Stellantis ruft 180.198 Plug-in-Hybride wegen Brandgefahr zurück
Peugeot, Opel, Citroën und DS: Wegen einer undichten Hochvolt-Batterie müssen 180.198 Plug-in-Hybride der Baujahre 2019 bis Anfang 2023 in die Werkstatt. Sicherheit gibt nur die Abfrage der Fahrzeug-Identifizierungsnummer, die KBA-Nummer lautet 013819.

Der Stellantis-Konzern ruft in Deutschland 180.198 Plug-in-Hybride zurück. Grund ist eine mangelhafte Abdichtung am Gehäuse der Hochvolt-Batterie: Dringt Wasser ein, kann es zu Korrosion und in der Folge zu einem Kurzschluss kommen. Daraus ergibt sich laut Rückrufunterlagen eine erhöhte Brandgefahr, die auch dann besteht, wenn das Fahrzeug geparkt ist. Ob ein bestimmtes Auto betroffen ist, klärt verbindlich nur die Abfrage der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (VIN) beim Vertragshändler; für die Terminvereinbarung hilft die Referenznummer 013819, unter der das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf führt.
Wer eines der betroffenen Modelle fährt, sollte den Werkstatttermin nicht aufschieben, sobald die Aufforderung kommt. Und wer gerade einen Plug-in-Hybrid von Peugeot, Opel, Citroën oder DS aus diesen Baujahren ins Auge fasst, hat jetzt eine zusätzliche Frage an den Verkäufer: Ist der Rückruf an diesem Fahrzeug schon abgearbeitet — und wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Welche Modelle betroffen sind
Betroffen sind Plug-in-Hybride auf Basis der Konzernplattform EMP2 aus vier Marken, gebaut von 2019 bis Anfang 2023. Weil alle dieselbe technische Basis nutzen, wirkt sich der Fehler an einem gemeinsam verwendeten Bauteil markenübergreifend aus.
- Peugeot 3008 II Hybrid
- Peugeot 508 II Hybrid
- Opel Grandland X
- Opel Grandland Hybrid
- Citroën C5 Aircross Hybrid
- DS 7 Crossback E-Tense
Betroffen sind ausschließlich die Plug-in-Hybride dieser Baureihen. Verbrenner- und reine Elektroversionen sind nicht Teil des Rückrufs. Entscheidend ist am Ende aber nicht das Modell allein, sondern die Fahrzeug-Identifizierungsnummer: Nur über die VIN lässt sich sicher klären, ob ein konkretes Auto in der Rückrufaktion steckt.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| KBA-Referenznummer | 013819 |
| Betroffene Fahrzeuge in Deutschland | 180.198 |
| Baujahre | 2019 bis Anfang 2023 |
| Fahrzeugplattform | EMP2 |
| Marken | Peugeot, Opel, Citroën, DS |
| Mangel | undichtes Gehäuse der Hochvolt-Batterie |
| Risiko | Wassereintritt, Korrosion, Kurzschluss, Brandgefahr |

Was der Mangel technisch bedeutet
Die Hochvolt-Batterie eines Plug-in-Hybrids sitzt in einem geschlossenen Gehäuse, das sie gegen Feuchtigkeit abschirmt. Ist diese Abdichtung fehlerhaft, kann Wasser eindringen. Feuchtigkeit an stromführenden Bauteilen führt zu Korrosion, Korrosion begünstigt Kurzschlüsse — und ein Kurzschluss in einer Hochvolt-Batterie kann einen Brand auslösen. Das Risiko hängt dabei nicht am Fahrbetrieb: Die erhöhte Brandgefahr besteht auch im geparkten Zustand. Diese Angabe stammt aus den Rückrufunterlagen; eine unabhängige Bestätigung liegt uns nicht vor.
Ob dem Rückruf konkrete Brand- oder Schadensfälle vorausgegangen sind, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Offen ist auch die weltweite Größenordnung; die Zahl 180.198 bezieht sich auf Deutschland.
Wie die Werkstatt vorgeht
Die Abhilfe läuft zweistufig. Zuerst prüft die Werkstatt das Batteriegehäuse mit einem Drucktest auf Dichtheit. Besteht das Gehäuse diesen Test, montieren die Techniker neue Dichtungen und Abdeckungen und spielen zusätzlich ein Update für das Batteriemanagementsystem (BMS) auf. Fällt der Drucktest dagegen negativ aus, wird die komplette Hochvolt-Batterie getauscht — ausgetauscht wird also nur dort, wo der Test einen Defekt anzeigt.
