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Ganzjahresreifen im Test: Pirelli gewinnt, Linglong fällt ab

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Die GTÜ hat zehn Ganzjahresreifen der verbreiteten Größe 225/45 R17 in Schweden und Spanien geprüft. Vorn liegt der Pirelli Cinturato All Season SF 3 – rund 150 Euro pro Satz teurer als der Budget-Kandidat Linglong Grip Master 4S, der im Leistungsvergleich abfiel.

Nahaufnahme eines Ganzjahresreifens mit sichtbarem Profil vor grauem Hintergrund
KI-generiertes Bild

Wer einen Satz Ganzjahresreifen in der Größe 225/45 R17 braucht, hat jetzt eine aktuelle Entscheidungsgrundlage. Die Prüforganisation GTÜ hat zusammen mit der Auto Zeitung, dem ACV und dem ARBÖ zehn Modelle dieser Dimension getestet. Testsieger ist der Pirelli Cinturato All Season SF 3 mit 411 von 450 möglichen Punkten, der zugleich als Preis-Leistungs-Empfehlung ausgezeichnet wurde. Ein Satz kostet nach Angaben der Tester rund 475 Euro; alle genannten Preise stammen aus dem Test und können je nach Händler und Region abweichen.

Die praktische Botschaft für Käufer: Der günstigste Kandidat im Feld, der Linglong Grip Master 4S, liegt bei etwa 325 Euro pro Satz und damit rund 150 Euro unter dem Testsieger. Im Leistungsvergleich fiel er allerdings deutlich ab – mehr dazu weiter unten. Reifen bestimmen Bremsweg und Haftung, und genau hier lagen im Test messbare Unterschiede.

Für wen die Ergebnisse gelten

Getestet wurde ausschließlich die Dimension 225/45 R17. Sie ist typisch für Fahrzeuge der Kompaktklasse, die Tester nennen als Beispiel den VW Golf. Welche Größe auf Ihr Auto gehört, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I und meist auch auf einem Aufkleber im Türrahmen oder in der Tankklappe.

Reifentests lassen sich nicht eins zu eins auf andere Größen übertragen. Hersteller konstruieren jede Dimension einzeln, Reifenaufbau (Karkasse) und Profilgestaltung unterscheiden sich. Die Ergebnisse geben also eine belastbare Orientierung zur Güte einer Modellreihe, sind aber kein Versprechen für einen 16- oder 18-Zöller derselben Baureihe.

Fahrzeug auf schneebedeckter Straße während Winterbedingungen
KI-generiertes Bild

So wurde getestet

Die Prüfungen fanden an zwei Orten statt: unter winterlichen Bedingungen in Nordschweden und unter sommerlichen Bedingungen in Spanien. Damit deckt der Test die Spannweite ab, die ein Ganzjahresreifen im Alltag aushalten muss – Schnee im Januar, heißer Asphalt im Juli. Maximal waren 450 Punkte zu erreichen. Neben Pirelli und Continental waren unter anderem der Bridgestone Turanza All Season 6, der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 und der Michelin CrossClimate 2 im Feld.

Der Testsieger: Pirelli Cinturato All Season SF 3

Mit 411 von 450 Punkten setzte sich der Pirelli an die Spitze. Seine Stärken zeigte er laut Test vor allem auf nasser und trockener Straße – also in den Disziplinen, die den größten Teil des Jahres über zählen. Genau diese Kombination aus guter Leistung und einem Preis von rund 475 Euro pro Satz brachte ihm zusätzlich die Preis-Leistungs-Empfehlung ein.

Für Halter, die überwiegend in Regionen ohne lange Schneeperioden unterwegs sind, ist dieses Profil das passendere. Nasshaftung entscheidet über den Bremsweg bei Regen, und Regen gibt es in Deutschland in jedem Monat.

Platz zwei: Continental AllSeasonContact 2

Der Continental AllSeasonContact 2 kam auf 384 Punkte und damit auf den zweiten Platz. Er überzeugte besonders auf Schnee. Wer regelmäßig in höheren Lagen unterwegs ist oder im Winter auf Straßen fährt, die spät geräumt werden, sollte diesen Schwerpunkt in die Entscheidung einbeziehen. Einen Preis für diesen Reifen nennt die Veröffentlichung nicht.

Zwischen Platz eins und zwei liegen 27 von 450 Punkten, das entspricht rund sechs Prozent der möglichen Gesamtwertung. Die beiden Reifen setzen die Schwerpunkte unterschiedlich: Pirelli auf nass und trocken, Continental auf Schnee.

