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Ganzjahresreifen im Test: Zwölf Meter Unterschied beim Nassbremsen

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Das Fachportal Tyre Reviews hat zehn Ganzjahresreifen der Dimension 225/40 R18 verglichen. Sieger wurde der Goodyear Vector All Season 4 – das Schlusslicht brauchte auf nasser Straße rund zwölf Meter länger zum Stehen.

Ein Fahrzeug bremst auf nasser Straße und hinterlässt Bremsslipspuren auf dem Asphalt
KI-generiertes Bild

Wer sein Auto auf Ganzjahresreifen der Größe 225/40 R18 stellt, hat beim nächsten Reifenkauf eine Entscheidung zu treffen, die sich in Metern messen lässt. Das Fachportal Tyre Reviews hat zehn Modelle dieser Dimension gegeneinander gefahren und dabei Nassbremswege zwischen 31,82 und 43,79 Metern gemessen. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen im Feld liegen damit rund zwölf Meter – in einer Situation, in der ein Fahrzeug bei Nässe zum Stehen kommen muss, ist das die Differenz zwischen Anhalten und Auffahren.

Für Halter bedeutet das etwas sehr Praktisches: Preis allein greift hier zu kurz. In dieser Dimension unterscheiden sich die Modelle deutlich in sicherheitsrelevanten Disziplinen. Die Testsieger liegen untereinander fast gleichauf, der Abstand nach unten ist dagegen erheblich. Wer also ohnehin einen Satz Ganzjahresreifen braucht, findet an der Spitze mehrere Modelle mit vergleichbar guter Bewertung – und am Tabellenende eines, das im Test deutlich abfiel.

Wie getestet wurde

Als Testfahrzeug diente ein VW Golf GTI Clubsport mit 300 PS. Das ist eine bewusst anspruchsvolle Basis: Ein leistungsstarker Kompaktsportler fordert von einem Reifen viel Seitenführung, kurze Bremswege und Sicherheit bei Aquaplaning. Bewertet wurde nicht eine einzelne Disziplin, sondern das Gesamtpaket aus trockener und nasser Fahrbahn, Schneeeigenschaften, Geräusch und Rollwiderstand. Genau daraus ergibt sich die Gesamtwertung in Prozent, nach der Tyre Reviews die Rangfolge bildet.

Nahaufnahme eines Ganzjahresreifenprofils mit Lamellenzeichnung auf nasser Fahrbahn
KI-generiertes Bild

Die Spitze liegt dicht beieinander

Gesamtsieger wurde der Goodyear Vector All Season 4 mit 97,7 Prozent. Der Reifen überzeugte laut Test mit starkem Nassgrip und stabilem Handling, war auf Schnee konkurrenzfähig und blieb gleichzeitig leise und rollwiderstandsarm. Es ist also weniger eine einzelne Bestleistung als die Abwesenheit von Schwächen, die ihn nach vorn brachte.

Dahinter folgt der Michelin CrossClimate 3 Sport mit 97,2 Prozent. Er war im Feld führend beim Nassbremsen und bei der Effizienz – zwei Punkte, die im Alltag auf Sicherheit und Verbrauch durchschlagen. Den dritten Platz belegt der Pirelli Cinturato All Season SF3 mit 97,0 Prozent, mit Stärken beim Trockenbremsen, beim Kurvenaquaplaning und beim Komfort.

Der Abstand zwischen Platz eins und Platz drei beträgt damit 0,7 Prozentpunkte. Praktisch heißt das: Wer sich für einen dieser drei Reifen entscheidet, macht nach diesem Test keinen Fehler. Ein Hinweis zur Namensähnlichkeit: Der CrossClimate 3 Sport ist eine andere Variante als der CrossClimate 3, der weiter unten im Feld landete – beide wurden im Test separat bewertet.

Warum Schnee-Bestwerte nicht zum Sieg reichen

Ein Ergebnis des Tests verdient besondere Aufmerksamkeit: Der Michelin CrossClimate 3 dominierte die Schneedisziplinen, landete in der Gesamtwertung aber mit 95,3 Prozent nur auf Platz acht. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Folge der Gewichtung. Ein Ganzjahresreifentest bewertet den Kompromiss über alle Jahreszeiten, nicht die Winterleistung allein.

