. Wenn Fahrzeuge aus mehreren Modelljahren einbezogen werden, spricht das nach unserer Einschätzung eher für ein durchgehendes Problem in der Zulieferkette als für eine einzelne fehlerhafte Charge. Bestätigt hat Ford das nicht.
Wichtig für die Einordnung: Eine Verunreinigung in der Zelle lässt sich nicht per Software-Update beheben. Die aktuell empfohlene Ladegrenze reduziert die Belastung der Zellen, beseitigt die Ursache aber nicht. Wie die endgültige Abhilfe in der Werkstatt aussieht, hat Ford in der uns vorliegenden Quelle nicht beschrieben.
Was Halter jetzt tun sollten
- Die Hochvoltbatterie vorerst nur bis maximal 80 Prozent laden. Ob sich dafür im Fahrzeug oder in der App eine feste Ladegrenze einstellen lässt, klärt am schnellsten der Ford-Partner.
- Ausschließlich den serienmäßigen Fahrmodus „EV Auto" nutzen und auf Modi verzichten, die die Batterie stärker fordern oder gezielt aufladen.
- Beim Ford-Händler oder in der Werkstatt mit der Fahrgestellnummer prüfen lassen, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist. Als Referenz dienen die KBA-Nummer 15919R und der Hersteller-Code 25SC4.
- Auf Post von Ford achten. Nach einem Halterwechsel oder Umzug kann ein Anschreiben verspätet ankommen — im Zweifel selbst beim Händler nachfragen.
- Beim Kauf oder Leasing — ob Neuwagen, Jahreswagen oder Gebrauchtwagen — und beim Abo im Vertrag festhalten lassen, ob die Rückrufmaßnahme bereits erledigt ist.
Rückrufmaßnahmen werden in der Regel vom Hersteller bezahlt, unabhängig vom Alter des Fahrzeugs und unabhängig davon, ob noch Garantie besteht. Eine ausdrückliche Kostenzusage von Ford liegt uns für diesen Fall nicht vor. Ob und in welchem Umfang Ford Nachteile ausgleicht, die durch die eingeschränkte Nutzung entstehen — etwa die geringere elektrische Reichweite bei 80 Prozent Ladung —, ist bislang ebenfalls nicht bekannt.
Was noch offen ist
Drei Punkte sind derzeit unbeantwortet: Wann die Werkstätten mit der endgültigen Abhilfe beginnen, wie diese technisch aussieht — Software, Batteriemodul oder komplette Batterie — und welcher Zulieferer die betroffenen Zellen geliefert hat. Solange das nicht geklärt ist, bleibt die Ladebegrenzung die einzige belastbare Handlungsanweisung.
Offen ist auch, wie der Markt reagiert. Wir vermuten, dass ein Rückruf dieser Größe kurzfristig auf die Marktpreise und Restwerte der Baureihe drückt, solange unklar ist, wie lange die Nutzungseinschränkung gilt. Belegen lässt sich das für den Kuga PHEV bislang nicht. Wer verkaufen oder kaufen will, sollte die Preisentwicklung in den kommenden Wochen beobachten, statt sich auf Prognosen zu verlassen.
Passende Ford Kuga im Marktplatz
Alle 281 Angebote ansehen →Welcher Produktionszeitraum des Ford Kuga PHEV ist betroffen?
Laut ADAC Fahrzeuge aus der Produktion von August 2019 bis März 2026. Das Enddatum liegt in der Zukunft und ist erklärungsbedürftig — verlässlich ist allein die Prüfung anhand der Fahrgestellnummer beim Ford-Partner.
Darf ich meinen Kuga PHEV weiter fahren?
Ein Fahrverbot ist nicht Teil der Maßnahme. Ford empfiehlt bis zur Behebung in der Werkstatt, die Hochvoltbatterie nur bis maximal 80 Prozent zu laden und ausschließlich den Modus „EV Auto" zu nutzen.
Unter welchen Nummern wird der Rückruf geführt?
Beim Kraftfahrt-Bundesamt läuft die Maßnahme unter der Referenznummer 15919R, der Hersteller-Code lautet 25SC4. Mit diesen Angaben und der Fahrgestellnummer lässt sich in der Werkstatt klären, ob ein Fahrzeug betroffen ist.
Was kostet mich die Reparatur?
Rückrufmaßnahmen sind für Halter in der Regel kostenfrei, unabhängig vom Fahrzeugalter. Eine ausdrückliche Kostenzusage von Ford liegt uns für diesen Fall nicht vor. Wann die endgültige Abhilfe startet und worin sie besteht, hat Ford bislang nicht mitgeteilt.
Ist auch der Kuga Vollhybrid ohne Stecker betroffen?
Die vorliegenden Informationen beziehen sich ausdrücklich auf den Plug-in-Hybrid. Zu anderen Antriebsvarianten des Kuga oder weiteren Ford-Modellen liegen uns keine Angaben vor.
Quelle der Fakten in diesem Artikel: ADAC, Meldung zum Ford-Kuga-Rückruf. Sobald Ford einen Termin für die Werkstattlösung nennt, aktualisieren wir den Beitrag.