Knapp jeder dritte Neuwagen fährt elektrisch: Was die Juli-Zahlen für Autokäufer bedeuten

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Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet für Juli 2026 268.068 neu zugelassene Pkw – ein Plus von 1,2 Prozent. Die eigentliche Nachricht steckt darunter: Elektroautos legen um 61,7 Prozent zu, und Privatkäufer treiben den Markt stärker als Firmenflotten.

VW ID.4 in Dreiviertelansicht von vorne-links in einer modernen urbanen Umgebung bei Tageslicht
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Im Juli 2026 wurden in Deutschland 268.068 Personenkraftwagen neu zugelassen, 1,2 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Für Autokäuferinnen und Autokäufer ist allerdings wichtiger, was eine Ebene tiefer in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) steht: Knapp drei von zehn neuen Pkw fuhren rein elektrisch. Zudem meldeten Privatkunden deutlich mehr Fahrzeuge an als im Vorjahr, während die gewerblichen Zulassungen zurückgingen.

Für Sie als Käuferin oder Käufer sind daraus vor allem zwei Dinge ablesbar. Erstens: Das Angebot an elektrischen Neu-, Jahres- und Gebrauchtwagen wird in den kommenden Monaten und Jahren spürbar breiter, weil das, was heute zugelassen wird, in ein bis drei Jahren als Leasingrückläufer oder Jahreswagen wieder auf dem Markt landet. Zweitens: Wer einen Verbrenner sucht, bewegt sich in einem Segment, das im Neuwagengeschäft schrumpft – Benziner und Diesel kamen im Juli zusammen auf gut 30 Prozent Anteil.

Elektro wächst, der Rest gibt ab

Interieur des VW ID.4 mit modernem Infotainment-Display und Lenkrad
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Die Zulassungen rein batterieelektrischer Pkw (BEV) stiegen im Juli 2026 um 61,7 Prozent auf 78.609 Fahrzeuge. Das entspricht einem Anteil von 29,3 Prozent an allen Neuzulassungen. Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu – 30.609 Fahrzeuge oder 11,4 Prozent –, kommt man auf rund 40 Prozent Neuwagen, die zumindest teilweise am Stromnetz geladen werden. Alle Hybride zusammen, also inklusive der Modelle ohne Steckdose, machten 105.284 Fahrzeuge und 39,3 Prozent aus.

Weil der Gesamtmarkt nur um 1,2 Prozent wuchs, das Elektrosegment aber um fast 62 Prozent, handelt es sich nicht um zusätzliches Geschäft, sondern um eine Verdrängung. Benziner kamen auf 18,9 Prozent, Diesel auf 11,8 Prozent Anteil. Flüssiggas spielte mit 1.705 Fahrzeugen (0,6 Prozent) eine Nebenrolle. Erdgas spielte mit einem einzigen neu zugelassenen Pkw faktisch keine Rolle mehr.

AntriebsartNeuzulassungen Juli 2026Anteil
Elektro (BEV)78.60929,3 %
Hybride gesamt (inkl. Plug-in)105.28439,3 %
davon Plug-in-Hybride30.60911,4 %
Benzin18,9 %
Diesel11,8 %
Flüssiggas (LPG)1.7050,6 %
Erdgas (CNG)1

Hinweis zur Tabelle: Plug-in-Hybride sind in der Zeile „Hybride gesamt“ bereits enthalten. Die Anteile lassen sich deshalb nicht addieren.

Privatkäufer legen zu, Firmenflotten bremsen

Die privaten Neuzulassungen stiegen im Juli um 8,0 Prozent und erreichten einen Anteil von 36,8 Prozent. Die gewerblichen Zulassungen gingen dagegen um 2,4 Prozent zurück. Das ist bemerkenswert, weil in den vergangenen Jahren vor allem Flotten und Dienstwagen den Markt getragen haben. Ihren genauen Marktanteil weist die KBA-Mitteilung in dieser Form nicht aus. Die Mitteilung nennt nur die Veränderungsrate.

Was hinter der Verschiebung steckt, lässt sich aus der Statistik allein nicht beantworten. Ob veränderte Förderbedingungen, Leasingkonditionen oder schlicht ein saisonaler Effekt eine Rolle spielen, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor – belastbar ist zunächst nur die Richtung. Wer aktuell zwischen Kauf, Leasing und Abo abwägt, sollte Konditionen deshalb einzeln beim Anbieter prüfen, statt aus der Statistik auf günstigere Angebote zu schließen.

Marken: VW vorn, die größten Sprünge machen andere

Volkswagen blieb mit 48.003 Neuzulassungen und einem Anteil von 17,9 Prozent die mit Abstand stärkste Marke. Den größten prozentualen Zuwachs unter den deutschen Marken verzeichnete Smart mit einem Plus von 106,6 Prozent gegenüber Juli 2025. Dazu eine Einordnung: Das KBA führt Smart in seiner Systematik als deutsche Marke, die Zuordnung folgt also der Statistik-Logik der Behörde.

Bei den Importmarken mit mindestens 1,5 Prozent Marktanteil legte BYD am stärksten zu: plus 365,4 Prozent gegenüber Juli 2025. Solche Werte entstehen nach unserer Einschätzung von einer niedrigen Ausgangsbasis aus; sie zeigen aber, dass chinesische Hersteller in Deutschland an Boden gewinnen. Anteilsstärkste Importmarke blieb mit 8,7 Prozent weiterhin Skoda. Welche konkreten Modelle den Zuwachs bei BYD und Smart getragen haben, nennt die KBA-Mitteilung nicht.

