VW ID.3 Neo: Echte Tasten, LFP-Akku, bis zu 630 km WLTP – Preise ab 33.995 Euro
Volkswagen überarbeitet den ID.3 und nennt ihn künftig ID.3 Neo. Wichtigste Änderungen für Käufer: physische Tasten im Innenraum, neue LFP-Akkus in den Einstiegsversionen und ein effizienterer Motor mit bis zu 630 km WLTP-Reichweite in der 79-kWh-Version.

Volkswagen hat dem ID.3 ein umfassendes Update verpasst und führt den kompakten Stromer künftig als ID.3 Neo. Für alle, die gerade ein kompaktes Elektroauto suchen, sind drei Punkte entscheidend: Im Innenraum kehren echte Tasten zurück, die Einstiegsversionen bekommen günstigere LFP-Batterien, und ein neuer Elektromotor bringt in der größten Akkuvariante bis zu 630 Kilometer Reichweite (WLTP-Prüfwert). Der Einstiegspreis liegt bei 33.995 Euro für die Ausstattung Trend mit 170 PS (125 kW) und 50-kWh-Akku.
Wichtig zur Einordnung: Der ID.3 Neo ist keine neue Fahrzeuggeneration, sondern eine Modellpflege. Die technische Basis, VWs MEB-Plattform, bleibt unverändert. Wer bereits einen ID.3 fährt, bekommt die Neuerungen entsprechend nicht per Software-Update – Tasten, neue Zellchemie und neuer Motor sind Hardware und damit an das neue Modell gebunden.
Das Wichtigste zum Update auf einen Blick
- Echte Tasten am Lenkrad und vier physische Fensterheber-Schalter für den Fahrer
- Neues Infotainment „Innovision“ mit 12,9-Zoll-Display
- LFP-Batterien mit 50 kWh und 58 kWh für die Einstiegsversionen
- 79-kWh-NMC-Batterie für die Topversion
- Neuer Elektromotor APP350, bis zu 630 km WLTP in der 79-kWh-Variante
- Erstmals One-Pedal-Driving und Vehicle-to-Load (V2L) mit bis zu 3,6 kW
Innenraum: Tasten statt Wischen

Die auffälligste Änderung ist gleichzeitig die, die im Alltag am meisten bringt. Am Lenkrad sitzen wieder echte Tasten, und für den Fahrer gibt es vier separate physische Schalter für die Fensterheber. Damit verabschiedet sich Volkswagen von einem Konzept, das die frühen ID.3-Baujahre begleitet hat: Touchflächen und Doppelbelegungen, die in Kundenrückmeldungen und Testberichten regelmäßig kritisiert wurden. Dazu kommt ein neues Infotainment-System namens „Innovision“ mit einem 12,9 Zoll großen Bildschirm. Wie schnell das System reagiert und wie die Menüs aufgebaut sind, klären wir im Fahrtest; offizielle Angaben zur Bedienlogik und zur Performance fehlen bislang.
Neue Batterien: LFP unten, NMC oben
Für die beiden Einstiegsversionen mit 50 und 58 kWh setzt Volkswagen künftig auf LFP-Zellen, also Lithium-Eisenphosphat. Diese Zellchemie verzichtet auf Kobalt und Nickel und ist in der Herstellung günstiger – das ist der Hauptgrund, warum der Einstiegspreis trotz mehr Ausstattung nicht nach oben ausbricht. Die Topversion behält mit 79 kWh eine NMC-Batterie, also Zellen aus Nickel, Mangan und Kobalt: Sie speichern mehr Energie pro Kilogramm, sind in der Fertigung aber teurer. Zur maximalen Ladeleistung der neuen Akkus macht Volkswagen bislang keine Angaben – was das für Vielfahrer bedeutet, steht weiter unten unter „Was noch offen ist“.
Motor und Reichweite: 630 km sind ein WLTP-Wert
Der neue Elektromotor mit der Bezeichnung APP350 arbeitet effizienter als die bisherige Antriebseinheit und ermöglicht in Verbindung mit dem 79-kWh-Akku bis zu 630 Kilometer nach WLTP. Das liegt für einen Kompaktwagen mit 79-kWh-Akku im oberen Bereich. Gleichzeitig gilt: WLTP-Angaben entstehen im Prüfzyklus und fallen in der Praxis niedriger aus – bei Autobahntempo, im Winter oder mit voller Beladung deutlich. Wie groß der Abstand ist, lässt sich ohne Verbrauchsangaben in kWh pro 100 Kilometer noch nicht beziffern.
Neu sind außerdem zwei Funktionen, die viele Interessenten bisher vermisst haben: One-Pedal-Driving, bei dem das Fahrzeug schon beim Lupfen des Fahrpedals stark verzögert, und Vehicle-to-Load mit bis zu 3,6 kW. Ob das One-Pedal-Driving bis zum Stillstand verzögert, hat Volkswagen bisher nicht mitgeteilt. Mit V2L lässt sich externe Technik direkt aus der Fahrzeugbatterie versorgen – vom Werkzeug bis zum Kühlschrank auf dem Campingplatz. Auch hier ist offen, ob die Funktion serienmäßig an Bord ist oder Aufpreis kostet.
