Hyundai ruft Inster und neun weitere Modelle zurück
Beim Elektro-Kleinwagen Inster kann ein undichtes Ventil im Kühlsystem einen Kurzschluss auslösen, bei Tucson, Kona und mehreren Ioniq-Modellen fällt das Kombiinstrument kurzzeitig aus. In Deutschland betrifft das rund 18.900 Fahrzeuge.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht derzeit zwei Rückrufaktionen von Hyundai, die nichts miteinander zu tun haben. Der eine betrifft ausschließlich den Elektro-Kleinwagen Inster: Ein undichtes Drei-Wege-Ventil im Kühlsystem kann einen Kurzschluss verursachen, daraus kann sich ein Brand entwickeln. Der andere gilt neun weiteren Baureihen, bei denen ein Softwarefehler das Kombiinstrument während der Fahrt neu starten lässt. Zusammen sind in Deutschland rund 18.900 Fahrzeuge betroffen.
Wer eines dieser Autos fährt, muss in die Werkstatt: Beim Inster wird ein Bauteil getauscht, bei den übrigen Modellen eine neue Software aufgespielt. Wer gerade einen Hyundai aus den betroffenen Baureihen sucht – als Neuwagen, Jahreswagen oder Gebrauchten, zum Kauf, Leasing oder Abo –, sollte den Verkäufer nach dem Rückrufstatus fragen und sich die erledigte Maßnahme bestätigen lassen. Das gilt besonders für den Inster, weil dort Hardware ersetzt wird. Betroffen sind Inster, die vom 14. Februar 2024 bis zum 14. April 2026 gebaut wurden.
Hyundai Inster: undichtes Ventil im Kühlsystem
Der Rückruf trägt die KBA-Referenz 16829R und den Herstellercode 61D127. Er gilt für Inster aus dem Produktionszeitraum 14. Februar 2024 bis 14. April 2026. In Deutschland sind 14.610 Fahrzeuge betroffen, weltweit 40.045. Damit ist dies die größere der beiden Aktionen, nach unserer Einschätzung auch die ernstere, weil die Rückrufmeldung Brandgefahr nennt und ein Bauteil getauscht werden muss.
Auslöser ist ein Drei-Wege-Ventil im Kühlsystem, das undicht werden kann. Austretende Kühlflüssigkeit kann laut KBA einen Kurzschluss und in der Folge einen Brand auslösen. Wo genau das Ventil sitzt, geht aus der Rückrufmeldung nicht hervor.
In der Werkstatt wird das Kühlventil ersetzt. Wie lange der Termin dauert, ist nicht angegeben. Ebenfalls offen ist, auf welchem Weg Hyundai die Halter informiert und ob ein Ersatzfahrzeug gestellt wird. Wer nicht abwarten möchte, kann sich mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer direkt an einen Hyundai-Vertragsbetrieb wenden oder die Rückrufdatenbank des KBA nutzen.
Kombiinstrument: Display-Ausfälle bei neun Baureihen
Die zweite Aktion läuft unter der KBA-Referenz 16445R mit den Herstellercodes 61DC02 und 61D052. Betroffen sind Tucson, Kona, Ioniq 5, Ioniq 6, Ioniq 9, Santa Fe, Azera, Palisade und Grandeur aus dem Bauzeitraum 30. Juni bis 14. November 2025. In Deutschland geht es um 4.271 Fahrzeuge, weltweit um 36.316. Azera, Palisade und Grandeur werden hierzulande nicht regulär verkauft; für deutsche Halter dürften vor allem die übrigen Baureihen eine Rolle spielen.
Ursache ist ein Softwarefehler im Kombiinstrument. Das Display kann sich während der Fahrt spontan neu starten und fällt dabei kurzzeitig aus. In dieser Zeit sind weder Geschwindigkeitsanzeige noch Warnleuchten sichtbar. Hyundai behebt den Fehler mit einem Software-Update in der Vertragswerkstatt.