Für die Fahrzeugsuche heißt das vor allem eines: Bei jungen, stark wachsenden Marken lohnt der Blick auf Servicenetz, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen genauso wie auf den Preis. Fragen Sie vor Vertragsabschluss konkret nach der nächstgelegenen Vertragswerkstatt, nach dem Umfang der Garantie und nach den üblichen Lieferzeiten für Ersatzteile. Wie sich die Restwerte dieser Fahrzeuge entwickeln, lässt sich heute noch nicht seriös beziffern.

SUVs bleiben das größte Segment

An der Beliebtheit der SUVs hat sich nichts geändert: Mit 35,7 Prozent stellten sie im Juli erneut das größte Segment, jeweils nach der Segmenteinteilung des KBA. Dahinter folgten die Kompaktklasse mit 13,8 Prozent, Kleinwagen mit 13,3 Prozent und Geländewagen mit 10,2 Prozent, die das KBA getrennt von den SUVs ausweist. Wer ein Fahrzeug abseits dieser Segmente sucht, etwa einen klassischen Kombi der Mittelklasse, bewegt sich also in einem kleineren Neuwagenangebot – und findet gebraucht oft mehr Auswahl.

CO2-Schnitt sinkt deutlich

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw lag im Juli 2026 bei 91,2 Gramm pro Kilometer und damit 15,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ist die direkte Folge der Antriebsverschiebung: Je mehr Elektro- und Plug-in-Fahrzeuge zugelassen werden, desto niedriger fällt der rechnerische Flottenschnitt aus. Wie sich der Wert auf die einzelnen Antriebsarten verteilt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Über alle Fahrzeugarten hinweg kamen im Juli 325.682 neu zugelassene Kraftfahrzeuge und 25.377 Kraftfahrzeuganhänger zusammen. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 lagen die Pkw-Neuzulassungen insgesamt 5,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Gebrauchtmarkt mit leichtem Dämpfer

Auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt wechselten im Juli 685.844 Kraftfahrzeuge den Besitzer, das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Bei den Anhängern waren es 42.670 Besitzumschreibungen und damit ein Minus von 4,6 Prozent. Das ist ein Rückgang, aber kein Einbruch.

Ob und wie sich der hohe Elektroanteil bei den Neuwagen auf Gebrauchtpreise und Restwerte auswirkt, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten – die KBA-Statistik erfasst Stückzahlen, keine Preise. Plausibel ist lediglich, dass das Gebrauchtangebot an Elektroautos mit dem Auslaufen heutiger Leasingverträge wächst. Wer heute kauft, sollte Preise deshalb im konkreten Angebot vergleichen statt anhand von Marktprognosen.

Was offen bleibt

  • Welche Modelle konkret hinter dem Wachstum von BYD und Smart stehen, weist die KBA-Mitteilung nicht aus.
  • Der genaue Marktanteil der gewerblichen Zulassungen ist in der Mitteilung nicht beziffert, nur die Veränderung von -2,4 Prozent.
  • Wie sich der CO2-Durchschnitt von 91,2 g/km auf die einzelnen Antriebsarten verteilt, geht aus den Daten nicht hervor.
  • Ob die Verschiebung von gewerblichen zu privaten Zulassungen ein Trend oder ein Einmaleffekt ist, zeigt erst der Verlauf der kommenden Monate.
Wie viele Autos wurden im Juli 2026 in Deutschland neu zugelassen?

Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet 268.068 neu zugelassene Personenkraftwagen, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Über alle Fahrzeugarten hinweg waren es 325.682 Kraftfahrzeuge und zusätzlich 25.377 Anhänger.

Welche Marke hatte den größten Marktanteil?

Volkswagen mit 48.003 Neuzulassungen und einem Anteil von 17,9 Prozent. Anteilsstärkste Importmarke war Skoda mit 8,7 Prozent.

Wie hoch war der Anteil der Elektroautos?

Rein batterieelektrische Pkw kamen auf 78.609 Neuzulassungen und einen Anteil von 29,3 Prozent. Das ist ein Zuwachs von 61,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mit Plug-in-Hybriden zusammen liegt der Anteil bei rund 40 Prozent.

Welches Fahrzeugsegment war am beliebtesten?

SUVs mit 35,7 Prozent Anteil, gefolgt von der Kompaktklasse (13,8 Prozent), Kleinwagen (13,3 Prozent) und Geländewagen (10,2 Prozent). Die Abgrenzung folgt der Segmenteinteilung des KBA, das SUVs und Geländewagen getrennt ausweist.

Sinken jetzt die Preise für gebrauchte Elektroautos?

Das lässt sich aus der Zulassungsstatistik nicht ableiten, weil sie nur Stückzahlen erfasst. Sicher ist lediglich, dass die heute zugelassenen Fahrzeuge in ein bis drei Jahren als Jahreswagen und Leasingrückläufer verfügbar werden und das Gebrauchtangebot damit wächst.

Quelle der Zahlen: Kraftfahrt-Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 32/2026 zu den Fahrzeugzulassungen im Juli 2026.