Ford ruft Kuga, Transit-Familie und Mustang Mach-E zurück: Fernlicht schaltet ungewollt
Ein Softwarefehler im Fahrerassistenz-Steuergerät kann das Fernlicht von selbst ein- oder ausschalten. Ford ruft weltweit 63.110 Fahrzeuge zurück – die Behebung dauert unter einer Stunde und kostet nichts.

Ford hat einen weltweiten Rückruf für fünf Baureihen gestartet: Kuga, Transit, Transit Custom, Transit Courier und Mustang Mach-E. Grund ist ein möglicher Fehler im Steuergerät der Fahrerassistenzsysteme, durch den sich das Fernlicht während der Fahrt ungewollt ein- oder ausschalten kann. Wer eines dieser Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 25. Juni 2025 bis 15. Mai 2026 fährt, muss für die Behebung einmal in die Werkstatt – das Software-Update ist kostenlos und dauert nach Herstellerangaben weniger als eine Stunde. Wer dagegen gerade erst über den Kauf eines dieser Modelle nachdenkt: Daran ändert sich für Kunden nichts, ein bereits erledigtes oder noch offenes Software-Update ist kein Argument gegen ein Fahrzeug.
Welche Ford-Modelle sind vom Rückruf betroffen?
Die Rückrufaktion trägt bei Ford den internen Aktionscode 26C23. Sie umfasst weltweit 63.110 Fahrzeuge und reicht quer durch die Modellpalette: vom Kompakt-SUV Kuga über die Nutzfahrzeug-Familie Transit, Transit Custom und Transit Courier bis zum vollelektrischen Mustang Mach-E. Diese Bandbreite ist für einen Rückruf ungewöhnlich und legt nahe, dass Ford dieselbe Assistenzsoftware beziehungsweise dasselbe Steuergerät über sehr unterschiedliche Fahrzeugklassen hinweg einsetzt.
Der von Ford genannte Produktionszeitraum reicht vom 25. Juni 2025 bis zum 15. Mai 2026. Ob ein einzelnes Fahrzeug tatsächlich in der Aktion steckt, lässt sich aus dem Zeitraum allein nicht ableiten. Maßgeblich ist die Auskunft, die ein Ford-Betrieb anhand der Fahrgestellnummer erteilt.

Was der Fehler konkret bedeutet
Verantwortlich ist eine mögliche Fehlfunktion des Steuergeräts für die Fahrerassistenzsysteme, kurz ADAS. Dieses Steuergerät wertet unter anderem die Bilder der Frontkamera aus und entscheidet daraufhin, ob das Fernlicht aktiviert oder abgeblendet wird. Arbeitet diese Logik fehlerhaft, können entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge geblendet werden, oder die Fahrbahn ist in einem Moment dunkler ausgeleuchtet als erwartet.
Es handelt sich also nicht um einen mechanischen oder strukturellen Mangel, sondern um einen Software- beziehungsweise Logikfehler. Dafür spricht auch die Abhilfe: Ford spielt ein aktualisiertes Programm für das Frontkameramodul auf, Bauteile werden nicht getauscht. Ob und wie stark ein einzelnes Fahrzeug den Fehler tatsächlich zeigt, lässt sich pauschal nicht sagen. Wer bei Nachtfahrten ein auffälliges Verhalten des Fernlichts bemerkt, kann den Assistenten abschalten und manuell abblenden, bis der Werkstatttermin steht.
Wie viele Fahrzeuge in Deutschland betroffen sind
Für Deutschland nennt das Kraftfahrt-Bundesamt 4.155 betroffene Fahrzeuge. In anderen Veröffentlichungen kursiert die Zahl 6.750. Woher die Abweichung stammt, ist nicht geklärt – denkbar sind unterschiedliche Stichtage oder eine andere Abgrenzung zwischen zugelassenen und insgesamt ausgelieferten Fahrzeugen. Für die Einordnung halten wir uns an die offizielle KBA-Angabe von 4.155 Fahrzeugen und weisen die zweite Zahl nur als unbestätigt aus.