Die technischen Daten im Überblick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Modellname | ID.3 Neo |
| Einstiegspreis | 33.995 Euro (Ausstattung Trend) |
| Leistung Einstiegsversion | 170 PS (125 kW) |
| Batterie Einstieg | 50 kWh, LFP (Lithium-Eisenphosphat) |
| Weitere Einstiegsvariante | 58 kWh, LFP |
| Batterie Topversion | 79 kWh, NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) |
| Elektromotor | APP350 |
| Reichweite 79 kWh | bis zu 630 km (WLTP) |
| Vehicle-to-Load | bis zu 3,6 kW (Serie oder Option noch nicht bekannt) |
| Infotainment-Display | 12,9 Zoll („Innovision“) |
| Ladeleistung | noch nicht bekannt |
| Marktstart | noch nicht bekannt |
Wie sich der ID.3 Neo im Markt einordnet
Beim Preis hilft die günstigere LFP-Zelle: 33.995 Euro liegen nahe am bisherigen ID.3-Einstieg. Ein belastbarer Vergleich mit anderen kompakten Elektroautos ist allerdings erst möglich, wenn Volkswagen die Preise der übrigen Ausstattungs- und Batterievarianten sowie die Reichweiten der beiden kleineren Akkus nennt. Sobald die vollständige Preisliste vorliegt, stellen wir den ID.3 Neo konkreten Wettbewerbern gegenüber.
Gegenüber dem ID.3 seit Marktstart ist das Update vor allem eine Aufräumaktion: bessere Bedienung, mehr Reichweite, moderneres Infotainment, dazu Funktionen wie V2L und One-Pedal-Driving. Wer den bisherigen ID.3 wegen der Touch-Bedienung von der Liste gestrichen hat, sollte ihn sich als ID.3 Neo noch einmal ansehen.
Was noch offen ist
Volkswagen hat bislang nur den Einstiegspreis genannt. Was die 58-kWh- und die 79-kWh-Version kosten, welche Leistungswerte die stärkeren Varianten haben und wie hoch die maximale Ladeleistung ausfällt, ist offen. Gerade der Ladewert ist für Vielfahrer wichtig, weil LFP-Zellen je nach Auslegung langsamer laden als NMC-Zellen, besonders bei kalten Temperaturen. Auch einen Termin für Bestellstart und Auslieferung gibt es noch nicht.
Wer zeitnah ein Auto braucht, kann parallel den aktuellen ID.3 im Blick behalten – als Neuwagen, Jahreswagen, im Leasing oder im Abo. Ob sich die Konditionen der auslaufenden Version verändern, hat Volkswagen nicht mitgeteilt; das ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Zusage des Herstellers.
Wie viel kostet der neue VW ID.3 Neo?
Der Einstieg liegt bei 33.995 Euro für die Ausstattung Trend mit 170 PS (125 kW) und 50-kWh-LFP-Batterie. Preise für die Versionen mit 58 und 79 kWh hat Volkswagen noch nicht genannt.
Welche Reichweite hat der VW ID.3 Neo?
Die Topversion mit 79-kWh-NMC-Batterie und dem neuen Motor APP350 kommt auf bis zu 630 Kilometer nach WLTP. Das ist ein Prüfzykluswert; in der Praxis liegt die Reichweite je nach Tempo, Temperatur und Beladung darunter. Angaben zu den Reichweiten der 50- und 58-kWh-Versionen liegen noch nicht vor.
Ist der ID.3 Neo ein völlig neues Auto?
Nein. Es handelt sich um eine umfassende Modellpflege auf der bestehenden MEB-Plattform, nicht um eine neue Generation.
Was ändert sich im Innenraum?
Am Lenkrad sitzen wieder echte Tasten, und der Fahrer bekommt vier physische Fensterheber-Schalter. Dazu kommt das neue Infotainment-System „Innovision“ mit 12,9-Zoll-Display.
Können bestehende ID.3-Besitzer per Software-Update nachrüsten?
Nein. Physische Tasten, die neuen Batterien und der neue Motor sind Hardware-Änderungen und lassen sich nicht per Update auf ältere Fahrzeuge übertragen.
Wie schnell lädt die neue LFP-Batterie?
Dazu gibt es bislang keine offizielle Angabe. LFP-Zellen laden abhängig von der Auslegung oft langsamer als NMC-Zellen – wer viel Langstrecke fährt, sollte diesen Wert abwarten.
Ab wann ist der ID.3 Neo bestellbar?
Einen Termin für Bestellstart und Auslieferung hat Volkswagen noch nicht kommuniziert.