Für die Kaufentscheidung ist das ein wichtiger Hinweis. Wer in einer Region mit regelmäßigem Schneefall unterwegs ist, sollte die Einzeldisziplinen lesen und nicht nur die Gesamtplatzierung. Wer überwiegend in schneearmen Gegenden fährt und vor allem nasse Straßen kennt, ist mit der Rangfolge des Gesamttests besser beraten.

Das Schlusslicht und sein Bremsweg

Den letzten Platz belegt der Royal Black Royal AS II mit 87,6 Prozent. Auf nasser Fahrbahn kam er erst nach 43,79 Metern zum Stehen, während der beste Wert im Feld bei 31,82 Metern lag. Die Differenz von knapp zwölf Metern ist Strecke, die in einer Notbremsung nicht zur Verfügung steht.

Laut Disziplinenwertung lag der Michelin CrossClimate 3 Sport beim Nassbremsen vorn. Der Einzelwert von 31,82 Metern wird im vorliegenden Testauszug jedoch keinem Modell zugeordnet. Die Sicherheitsdifferenz zwischen Spitze und Tabellenende ist dagegen belegt und der eigentliche Kern dieses Tests.

PlatzReifenWertungIm Test hervorgehoben
1Goodyear Vector All Season 497,7 %Nassgrip, Handling, Schnee, Geräusch, Rollwiderstand
2Michelin CrossClimate 3 Sport97,2 %Nassbremsen, Effizienz
3Pirelli Cinturato All Season SF397,0 %Trockenbremsen, Kurvenaquaplaning, Komfort
4–7keine Angabe im vorliegenden Testauszug
8Michelin CrossClimate 395,3 %beste Schneeleistung im Feld
9keine Angabe im vorliegenden Testauszug
10Royal Black Royal AS II87,6 %Nassbremsweg 43,79 m (bester Wert im Feld: 31,82 m)

Was der Test offenlässt

Die Ergebnisse gelten für die getestete Dimension 225/40 R18 und für die Bedingungen dieses Tests. Reifen desselben Modellnamens können in anderen Größen abweichen, weil Gummimischung und Profil pro Dimension angepasst werden – ob der Testsieger in anderen Größen ähnlich gut abschneidet, geht aus diesem Test nicht hervor. Zu Testort und Testzeitpunkt, zu Preisen, Verschleiß und Laufleistung sowie zu den Platzierungen vier bis sieben und neun liegen uns keine Angaben vor.

Wer jetzt Reifen kauft, hat trotzdem eine belastbare Orientierung: drei Modelle an der Spitze mit nahezu identischer Bewertung, ein klar erkennbares Risiko am Tabellenende und den Hinweis, bei Winterbedarf die Einzelwerte statt der Gesamtnote zu prüfen. Für Fahrzeug, Zulassung oder laufende Kosten ändert dieser Test nichts – er betrifft ausschließlich die Wahl des nächsten Reifensatzes.

Welcher Ganzjahresreifen hat den Test gewonnen?

Der Goodyear Vector All Season 4 mit einer Gesamtwertung von 97,7 Prozent. Er zeigte starken Nassgrip, stabiles Handling, konkurrenzfähige Schneeleistung sowie niedrigen Geräuschpegel und Rollwiderstand.

Wie groß ist der Unterschied beim Bremsweg?

Der letztplatzierte Royal Black Royal AS II benötigte auf nasser Fahrbahn 43,79 Meter, der beste Wert im Feld lag bei 31,82 Metern. Das sind rund zwölf Meter Differenz. Welchem Modell der Bestwert zuzuordnen ist, geht aus dem vorliegenden Testauszug nicht hervor; beim Nassbremsen führend war laut Disziplinenwertung der Michelin CrossClimate 3 Sport.

Warum landete der Michelin CrossClimate 3 nur auf Platz acht, obwohl er auf Schnee am besten war?

Die Gesamtwertung bildet alle Disziplinen ab – trockene und nasse Fahrbahn, Schnee, Geräusch und Rollwiderstand. Bestwerte in einer Kategorie reichen daher nicht für eine Spitzenplatzierung.

Gelten die Ergebnisse auch für andere Reifengrößen?

Getestet wurde ausschließlich die Dimension 225/40 R18. Ob dieselben Modelle in anderen Größen gleich abschneiden, lässt der Test offen.

Wurden Preise, Verschleiß und Laufleistung mitbewertet?

Dazu liegen uns keine Angaben aus diesem Test vor. Bewertet wurden die Fahrleistungen sowie Geräusch und Rollwiderstand.