Was Halter jetzt tun sollten
Ob das eigene Auto betroffen ist, lässt sich am zuverlässigsten über die Fahrgestellnummer klären: Ein Ford-Servicebetrieb kann anhand der 17-stelligen Nummer prüfen, ob die Aktion 26C23 für das Fahrzeug hinterlegt ist. Bei Rückrufen ist es üblich, dass Hersteller die Halter anschreiben; wie und in welchem Zeitraum Ford in diesem Fall benachrichtigt, ist uns nicht bekannt. Wer nicht warten möchte, fragt selbst beim Händler nach. Die Arbeit selbst ist für den Halter kostenlos – Rückrufmaßnahmen werden unabhängig von Alter und Laufleistung des Fahrzeugs vom Hersteller getragen.
- Fahrgestellnummer bereithalten und beim Ford-Partner die Aktion 26C23 abfragen lassen.
- Werkstatttermin vereinbaren; der Aufenthalt dauert nach Herstellerangabe unter einer Stunde.
- Das Update selbst ist für Halter kostenfrei.
- Bis zum Termin bei Nachtfahrten auf das Verhalten des Fernlichtassistenten achten und im Zweifel manuell abblenden.
Einordnung: Werkstatttermin statt Update über Nacht
Softwarebedingte Rückrufe rund um Assistenzsysteme haben in den vergangenen Jahren branchenweit zugenommen. Das liegt in der Natur der Sache: Je mehr Funktionen über Kameras, Sensoren und Steuergeräte gelöst werden, desto häufiger genügt eine fehlerhafte Programmzeile, um eine ganze Modellpalette zu erfassen – genau das zeigt dieser Fall, in dem ein SUV, drei Transporter und ein Elektroauto in derselben Aktion landen.
Der Unterschied zu Herstellern, die solche Korrekturen per Mobilfunk ins Fahrzeug schicken, ist hier spürbar: Ford verlangt einen Werkstatttermin. Das Update selbst dauert unter einer Stunde, für An- und Abfahrt sowie die Fahrzeugannahme sollte man zusätzliche Zeit einplanen. Am Fahrzeug bleibt nach dem Update nichts zurück, was sich auf Wert, Zulassung oder Nutzung auswirkt. Nach unserer Einschätzung ist ein dokumentiert erledigter Rückruf beim späteren Verkauf eher ein Pluspunkt als eine Belastung – offene Rückrufe dagegen fallen Käufern und Prüforganisationen durchaus auf.
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| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Betroffene Modelle | Ford Kuga, Transit, Transit Custom, Transit Courier, Mustang Mach-E |
| Produktionszeitraum | 25.06.2025 bis 15.05.2026 |
| Ursache | Mögliche Fehlfunktion des Fahrerassistenz-Steuergeräts (ADAS) |
| Auswirkung | Fernlicht schaltet sich während der Fahrt ungewollt ein oder aus |
| Fahrzeuge weltweit | 63.110 |
| Fahrzeuge in Deutschland | 4.155 laut KBA (abweichend genannt: 6.750, unbestätigt) |
| Abhilfe | Kostenloses Software-Update für das Frontkameramodul |
| Dauer | Unter einer Stunde |
| Aktionscode | 26C23 |
Werde ich von Ford angeschrieben?
Bei Rückrufen ist eine Halterbenachrichtigung üblich. Wie Ford in diesem Fall vorgeht und ab wann die Schreiben verschickt werden, ist bislang nicht bekannt. Wer sicher gehen will, fragt selbst beim Ford-Partner nach.
Kann ich mein Auto bis zum Termin weiterfahren?
Ein Fahrverbot oder eine Stilllegung ist nicht Teil der Maßnahme. Der Fehler betrifft das Fernlicht und damit vor allem Nachtfahrten – wer ein auffälliges Verhalten bemerkt, schaltet den Fernlichtassistenten ab und blendet manuell ab.
Bekomme ich einen Ersatzwagen oder Anfahrtskosten erstattet?
Ansprüche auf Ersatzmobilität oder Anfahrtskosten sind nicht Teil der veröffentlichten Maßnahme. Wer während des Werkstattaufenthalts auf ein Fahrzeug angewiesen ist, klärt das vorab mit dem Betrieb.
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