Dacia Hipster: Elektro-Kleinstwagen für unter 10.000 Pfund soll 2027 kommen
Dacia arbeitet an einem sehr einfachen Elektro-Zweisitzer bzw. -Viersitzer für die Stadt, der 2027 kommen und in Großbritannien rund 9.500 Pfund kosten soll. Technisch ist der Hipster als Leichtfahrzeug geplant. Das hat Folgen für Tempo, Reichweite und Zulassung.

Dacia will sein Kleinstwagen-Konzept Hipster 2027 auf die Straße bringen. Das Ziel ist ein Einstiegspreis von unter 10.000 Pfund, laut dem britischen Fachmagazin Autocar konkret rund 9.500 Pfund. Gebaut werden soll das Fahrzeug in China, im Werk von eGT New Energy Automotive in Shiyan, wo zuvor die erste Generation des Dacia Spring vom Band lief. Die finale Freigabe durch die Konzernspitze steht noch aus.
Für Autokäufer heißt das zunächst: Kaufen kann man den Hipster frühestens 2027, und ob er überhaupt nach Deutschland kommt, hat Dacia nicht gesagt. Wichtiger als der Preis ist die Einstufung. Dacia plant den Hipster als Leichtfahrzeug nach der europäischen Klasse L7e. Diese Klasse liegt unterhalb der regulär zugelassenen Pkw und begrenzt Leistung, Gewicht und Höchstgeschwindigkeit; das erklärt auch den niedrigen Preis.
Was hinter der Klasse L7e steckt
Leichtfahrzeuge der Klasse L7e dürfen ohne Batterie maximal 450 Kilogramm wiegen und höchstens 56 mph fahren, also knapp 90 km/h. Der Hipster ist vor allem für Fahrten in der Stadt geplant. Ob er auf deutschen Autobahnen fahren darf, lässt sich anhand der bisher bekannten Daten nicht sagen. Auch bei der Sicherheitsausstattung gelten für diese Klasse andere Anforderungen als für Pkw; was Dacia beim Hipster an Airbags oder Assistenzsystemen vorsieht, ist bislang nicht bekannt.
Für die Zulassung und den Führerschein hat die Einstufung Folgen, die je nach Land unterschiedlich ausfallen. Dacia prüft neben der viersitzigen L7e-Version zusätzlich eine zweisitzige Variante, die in die leichtere Klasse L6 fallen soll. Dort sind die Anforderungen an den Fahrer in mehreren europäischen Ländern niedriger. Welche Fahrerlaubnis in Deutschland am Ende nötig wäre, lässt sich erst sagen, wenn die endgültige Einstufung feststeht.
Die bekannten Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Zielpreis (Großbritannien) | rund 9.500 Pfund |
| Geplanter Marktstart | 2027 |
| Motorleistung | 20 bhp (rund 20 PS) |
| Batteriekapazität | 15 kWh |
| Länge | 3,00 m |
| Breite | 1,55 m |
| Höhe | 1,53 m |
| Höchstgeschwindigkeit (L7e-Grenze) | 56 mph, rund 90 km/h |
| Zulässiges Gewicht ohne Batterie (L7e-Grenze) | 450 kg |
| Produktionsort | Shiyan, China (eGT New Energy Automotive) |
| Reichweite | keine Angabe |
Dacia hat noch keine Reichweite genannt. 15 kWh Batteriekapazität liegen deutlich unter dem, was heutige Kleinwagen mitbringen; für ein drei Meter kurzes Leichtfahrzeug hält die Redaktion einen Wert unter 150 Kilometern für plausibel. Das ist eine eigene Schätzung und keine Angabe des Herstellers. Wer den Hipster als einziges Auto einplant, sollte die offizielle Zahl abwarten; als Zweitwagen für kurze Strecken in der Stadt ist die Größenordnung weniger kritisch.
Kosten senken mit Spring-Teilen
Um den angestrebten Preis zu erreichen, greift Dacia auf Bauteile der ersten Spring-Generation zurück. Das spart Entwicklungs- und Werkzeugkosten. Der Hipster soll in dem Werk in Shiyan gebaut werden, in dem zuvor der erste Spring entstand. Welche Plattform er nutzt, ist noch offen. Nach Einschätzung der Redaktion ist eine so weit vereinfachte Basis bei einer etablierten Marke mit eigenem Händlernetz ungewöhnlich.
