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Seat ruft Ateca und Tarraco zurück: Schraube an der Lenkung kann brechen

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Seat holt weltweit 66.224 Ateca und Tarraco in die Werkstätten, allein 43.574 davon in Deutschland. Grund ist eine Befestigungsschraube an der Lenkung, die korrodieren und abreißen kann.

Seat Ateca, Kompakt-SUV, Seitenansicht vor neutralem Hintergrund
KI-generiertes Bild

Wer einen Seat Ateca oder Tarraco fährt, muss damit rechnen, in die Werkstatt zu müssen. Der Hersteller ruft weltweit 66.224 Fahrzeuge dieser beiden SUV-Baureihen zurück, davon 43.574 in Deutschland. Der Grund ist eine Befestigungsschraube an der Lenkung: Sie kann korrodieren und im ungünstigsten Fall abreißen, wodurch das Fahrzeug nicht mehr lenkbar wäre. Seat informiert die Halter schriftlich, der Werkstattbesuch erfolgt nach Terminvereinbarung; die Aktion läuft unter dem Herstellercode 48T7 und wird vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht.

Für Halterinnen und Halter heißt das: Bei dem Termin wird die betroffene Schraube gegen ein korrosionsbeständigeres Bauteil getauscht. Für alle anderen ändert sich nichts – wer keinen Ateca oder Tarraco besitzt und keinen anschaffen will, ist von der Sache nicht berührt. Wer einen Ateca oder Tarraco kaufen, leasen oder im Abo nutzen möchte, sollte beim Anbieter nachfragen, ob der Rückruf 48T7 bereits erledigt ist.

Welche Modelle und Produktionszeiträume betroffen sind

Der Rückruf umfasst die Kompakt-SUV-Baureihe Ateca und das größere Modell Tarraco. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum April 2016 bis September 2024. Rund achteinhalb Jahre Bauzeit sind für einen Rückruf ein auffällig langer Zeitraum, denn viele Aktionen betreffen einzelne Modelljahre oder kurze Fertigungsserien. Über welche Chargen oder Zulieferer sich der Fehler erstreckt und warum er so lange unentdeckt blieb, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Produktions- und Zulassungsdatum: Ein Fahrzeug, das im Herbst 2024 gebaut wurde, kann erst 2025 auf die Straße gekommen sein. Maßgeblich für die Betroffenheit ist allein die Fahrgestellnummer (FIN), nicht das Datum im Fahrzeugschein. Ein Seat-Partner kann anhand der FIN abfragen, ob ein konkretes Auto in der Aktion steckt; zusätzlich führt das KBA Rückrufe in seiner öffentlichen Datenbank.

MerkmalWert
Betroffene ModelleSeat Ateca, Seat Tarraco
Herstellercode48T7
Fahrzeuge weltweit66.224
Fahrzeuge in Deutschland43.574
ProduktionszeitraumApril 2016 bis September 2024
MangelKorrosionsanfällige Befestigungsschraube an der Lenkung
AbhilfeAustausch gegen Bauteil mit höherer Korrosionsbeständigkeit
ÜberwachungKraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Warum eine einzelne Schraube so kritisch ist

Rückrufe unterscheiden sich stark in ihrer Tragweite. Ein Software-Update für das Infotainment oder eine klemmende Heckklappe ist ärgerlich, aber selten gefährlich. Ein Mangel an der Lenkung gehört dagegen zu den kritischsten Fällen, die ein Hersteller melden kann, weil der Fahrer im Ernstfall die Kontrolle über die Fahrtrichtung verliert. Genau deshalb wird eine solche Aktion vom Kraftfahrt-Bundesamt begleitet und nicht als stille Serviceaktion abgewickelt.

Die Ursache liegt nach Angaben des Herstellers in der Korrosionsbeständigkeit der verbauten Schraube. Rostet das Bauteil über die Jahre, kann es unter Last brechen. Die Abhilfe ist technisch simpel: Die Werkstatt ersetzt die Schraube durch eine widerstandsfähigere Variante. Ob bereits Unfälle oder Schäden durch den Defekt bekannt geworden sind, ist in den vorliegenden Angaben nicht ausgewiesen.

Was Halter jetzt tun sollten

  • Fahrgestellnummer bereithalten und beim Seat-Partner prüfen lassen, ob das Fahrzeug unter den Code 48T7 fällt.
  • Auf das Anschreiben von Seat achten – bei überwachten Rückrufen werden die Halter in der Regel schriftlich kontaktiert; zu Zeitplan und Ablauf liegen keine Angaben vor.
  • Beim Werkstatttermin nachfragen, wie lange das Fahrzeug bleibt und ob ein Ersatzwagen gestellt wird. Auch dazu gibt es bislang keine offizielle Auskunft.
  • Beim Kauf, Leasing oder Abo eines Ateca oder Tarraco aus den betroffenen Produktionsjahren ausdrücklich nach der erledigten Aktion 48T7 fragen und sich das im Serviceheft oder per Werkstattbeleg bestätigen lassen.
  • Auffälligkeiten an der Lenkung – ungewohnte Geräusche, Spiel, verändertes Lenkgefühl – nicht abwarten, sondern sofort abklären lassen.

