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Opel entwickelt Elektro-SUV mit Leapmotor – und streicht 650 weitere Stellen in Rüsselsheim

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Opel-Chef Florian Huettl hat ein neues Elektro-SUV im C-Segment bestätigt: Technik von Leapmotor, Bau in Spanien ab 2028. Zugleich schrumpft das Entwicklungszentrum Rüsselsheim auf rund 1.000 Stellen.

Das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, wo 650 Ingenieurstellen abgebaut werden
KI-generiertes Bild

Opel bekommt ein neues Elektro-SUV im C-Segment – aber die Technik dafür kommt aus China. Opel-Chef Florian Huettl hat Ende August 2026 in einem Interview bestätigt, dass das Modell in Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor entsteht und ab 2028 im spanischen Werk Saragossa gebaut wird. Parallel dazu fallen im Entwicklungszentrum Rüsselsheim weitere 650 Ingenieurstellen weg. Für Autokäufer ändert sich dadurch heute nichts; die Nachricht betrifft in erster Linie die Belegschaft, die Zulieferer und die Frage, wie viel Auto-Entwicklung in Deutschland künftig noch stattfindet.

Beides gehört zusammen, auch wenn es in der Ankündigung nebeneinander steht. Wer die elektrische Architektur und die Batterietechnologie eines Partners übernimmt, braucht dafür im eigenen Haus deutlich weniger Ingenieure. Genau dieser Zusammenhang macht die Meldung zu mehr als einer Modellankündigung: Opel verschiebt seine Rolle vom Entwickler in Richtung Integrator fremder Technik.

Was Opel konkret angekündigt hat

Das neue Fahrzeug ist ein vollelektrisches SUV im C-Segment, also in der Größenklasse, in der auch der Astra angesiedelt ist. Das Design soll in Rüsselsheim entstehen, die elektrische Architektur und die Batterietechnologie kommen laut Huettl von Leapmotor. Produziert wird ab 2028 in Saragossa – dem spanischen Werk, in dem Opel auch den Corsa baut. Ein Modellname, Leistungs- oder Reichweitenangaben, ein Preis und ein genauer Termin innerhalb des Jahres 2028 sind bislang nicht genannt worden.

Industrielle Fertigungshalle mit Produktionsausrüstung und moderner Fertigungstechnologie
Ab 2028 wird das neue Elektro-SUV im Werk Saragossa gebaut · KI-generiertes Bild
MerkmalWert
FahrzeugtypElektro-SUV
SegmentC-Segment
TechnikpartnerLeapmotor (elektrische Architektur, Batterietechnologie)
DesignRüsselsheim
ProduktionsortWerk Saragossa (Zaragoza), Spanien
Produktionsstartab 2028
Name, Reichweite, Preisnoch nicht bekannt

Wie weit die Zusammenarbeit reicht, bleibt bislang offen. Aus der Ankündigung lässt sich nicht eindeutig ableiten, ob Opel eine komplette Leapmotor-Plattform übernimmt oder einzelne Komponenten in Lizenz nutzt. Der Unterschied ist erheblich: Im ersten Fall gibt der Partner Grundlayout, Software und Ladetechnik weitgehend vor, im zweiten bleibt mehr Spielraum für eigene Abstimmung. Bis Opel das präzisiert, ist jede weitergehende Bewertung Spekulation.

Rüsselsheim: von rund 7.000 auf etwa 1.000 Stellen

Die zweite Hälfte der Nachricht ist die härtere. Im Entwicklungszentrum Rüsselsheim fallen weitere 650 Ingenieurstellen weg; über welchen Zeitraum der Abbau läuft, hat Opel nicht mitgeteilt. Damit bleiben nach Angaben aus dem Interview von ehemals rund 7.000 Stellen noch etwa 1.000 übrig. Das ist kein Effizienzprogramm mehr, sondern der weitgehende Rückbau einer eigenständigen Entwicklungsmannschaft an einem Standort, der über Jahrzehnte das technische Zentrum der Marke war.

Die Zahl wirft auch eine Frage an die Ankündigung selbst auf. Wenn das Design des neuen SUVs weiterhin in Rüsselsheim entsteht, ist damit zunächst die Gestaltung gemeint – nicht zwangsläufig die technische Entwicklung des Fahrzeugs. Wie viel Entwicklungsarbeit bei rund 1.000 verbleibenden Stellen tatsächlich noch am Standort geleistet wird, hat Opel nicht aufgeschlüsselt. Ob die verbliebenen Stellen langfristig gesichert sind oder ob weitere Schritte folgen, ist ebenfalls offen.

