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Audi E5 Sportback und E7X: Was beim China-Import für Käufer offen bleibt

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Ein freier Importeur bietet die für China entwickelten Elektromodelle Audi E5 Sportback und E7X in Deutschland an – ab 59.980 Euro netto. Der Leistungswert liest sich gut, die Absicherung für Käufer nicht.

Der Audi E5 Sportback, ein modernes elektrisches Sportback-Coupé mit charakteristischer Frontpartie, in einer urbanen Umgebung geparkt
KI-generiertes Bild

Der Importeur „Auto China" bietet zwei Elektroautos in Deutschland an, die es hier offiziell nicht gibt: den Audi E5 Sportback und das SUV Audi E7X. Beide Modelle wurden für den chinesischen Markt entwickelt und tragen dort nicht das Logo mit den vier Ringen, sondern den Schriftzug „AUDI" in Großbuchstaben. Für Kaufinteressierte ist das der entscheidende Punkt: Es handelt sich um Import- und damit Graumarktfahrzeuge, die nicht über das offizielle Audi-Händlernetz laufen. Wer hier kauft, kauft ohne die Absicherung, die ein regulärer Audi-Neuwagen in Deutschland mitbringt.

Beim Preis wird es unübersichtlich: Der E5 Sportback ist ab 59.980 Euro netto ausgeschrieben; inklusive eines Zulassungspakets nennt der Anbieter rund 81.800 Euro brutto. Der E7X startet bei 72.900 Euro netto, ein vergleichbarer Bruttopreis ist uns nicht bekannt. Ein Vergleich der Nettopreise mit den Listenpreisen deutscher Elektromodelle ist nicht sinnvoll; entscheidend ist der Bruttopreis inklusive Zulassungspaket. Was das Paket im Einzelnen enthält, ist aus den vorliegenden Angaben nicht ersichtlich.

Technische Daten zum E5 – Reichweite vorsichtig lesen

In der Topversion Flagship quattro nennt der E5 Sportback 579 kW (787 PS), Allradantrieb, eine Batterie mit 100 kWh und 647 Kilometer Reichweite. Der Leistungswert ist bemerkenswert, die Reichweite dagegen mit Vorsicht zu lesen: Sie stammt aus dem chinesischen Prüfzyklus CLTC, nicht aus dem in Europa üblichen WLTP-Verfahren. Nach unserer Einschätzung fallen CLTC-Angaben deutlich optimistischer aus, weshalb sich die 647 Kilometer nicht mit den WLTP-Werten europäischer Elektromodelle vergleichen lassen. Ein belastbarer WLTP-Wert für die importierten Fahrzeuge liegt uns nicht vor.

Zum E7X liegen bislang keine Leistungs-, Batterie- oder Reichweitendaten vor, die wir belegen könnten. Auch zur Frage, wie gut Ladeleistung, Ladeanschluss, Bordsoftware, Kartendienste und Ersatzteilversorgung der China-Modelle mit dem deutschen Alltag zusammenpassen, gibt es derzeit keine gesicherten Angaben. Das ist kein Detail: Genau an diesen Punkten unterscheiden sich für Europa zugelassene Fahrzeuge in der Praxis oft von ihren Pendants für andere Märkte.

MerkmalWert
Leistung (E5 Sportback Flagship quattro)579 kW (787 PS)
Antrieb (E5 Sportback Flagship quattro)Allrad
Batteriekapazität (E5 Sportback Flagship quattro)100 kWh
Reichweite (E5 Sportback Flagship quattro)647 km nach CLTC – nicht mit WLTP vergleichbar
Basispreis Audi E5 Sportback59.980 Euro netto (ca. 81.800 Euro brutto inkl. Zulassungspaket)
Basispreis Audi E7X72.900 Euro netto
Technische Daten Audi E7Xkeine belegten Angaben

Rechtliches Risiko: Klagen von Audi sind möglich

Der Import ist mit rechtlichen Risiken verbunden, weil Klagen des Herstellers Audi möglich sind. Welche Schritte Audi konkret plant oder erwägt, ist offen – ebenso, welche Folgen ein erfolgreiches Vorgehen des Herstellers für schon verkaufte Fahrzeuge hätte. Auffällig ist, dass die Modelle statt der vier Ringe nur den Schriftzug tragen, möglicherweise aus markenrechtlichen Gründen; bestätigt ist das nicht. Wer ein solches Fahrzeug in Erwägung zieht, sollte diese Unsicherheit einkalkulieren, statt auf eine schnelle Klärung zu hoffen.

Der zweite offene Punkt ist die Zulassung. Die Fahrzeuge wurden für China entwickelt und sind nicht Teil des europäischen Audi-Programms. Ob für sie eine gültige EU-Typgenehmigung vorliegt oder ob jedes Exemplar eine Einzelabnahme braucht, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich. Für Kaufinteressierte ist das die zentrale Frage überhaupt, denn davon hängen Zulassung, Versicherbarkeit und späterer Weiterverkauf ab. Diese Auskunft sollte man sich vor jeder Anzahlung schriftlich geben lassen.

