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Mercedes droht mit Schließung von zwei deutschen Werken

Von AutoHub Redaktion · Redaktion des AutoHub-MagazinsMit KI erstellt, redaktionell geprüft

Produktionsvorstand Michael Schiebe hat auf einer Betriebsversammlung in Sindelfingen vor der Schließung zweier deutscher Standorte gewarnt, falls es keine Einigung über Sparmaßnahmen gibt. Hintergrund ist ein Kostenvorteil des ungarischen Werks Kecskemét von rund 70 Prozent.

Luftaufnahme eines Mercedes-Benz Werksgeländes mit Produktionshallen, Lagerflächen und Parkplätzen
KI-generiertes Bild

Mercedes-Benz hat die Schließung von zwei deutschen Werken ins Spiel gebracht, falls sich Management und Arbeitnehmerseite nicht auf Kostensenkungen verständigen. Produktionsvorstand Michael Schiebe sprach die Warnung auf einer Betriebsversammlung im Werk Sindelfingen aus. Betroffen wären nach seinen Worten ein Montagewerk und ein Werk für Antriebsstränge. Welche Standorte konkret gemeint sind, blieb offen.

Für Mercedes-Kunden ändert sich durch diese Meldung nichts. Wer die Nachricht wirklich betrifft, sind die Beschäftigten an den deutschen Standorten, die Regionen um diese Werke und alle, die beobachten, wie die deutsche Autoindustrie ihre Fertigung zwischen West- und Osteuropa neu verteilt.

Worum es in der Auseinandersetzung geht

Kern des Streits ist die Arbeitszeit. Das Management fordert unter anderem, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden zu erhöhen – ohne Lohnausgleich. Rechnerisch bedeutet das drei zusätzliche Arbeitsstunden pro Woche zum gleichen Lohn, also eine Senkung der Personalkosten je Stunde um knapp acht Prozent. Welche weiteren Sparmaßnahmen auf der Liste des Managements stehen, ist aus dem vorliegenden Material nicht ersichtlich.

Betriebsrat und IG Metall lehnen die Forderung nach längerer Arbeitszeit ohne Ausgleich entschieden ab. Konkrete Gegenvorschläge der Arbeitnehmerseite sind bislang nicht bekannt. Auch ein Datum, bis zu dem eine Einigung stehen müsste, um die angedrohten Schließungen abzuwenden, wurde nicht genannt.

Der Vergleich mit Kecskemét

Das wirtschaftliche Argument des Managements ist das ungarische Werk Kecskemét. Dort ist die Produktion nach Unternehmensangaben rund 70 Prozent günstiger als in Deutschland. Diese Zahl ist der Hebel, mit dem in den Verhandlungen gearbeitet wird: Sie stellt jeden deutschen Standort unter die Frage, warum dort gebaut wird, was woanders für einen Bruchteil entsteht.

Die Zahl verlangt allerdings eine Einordnung. Häufig wird für das Lohnkostengefälle zwischen west- und osteuropäischen Fertigungsstandorten eine Spanne von rund 30 bis 50 Prozent genannt; ein Gesamtkostenvorteil von 70 Prozent für einen kompletten Standort läge nach unserer Einschätzung deutlich darüber. Ohne Aufschlüsselung nach Löhnen, Energie, Steuern, Förderungen und Auslastung bleibt der Wert ein Verhandlungsargument, dessen Belastbarkeit von außen nicht zu prüfen ist.

MerkmalWert
Wochenarbeitszeit aktuell35 Stunden
Wochenarbeitszeit gefordert38 Stunden, ohne Lohnausgleich
Kostenvorteil Kecskemét gegenüber Deutschlandrund 70 Prozent (laut Unternehmen)
Zur Schließung genannte Standorteein Montagewerk, ein Werk für Antriebsstränge (nicht benannt)
Frist für eine Einigungoffen

Eine Ankündigung mitten in der Verhandlung

Die Warnung fiel, während über Kostensenkungen verhandelt wird. Das heißt nicht, dass sie folgenlos bleiben müsste. Es heißt aber, dass eine Ankündigung zu diesem Zeitpunkt auch eine Funktion in der Verhandlung hat. Ob und wann aus der Drohung eine Entscheidung wird, ist nach dem vorliegenden Stand offen.

Für die Beschäftigten hängt daran mehr als die eigene Wochenarbeitszeit. Gibt eine Belegschaft bei der 38-Stunden-Woche ohne Ausgleich nach, entsteht ein Bezugspunkt für andere Standorte und für künftige Tarifrunden. Genau deshalb wehren sich Betriebsrat und IG Metall an dieser Stelle so deutlich: Es geht nicht nur um ein Werk, sondern um einen tariflichen Standard.

Was offen bleibt

  • Welche zwei Standorte gemeint sind – ein Montagewerk und ein Werk für Antriebsstränge, beide nicht namentlich genannt.
  • Wie viele Arbeitsplätze im Fall einer Schließung betroffen wären.
  • Welche weiteren Sparmaßnahmen das Management neben der Arbeitszeiterhöhung verlangt.
  • Bis wann eine Einigung vorliegen muss.
  • Wie sich der genannte Kostenvorteil von rund 70 Prozent im Detail zusammensetzt.
  • Ob und mit welchen Gegenvorschlägen Betriebsrat und IG Metall in die Verhandlungen gehen.

Solange diese Punkte offen sind, lässt sich die Meldung nur als Zwischenstand einer laufenden Auseinandersetzung lesen – nicht als Entscheidung. Wir aktualisieren den Artikel, wenn belastbare Angaben zu Standorten, Fristen oder einem Verhandlungsergebnis vorliegen.

Welche deutschen Mercedes-Werke sind konkret von der Schließung bedroht?

Genannt wurden ein Montagewerk und ein Werk für Antriebsstränge. Welche Standorte gemeint sind, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt. Die Warnung fiel auf einer Betriebsversammlung im Werk Sindelfingen, was nicht bedeutet, dass Sindelfingen selbst betroffen ist.

Wie groß ist der Kostenvorteil des Werks in Kecskemét?

Nach Angaben des Unternehmens produziert der ungarische Standort rund 70 Prozent günstiger als deutsche Werke. Wie sich dieser Wert zusammensetzt – etwa Anteile von Löhnen, Energie, Steuern oder Förderung – ist nicht aufgeschlüsselt.

Was fordert das Management bei der Arbeitszeit?

Unter anderem eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich. Das entspricht drei zusätzlichen Stunden pro Woche bei gleichem Entgelt und damit einer Senkung der Personalkosten pro Arbeitsstunde um knapp acht Prozent.

Wie reagieren Betriebsrat und IG Metall?

Beide lehnen die Arbeitszeitforderung entschieden ab. Konkrete Gegenvorschläge sind bislang nicht öffentlich bekannt.

Ändert sich durch die Meldung etwas für Mercedes-Kunden?

Nein. Zu Modellen, Lieferzeiten oder Preisen enthält die Meldung keine Aussagen.