Ob das Update auch per Mobilfunk auf das Fahrzeug gespielt werden kann, ist in der Rückrufmeldung nicht angegeben. Nach dem aktuellen Stand ist für diese Aktion ein Termin beim Händler vorgesehen.
Die beiden Rückrufe im Überblick
| Merkmal | Rückruf 1 | Rückruf 2 |
|---|---|---|
| KBA-Referenz | 16829R | 16445R |
| Herstellercode | 61D127 | 61DC02, 61D052 |
| Modelle | Inster | Tucson, Kona, Ioniq 5, Ioniq 6, Ioniq 9, Santa Fe, Azera, Palisade, Grandeur |
| Bauzeitraum | 14.02.2024 bis 14.04.2026 | 30.06.2025 bis 14.11.2025 |
| Mangel | Undichtes Drei-Wege-Ventil im Kühlsystem, Kurzschluss- und Brandgefahr | Softwarefehler im Kombiinstrument, spontane Neustarts und kurzzeitige Display-Ausfälle |
| Abhilfe | Kühlventil wird ersetzt | Software-Update in der Vertragswerkstatt |
| Fahrzeuge in Deutschland | 14.610 | 4.271 |
| Fahrzeuge weltweit | 40.045 | 36.316 |
Kosten und Verhalten bis zum Werkstatttermin
Betroffene Halter müssen für beide Rückrufe einen Werkstatttermin vereinbaren. Zu den Kosten macht die Rückrufmeldung keine Angabe; bei vom KBA überwachten Aktionen übernimmt sie in aller Regel der Hersteller. Ob und wie lange ein betroffenes Fahrzeug bis zum Termin weitergefahren werden darf, steht in der Meldung nicht. Bei Kühlmittelverlust oder Warnmeldungen sollten Halter vor der Weiterfahrt ihre Werkstatt kontaktieren.
Kaufinteressenten sollten bei den betroffenen Modellen vor dem Kauf prüfen, ob die Rückrufmaßnahme erledigt wurde, und sich das schriftlich geben lassen. Bei Tucson, Kona, Santa Fe und den Ioniq-Modellen hilft das Produktionsdatum weiter: Liegt es außerhalb des Zeitraums 30. Juni bis 14. November 2025, ist das Fahrzeug nicht betroffen.
Welche KBA-Referenznummern haben die aktuellen Hyundai-Rückrufe?
Der Rückruf für den Inster läuft unter der KBA-Referenz 16829R (Herstellercode 61D127). Der Rückruf wegen des Kombiinstruments hat die Referenz 16445R mit den Herstellercodes 61DC02 und 61D052.
Welche Modelle und Bauzeiträume sind betroffen?
Vom Ventil-Rückruf betroffen ist der Inster aus der Produktion vom 14. Februar 2024 bis 14. April 2026. Der Software-Rückruf gilt für Tucson, Kona, Ioniq 5, Ioniq 6, Ioniq 9, Santa Fe, Azera, Palisade und Grandeur aus dem Bauzeitraum 30. Juni bis 14. November 2025.
Wie werden die Mängel behoben?
Beim Inster ersetzt die Werkstatt das undichte Drei-Wege-Ventil im Kühlsystem. Bei den neun weiteren Baureihen spielt die Vertragswerkstatt ein Software-Update für das Kombiinstrument auf. Wie lange die Arbeiten jeweils dauern, ist nicht angegeben.
Lässt sich das Software-Update auch aus der Ferne aufspielen?
Dazu liegt keine Angabe vor. Die Rückrufmeldung nennt ausdrücklich ein Update in der Vertragswerkstatt. Ob Hyundai zusätzlich eine Over-the-Air-Lösung anbietet, ist offen.
Werde ich von Hyundai angeschrieben?
Der Benachrichtigungsweg ist in der Meldung nicht genannt. Üblich ist ein Anschreiben an die Halter. Wer nicht warten will, kann sein Fahrzeug über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer beim Hyundai-Vertragspartner oder in der Rückrufdatenbank des KBA prüfen lassen.
Quellen
- autoservicepraxis.deautoservicepraxis.de