Mercedes EQS: Lenkung ohne mechanische Lenksäule ist bestellbar

Mercedes-Benz hat am 6. Oktober 2026 die Bestellfreigabe für ein Steer-by-Wire-System in der EQS Limousine bekannt gegeben. Wer das Modell jetzt konfiguriert, kann damit eine Lenkung wählen, die die Befehle vom Lenkrad rein elektronisch an die Vorderräder weitergibt. Eine mechanische Lenksäule gibt es nach Angaben des Herstellers nicht mehr. Im Alltag soll sich das vor allem beim Rangieren zeigen, weil die Lenkung bei niedrigem Tempo direkter übersetzt, und bei hoher Geschwindigkeit, wo das Auto stabiler in der Spur liegen soll.
Was Käuferinnen und Käufer vor einer Entscheidung wissen sollten: Den Aufpreis für das System hat Mercedes-Benz bislang nicht genannt. Auch ein Termin, ab wann entsprechend ausgestattete Fahrzeuge ausgeliefert werden, steht noch aus. Wer die EQS Limousine kurzfristig braucht, sollte beim Händler nach der konkreten Lieferzeit für diese Ausstattung fragen, bevor er bestellt.
So funktioniert Steer-by-Wire im Mercedes EQS
In einem herkömmlichen Auto sitzt zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe eine Welle. Dreht der Fahrer am Lenkrad, bewegt sich diese Welle mit, ein Elektromotor unterstützt die Kraft. Beim Steer-by-Wire entfällt diese Verbindung. Allgemein arbeiten solche Systeme so, dass Sensoren die Bewegung des Lenkrads erfassen, ein Steuergerät daraus einen Lenkwinkel berechnet und ein Stellmotor an der Vorderachse die Räder einstellt. Wie Mercedes-Benz das im Detail umsetzt, hat der Hersteller bisher nicht mitgeteilt.
Weil zwischen Lenkrad und Vorderachse keine mechanische Verbindung mehr besteht, muss der Widerstand, den man beim Lenken spürt, erzeugt werden. Üblicherweise übernimmt das ein eigener Motor im Lenkrad; auch das ist eine allgemeine Beschreibung des Funktionsprinzips und keine Angabe von Mercedes-Benz. Als Hintergrund, nicht als Herstellerangabe: Das Prinzip ist aus der Luftfahrt bekannt, wo Steuerbefehle elektronisch übertragen werden. Im Auto ist es bisher selten, weil ein Ausfall der Elektronik anders abgesichert werden muss als bei einer durchgehenden Welle.
Was die variable Übersetzung im Alltag bringt
Den praktischen Unterschied macht laut Mercedes-Benz die Lenkübersetzung, die sich automatisch an die Fahrgeschwindigkeit anpasst. Beim Einparken und Rangieren arbeitet die Lenkung direkt, die Räder schlagen also bei wenig Lenkradbewegung weit ein. Das spart Umgreifen in engen Parkhäusern und bei Wendemanövern. Bei einer Limousine dieser Länge fällt das im Alltag häufig auf.
Bei Autobahntempo wird die Übersetzung indirekter. Kleine Lenkbewegungen führen dann zu kleineren Lenkwinkeln an den Rädern, wodurch das Fahrzeug ruhiger geradeaus läuft. Die Lenkung soll sich beim Rangieren und bei hohem Tempo jeweils passend anfühlen. Wie stark der Unterschied beim Fahren tatsächlich zu spüren ist, lässt sich erst bei Probefahrten mit entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen beurteilen.
Ein Hinweis für alle, die aus einer bisherigen EQS oder S-Klasse umsteigen: Das Lenkgefühl ändert sich. Rückmeldungen von der Fahrbahn erreichen das Lenkrad nicht mehr direkt über eine Welle, sondern über die Elektronik. Ob das als Gewinn oder als Verlust empfunden wird, ist Geschmackssache. Vor der Bestellung ist eine ausgiebige Probefahrt auf verschiedenen Straßen sinnvoll.
