Gebrauchtwagenpreise sinken seit sechs Monaten – nur E-Autos werden teurer
Der Gebrauchtwagen-Preisindex von AutoScout24 fällt im August 2026 zum sechsten Mal in Folge auf 26.863 Euro. Gebrauchte E-Autos gehen den umgekehrten Weg.

Wer im Moment einen Gebrauchtwagen sucht, zahlt im Schnitt weniger als noch vor einem halben Jahr. Der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) ist im August 2026 um 0,5 Prozent auf durchschnittlich 26.863 Euro gefallen – der sechste Rückgang in Folge. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Gebrauchte E-Autos wurden im selben Monat um 1,3 Prozent teurer. Wer zwischen Verbrenner und E-Auto abwägt, sollte deshalb je nach Segment mit entgegengesetzten Tendenzen rechnen.
Für Käuferinnen und Käufer heißt das konkret: Im breiten Markt sinkt das Preisniveau langsam, aber stetig. Ein halbes Prozent im Monat ist bei einem Fahrzeug für 20.000 Euro rechnerisch rund 100 Euro – kein Betrag, für den sich wochenlanges Warten lohnt, aber eine Richtung, die inzwischen ein halbes Jahr hält. Wer dagegen ein gebrauchtes E-Auto sucht, verhandelt derzeit gegen einen steigenden Markt. Und wer verkaufen will, sollte wissen, in welchem Segment sein Fahrzeug steht.
Gebrauchtwagenpreise sinken erneut

Der AGPI bildet den durchschnittlichen Angebotspreis von Gebrauchtwagen auf der Plattform AutoScout24 ab. Im Berichtsmonat lag er bei 26.863 Euro, 0,5 Prozent unter dem Vormonat. Bemerkenswert ist weniger die Höhe des einzelnen Rückgangs als die Serie: Sechs Monate in Folge fallende Durchschnittspreise sind mehr als die üblichen saisonalen Schwankungen. Nach unserer Einschätzung könnte das auf eine breitere Preiskorrektur nach Jahren hoher Gebrauchtwagenpreise hindeuten – die Auswertung selbst trifft dazu keine Aussage.
Was der Index nicht sagt: Er ist ein Durchschnitt über alle Fahrzeuge, Marken und Baujahre. Ein sinkender Gesamtwert kann auch daher rühren, dass sich die Zusammensetzung des Angebots verschiebt – etwa weil mehr günstige Fahrzeuge inseriert werden. Für den konkreten Fall lässt sich aus dem Index deshalb kein Preisnachlass ableiten. Er zeigt eine Richtung, keine Garantie.
Gebrauchte E-Autos: Preise steigen gegen den Trend
Gebrauchte E-Autos kosteten im Schnitt 38.217 Euro und damit 1,3 Prozent mehr als im Juli. Das ist der höchste Stand seit Jahresbeginn. Rechnerisch entspricht der Anstieg rund 500 Euro. Parallel dazu stieg die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos um 5,5 Prozent, das Angebot legte nur um 0,8 Prozent zu. Dass die Lücke zwischen beiden Werten den Preisanstieg mitträgt, liegt nahe – belegt ist der Zusammenhang durch die Zahlen allein nicht, und AutoScout24 nennt keine Ursache für das schwache Angebotswachstum.
Für die Kaufentscheidung ist der Abstand zum Gesamtmarkt relevant: Mit 38.217 Euro liegt der Durchschnittspreis eines gebrauchten E-Autos gut 11.000 Euro über dem Marktschnitt aller Gebrauchtwagen. Eine Erklärung für diesen Abstand nennt die Auswertung nicht. Wie sich einzelne Baujahre, Reichweitenklassen oder Marken innerhalb dieses Segments entwickeln, geht aus den veröffentlichten Zahlen ebenfalls nicht hervor.
Kleinwagen und Vans verzeichnen die stärksten Rückgänge
Am deutlichsten fielen die Preise bei Kleinwagen sowie bei Vans und Kleinbussen – jeweils um 1,2 Prozent. Kleinwagen kosteten im Schnitt 12.797 Euro, Vans und Kleinbusse 24.655 Euro. Rechnerisch entspricht der Rückgang damit rund 150 Euro beim Kleinwagen und rund 300 Euro bei Vans und Kleinbussen. Damit sind das die beiden Segmente mit dem stärksten Preisrückgang des Monats.