Dacia will mehrere Merkmale des Konzepts in die Serienversion übernehmen. Vorgesehen sind zweigeteilte vordere Seitenscheiben, deren unterer Teil nach oben klappt, und eine seitlich angeschlagene Hecktür. Beides senkt die Kosten gegenüber versenkbaren Fensterhebern und einer klassischen Heckklappe. Aus welchem Material die Karosseriepaneele am Ende bestehen, Kunststoff oder Stahl, ist noch nicht entschieden.
Einordnung gegenüber dem Spring
Zur Einordnung, auch wenn die Quelle zum Hipster das nicht behandelt: Der Dacia Spring ist ein regulär zugelassener Pkw, den man mit dem gewöhnlichen Autoführerschein fahren und auch über Land bewegen kann. Anders als der Spring ist der Hipster als Leichtfahrzeug geplant. Nach Einschätzung der Redaktion steht er damit eher im Umfeld von Leichtfahrzeugen wie Citroën Ami, Opel Rocks-e oder Microlino als im Umfeld regulär zugelassener Elektro-Kleinwagen. Der Zielpreis von unter 10.000 Pfund lässt sich deshalb am ehesten mit den Preisen solcher Leichtfahrzeuge vergleichen.
Interessant wird der Hipster damit für einen bestimmten Zweck: kurze Wege in der Stadt, Parken auf kleiner Fläche, geringe laufende Kosten. Wer heute schon günstig elektrisch unterwegs sein will, findet beim Spring oder bei gebrauchten Kleinwagen Alternativen. Sie bieten mehr Tempo und mehr Reichweite, kosten aber mehr.
Dacia Spring im AutoHub-Marktplatz
Alle 8 Angebote ansehen →Was noch offen ist
- Ob die zweisitzige L6-Variante parallel zur viersitzigen L7e-Version in Produktion geht
- Reichweite, Sicherheitsausstattung und das Material der Karosseriepaneele
Wann kommt der Dacia Hipster?
Dacia plant die Vorstellung der Serienversion und den Produktionsstart für 2027. Ein genauer Termin innerhalb des Jahres und ein Verkaufsstart sind nicht genannt. Die endgültige Freigabe durch das Management steht noch aus.
Was soll der Dacia Hipster kosten?
Für Großbritannien nennt Autocar einen Zielpreis von rund 9.500 Pfund, also unter 10.000 Pfund. Ein Preis für Deutschland oder Kontinentaleuropa ist nicht bekannt, ebenso nicht, ob das Fahrzeug hier überhaupt angeboten wird.
Welche Leistung und Batterie hat der Hipster?
Geplant sind 20 bhp, also rund 20 PS, und eine Batterie mit 15 kWh. Die Klasse L7e begrenzt die Höchstgeschwindigkeit auf 56 mph, umgerechnet knapp 90 km/h. Eine Reichweitenangabe hat Dacia bisher nicht gemacht.
Ist der Hipster autobahntauglich?
Für Autobahnfahrten ist der Hipster nicht vorgesehen. Ob er dort fahren darf, ist noch offen. Eine eigene Höchstgeschwindigkeit hat Dacia nicht genannt; die Grenze der Klasse L7e liegt bei knapp 90 km/h.
Braucht man einen Autoführerschein?
Das hängt von der endgültigen Fahrzeugklasse und den nationalen Regeln ab. Dacia plant eine viersitzige L7e-Version und prüft eine leichtere zweisitzige L6-Variante, für die in mehreren Ländern geringere Anforderungen gelten. Belastbare Aussagen für Deutschland sind erst möglich, wenn die Einstufung feststeht.
Wo wird der Hipster gebaut?
Im Werk von eGT New Energy Automotive in Shiyan in China. Dort entstand zuvor die erste Generation des Dacia Spring, deren Komponenten teilweise weiterverwendet werden sollen.
Quellen
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