Wie lange der Werkstattaufenthalt dauert und ob ein Ersatzfahrzeug gestellt wird, ist in den vorliegenden Unterlagen nicht geregelt. Auch zur Kostenfrage — insbesondere für Fahrzeuge außerhalb der Garantie — gibt das Material keine Auskunft. Bei sicherheitsrelevanten Rückrufen ist eine Kostenübernahme durch den Hersteller nach unserer Einschätzung die Regel, ausdrücklich zugesichert ist sie hier aber nicht. Diese Frage sollten Halter beim Werkstatttermin stellen.
Was Halter jetzt tun sollten
- Prüfen, ob das eigene Fahrzeug Modell und Baujahr entspricht — Plug-in-Hybrid, Baujahr 2019 bis Anfang 2023.
- Mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer beim Vertragshändler der jeweiligen Marke nachfragen. Nur die VIN gibt sichere Auskunft.
- Die KBA-Referenznummer 013819 bereithalten, sie erleichtert die Zuordnung in der Werkstatt.
- Nach der Kostenübernahme fragen — sie ist im Rückrufmaterial nicht ausdrücklich geregelt.
- Auffälligkeiten wie Warnmeldungen des Hybridsystems oder Geruchsentwicklung nicht abwarten, sondern sofort melden.
Wann und in welcher Reihenfolge die Halter angeschrieben werden, ist bislang nicht bekannt. In der Regel benachrichtigen Hersteller die betroffenen Halter per Post. Wer nicht warten will, kann selbst aktiv werden und den Rückrufstatus beim Händler abfragen.
Worauf Käufer von Gebraucht- und Jahreswagen achten sollten
Für alle, die einen dieser Plug-in-Hybride als Gebraucht- oder Jahreswagen kaufen wollen, ändert der Rückruf nichts Grundsätzliches am Fahrzeug — er ergänzt aber die Checkliste. Fragen Sie vor dem Kauf, ob die Maßnahme nach KBA-Nummer 013819 bereits durchgeführt wurde und ob dabei nur die Dichtungen erneuert oder die Batterie komplett getauscht wurde. Eine Dokumentation im Serviceheft oder als Werkstattbeleg gehört in die Unterlagen.
Ein Batterietausch ist dabei kein Nachteil, im Gegenteil: Ein neuer Akku im Fahrzeug ist ein Wert, kein Makel. Ungeklärt ist eher der umgekehrte Fall — ein noch nicht abgearbeiteter Rückruf bedeutet für den Käufer einen zusätzlichen Werkstatttermin und offene Fragen zur Kostenübernahme nach dem Halterwechsel. Lassen Sie sich diesen Punkt schriftlich bestätigen. Wie sich der Rückruf auf die Marktpreise dieser Baureihen auswirkt, lässt sich derzeit nicht seriös beziffern.
Die betroffenen Baureihen finden sich auf AutoHub als Neu-, Gebraucht- und Jahreswagen — zum Kauf, als Leasing oder im Abo. Wer dort ein Fahrzeug aus den Baujahren 2019 bis Anfang 2023 anfragt, sollte den Rückrufstatus gleich mit abfragen und sich die Fahrzeug-Identifizierungsnummer geben lassen.
Besteht die Brandgefahr auch im geparkten Zustand?
Laut Rückrufunterlagen ja. Das erhöhte Brandrisiko wird ausdrücklich auch für das abgestellte Fahrzeug angegeben, weil der Kurzschluss unabhängig vom Fahrbetrieb entstehen kann.
Was passiert, wenn der Drucktest der Batterie fehlschlägt?
Dann wird die Hochvolt-Batterie komplett ausgetauscht. Besteht das Gehäuse den Test, genügen neue Dichtungen und Abdeckungen sowie ein Update des Batteriemanagementsystems (BMS).
Was kostet mich die Reparatur?
Das vorliegende Rückrufmaterial trifft dazu keine Aussage. Bei sicherheitsrelevanten Rückrufen übernimmt üblicherweise der Hersteller die Kosten, eine ausdrückliche Zusage ist uns hier aber nicht bekannt. Fragen Sie beim Vertragshändler nach.
Gab es bereits Brände durch diesen Mangel?
Ob dem Rückruf konkrete Vorfälle vorausgegangen sind, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Bestätigte Schadensfälle sind uns nicht bekannt.
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