Auffällig ist der Kleinwagen: Die Nachfrage nach dieser Fahrzeugklasse stieg um 10,3 Prozent – und der Preis sank trotzdem. Das widerspricht der einfachen Logik, nach der steigende Nachfrage die Preise treibt. Eine Erklärung liefert der Bericht nicht. Plausibel wäre ein gleichzeitig kräftig gewachsenes Angebot, das den Preisdruck erzeugt; beziffert wird das Angebot im Kleinwagensegment aber nicht. Wer ein günstiges Einstiegsauto sucht, findet derzeit jedenfalls ein Segment vor, in dem viel Bewegung ist.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | August 2026 | Veränderung zum Vormonat |
|---|---|---|
| AGPI Gesamtmarkt | 26.863 Euro | -0,5 % |
| Gebrauchte E-Autos | 38.217 Euro | +1,3 % |
| Kleinwagen | 12.797 Euro | -1,2 % |
| Vans und Kleinbusse | 24.655 Euro | -1,2 % |
| Nachfrage E-Autos | keine Preisangabe | +5,5 % |
| Angebot E-Autos | keine Preisangabe | +0,8 % |
| Nachfrage Kleinwagen | keine Preisangabe | +10,3 % |
Zu den übrigen Segmenten – etwa Kompakt- und Mittelklasse, SUV oder Oberklasse – liegen aus dieser Auswertung keine Zahlen vor. Wer ein Fahrzeug aus einer dieser Klassen sucht oder verkauft, kann aus den genannten Werten also nicht auf den eigenen Fall schließen. Zur Einordnung bleibt dann nur der Gesamtindex – und der ist ein Durchschnitt über alle Klassen, Marken und Baujahre.
Kaufen oder warten?
Eine pauschale Antwort gibt der Index nicht her. Sechs Monate fallende Durchschnittspreise sind ein Hinweis darauf, dass der Druck auf die Verkäuferseite anhält – eine Prognose für die kommenden Monate ist daraus aber nicht abzuleiten, und AutoScout24 nennt keine. Wer bei einem Verbrenner keinen Zeitdruck hat, verliert derzeit wenig, wenn er noch vergleicht. Wer ein gebrauchtes E-Auto will, sieht sich dagegen einem Markt gegenüber, der zuletzt in die andere Richtung lief.
Für Verkäufer gilt das Umgekehrte: Wer ein E-Auto abgeben will, trifft aktuell auf eine Nachfrage, die schneller wächst als das Angebot. Wer einen Kleinwagen oder einen Van verkauft, muss dagegen mit einem nachgebenden Preisniveau rechnen. In beiden Fällen entscheidet am Ende der Zustand des konkreten Fahrzeugs, nicht der Marktdurchschnitt. Dieser Überblick ersetzt deshalb keine Modellauswahl. Wer ein bestimmtes Auto sucht, vergleicht am besten direkt über die Suche nach Marke und Modell – auf AutoHub für Neuwagen, Jahreswagen und Gebrauchte, zum Kauf, im Leasing oder im Abo.
Wie hoch ist der durchschnittliche Preis für einen Gebrauchtwagen?
Im August 2026 lag der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) bei durchschnittlich 26.863 Euro. Das sind 0,5 Prozent weniger als im Vormonat und der sechste Rückgang in Folge.
Warum steigen die Preise für gebrauchte E-Autos?
Im August 2026 stieg die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos um 5,5 Prozent, das Angebot nur um 0,8 Prozent. Dieses Missverhältnis dürfte den Preisanstieg von 1,3 Prozent auf 38.217 Euro mittragen. Eine offizielle Ursachenerklärung nennt die Auswertung nicht.
In welchen Segmenten sinken die Preise am stärksten?
Bei Kleinwagen sowie bei Vans und Kleinbussen. Beide Segmente gaben um 1,2 Prozent nach – Kleinwagen auf 12.797 Euro, Vans und Kleinbusse auf 24.655 Euro im Durchschnitt.
Sollte ich jetzt kaufen oder auf niedrigere Preise warten?
Der Index zeigt eine seit sechs Monaten fallende Tendenz im Gesamtmarkt, enthält aber keine Prognose. Bei Verbrennern spricht wenig gegen weiteres Vergleichen, bei gebrauchten E-Autos lief die Preisentwicklung zuletzt nach oben.
Gelten diese Zahlen für alle Fahrzeugklassen?
Nein. Veröffentlicht wurden Werte zum Gesamtindex, zu E-Autos, Kleinwagen sowie Vans und Kleinbussen. Zu Kompakt-, Mittel- oder Oberklasse liegen aus dieser Auswertung keine Zahlen vor.
Quellen
- AutoScout24: Der Gebrauchtwagenmarkt im August 2026autoservicepraxis.de
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