Die Begründung des Managements

Huettl verteidigt beides – den Stellenabbau und die Kooperation – als notwendige Schritte, um technologisch und preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Logik dahinter ist in der Branche vertraut: Wer ein bezahlbares Elektroauto im C-Segment anbieten will, muss die Entwicklungskosten pro Fahrzeug drücken. Eine fertige, in großen Stückzahlen genutzte Elektroplattform eines Partners ist günstiger als eine eigene Neuentwicklung. Der Preis dafür ist Abhängigkeit.

Opel ist damit nicht allein. Auch mehrere andere europäische Hersteller arbeiten inzwischen mit chinesischen Anbietern an E-Plattformen und Batterien zusammen. Neu ist bei Opel die Kombination: Zukauf von Kerntechnik bei gleichzeitigem Abbau der eigenen Entwicklungskapazität – nach unserer Einschätzung in einer für die Branche ungewöhnlichen Größenordnung.

Der Widerspruch aus dem Betriebsrat

Der Betriebsrat kritisiert die Pläne scharf. Zwei Argumente stehen im Zentrum: Zum einen der Verlust der Marken-DNA, also der Frage, was ein Opel technisch noch ausmacht, wenn Antrieb, Batterie und elektrische Architektur von einem Partner stammen. Zum anderen der Vorwurf, das Unternehmen hole sich mit Leapmotor die chinesische Konkurrenz ins eigene Haus – ein Partner, der auf denselben europäischen Märkten eigene Fahrzeuge verkauft.

Im Zentrum steht ein Zielkonflikt zwischen Kostendruck und dem Erhalt eigener Entwicklungsfähigkeit. Er lässt sich nicht auflösen, indem man eine Seite für unvernünftig erklärt. Kostendruck im Elektro-Segment ist real, der Verlust von Ingenieurs-Know-how an einem Standort ist es ebenso – und er lässt sich, anders als eine Sparquote, nicht kurzfristig zurückdrehen.

Was offen bleibt

  • Wie das neue Elektro-SUV heißen wird
  • Welche Leistung, Reichweite und Batteriekapazität die Leapmotor-Technik in diesem Modell liefert
  • Zu welchem Preis das Fahrzeug angeboten wird
  • Wann genau im Jahr 2028 die Produktion in Saragossa anläuft
  • Ob es sich um eine vollständige Plattformübernahme oder um lizenzierte Einzelkomponenten handelt
  • Über welchen Zeitraum die 650 Stellen in Rüsselsheim abgebaut werden
  • Wie sicher die verbleibenden rund 1.000 Stellen in Rüsselsheim mittelfristig sind

Bis dazu belastbare Angaben vorliegen, bleibt die Meldung eine strategische Richtungsentscheidung. Sie betrifft die Marke, den Standort Rüsselsheim und die Frage, welche Rolle Saragossa künftig im Werksnetz gegenüber den deutschen Standorten spielt.

Wo wird das neue Elektro-SUV von Opel gebaut?

Im spanischen Werk Saragossa (Zaragoza), in dem Opel auch den Corsa produziert. Der Produktionsstart ist für 2028 angekündigt, ein genauer Termin innerhalb des Jahres steht noch nicht fest.

Welche Technik steckt in dem neuen Modell?

Nach Angaben von Opel-Chef Florian Huettl kommen die elektrische Architektur und die Batterietechnologie vom chinesischen Hersteller Leapmotor. Das Design soll in Rüsselsheim entstehen. Ob Opel eine vollständige Plattform übernimmt oder einzelne Komponenten nutzt, ist bislang nicht präzisiert.

Wie viele Stellen fallen in Rüsselsheim weg?

Im Entwicklungszentrum Rüsselsheim werden weitere 650 Ingenieurstellen abgebaut. Von ehemals rund 7.000 Stellen bleiben damit etwa 1.000 übrig. Einen Zeitraum für den Abbau hat Opel nicht genannt.

Warum arbeitet Opel mit Leapmotor zusammen?

Huettl begründet die Kooperation und den Stellenabbau damit, dass beides nötig sei, um technologisch und preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Betriebsrat hält dagegen und warnt vor dem Verlust der Marken-DNA sowie davor, sich chinesische Konkurrenz ins eigene Haus zu holen.

Sind Name, Preis und technische Daten des neuen Modells bekannt?

Nein. Modellname, Leistung, Reichweite und Preis hat Opel bislang nicht genannt.