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BMW macht Sicherheitstechnik zur Serie: Was mit der „Neuen Klasse“ startet

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Mit dem Start der „Neuen Klasse“ baut BMW mehrere aktive Sicherheitssysteme serienmäßig ein – darunter einen radargestützten Ausstiegsschutz gegen Dooring-Unfälle. Den Anfang macht der iX3, weitere Baureihen sollen folgen. Preise und Termine nennt BMW nicht.

Ein Ingenieur arbeitet an modernem Arbeitsplatz mit mehreren Bildschirmen, die Fahrerassistenzsysteme und Sensortechnik visualisieren.
KI-generiertes Bild

BMW erweitert mit dem Start der Fahrzeuggeneration „Neue Klasse“ die serienmäßige aktive Sicherheitsausstattung. Für Käuferinnen und Käufer ändert sich damit unmittelbar nichts: Weder zu Preisen noch zu Terminen macht BMW in dieser Mitteilung Angaben. Vier Funktionen nennt der Hersteller: eine Ausstiegswarnung mit aktivem Schutz vor sogenannten Dooring-Unfällen, einen korrigierenden Lenkeingriff im Notfall, einen überarbeiteten Notbremsassistenten mit Tiererkennung und eine Anfahrüberwachung, die das Verwechseln von Gas- und Bremspedal abfangen soll. Den Anfang macht der neue BMW iX3, danach sollen weitere Baureihen folgen.

Die eigentliche Nachricht steckt weniger in der Technik als im Wort „serienmäßig“. Assistenzsysteme dieser Art wandern in der Branche seit Jahren zwischen Aufpreisliste, Ausstattungspaket und Standardumfang hin und her. BMW koppelt sie nun an den Start einer neuen Fahrzeug- und Softwarearchitektur. Zugleich kündigt der Hersteller an, zumindest die Ausstiegswarnung auf weitere Baureihen zu übertragen.

Der Ausstiegsschutz: Radar an der Seite, Riegel an der Tür

Das aufwendigste der vier Systeme ist die neue Ausstiegswarnung. Radarsensoren an den Fahrzeugseiten erfassen, was sich von hinten nähert – typischerweise Radfahrerinnen, Roller oder vorbeifahrende Autos. Erkennt das System eine drohende Kollision, während jemand aussteigen will, verzögert eine elektronische Türverriegelung das Öffnen der Tür. Der Griff lässt sich also betätigen, die Tür geht aber zunächst nicht auf.

Stadtverkehr mit einem Auto, dessen Tür geöffnet ist, während sich ein Fahrrad nähert – eine typische Dooring-Unfallsituation im urbanen Raum.
Dooring-Unfälle entstehen oft, wenn Autotüren in den Verkehr hinein geöffnet werden. · KI-generiertes Bild

Dooring-Unfälle – geöffnete Autotüren im Weg von Radfahrern – gehören im Stadtverkehr zu den Unfallmustern mit regelmäßig schweren Folgen für die Schwächeren. Ein System, das den Ausstieg nicht nur akustisch kommentiert, sondern mechanisch bremst, geht deshalb einen Schritt weiter als eine reine Warnleuchte im Türholm. Wie lange die Tür maximal blockiert bleibt, teilt BMW allerdings nicht mit. Diese Angabe fehlt bislang, und sie ist für die Beurteilung des Systems nicht unwesentlich.

Notlenkung, Tiererkennung, Anfahrschutz

Die drei weiteren Funktionen beschreibt BMW knapper. Der korrigierende Lenkeingriff greift im Notfall innerhalb der eigenen Fahrspur ein, hält das Fahrzeug also auf Kurs, statt es auf eine Nachbarspur zu ziehen. Der Notbremsassistent wurde überarbeitet und erkennt nun zusätzlich Tiere – relevant vor allem auf Landstraßen in der Dämmerung. Die Anfahrüberwachung schließlich soll verhindern, dass ein versehentlich durchgetretenes Gaspedal das Auto beim Anfahren nach vorn oder hinten schießen lässt.

Für diese Anfahrüberwachung nennt BMW als einzigen konkreten Wert eine Geschwindigkeitsgrenze von 2 km/h. Das System greift also im Rangier- und Anfahrbereich, nicht im fließenden Verkehr. Genau dort passieren die typischen Pedalverwechslungen: beim Einparken, beim Ausparken, an der Ladesäule, in der Tiefgarage.

Der Rollout – und was daran offen bleibt

Debüt feiert das Paket im neuen BMW iX3. Anschließend soll die Ausstiegswarnung auch im BMW i3, im X5 und in der 7er-Reihe angeboten werden. Für diese drei Baureihen nennt BMW ausschließlich die Ausstiegswarnung; die übrigen drei Funktionen sind für sie nicht angekündigt. Termine nennt BMW für keines dieser Modelle – weder für den Marktstart des iX3 noch für die Ausweitung auf die übrigen Baureihen.

