KBA-Zahlen: Zwei Drittel der neu zugelassenen Pkw fahren mit alternativem Antrieb
Von Januar bis September 2026 wurden in Deutschland 2.221.798 Pkw neu zugelassen. Auf alternative Antriebe entfielen 67,3 Prozent, auf reine Elektroautos 27,2 Prozent.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat am 15. Oktober 2026 die Neuzulassungszahlen für die ersten neun Monate des Jahres veröffentlicht. Von Januar bis September wurden in Deutschland 2.221.798 Pkw neu zugelassen. Von diesen Fahrzeugen hatten 1.495.262 einen alternativen Antrieb, das sind 67,3 Prozent. Reine Elektroautos kommen auf 604.144 Neuzulassungen und damit auf 27,2 Prozent des Gesamtmarktes.
Für Käuferinnen und Käufer ändert sich durch diese Statistik zunächst nichts.
Was das KBA unter alternativen Antrieben zusammenfasst

Die Kategorie ist weiter gefasst, als der Begriff zunächst vermuten lässt. Das KBA zählt dazu batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV), Hybride ohne Stecker, Gasfahrzeuge und Brennstoffzellenautos (FCEV). Ein Vollhybrid, der ausschließlich Benzin tankt, fällt also in dieselbe Sammelkategorie wie ein reines Elektroauto. Wer die Zahl von 67,3 Prozent liest, sollte diesen Zuschnitt mitdenken.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die alternativen Antriebe um 23,3 Prozent zu. Rechnerisch waren es in den ersten neun Monaten 2025 rund 1,21 Millionen Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Wie sich der Gesamtmarkt im selben Zeitraum entwickelt hat, nennt die Mitteilung nicht, ein Vergleich der Gesamtzulassungen ist auf dieser Grundlage also nicht möglich.
Elektrisch: 38,3 Prozent mit Stecker oder Brennstoffzelle
Innerhalb der alternativen Antriebe weist das KBA eine engere Gruppe aus: elektrifizierte Pkw, also BEV, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge. Auf sie entfielen 851.644 Neuzulassungen und damit 38,3 Prozent des Marktes. Das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum beträgt 41,9 Prozent. Diese Gruppe wächst also deutlich schneller als die alternativen Antriebe insgesamt.
Am stärksten fällt der Zuwachs bei den rein batterieelektrischen Autos aus: plus 58,1 Prozent, was im Vorjahreszeitraum rechnerisch rund 380.000 Fahrzeugen entspricht. Die Differenz zwischen den 1.495.262 alternativen Antrieben und den 851.644 elektrifizierten Fahrzeugen umfasst 643.618 Pkw, also Hybride ohne Stecker sowie Gasfahrzeuge. Eine weitere Aufschlüsselung dieser Gruppe nennt die Pressemitteilung nicht.
| Antriebsgruppe | Neuzulassungen Jan–Sep 2026 | Marktanteil | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Pkw gesamt | 2.221.798 | 100 % | nicht ausgewiesen |
| Alternative Antriebe (BEV, Hybrid, PHEV, Gas, Wasserstoff) | 1.495.262 | 67,3 % | +23,3 % |
| Elektrifizierte Pkw (BEV, PHEV, FCEV) | 851.644 | 38,3 % | +41,9 % |
| Rein batterieelektrisch (BEV) | 604.144 | 27,2 % | +58,1 % |
Benzin und Diesel: rechnerisch unter einem Drittel
Zahlen zu reinen Benzinern und Dieseln enthält die Mitteilung nicht. Zieht man die alternativen Antriebe von der Gesamtzahl ab, bleiben 726.536 Neuzulassungen übrig, das entspricht 32,7 Prozent. Benzin- und Dieselfahrzeuge waren in Deutschland lange verbreitet. Wie sich diese Restmenge auf Benzin und Diesel verteilt, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten.
Was die Zahlen nicht beantworten
Aus den Zulassungszahlen allein lässt sich nicht ableiten, warum der Anteil alternativer Antriebe gestiegen ist. Ob Kaufanreize, die Flottengrenzwerte der Hersteller, vorgezogene Bestellungen vor auslaufenden Fristen oder eine breitere Modellauswahl dahinterstehen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Ob der Zuwachs anhält, geht aus der Mitteilung ebenfalls nicht hervor.
- Keine Einzelwerte für Plug-in-Hybride, klassische Hybride, Gas- und Brennstoffzellenfahrzeuge
- Keine Zahlen und Marktanteile für reine Benzin- und Dieselfahrzeuge
- Keine Aufschlüsselung nach Herstellern, Marken oder Modellen
- Keine Angaben dazu, ob Sondereffekte die Wachstumsraten beeinflusst haben
- Keine Angaben zum Verhältnis von Privat- und Gewerbezulassungen
Was sich aus den Zahlen ableiten lässt
Ein Teil der heute neu zugelassenen Elektroautos wird später als Gebrauchtwagen angeboten. Welche Hersteller mehr oder weniger Fahrzeuge zulassen, lässt sich aus dieser Pressemitteilung nicht ablesen. Dafür wären die Zulassungszahlen nach Marken nötig, die das KBA in anderen Veröffentlichungen ausweist.
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 43/2026 vom 15. Oktober 2026.
Quellen
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