Gewährleistung ist nicht Herstellergarantie

Der Importeur will die Gewährleistung über ein freies Werkstattnetz abwickeln. Welche Betriebe dazugehören, ist nicht bekannt. Wichtig ist der Unterschied, der dabei leicht untergeht: Die gesetzliche Gewährleistung schuldet der Verkäufer, eine Herstellergarantie von Audi ersetzt ein freies Werkstattnetz damit nicht. Für Halterinnen und Halter heißt das im Alltag: kein Zugang zu Audi-Werksgarantie und -Kulanz, und im Reparaturfall die Frage, ob Diagnosezugang, Software-Updates und Ersatzteile für ein China-Modell überhaupt verfügbar sind.

Hinzu kommt das Ausfallrisiko. Ansprüche aus Gewährleistung richten sich gegen den Verkäufer – wird der zahlungsunfähig, steht man mit einem Fahrzeug da, für das es hierzulande keinen offiziellen Servicepartner gibt. Bei einem Elektroauto wiegt das schwerer als bei einem Verbrenner, weil Hochvoltbatterie und Antriebselektronik im Schadensfall die teuersten Bauteile sind.

Einordnung: Preis-Leistung gegen Absicherung

Rein auf dem Papier positionieren 787 PS und 100 kWh den E5 Sportback im technischen Spitzenfeld – auf einem Niveau, für das man bei etablierten Anbietern in Europa deutlich mehr zahlt. Dieser Vorteil ist aber nicht zertifiziert: Für den deutschen Markt geprüfte Verbrauchs- und Reichweitenwerte liegen nicht vor. Wer stattdessen ein europäisches Elektromodell mit Werksgarantie, Händlernetz und WLTP-Daten kauft, zahlt für die Absicherung mit – und weiß, was er bekommt. Bei Importen aus Drittstaaten gibt es in anderen Segmenten eingespielte Abnahmeverfahren und autorisierte Umbaubetriebe; ob das hier vergleichbar geregelt ist, bleibt offen.

Worauf man bei einem solchen Angebot achten sollte

  • Schriftlich klären, ob eine EU-Typgenehmigung vorliegt oder eine Einzelabnahme nötig ist – und wer die Kosten dafür trägt.
  • Den Bruttopreis inklusive aller Zulassungs- und Nebenkosten verlangen, nicht den Nettopreis vergleichen.
  • Nachfragen, welche Werkstätten die Gewährleistung übernehmen und ob sie Diagnosezugang, Software-Updates und Ersatzteile für das China-Modell haben.
  • Klären, wer der Vertragspartner ist und wo dieser sitzt – davon hängt ab, wie leicht Ansprüche durchzusetzen sind.
  • Vor der Zulassung mit der eigenen Versicherung sprechen, ob und zu welchen Bedingungen das Fahrzeug versicherbar ist.
  • Reichweite nicht nach CLTC kalkulieren, sondern konservativ rechnen und die Ladeleistung an einer hiesigen Ladesäule testen lassen.
Was kosten der Audi E5 Sportback und der E7X?

Der E5 Sportback ist ab 59.980 Euro netto ausgeschrieben, inklusive Zulassungspaket nennt der Anbieter rund 81.800 Euro brutto. Der E7X beginnt bei 72.900 Euro netto; ein Bruttopreis dafür liegt nicht vor.

Warum tragen die Fahrzeuge nicht die vier Ringe?

Die für China entwickelten Modelle werden dort mit dem Schriftzug „AUDI" in Großbuchstaben vermarktet statt mit dem Logo der vier Ringe. Möglicherweise stehen markenrechtliche Gründe dahinter; bestätigt ist das nicht.

Sind die Fahrzeuge in Deutschland zulassungsfähig?

Das ist die entscheidende offene Frage. Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, ob eine EU-Typgenehmigung besteht oder eine Einzelabnahme erforderlich ist. Diese Auskunft sollte man sich vor dem Kauf schriftlich geben lassen.

Wie ist der Service geregelt?

Der Importeur will die Gewährleistung über ein freies Werkstattnetz abwickeln. Welche Betriebe dazugehören, ist nicht bekannt. Eine Herstellergarantie von Audi und den Zugang zum offiziellen Audi-Servicenetz ersetzt das nicht.

Ist die Reichweite von 647 Kilometern mit deutschen Angaben vergleichbar?

Nein. Der Wert stammt aus dem chinesischen CLTC-Zyklus, der nach unserer Einschätzung optimistischere Ergebnisse liefert als das europäische WLTP-Verfahren. Ein WLTP-Wert für die importierten Fahrzeuge liegt nicht vor.

Bleibt die Frage, wie sich Audi verhält und wer hinter dem Werkstattnetz steht. Solange beides offen ist, ist der Preisvorteil dieser Importe kein Rabatt, sondern eine Risikoprämie – bezahlt von den Käufern.

Quellen