Ford Kuga Plug-in-Hybrid: Software statt neuer Batterie – bis zu 12 Prozent weniger Reichweite
Ford setzt den Sicherheitsrückruf 25SC4 für den Kuga Plug-in-Hybrid mit einem Software-Update um. Die elektrische Reichweite kann dadurch um bis zu 12 Prozent sinken, im Gegenzug gibt Ford zehn Jahre Batteriegarantie und hebt die 80-Prozent-Ladeempfehlung auf.

Wer einen Ford Kuga Plug-in-Hybrid fährt, muss sich auf eine Werkstattrunde und danach möglicherweise auf eine kürzere elektrische Reichweite einstellen. Ford hat mit der Umsetzung des Sicherheitsrückrufs 25SC4 begonnen und löst das Problem nicht mit einem Austausch der Hochvoltbatterie, sondern mit einem Software-Update für das Batteriekontrollmodul. Dieses Update begrenzt im Zuge der Alterung die nutzbare Kapazität der Batterie – laut Ford kann das zu einem Reichweitenverlust von bis zu 12 Prozent führen. Als Ausgleich verlängert der Hersteller die Batteriegarantie auf zehn Jahre oder 240.000 Kilometer und hebt die bisherige Empfehlung auf, die Batterie nur bis 80 Prozent zu laden.
Für Besitzerinnen und Besitzer heißt das in der Praxis: Der Termin lohnt sich, weil er die Sicherheitsmaßnahme abschließt und die Ladebeschränkung wegfällt. Gleichzeitig kann die real gefahrene Strecke im Elektrobetrieb spürbar sinken – vor allem bei Fahrzeugen, deren Batterie schon einige Jahre und Kilometer hinter sich hat. Wer den Kuga PHEV als Gebrauchtwagen oder Jahreswagen kaufen will, sollte deshalb nachfragen, ob das Update bereits aufgespielt wurde, und die elektrische Reichweite bei der Probefahrt selbst prüfen statt sich auf Prospektwerte zu verlassen.
Rückruf 25SC4: Welche Kuga Plug-in-Hybride betroffen sind
Ford führt den Rückruf unter dem Code 25SC4. Als betroffenen Produktionszeitraum nennt die Mitteilung Fahrzeuge von August 2019 bis März 2026. Diese Angabe ist erklärungsbedürftig: Ein laufender Rückruf betrifft normalerweise bereits ausgelieferte Autos, und zum Zeitpunkt der Mitteilung wäre ein Enddatum in der Zukunft unüblich. Ob hier ein Übertragungsfehler vorliegt oder Ford tatsächlich auch noch zu produzierende Fahrzeuge einbezieht, lässt sich anhand der vorliegenden Quelle nicht klären. Wer wissen will, ob das eigene Auto dabei ist, klärt das am sichersten über die Fahrzeug-Identifikationsnummer beim Ford-Partner oder beim Kundenservice des Herstellers.
Wie viele Fahrzeuge insgesamt betroffen sind, hat Ford nicht mitgeteilt. Auch zu Dauer und Kosten des Werkstattbesuchs liegen keine Angaben vor. Ob Halterinnen und Halter für das Update etwas zahlen müssen, geht aus der Mitteilung zu 25SC4 nicht hervor; das klärt am schnellsten eine Nachfrage beim Ford-Partner.
Was das Software-Update technisch macht
Das Update betrifft das Batteriekontrollmodul, kurz BECM. Vereinfacht gesagt ist das die Steuereinheit, die den Zustand der Hochvoltbatterie überwacht: Spannungen, Temperaturen, das Verhalten der einzelnen Zellen. Die neue Software soll Unregelmäßigkeiten früher erkennen. Der Preis dafür ist eine vorsorgliche Begrenzung: Je weiter die Batterie altert, desto stärker schränkt die Steuerung die nutzbare Kapazität ein. Genau daraus ergibt sich der Reichweitenverlust von bis zu 12 Prozent.
Der Wert ist ein Maximum, kein Durchschnitt. Wie stark ein einzelnes Auto betroffen ist, hängt vom Alter und vom Zustand der Batterie ab – eine Zusicherung, dass jedes Fahrzeug genau 12 Prozent verliert, gibt Ford nicht. Warum Ford die Software- und nicht die Hardware-Lösung gewählt hat, begründet die Mitteilung nicht.
