Audi geht gegen den Import seiner chinesischen Modelle E5 Sportback und E7X vor
Ein Parallelimporteur bot zwei Elektromodelle in Deutschland an, die Audi ausschließlich für China entwickelt hat. Dem Hersteller zufolge fehlt die EU-Typgenehmigung, Service gibt es außerhalb Chinas nicht.

Ein deutscher Parallelimporteur, der unter dem Namen Auto China auftritt, hat zwei Elektromodelle in Deutschland angeboten, die Audi für den chinesischen Markt entwickelt hat: den AUDI E5 Sportback und den AUDI E7X. Audi leitet nach den vorliegenden Angaben rechtliche Schritte ein, um den Import zu unterbinden. Begründet wird das damit, dass die Fahrzeuge keine EU-Typgenehmigung besitzen und außerhalb Chinas weder vom Hersteller noch von autorisierten Händlern gewartet werden. Die Angebote sind inzwischen von der Internetseite des Importeurs verschwunden. Für regulär angebotene Audi-Modelle und ihre Garantien ändert sich dadurch nichts.
Was angeboten wurde
Der AUDI E5 Sportback und der AUDI E7X wurden für den chinesischen Markt entwickelt, für Europa waren sie nicht vorgesehen. Der Importeur bot sie laut den vorliegenden Angaben zu Preisen ab etwa 60.000 Euro an; diese Zahl ist unbestätigt, eine offizielle Preisangabe für Deutschland gibt es nicht. Erste Exemplare sollen bereits in deutschen Großstädten unterwegs sein. Wie viele Fahrzeuge tatsächlich nach Deutschland eingeführt wurden, ist offen; belastbare Zahlen liegen uns nicht vor.
AUDI ohne die vier Ringe
Die Modelle tragen nicht das bekannte Logo mit den vier Ringen, sondern den Schriftzug AUDI. Dahinter steht eine eigene Marke, die 2025 speziell für den chinesischen Markt gegründet wurde. Welche geschäftlichen Überlegungen dahinterstehen, hat Audi öffentlich nicht im Einzelnen ausgeführt.
Für die Markenarchitektur eines deutschen Herstellers ist dieser Schritt ungewöhnlich. Chinaspezifische Baureihen gab es schon länger, auch bei anderen Konzernmarken, doch sie liefen bisher meist unter demselben Markenzeichen wie die weltweit verkauften Modelle. Der Import zeigt erstmals, dass Fahrzeuge dieser China-Marke auch in Deutschland angeboten wurden. Offen ist, wie Audi dagegen vorgehen kann.
Was die fehlende Typgenehmigung für die Zulassung bedeutet
Eine EU-Typgenehmigung bescheinigt, dass ein Fahrzeugtyp die europäischen Vorschriften erfüllt, von der Beleuchtung über die Bremsanlage bis zu den Anforderungen an Fahrerassistenz und Datensicherheit. Ohne sie lässt sich ein Fahrzeug in Deutschland nicht ohne Weiteres zulassen. Beim klassischen Graumarkt-Import, etwa von US-Fahrzeugen, geht es meist um einzelne Anpassungen und eine Einzelgenehmigung. Hier fehlt die Genehmigung nach den vorliegenden Angaben vollständig, was den Aufwand und das Risiko für den Käufer deutlich erhöht.
Ob und unter welchen Bedingungen bereits eingeführte Exemplare in Deutschland zugelassen oder weiter genutzt werden dürfen, ist derzeit nicht geklärt. Wir haben dazu keine belastbaren Angaben und tragen die Antwort nach, sobald sie vorliegt.
Kein Werksservice außerhalb Chinas
Der zweite Punkt betrifft den Alltag. Audi und seine autorisierten Händler führen an diesen Modellen außerhalb Chinas keine Wartungs- und Reparaturarbeiten durch; dort gelten sie als Fremdfabrikate. Damit fehlen Ersatzteilversorgung, Diagnosetechnik und Software-Updates über das Händlernetz. Wer ein solches Fahrzeug besitzt, ist für Wartung, Unfallreparatur und Software auf freie Werkstätten und auf das angewiesen, was der Importeur selbst organisiert.
Der Stand in Zahlen und Fakten
| Merkmal | Stand |
|---|---|
| Modelle | AUDI E5 Sportback, AUDI E7X |
| Anbieter in Deutschland | Parallelimporteur Auto China |
| Preis | ab ca. 60.000 Euro (unbestätigt) |
| EU-Typgenehmigung | liegt nach vorliegenden Angaben nicht vor |
| Wartung durch Audi außerhalb Chinas | nein, Fahrzeuge gelten dort als Fremdfabrikate |
| Status der Angebote | von der Internetseite des Importeurs entfernt |
| Marke AUDI ohne vier Ringe | 2025 für den chinesischen Markt gegründet |
| Technische Daten, Reichweite, Leistung | liegen uns nicht vor |
Was offen bleibt
Unklar ist, worauf sich Audis Vorgehen stützt. Denkbar sind markenrechtliche Ansprüche, zulassungsrechtliche Argumente oder beides zusammen; eine Angabe des Herstellers dazu liegt uns nicht vor. Solange das nicht ausgeführt ist, lässt sich auch nicht sagen, wie schnell eine Entscheidung fällt und welche Reichweite sie hat. Dass die Fahrzeuge von der Website des Importeurs verschwunden sind, bedeutet nicht automatisch, dass der Fall erledigt ist.
Auch andere deutsche Hersteller entwickeln Modelle ausschließlich für China, teils unter eigenen Labels. Ob und wie häufig Händler solche Fahrzeuge künftig nach Europa einführen, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Der Fall AUDI E5 Sportback und E7X ist der erste uns bekannte dieser Art.
Was gilt für Fahrzeuge, die bereits in Deutschland sind?
Das ist derzeit nicht geklärt. Ob und unter welchen Bedingungen solche Exemplare zugelassen oder weiter genutzt werden dürfen, hängt vom weiteren Verfahren und von der Beurteilung der Zulassungsbehörden ab.
Wer kann ein bereits eingeführtes Fahrzeug warten?
Audi und seine autorisierten Händler tun es außerhalb Chinas nicht. Bleiben freie Werkstätten und das, was der Importeur selbst organisiert. Wie die Versorgung mit Ersatzteilen und Software-Updates in diesen Fällen auf Dauer läuft, ist offen.
Weiterlesen
- NachrichtMitsubishi kündigt Google Gemini für Fahrzeuge mit Google built-in an
- NachrichtBMW ruft 744.234 Fahrzeuge zurück: Starter kann im Extremfall Feuer auslösen
- NachrichtSeat bis 2029: Modellpflege statt neuer Generationen
- NachrichtRenault E-Space Concept: Sechs Sitze, drehbar, und viele offene Daten