Wann Winterreifen wechseln? Warum September der bessere Wechseltermin ist
Ab Mitte September kann es vielerorts zu längeren Wartezeiten kommen — lokal bis zu vier Wochen, so der Branchenverband BRV. Wer früh handelt, bekommt einen Termin und zahlt für neue Reifen oft weniger als im November.

Wer den Winterreifenwechsel noch vor sich hat, sollte den Termin nicht bis zum ersten Frost aufschieben. Laut dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) kann es bereits ab Mitte September örtlich zu Wartezeiten von bis zu vier Wochen für einen Werkstatttermin kommen. Wer zusätzlich neue Reifen braucht, hat im September außerdem die besseren Karten beim Preis: In den Folgemonaten ziehen Händler die Preise typischerweise an und gewähren weniger Rabatte. Der Nutzen ist also doppelt — ein Termin, den man tatsächlich bekommt, und ein Einkauf, bevor die Saison teuer wird.
Rechtlich ändert sich in diesem Herbst nichts. In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht, und die Vorgabe, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol zulässig sind, gilt seit dem 1. Oktober 2024 — damit ist sie bereits die zweite Wintersaison in Kraft. Neu ist an diesem Herbst nur der Kalender: Die Nachfrage nach Terminen steigt früher, als viele Halterinnen und Halter planen.
Warum September der bessere Wechseltermin ist
Der Grund für die frühe Auslastung ist simpel: Sehr viele Autofahrerinnen und Autofahrer wechseln in denselben wenigen Wochen, und die Zahl der Hebebühnen bleibt gleich. Wer erst reagiert, wenn der Wetterbericht Schnee meldet, landet damit in der Termin-Warteschlange — und fährt in der Zwischenzeit möglicherweise mit Sommerreifen auf winterlicher Fahrbahn. Ein früh vereinbarter Termin nimmt genau diesen Druck heraus.
Beim Kauf neuer Winterreifen greift ein zweiter, rein marktwirtschaftlicher Effekt. Der Reifenhandel gewährt im September oft häufiger Rabatte und erhöht die Preise in den Folgemonaten, wenn die Nachfrage anzieht. Wie groß der Unterschied in Euro tatsächlich ausfällt, lässt sich pauschal nicht beziffern — dazu liegen keine belastbaren Zahlen vor, und die Höhe hängt von Größe, Marke und Händler ab.
- Werkstatttermin früh anfragen — ab Mitte September steigen die Wartezeiten spürbar.
- Vor dem Termin die eingelagerten Reifen prüfen: Profiltiefe, Kennzeichnung, sichtbare Schäden.
- Wenn neue Reifen fällig sind, den Kauf nicht bis Oktober oder November schieben.
- Bei Reifen ohne Alpine-Symbol jetzt entscheiden — sie sind bei winterlichen Verhältnissen nicht mehr zulässig.
Situative Winterreifenpflicht: Es zählt die Straße, nicht das Datum
In Deutschland gibt es keinen festen Zeitraum, in dem Winterreifen vorgeschrieben sind. Die Pflicht ist situativ: Sie greift, wenn winterliche Straßenverhältnisse herrschen. Faustformeln wie „von O bis O" sind deshalb Merkhilfen, keine Rechtsnorm. Das unterscheidet Deutschland von Ländern mit starrer Kalenderregelung — wer ins Ausland fährt, sollte die dortigen Vorgaben getrennt prüfen.
Praktisch bedeutet das: Es kann Mitte Oktober bereits so weit sein, und es kann im Dezember im Flachland tagelang keine Rolle spielen. Weil die Bedingungen sich kurzfristig ändern, ist ein früher Wechsel die sicherere Variante — man muss dann nicht abwägen, ob die Straße heute schon „winterlich" genug ist.
Alpine-Symbol: M+S allein genügt nicht mehr
Seit dem 1. Oktober 2024 sind bei winterlichen Straßenverhältnissen nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol erlaubt — dem Bergpiktogramm mit der Schneeflocke in der Flanke. Die reine M+S-Kennzeichnung reicht nicht mehr aus. Wer noch ältere Sätze im Keller oder bei der Reifeneinlagerung in der Werkstatt liegen hat, sollte deshalb vor dem Termin nachsehen, welches Symbol tatsächlich auf der Flanke steht. Ein M+S-Schriftzug ohne Schneeflocke bedeutet: Diese Reifen erfüllen die Anforderung nicht mehr.

