VW-Tochter Elli steigt aus dem Geschäft mit Ladehardware aus
Elli verkauft keine Wallboxen mehr und baut keine Ladeinfrastruktur mehr auf. Die Lade- und Energietochter von Volkswagen konzentriert sich auf Ladenetz, Strom und Software – rund 400 Beschäftigte warten auf Details zum Umbau.

Elli, die Lade- und Energietochter von Volkswagen, gibt das Geschäft mit Ladehardware auf. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und verkauft künftig weder Wallboxen für Privatkunden noch Ladeinfrastruktur für Firmen, auch die Fertigung spezieller Ladesäulen endet. Bleiben sollen der Betrieb des europäischen Ladenetzes, Lösungen für Fahrzeugflotten, digitale Dienste und der Stromtarif Volkswagen Naturstrom. Für Kundinnen und Kunden, die bereits eine Wallbox oder Ladeinfrastruktur von Elli nutzen, ändert sich nach Angaben des Unternehmens nichts: Ersatzteile, Service und Software-Updates laufen weiter.
Was Elli aufgibt und was bleibt
Elli beendet drei Teile seines bisherigen Geschäfts. Der Verkauf von Wallboxen an Privatkunden endet, der Aufbau von Ladeinfrastruktur für gewerbliche Kunden ebenfalls, dazu die Fertigung spezieller Ladesäulen. Zusätzlich gibt Elli die Betreuung der Batterie-Großspeicher des Volkswagen-Konzerns ab; diese Aufgabe übernimmt eine andere Konzerneinheit. Welche das ist, hat Volkswagen bislang nicht mitgeteilt.
Erhalten bleibt das Geschäft, das Elli ohne eigene Produktion betreiben kann. Dazu zählt der Zugang zu einem europäischen Ladenetz mit nach Unternehmensangaben mehr als einer Million Ladepunkten, dazu Abrechnung und Tarife, Flottenangebote für Unternehmen und der Stromvertrieb. Ab 2027 will Elli seine Aktivitäten in den Bereichen Energie und Mobilität zusammenführen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt soll die Einbindung von Elektroautos als Speicher in das Stromnetz werden.
Ellis Geschäftszahlen für 2024
Elli setzte im Geschäftsjahr 2024 rund 174 Millionen Euro um und wies dabei einen Verlust nach Steuern von etwa 54 Millionen Euro aus. Auf das Hardware-Geschäft entfielen davon rund 15 Prozent des Umsatzes. Gemessen am Umsatz ist der aufgegebene Bereich der kleinere Teil des Unternehmens. Wie viel das Hardwaregeschäft zum Verlust beitrug, ist nicht bekannt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Beschäftigte | rund 400 |
| Umsatz 2024 | 174 Mio. Euro |
| Verlust nach Steuern 2024 | rund 54 Mio. Euro |
| Umsatzanteil Hardware 2024 | rund 15 Prozent |
| Ladepunkte im europäischen Ladenetz | über 1 Million |
Elli hat keinen Grund für den Rückzug genannt. Nach Einschätzung der Redaktion dürfte der Wettbewerb eine Rolle spielen: Wallboxen und Ladesäulen bieten inzwischen viele Hersteller an, und die Installation übernehmen in der Regel Elektrobetriebe vor Ort. Belastbare Marktzahlen dazu liegen uns nicht vor. Elli beendet das Hardwaregeschäft und konzentriert sich auf Ladenetz, Stromtarife und digitale Dienste.
Was der Umbau für die Belegschaft bedeutet
Bei Elli arbeiten rund 400 Menschen. Das Unternehmen schließt nicht aus, dass im Zuge der Neuausrichtung Stellen wegfallen. Wie viele das sein könnten und wie der Abbau ausgestaltet würde, ist offen. Auch zu möglichen Standortfragen gibt es bislang keine Angaben. Belastbare Aussagen dürften erst vorliegen, wenn die Pläne mit den zuständigen Gremien abgestimmt sind.
Einordnung: Was sich im Konzern verschiebt
Volkswagen überträgt die Betreuung seiner Batterie-Großspeicher von Elli an eine andere Konzerneinheit. Elli will ab 2027 seine Angebote für Energie und Mobilität zusammenführen. Der angekündigte Schwerpunkt auf bidirektionalem Laden – also darauf, Elektroautos auch als Zwischenspeicher für das Stromnetz zu nutzen – setzt voraus, dass Fahrzeuge, Tarife und Abrechnung zusammenspielen. Ob dieses Geschäft die Verluste ausgleicht, lässt sich heute nicht beurteilen; Elli hat dazu keine Prognose veröffentlicht.
Was passiert mit bereits installierten Wallboxen von Elli?
Nach Angaben des Unternehmens erhalten Bestandskunden weiterhin Ersatzteile, Serviceleistungen und Software-Aktualisierungen. Eine konkrete Frist, bis wann diese Zusage gilt, hat Elli nicht genannt.
Welche Geschäftsfelder führt Elli weiter?
Fortgeführt werden der Zugang zum europäischen Ladenetz mit über einer Million Ladepunkten, Lösungen für Fahrzeugflotten, digitale Dienste und der Stromtarif Volkswagen Naturstrom. Ab 2027 sollen die Bereiche Energie und Mobilität zusammengeführt werden.
Sind Arbeitsplätze betroffen?
Elli beschäftigt rund 400 Menschen und hält einen Stellenabbau für möglich. Umfang und Ausgestaltung stehen nach Unternehmensangaben noch nicht fest.
Kann ich künftig noch eine Wallbox über Volkswagen kaufen?
Dazu liegen bislang keine Angaben vor. Elli stellt den eigenen Verkauf ein; ob der Konzern einen Partner für dieses Angebot benennt, ist offen.
Quellen
- ecomento.deecomento.de
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