Stellantis ruft rund 700.000 Fahrzeuge zurück: Brandgefahr am 1,2-Liter-Mildhybrid
Ein zu geringer Abstand zwischen Partikelfilter-Rohr und Startergenerator kann zu Kurzschluss und Brand führen. Betroffen sind weltweit etwa 700.000 Fahrzeuge der Modelljahre 2023 bis 2026, rund 80.000 davon in Deutschland.

Stellantis ruft weltweit rund 700.000 Fahrzeuge mit dem 1,2-Liter-Mildhybrid-Benziner in die Werkstatt. Betroffen sind die Modelljahre 2023 bis 2026, in Deutschland geht es um etwa 80.000 Fahrzeuge. Der Konzern reagiert damit auf ein Risiko im Motorraum, das im ungünstigen Fall zu einem Brand führen kann. Unter den betroffenen Marken sind nach Angaben des ADAC unter anderem Opel, Peugeot und Citroën.
Wer ein Fahrzeug mit diesem Motor fährt, ist der eigentliche Adressat der Meldung. Die Nachbesserung dauert nach den vorliegenden Angaben rund 30 Minuten. Welche Baureihen genau auf der Liste stehen, ist bisher nicht im Detail veröffentlicht. Eine Vertragswerkstatt der jeweiligen Marke kann anhand der Fahrzeug-Identifikationsnummer prüfen, ob das Auto betroffen ist.

Die technische Ursache: zu wenig Abstand im Motorraum
Auslöser ist ein unzureichender Abstand zwischen dem Rohr des Benzinpartikelfilters und der Polschutzkappe des 48-Volt-Riemen-Startergenerators. Beide Bauteile sitzen so nah beieinander, dass es zu Kontakt und Reibung kommen kann. Kommt Feuchtigkeit hinzu, sind Kurzschlüsse und Überhitzung möglich, und daraus kann sich ein Brand entwickeln.
Der Partikelfilter gehört zur Abgasreinigung und wird im Betrieb sehr heiß. Der Riemen-Startergenerator startet den Motor, unterstützt ihn beim Beschleunigen und lädt die 48-Volt-Batterie. Beide Komponenten teilen sich einen engen Bauraum, und genau an dieser Stelle ist die Konstruktion zu eng ausgefallen. Welche Arbeiten die Werkstatt durchführt, ist noch nicht bekannt.
Warum gleich mehrere Marken betroffen sind
Stellantis setzt den 1,2-Liter-Mildhybrid markenübergreifend ein. Derselbe Antrieb steckt in Modellen von Opel, Peugeot und Citroën. Nach unserer Einschätzung ist das ein Ergebnis der Baukastenstrategie, mit der der Konzern Entwicklungs- und Fertigungskosten über viele Baureihen verteilt; in den vorliegenden Angaben ist das nicht belegt. Weil Stellantis den Antrieb in mehreren Marken einsetzt, kann derselbe Fehler viele Fahrzeuge betreffen.
Betroffene Motoren und Leistungsstufen
Der Rückruf gilt für den 1,2-Liter-Mildhybrid-Benziner in zwei Leistungsstufen: 74 kW (100 PS) und 100 kW (136 PS). Fahrzeuge mit reinem Verbrenner ohne 48-Volt-System oder mit anderen Motorisierungen sind nach den vorliegenden Angaben nicht Teil der Aktion. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was bisher bestätigt ist.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motorisierung | 1,2-Liter-Mildhybrid-Benziner |
| Leistungsstufe 1 | 74 kW / 100 PS |
| Leistungsstufe 2 | 100 kW / 136 PS |
| Systemspannung Startergenerator | 48 Volt |
| Betroffene Modelljahre | 2023 bis 2026 |
| Rückrufumfang weltweit | ca. 700.000 Fahrzeuge |
| Rückrufumfang Deutschland | ca. 80.000 Fahrzeuge |
| Dauer der Nachbesserung | ca. 30 Minuten |
Was Halterinnen und Halter jetzt wissen sollten
Der Werkstattaufenthalt ist kurz: Rund 30 Minuten sind für die Nachbesserung veranschlagt. Was die Werkstatt dabei konkret verändert, ob sie ein Bauteil versetzt, ein Schutzelement ergänzt oder ein Teil austauscht, ist bislang nicht im Detail bekannt. Auch zu den Kosten für Halterinnen und Halter liegen uns keine Angaben vor.
Ebenfalls offen ist, ob die betroffenen Fahrzeuge bis zum Werkstatttermin uneingeschränkt gefahren werden dürfen. Eine Fahruntersagung ist in den vorliegenden Informationen nicht genannt, eine ausdrückliche Entwarnung aber auch nicht. Wer Klarheit braucht, fragt mit der Fahrzeug-Identifikationsnummer bei einer Vertragswerkstatt der eigenen Marke nach.
Diese Fragen sind noch offen
Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, ob der Rückruf behördlich angeordnet wurde oder freiwillig erfolgt. Sobald Stellantis oder die einzelnen Marken eine Modellliste und Details zur Reparatur veröffentlichen, ergänzen wir diesen Beitrag.
Welche Motoren sind vom Stellantis-Rückruf betroffen?
Der Rückruf gilt für den 1,2-Liter-Mildhybrid-Benziner in den Leistungsstufen 74 kW (100 PS) und 100 kW (136 PS) aus den Modelljahren 2023 bis 2026.
Wie viele Fahrzeuge sind in Deutschland betroffen?
In Deutschland geht es um rund 80.000 Fahrzeuge, weltweit um etwa 700.000.
Was ist der Grund für den Rückruf?
Der Abstand zwischen dem Rohr des Benzinpartikelfilters und der Polschutzkappe des 48-Volt-Riemen-Startergenerators ist zu gering. Durch Kontaktreibung und Feuchtigkeit kann es zu Kurzschluss, Überhitzung und Brandgefahr kommen.
Welche Marken sind betroffen?
Genannt werden unter anderem Opel, Peugeot und Citroën. Eine vollständige Liste der betroffenen Baureihen liegt bisher nicht vor.
Wie lange dauert der Werkstattaufenthalt?
Für die Nachbesserung sind rund 30 Minuten veranschlagt. Welche Arbeiten dabei genau anfallen, ist bislang nicht im Detail bekannt.
Wie finde ich heraus, ob mein Auto betroffen ist?
Die Zuordnung erfolgt über die Fahrzeug-Identifikationsnummer. Eine Vertragswerkstatt der jeweiligen Marke kann damit prüfen, ob das Fahrzeug auf der Rückrufliste steht.
Quellen
- ADACadac.de