Premium gegen Budget: Was die 150 Euro bringen

Der Linglong Grip Master 4S kostet mit rund 325 Euro pro Satz deutlich weniger als der Testsieger, fiel im Leistungsvergleich aber deutlich ab. In welchen einzelnen Disziplinen die Schwächen lagen, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor – der Befund ist also allgemein formuliert.

Wie stark der Aufpreis von 150 Euro ins Gewicht fällt, hängt davon ab, wie lange ein Satz hält. Dazu macht die Veröffentlichung keine Angaben. Als Einschätzung der Redaktion: Rechnet man mit drei bis fünf Jahren Nutzung, entfallen auf den Aufpreis etwa 30 bis 50 Euro pro Jahr. Ob Ihnen das die bessere Testleistung wert ist, müssen Sie entscheiden.

MerkmalWert
Getestete Dimension225/45 R17
Anzahl getesteter Modelle10
TestorteNordschweden (Winter), Spanien (Sommer)
Maximale Punktzahl450
Platz 1: Pirelli Cinturato All Season SF 3411 Punkte, ca. 475 Euro pro Satz
Platz 2: Continental AllSeasonContact 2384 Punkte, Preis nicht genannt
Linglong Grip Master 4Sca. 325 Euro pro Satz, Leistung deutlich abfallend
Weitere genannte ModelleBridgestone Turanza All Season 6, Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, Michelin CrossClimate 2 (ohne Platzierung)

Was der Test nicht beantwortet

Drei Punkte bleiben offen. Erstens sind vier der zehn Kandidaten in der Veröffentlichung nicht namentlich aufgeführt. Zweitens fehlen die Platzierungen und Punktzahlen von Bridgestone, Goodyear und Michelin. Drittens ist nicht aufgeschlüsselt, in welchen Disziplinen die günstigen Reifen genau zurückfielen – ob beim Bremsweg auf Nässe, bei der Traktion auf Schnee oder beim Handling.

Auch zur Frage, ob Ganzjahresreifen für Ihr persönliches Fahrprofil die richtige Wahl sind, liefert der Test keine Antwort. Er vergleicht Ganzjahresreifen untereinander, nicht gegen die Kombination aus Sommer- und Winterreifen. Wer viel in Bergregionen oder bei dauerhaft tiefen Temperaturen fährt, sollte diesen Vergleich getrennt anstellen.

Zur gesetzlichen Kennzeichnung – etwa dem Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke – macht die Veröffentlichung ebenfalls keine Angaben. Prüfen Sie die Kennzeichnung auf der Reifenflanke und beim Händler, bevor Sie bestellen.

Gelten die Ergebnisse auch für andere Reifengrößen?

Nur eingeschränkt. Getestet wurde ausschließlich 225/45 R17. Hersteller konstruieren jede Dimension einzeln, deshalb können andere Größen derselben Modellreihe abweichend abschneiden. Die Ergebnisse taugen als Orientierung, nicht als Garantie.

Woher weiß ich, welche Reifengröße auf mein Auto gehört?

Die zulässigen Größen stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Zusätzlich findet sich meist ein Aufkleber im Türrahmen oder in der Tankklappe, der Größe und Luftdruck angibt.

Woran erkenne ich, ob ein Ganzjahresreifen als wintertauglich gilt?

Maßgeblich ist das Alpine-Symbol, ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke auf der Reifenflanke. Zu den einzelnen getesteten Modellen macht die Veröffentlichung dazu keine Angaben – prüfen Sie die Kennzeichnung vor der Bestellung am Reifen oder beim Händler.

Sind Ganzjahresreifen besser als Sommer- und Winterreifen im Wechsel?

Diese Frage beantwortet der Test nicht. Er vergleicht ausschließlich Ganzjahresreifen untereinander. Wer viel in Bergregionen oder bei dauerhaft tiefen Temperaturen unterwegs ist, sollte den Vergleich mit zwei Reifensätzen getrennt anstellen.

Sind die genannten Preise verbindlich?

Nein. Die Angaben von rund 475 Euro für den Pirelli Cinturato All Season SF 3 und rund 325 Euro für den Linglong Grip Master 4S stammen aus dem Test. Je nach Händler, Region und Zeitpunkt können die Satzpreise abweichen; Montage und Auswuchten kommen in der Regel hinzu.

Quellen