Profiltiefe: 1,6 Millimeter sind Gesetz, 4 Millimeter sind eine Empfehlung
Hier lohnt es sich, zwei Zahlen sauber auseinanderzuhalten. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern — das ist die Grenze, unter der ein Reifen nicht mehr zulässig ist. Der ADAC empfiehlt für ausreichenden Grip auf nassen und verschneiten Straßen dagegen mindestens 4 Millimeter. Diese 4 Millimeter sind eine Handlungsempfehlung, kein Grenzwert, an dem eine Kontrolle scheitert.
Für die Praxis heißt das: Ein Reifen mit 2,5 Millimetern Restprofil ist legal, liegt aber deutlich unter dem, was der ADAC für den Winter für sinnvoll hält. Wer die Wahl hat, misst das Profil vor dem Werkstatttermin selbst und entscheidet dann in Ruhe, ob der alte Satz noch eine Saison mitmacht oder ob sich der Kauf jetzt — im günstigeren Monat — lohnt.
| Merkmal | Wert | Verbindlichkeit |
|---|---|---|
| Mindestprofiltiefe | 1,6 mm | gesetzlich vorgeschrieben |
| Empfohlene Profiltiefe im Winter | 4 mm | Empfehlung des ADAC, nicht verbindlich |
| Zulässige Kennzeichnung bei winterlichen Verhältnissen | Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) | gilt seit 1. Oktober 2024; reines M+S genügt nicht |
| Möglicher Vorlauf für Werkstatttermine | bis zu 4 Wochen ab Mitte September | Angabe des Branchenverbands BRV, regional unterschiedlich |
Was offen bleibt
Zwei Punkte lassen sich mit der vorliegenden Quellenlage nicht beantworten. Erstens: Wie groß der Preisabstand zwischen September und November in Euro ausfällt, ist nicht beziffert — belegt ist nur die Richtung, nämlich später teurer und mit weniger Rabatt. Zweitens: Zu Bußgeldern und weiteren Konsequenzen bei Verstößen nennen wir hier keine Beträge, weil uns dazu keine belastbare Quelle vorliegt. Wer das für seinen Fall genau wissen will, sollte sich an eine belastbare Rechtsauskunft halten und nicht an Faustregeln aus Foren.
Ab wann gilt die Winterreifenpflicht in Deutschland?
Es gibt kein festes Datum. Die Pflicht ist situativ und greift dann, wenn winterliche Straßenverhältnisse herrschen — also unabhängig vom Kalender.
Welche Profiltiefe müssen Winterreifen mindestens haben?
Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter. Der ADAC empfiehlt für sicheren Grip auf Nässe und Schnee mindestens 4 Millimeter — das ist eine Empfehlung, keine Vorschrift.
Sind M+S-Reifen im Winter noch erlaubt?
Nein, nicht allein aufgrund dieser Kennzeichnung. Seit dem 1. Oktober 2024 sind bei winterlichen Straßenverhältnissen nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol zulässig, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke.
Warum sollte man den Reifenwechsel schon im September planen?
Weil Werkstätten laut BRV bereits ab Mitte September örtlich bis zu vier Wochen Vorlauf haben können und die Reifenpreise in den Folgemonaten typischerweise anziehen, während Rabatte seltener werden.
Wie viel günstiger sind Winterreifen im September?
Ein konkreter Betrag lässt sich nicht seriös nennen. Belegt ist nur die Richtung: Im September sind Reifen oft günstiger als in den beiden Folgemonaten; die Höhe hängt von Größe, Marke und Händler ab.
Quellen
- Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV)reifenverband.de
- ADAC: Winterreifen — Empfehlungen zu Profiltiefe und Kennzeichnungadac.de
- § 2 StVO (Straßenbenutzung durch Fahrzeuge), gesetze-im-internet.degesetze-im-internet.de
- MonsterDealz Ratgebermonsterdealz.de
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