Wie Mercedes die Lenkung bei einem Ausfall absichert
Mercedes-Benz gibt an, dass die mechanische Lenksäule entfällt. Wie die Lenkung reagiert, wenn Elektronik oder Stromversorgung ausfallen, geht aus dem bisher veröffentlichten Material nicht hervor. Denkbar sind nach unserer Einschätzung eine mehrfach ausgelegte Elektronik mit zweiter Stromversorgung oder eine mechanische Verbindung, die im Fahrbetrieb getrennt bleibt und nur im Notfall greift. Letzteres wäre kein Widerspruch zu der Aussage, dass im Normalbetrieb rein elektronisch gelenkt wird. Welche Lösung der Hersteller gewählt hat, sollten Interessenten beim Händler gezielt erfragen.
Einordnung
Mercedes-Benz nutzt die elektronische Übertragung, um die Lenkübersetzung abhängig vom Tempo festzulegen. Welche Wettbewerber Steer-by-Wire in Serie anbieten und wie sich die EQS Limousine dagegen einordnet, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht belegen. Ob weitere Baureihen wie die S-Klasse oder die EQE folgen, hat Mercedes-Benz nicht mitgeteilt.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Bestellfreigabe | seit 6. Oktober 2026 bekannt gegeben |
| Modell | Mercedes-Benz EQS Limousine |
| Übertragung der Lenkbefehle | rein elektronisch |
| Mechanische Lenksäule | entfällt laut Hersteller |
| Lenkübersetzung | automatisch an die Geschwindigkeit angepasst |
| Absicherung bei Ausfall | vom Hersteller nicht beschrieben |
| Aufpreis | nicht genannt |
| Auslieferungsbeginn | nicht genannt |
| Weitere Modelle | nicht bestätigt |
Wer die EQS Limousine ohnehin in der engeren Wahl hat, sollte vor der Bestellung beim Händler nach dem Aufpreis und der voraussichtlichen Lieferzeit für diese Lenkung fragen. Wann die ersten EQS mit dieser Ausstattung ausgeliefert werden, ist noch offen.
Hier finden Sie Angebote für den Mercedes-Benz EQS zu Kauf, Leasing und Abo. Ob Steer-by-Wire an Bord ist, sollten Sie im jeweiligen Inserat prüfen oder beim Anbieter erfragen.
Was zeichnet das Steer-by-Wire-System im Mercedes EQS aus?
Die Lenkbefehle werden rein elektronisch an die Vorderräder übertragen. Eine mechanische Lenksäule zwischen Lenkrad und Achse entfällt nach Angaben von Mercedes-Benz. Zusätzlich passt sich die Lenkübersetzung automatisch an die gefahrene Geschwindigkeit an.
Wie wirkt sich die geschwindigkeitsabhängige Übersetzung aus?
Bei langsamer Fahrt lenkt das System direkter, was das Rangieren und Einparken erleichtert. Bei hohem Tempo arbeitet es indirekter, wodurch die Spurstabilität steigen soll.
Seit wann ist das System für die EQS Limousine bestellbar?
Mercedes-Benz hat die Bestellfreigabe am 6. Oktober 2026 bekannt gegeben. Ein Termin für den Auslieferungsbeginn der so ausgestatteten Fahrzeuge liegt bisher nicht vor.
Was kostet das Steer-by-Wire-System?
Einen Aufpreis hat Mercedes-Benz bislang nicht veröffentlicht. Fragen Sie vor der Bestellung beim Händler nach dem Aufpreis. Ob er dort bereits beziffert werden kann, ist offen.
Kommt das System auch in andere Modelle?
Dazu gibt es keine Mitteilung des Herstellers. Angekündigt ist die Bestellfreigabe bisher ausschließlich für die EQS Limousine.
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