Zehn Jahre Garantie und das Ende der 80-Prozent-Regel
Zwei Punkte sprechen aus Kundensicht für das Update. Erstens entfällt die bisherige Empfehlung, die Batterie nur bis 80 Prozent zu laden – der Kuga PHEV darf danach wieder voll geladen werden, was einen Teil des Kapazitätsverlusts im Alltag auffängt. Zweitens erweitert Ford die Garantie auf die Hochvoltbatterie auf zehn Jahre oder 240.000 Kilometer. Wie die Batteriegarantie vorher ausgestaltet war, nennt die Mitteilung nicht; Ford stellt die Verlängerung selbst als Ausgleich für den möglichen Reichweitenverlust dar.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Modell | Ford Kuga Plug-in-Hybrid |
| Rückruf-Code | 25SC4 |
| Produktionszeitraum (Herstellerangabe) | August 2019 bis März 2026 |
| Maßnahme | Software-Update für das Batteriekontrollmodul (BECM) |
| Möglicher Reichweitenverlust | bis zu 12 Prozent |
| Ladeempfehlung 80 Prozent | entfällt nach dem Update |
| Batteriegarantie neu | 10 Jahre oder 240.000 Kilometer |
| Kosten für den Halter | keine Angabe von Ford |
| Zahl betroffener Fahrzeuge | nicht mitgeteilt |
Urteil aus Regensburg: Rückabwicklung eines Kaufvertrags
Dazu gibt es ein erstes Urteil aus Regensburg. Das Landgericht hat einen Händler zur Rückabwicklung eines Kaufvertrags verurteilt – der Käufer gibt das Fahrzeug zurück und erhält den Kaufpreis, in der Regel gemindert um eine Nutzungsentschädigung. Wichtig ist der Rahmen: Es handelt sich um ein Versäumnisurteil, also eine Entscheidung, die ergeht, wenn die Gegenseite im Termin nicht auftritt. Es ist noch nicht rechtskräftig, und der Händler kann Einspruch einlegen. Als Aktenzeichen ist 84 O 872/26 angegeben; die Jahresziffer 26 passt nicht zu einer aktuellen Meldung und könnte auf einen Übertragungsfehler zurückgehen.
Von diesem einen Fall lässt sich deshalb kein Automatismus ableiten. Ein Versäumnisurteil sagt wenig über die inhaltliche Bewertung durch das Gericht aus, und Ansprüche hängen immer am Einzelfall: Wann wurde gekauft, bei wem, wie stark ist die Einbuße im konkreten Fahrzeug, welche Fristen laufen. Wer über rechtliche Schritte nachdenkt, sollte das anwaltlich prüfen lassen, statt sich auf eine Präzedenzwirkung zu verlassen, die bislang nicht belegt ist. Ob weitere Klagen anhängig sind, ist offen.
Was das für Kauf, Leasing und Abo bedeutet
Der Kuga Plug-in-Hybrid bleibt ein bestellbares und handelbares Auto – Ford ruft zurück, nimmt das Modell aber nicht vom Markt. Für den Kauf gilt das oben Beschriebene: Nachweis verlangen, dass 25SC4 erledigt ist, und die elektrische Reichweite auf der Probefahrt selbst prüfen. Bei Leasing oder Abo dürfte der Punkt weniger ins Gewicht fallen, weil das Fahrzeug am Ende der Laufzeit zurückgeht – das ist unsere Einschätzung, Angaben der Anbieter dazu liegen nicht vor. Ob und wie stark der Rückruf auf die Gebrauchtpreise durchschlägt, lässt sich derzeit nicht seriös beziffern; belastbare Marktdaten dazu gibt es noch nicht.
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F* Kraftstoffverbrauch und CO₂-Emissionen wurden nach dem vorgeschriebenen WLTP-Messverfahren ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) unentgeltlich erhältlich ist (Internetadresse: https://www.dat.de/co2/). Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind kein Bestandteil des Angebots.
Welche Fahrzeuge sind vom Ford Kuga Rückruf 25SC4 betroffen?
Ford nennt den Kuga Plug-in-Hybrid aus dem Produktionszeitraum August 2019 bis März 2026. Das Enddatum in der Zukunft ist untypisch und könnte auf einen Übertragungsfehler zurückgehen. Sicherheit gibt nur die Abfrage der Fahrzeug-Identifikationsnummer beim Ford-Partner oder beim Kundenservice.
Wie viel Reichweite verliert der Kuga PHEV durch das Update?
Ford spricht von bis zu 12 Prozent. Das ist ein Maximalwert: Die Software begrenzt die nutzbare Kapazität im Zuge der Batteriealterung, wie stark ein einzelnes Fahrzeug betroffen ist, hängt von Alter und Zustand der Batterie ab.
Darf ich die Batterie nach dem Update wieder voll laden?
Ja. Die bisherige Empfehlung, nur bis 80 Prozent zu laden, entfällt mit dem Update.
Wie lange gilt die verlängerte Batteriegarantie?
Ford erweitert die Garantie auf die Hochvoltbatterie auf zehn Jahre oder 240.000 Kilometer. Ford stellt diese Verlängerung als Ausgleich für den möglichen Reichweitenverlust dar.
Kann ich meinen Kaufvertrag wegen des Rückrufs rückabwickeln?
Das Landgericht Regensburg hat einen Händler zur Rückabwicklung verurteilt, allerdings in einem noch nicht rechtskräftigen Versäumnisurteil. Ein Anspruch für alle Halter lässt sich daraus nicht ableiten – solche Fälle hängen am Einzelfall und sollten anwaltlich geprüft werden.
Was kostet mich das Update?
Ford macht dazu in der vorliegenden Mitteilung keine Angabe. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung im Ford-Betrieb nach, ob für Sie Kosten anfallen.
Quellen
- Presseportalpresseportal.de