Ein Hinweis zum genannten i3: BMW führt diese Modellbezeichnung in der Mitteilung ohne weitere Erläuterung. Welches Fahrzeug konkret gemeint ist, geht daraus nicht hervor. Mit dem früher in Deutschland verkauften i3-Kompaktwagen ist es nicht zwangsläufig dasselbe Modell.

Bemerkenswert ist die Modellauswahl trotzdem. Ob X5 und 7er technisch auf derselben Architektur aufbauen wie die „Neue Klasse“, sagt die Mitteilung nicht – wir können es hier nicht belegen und lassen die Frage offen. Ebenso offen bleibt, ob die Funktion über kommende Modellgenerationen ab Werk kommt oder ob Vergleichbares in bereits ausgelieferten Fahrzeugen möglich wäre. Nach unserer Einschätzung ist Letzteres unwahrscheinlich: Eine Ausstiegswarnung braucht Seitenradar und ein elektronisches Türschloss, und beides ist keine reine Softwarefrage. Wer heute einen X5 oder 7er fährt, sollte aus der Ankündigung deshalb keine Nachrüstung ableiten.

  • Offen: Wann die „Neue Klasse“ und damit der neue iX3 tatsächlich starten.
  • Offen: Ab wann i3, X5 und 7er die Ausstiegswarnung bekommen.
  • Offen: Wie lange die elektronische Verriegelung die Tür maximal blockiert.
  • Offen: Ob und wie sich die Serienausstattung auf die Grundpreise der betroffenen Modelle auswirkt.

Einordnung: Standard statt Sonderweg

Neu erfunden hat BMW diese Systeme nach unserem Eindruck nicht. Ausstiegswarnungen mit Dooring-Schutz und Schutzfunktionen gegen Pedalverwechslung sind uns aus dem Marktumfeld seit Jahren bekannt, teils serienmäßig. Belegen können wir das an dieser Stelle nicht: Es ist eine redaktionelle Einordnung, keine Angabe aus einer Quelle. Die BMW-Mitteilung selbst stellt keinen Vergleich zum Wettbewerb an.

Was BMW tut, ist eher eine Bündelung: mehrere Funktionen gleichzeitig vom Extra zum Standard erheben und das an den Start einer Plattform binden, statt sie einzeln über Pakete zu verkaufen. Das ist für den Markt trotzdem relevant, weil Serienausstattung bei einem großen Hersteller Druck erzeugt. Was in einer Modellreihe ohne Aufpreis drin ist, lässt sich in der nächsten Verhandlungsrunde bei der Konkurrenz schwerer als Sonderausstattung verkaufen.

Belastbare Wirksamkeitsdaten fehlen bislang. Unabhängige Bewertungen etwa durch Euro NCAP liegen für die genannten Funktionen in dieser Ausprägung nicht vor. Bis dahin ist die Ankündigung genau das: eine Ankündigung mit einem konkreten technischen Kern und vielen offenen Terminen.

Welche Sicherheitsfunktionen führt BMW mit der „Neuen Klasse“ ein?

Vier: eine Ausstiegswarnung mit aktivem Dooring-Schutz, einen korrigierenden Lenkeingriff im Notfall innerhalb der Fahrspur, einen überarbeiteten Notbremsassistenten mit Tiererkennung und eine Anfahrüberwachung gegen das Verwechseln von Gas- und Bremspedal.

Wie funktioniert der Dooring-Schutz?

Radarsensoren an den Fahrzeugseiten erfassen herannahende Verkehrsteilnehmer. Droht beim Öffnen der Tür eine Kollision, verzögert eine elektronische Türverriegelung das Aufmachen. Wie lange die Tür maximal blockiert bleibt, hat BMW nicht mitgeteilt.

In welchen Modellen kommen die Systeme zuerst?

Zuerst serienmäßig im neuen BMW iX3. Danach soll die Ausstiegswarnung auch für den BMW i3, den X5 und die 7er-Reihe angeboten werden – für diese drei Baureihen nennt BMW nur die Ausstiegswarnung, nicht die übrigen Funktionen. Termine hat BMW nicht genannt.

Bis zu welchem Tempo greift die Anfahrüberwachung?

Bis 2 km/h. Sie ist damit auf Anfahr- und Rangiersituationen ausgelegt, nicht auf den fließenden Verkehr.

Lassen sich bestehende BMW-Modelle nachrüsten?

Dazu liegt keine Aussage vor. Da die Ausstiegswarnung Seitenradar und ein elektronisches Türschloss voraussetzt, halten wir eine reine Software-Nachrüstung für unwahrscheinlich. Bestätigt ist das aber weder in die eine noch in die andere Richtung.