Zur Frage, ob Halter das Fahrzeug bis zur Reparatur weiter nutzen dürfen, liegen keine Angaben vor. Solange weder der Hersteller noch das KBA ein Fahrverbot oder einen Stilllegungshinweis ausspricht, bleibt es beim normalen Werkstatttermin. Wer unsicher ist, stellt diese Frage am besten direkt bei der Terminvereinbarung und verlässt sich nicht auf Foren.

Einordnung: mittelgroße Aktion, hohe Kritikalität

Mit 66.224 Fahrzeugen weltweit ist der Rückruf für ein SUV-Duo dieser Klasse eine mittelgroße Aktion – deutlich mehr als eine punktuelle Chargenkorrektur, aber weit entfernt von den Millionenrückrufen, die es in der Branche schon gegeben hat. Auffällig ist vor allem der Anteil Deutschlands: Knapp zwei Drittel der betroffenen Autos stehen hier, was die Bedeutung des Marktes für Ateca und Tarraco unterstreicht. Am Vorgehen für Halter ändert die Größenordnung nichts – entscheidend ist allein, was die FIN-Prüfung beim Seat-Partner ergibt.

Naheliegend ist die Frage, ob technisch verwandte Modelle anderer Konzernmarken dasselbe Bauteil tragen. Belegt ist das nicht: Die vorliegenden Angaben nennen ausschließlich Ateca und Tarraco, alles Weitere bleibt offen. Ebenso ungeklärt ist bislang, ob für Halter Kosten entstehen. Bei sicherheitsrelevanten, vom KBA überwachten Rückrufen tragen die Hersteller die Kosten in der Regel unabhängig vom Fahrzeugalter – eine ausdrückliche Bestätigung für die Aktion 48T7 liegt nicht vor.

Für den Wert eines gebrauchten Fahrzeugs ist ein erledigter Rückruf grundsätzlich kein Makel, sondern ein Pluspunkt: Das Auto hat ein nachweislich geprüftes und ersetztes Bauteil an Bord. Kritisch wird es nur, wenn ein Angebot aus dem betroffenen Produktionszeitraum stammt und der Anbieter keine Auskunft über den Stand der Aktion geben kann. Praktisch heißt das: vor der Unterschrift den Eintrag im Serviceheft oder ein Foto der Werkstattrechnung zeigen lassen und im Zweifel die FIN beim Seat-Partner abfragen. Auf AutoHub lassen sich Ateca und Tarraco als Neu-, Gebraucht- und Jahreswagen sowie für Leasing und Abo vergleichen – die Frage nach der Aktion 48T7 gehört dort in die erste Nachricht an den Anbieter.

Welche Baujahre von Seat Ateca und Tarraco sind betroffen?

Der Rückruf betrifft Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum April 2016 bis September 2024. Entscheidend ist das Produktionsdatum, nicht die Erstzulassung – Klarheit bringt nur die Prüfung der Fahrgestellnummer.

Wie lautet der Herstellercode für diesen Rückruf?

Die Aktion läuft unter dem Code 48T7. Unter dieser Nummer kann der Seat-Partner den Vorgang zuordnen, und auch beim Kauf, Leasing oder Abo lässt sich damit nachfragen, ob die Arbeiten erledigt sind.

Wie viele Fahrzeuge sind betroffen?

Weltweit 66.224 Fahrzeuge, davon 43.574 in Deutschland. Damit liegt der Schwerpunkt der Aktion klar auf dem deutschen Markt.

Welche Gefahr besteht bei der korrodierten Schraube?

Die Lenkungsschraube ist korrosionsanfällig; reißt sie, kann im Extremfall die Lenkfähigkeit ausfallen. Deshalb zählt der Mangel zu den sicherheitskritischen Fällen und wird vom Kraftfahrt-Bundesamt überwacht.

Was passiert in der Werkstatt?

Die betroffene Schraube wird gegen ein Bauteil mit höherer Korrosionsbeständigkeit ersetzt. Wie lange der Termin dauert und ob ein Ersatzfahrzeug gestellt wird, hat Seat bislang nicht mitgeteilt.

Sind auch baugleiche Modelle anderer Marken betroffen?

Dazu liegen keine belastbaren Angaben vor. Genannt werden ausschließlich Seat Ateca und Seat Tarraco. Wer ein technisch verwandtes Modell fährt und unsicher ist, kann die Fahrgestellnummer bei seiner Marke abfragen lassen.